Out of Rosenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Out of Rosenheim
Produktionsland Deutschland
Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Percy Adlon
Drehbuch Eleonore Adlon
Percy Adlon
Christopher Doherty
Produktion Eleonore Adlon
Percy Adlon
Dietrich von Watzdorf
Musik Bob Telson
Kamera Bernd Heinl
Schnitt Norbert Herzner
Besetzung

Out of Rosenheim ist ein Kinofilm des deutschen Regisseurs Percy Adlon aus dem Jahr 1987.

Bagdad Café in Newberry Springs, Kalifornien (2001)

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jasmin Münchgstettner aus Rosenheim trennt sich während einer Fahrt durch Kalifornien nach einem handfesten Streit von ihrem Mann und steht allein in der Wüste. Zu Fuß in ihrem Lodenkostüm, mit Handtasche und Koffer, gelangt sie schließlich an eine kleine Ansiedlung namens Bagdad, die nur aus dem heruntergekommenen Bagdad Café mit angeschlossenem Motel und Tankstelle besteht. Das Haus wird von der resoluten, übellaunigen Brenda geleitet, die kurz zuvor ihren nichtsnutzigen Mann nach einem Streit hinausgeworfen hat. Brenda lebt im Café mit ihrer halbwüchsigen Tochter Phyllis, ihrem erwachsenen Sohn Solomon (der zu Brendas Leidwesen unentwegt Präludien des Wohltemperierten Klaviers übt) und dessen kleinem Jungen. Als Dauergäste leben dort außerdem die Tätowiererin Debby und der alternde Bühnenmaler Rudy Cox.

Jasmin nimmt sich ein Zimmer, obwohl Brenda der in ihren Augen vollkommen fremdartigen Frau mit offener Abneigung begegnet. Beim Auspacken stellt Jasmin fest, dass sich im Koffer statt ihrer eigenen Sachen die ihres Mannes befinden. Als Brenda am nächsten Morgen die im Zimmer verstreuten männlichen Reiseartikel samt Rasierpinsel und Lederhose findet, sieht sie ihre Vorbehalte gegenüber Jasmin bestätigt, ihre Abneigung schlägt in Feindseligkeit um. Doch der herbeigerufene Sheriff sieht keinen Grund, gegen Jasmins Aufenthalt Maßnahmen einzuleiten. Als Jasmin sich im Café nützlich macht, indem sie aufräumt, putzt und sich um Brendas Familie kümmert, wirft Brenda sie wegen dieser Einmischung in ihr Privatleben fast hinaus. Andererseits bemerkt sie Jasmins Fähigkeit, Menschen zu ermutigen, Wertschätzung zu vermitteln und Freude zu verbreiten, und erkennt, dass es Jasmin nur darum geht, sich nach den Demütigungen durch ihren Mann wieder wertvoll und nützlich zu fühlen. Langsam wächst eine Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Frauen.

Jasmin hat im Gepäck ihres Mannes einen Karton mit Material und Anleitungen für Zaubertricks gefunden, beginnt zu üben und einzelnen Gästen Tricks vorzuführen. Daraus wächst eine Zaubershow, die sich schnell unter den Truckern herumspricht. Das Café ist nun immer voll. Rudy Cox hat sich längst in Jasmin verliebt und malt mehrere Bilder von ihr in zunehmend freizügigeren Posen.

Als Jasmins Touristenvisum abgelaufen ist, muss sie abreisen, zumal sie ohne Greencard in den USA ohnehin nicht arbeiten darf. Ohne sie ist das Leben in Bagdad wieder so trist wie zuvor. Sie kommt jedoch wieder, die Zaubershow wird perfektioniert, Brenda versöhnt sich mit ihrem Mann, und Cox macht Jasmin einen Heiratsantrag, damit sie dauerhaft bleiben kann.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde in dem verkehrsgünstig an der Interstate 40 nahe Barstow gelegenen Wüstenort Newberry Springs gedreht, nicht in Bagdad, das ebenfalls in Kalifornien, aber weiter östlich an der legendären Route 66 in der Mojave-Wüste zwischen Ludlow und Amboy liegt, etwa 10 km südlich der Interstate 40. Auf den Straßenkarten des AAA ist nicht das kalifornische Bagdad verzeichnet, sondern ein Wüstenort in Arizona namens Bagdad.
  • Zur Zeit der Dreharbeiten hieß das Bagdad Café noch Sidewinder und war ein umgebautes Depot für Futtermittel. Später wurde es auf den Namen umbenannt, den es im Film trägt. Google Street View zeigt es in der aus dem Film bekannten Form, allerdings ohne Tankstelle.[1]
  • Der in Deutschland benutzte Filmtitel persifliert Jasmins unbeholfenes Englisch – out of Rosenheim bedeutet „aus Rosenheim heraus“, bezeichnet also eine Bewegung, keine Herkunft. Richtig wäre from Rosenheim.
  • Jevetta Steele singt den Titelsong Calling You, für den Bob Telson 1989 eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie Bester Song erhielt. Von Calling You existiert auch eine Coverversion von Jeff Buckley auf dem Live-Album Live at Sin-é (Legacy Edition).

Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Filmvorlage wurde 1990 in den USA die Fernsehserie Bagdad Café mit Whoopi Goldberg gedreht, die auch in Deutschland ausgestrahlt wurde.

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 adaptierte Percy Adlon die Geschichte für die Bühne. Zunächst unter dem internationalen Namen „Bagdad Café“ wurde das Musical aufgrund mangelnden Erfolgs dann wieder zu „Out of Rosenheim“ umbenannt.[2]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Märchenhafte Komödie über eine Selbstbefreiung aus der Borniertheit des Alltagstrotts und die menschlichen Qualitäten in einem jeden; witzig und mit großer Liebe fürs Detail inszeniert und gespielt.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Google Street View, abgerufen am 13. April 2017
  2. Herr Adlon bringt seinen Film zum Singen, Berliner Zeitung
  3. Out of Rosenheim im Lexikon des Internationalen Films