Otto Merz

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Otto Merz beim Rennen auf den Klausenpass 1921
Otto Merz' Ehefrau und Tochter in seinem Mercedes Rennwagen vor der Zementwerkskantine in Schelklingen, welche von seinem Schwiegervater betrieben wurde, April 1923
Mercedes-Benz Typ S, wie ihn Merz 1927 fuhr, beim DAMC 05 Oldtimer Festival Nürburgring

Otto Merz (* 12. Juni 1889 in Esslingen am Neckar; † 18. Mai 1933 in Berlin) war ein deutscher Automobilrennfahrer. Er fuhr sowohl Rundstrecken- als auch Berg- und Langstreckenrennen.

Herkunft und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merz war ein Sohn des Schlossers Karl Gottlob Merz und dessen Ehefrau Christine Margarete Merz geborene Blessing, wohnhaft in Esslingen. Zum Zeitpunkt seiner Eheschließung war Otto Merz ebenfalls in Esslingen ansässig. Er heiratete in Schelklingen am 19. Oktober 1918 Maria Hoch, Haustochter, geboren in Allmendingen am 22. Januar 1889, Tochter des Leo Hoch und der Maria Hoch geborene Autenrieth, und Enkeltochter des Anton Hoch. Ihr Vater war Kantinenpächter in der Zementfabrik in Schelklingen. Merz arbeitete als Chauffeur; beide Eheleute waren evangelisch.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Merz war Kraftfahrzeughandwerker und kam 1906 zur Daimler-Motoren-Gesellschaft, wo er bald als Rennmechaniker arbeitete. Seit 1923 fuhr er Rennen für Mercedes. Bereits im nächsten Jahr stellten sich erste Erfolge ein. 1925 bzw. 1926 gewann er unter anderem das Solitude-Rennen sowie zusammen mit Walter Gärtner den Großen Preis von Europa für Tourenwagen in Spanien. [2]

Am 17. Juli 1927 gewann Merz auf einem Mercedes-Benz S den 2. Großen Preis von Deutschland für Sportwagen bzw. den ersten Großen Preis auf dem Nürburgring. Gefahren wurden 18 Runden bzw. 508,752 km auf einer Kombination von Nord- und Südschleife. Otto Merz mit Beifahrer Eugen Salzer siegte in 4:59:35,6 Stunden bzw. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 101,82 km/h vor seinem Teamgefährten Christian Werner.[3][4]

1928 gewann die Mannschaft Caracciola/Werner den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Otto Merz, der trotz extremer Hitze als einziger ohne Ablösung fuhr, wurde nach einem Reifenschaden in 4:56.02,0 Stunden bzw. mit 103,10 km/h Zweiter.[5][4]

In den nächsten Jahren nahm Merz nur noch an wenigen Rennen teil, unter anderem an der RAC Tourist Trophy und an Langstreckenrennen. Nach dem Großen Preis von Deutschland 1931, bei dem er mit einem Mercedes-Benz SSKL Fünfter geworden war, zog er sich für zwei Jahre vom Rennsport zurück.[2]

1933 meldete Merz mit einem stromlinienverkleideten SSKL für das Rennen auf der AVUS in Berlin. Während des Trainings wurde sein Wagen wahrscheinlich von einer Seitenbö erfasst; Merz verunglückte tödlich.[2]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Raidt, Ein Bärenkerl am Lenkrad: Otto Merz war ein Volksheld. Artikel der Südwestpresse (SWP) vom 10. April 2015.
  • Christine Wanner, Der „gute Bär“. Zur Biographie des Esslinger Rennfahrers und Nürburgringsiegers Otto Merz (1889–1933). In: Esslinger Studien, hrsg. vom Stadtarchiv Esslingen a.N. Bd. 48, 2011/12, S. 179–215.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Merz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Leif Snellman: Otto Merz (D). www.kolumbus.fi, 6. April 2015, abgerufen am 7. April 2015 (englisch).
  • Otto Merz. www.motorsportmemorial.org, abgerufen am 7. April 2015 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Schelklingen, Heiratsbuch 1916–1920, Jahrgang 1918, Eintrag Nr. 10. Laut diesem Heiratseintrag war der Geburtsort des Otto Merz nicht Bad Cannstatt, sondern Esslingen am Neckar. Gleicherweise besagt Otto Merzʼ Geburtsurkunde, dass er in Esslingen, Kupferstraße 7 (heute Kupfergasse), geboren wurde[1].
  2. a b c Behrndt/Födisch/Behrnd: Deutsche Rennfahrer. Heel Verlag, Königswinter 2008, ISBN 978-3-86852-042-2, S. 17.
  3. Jörg-Thomas Födisch: Nürburgring. Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3065-1, S. 12.
  4. a b Thora Hornung: 50 Jahre Nürburgring. Görres-Verlag, Koblenz, S. 178.
  5. Jörg-Thomas Födisch: Nürburgring. Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3065-1, S. 15.