Tätowierer

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Tätowierer Don Ed Hardy auf der Tattoo Convention in Sacramento Cal., 1980
Tätowiererin bei der Arbeit

Ein Tätowierer ist eine Person, die dauerhaft Tätowierungen mittels eines entsprechenden Instrumentes, meist einer elektrischen Tätowiermaschine, mittels Tätowierfarbe, Tinte oder anderen Farbmitteln in die Haut einbringt.

Ausbildung und Berufsrechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschsprachiger Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland Deutschland

Eine gesetzliche geregelte Ausbildung ist in Deutschland bisher nicht vorgesehen.[1] In der Regel erlernen Tätowierer die nötigen Fertigkeiten bei erfahrenen Kollegen oder autodidaktisch. Über eine Berufszugangsregelung wird jedoch seit 2016 ernsthaft diskutiert.[2]

In Deutschland werden vom Verband Deutsche Organisierte Tätowierer Hygieneseminare veranstaltet.[3] Die Kurse für den Erwerb der Sachkunde Teil I & II, gemäß Infektionshygiene-Verordnungen der Länder werden von dem Tätowierer und Hygienewart des DOT Heribert Nentwig (Herry) organisiert und der U.E.T.A. durchgeführt.[4]

Anerkennung als Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Etablierung des Tätowierens als Erscheinungsform der Bildenden Kunst, sowohl im steuerrechtlichen als auch im sozialversicherungsrechtlichen Sinne, wurde seit den frühen 1970er Jahren immer wieder diskutiert und verschiedentliche Versuche unternommen den Status zu ändern.

Horst Streckenbach wurde zu Beginn der 1970er Jahre vom Finanzamt als Künstler anerkannt und steuerlich entsprechend eingestuft. Ende der 1980er Jahre wurde ihm dieser Status jedoch rückwirkend aberkannt.[5] Auch ein entsprechendes, positives Gutachten von Timm Ulrichs änderte daran nichts.

Manfred Kohrs arbeitete bereits Mitte der 1970er Jahre daran, „Tätowierung und Kunst zu verbinden“ und verzichtete auf eine gewerbliche Anmeldung.[6] „Er versteht seine Arbeit als Kunst“ titelte die Szenezeitschrift NaNa 1982.[7][8]

Einen erneuten Vorstoß unternimmt die Szene seit 2018. Der Tätowierkunst e.V.[9] geht den Weg über die Bundespolitik, z. B. über die Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig, um ein Prüfverfahren zur Anerkennung von Tätowierern als Künstler bei der Künstlersozialkasse zu erreichen.[10]

Steuerliche Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Anfertigung einer Tätowierung handelt es sich steuerlich um eine sonstige Leistung, da nach dem wirtschaftlichen Gehalt der Leistungen nicht – wie etwa bei einer Lieferung – die Verfügungsmacht an einem Gegenstand übertragen worden ist. Bei einer Tätowierung werden Ornamente oder Abbildungen durch Einstechen in die menschlichen Haut angebracht. Die Übertragung der Farbstoffe ist umsatzsteuerrechtlich nicht als Lieferung eines Gegenstands zu sehen, da der Farbstoff nur Hilfsmittel zu der vereinbarungsgemäß erbrachten Tätowierung ist. Sie ist somit steuerpflichtig und wird mit dem Regelsteuersatz (§ 12 Abs. 1 UStG) besteuert. Auch unterliegt die Leistung nicht nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 UStG i. V. m. Nr. 53 Buchstabe a der Anlage zum UStG dem ermäßigten Steuersatz (§ 12 Abs. 2 UStG). Diese Steuerermäßigung ist nur für Lieferungen von Kunstgegenständen vorgesehen.[11]

Sozialversicherungsrechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tätigkeit des Tätowierers ist aus Sicht vieler Behörden ein gewerbliches Kunsthandwerk bzw. eine gewerbliche Tätigkeit.[12] „Eine junge Garde von Tätowierern kommt aus der Kunst - und überträgt die eigenen Motive auch auf die Körper zahlender Kunden“ und immer mehr Tätowierer begreifen sich als Künstler und somit den freien Berufen zugehörig.[13]

Im Jahr 2007 hat der Tätowier-Künstler Heiko Gantenberg[14], Inhaber des Tätowierstudios mit Kunstatelier und Werkschau Fort Notch in Marl,[15] vor dem Sozialgericht Gelsenkirchen[16] den Status eines bildenden Künstlers anerkannt bekommen, um in die Künstlersozialkasse aufgenommen zu werden.[17] Aufgrund eines Gutachtens von Timm Ulrichs hat erstmals ein deutsches Gericht einen Tätowierer als Künstler anerkannt; das Gericht stellte jedoch ausdrücklich fest, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handele.[18]

Schweiz Schweiz

In der Schweiz ist ebenfalls keine geregelte Ausbildung vorhanden. Am vom 23. November 2005 erließ das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), gestützt auf die Artikel 31 Absatz 5, 38–40, 41 Absatz 2, 42 Absätze 2 und 3, 43 Absatz 3 und 80 Absatz 9 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. November 2005 (LGV), die Verordnung über Gegenstände für den Humankontakt, in der auch „Tätowierfarben und Farben für Permanent-Make-up sowie deren Kennzeichnung sowie Apparate und Instrumente für Piercing, Tätowierung und Permanent-Make-up“ geregelt sind.[19] „Seit Mai 2017 gilt in der Schweiz eine Meldepflicht für Tattoo-Betriebe. Wer mit Tätowieren Geld verdient, muss sich beim zuständigen kantonalen Laboratorium melden.“[20]

Osterreich Österreich

In Österreich verhält es sich ähnlich wie in der Schweiz, die Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über Ausübungsregeln für das Piercen und Tätowieren durch Kosmetik-(Schönheitspflege)-Gewerbetreibende,[21] enthält die erforderlichen Regularien.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweden Schweden

Ab 1998 begann der Tätowierer Ove Skog mit dem Versuch, den schwedischen Handwerksrat für ein Berufsbild des Tätowierers zu interessieren. Im Jahr 2018 wurde von der Berufsorganisation Sveriges Registererade Tatuerare mit Ove Skog an der Spitze ein Berufsbild mit abschließender Gesellen-, bzw. Meisterprüfung für Tätowierer ausgearbeitet. Im November 2018 konnten im Rathaus von Stockholm – als erste in der Welt – zwölf Meister[22] und drei Gesellen[23] im Tätowierer-Beruf ihren Meister- bzw. Gesellenbrief in Empfang nehmen.[24]

Japan Japan

In Japan führt der Artikel 17 des japanischen Ärztegesetzes i. d. F. von 2001 an: „Nur Ärzte dürfen medizinische Tätigkeiten ausüben“. Gemäß Stellungnahme des japanischen Gesundheitsministeriums fällt darunter u. a. das Stechen von Farbe in die Haut. Diese Gesetzesnovellierung hatte ursprünglich zum Ziel, gegen Permanent Make-up-Kosmetikstudios mit geringen Hygienestandards vorzugehen. Seit 2015 wird diese Vorschrift dazu genutzt, willkürlich Tattoo-Studios zu schließen; bereits geschehen in den Städten Osaka und Nagoya.[25]

Das Tätowierstudio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tattoo-Studio

Der Tätowierer arbeitet zumeist in einem als „Tattoo Shop“ oder „Tattoo-Studio“ bezeichneten Ladengeschäft. Ordnungsgemäß ausgestattete Tattoo-Studios verwenden Container für Objekte, die in Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten gekommen sind, sowie einen Autoklav zum Sterilisieren der Geräte, sofern sie nicht mit Einmalartikeln arbeiten. Korrekte Hygiene erfordert vom Tätowierer bei allen Arbeitsgängen die Benutzung von Einmalhandschuhen, besondere Achtsamkeit ist speziell dort angebracht wo Kreuzkontaminationen auftreten können. Die verwendeten Farben müssen den Vorgaben der Tätowiermittel-Verordnung entsprechen. In Holland, der Schweiz und Österreich unterliegen Tätowierstudios strengen Auflagen und Kontrollen, um die allgemeine gesundheitliche Sicherheit in diesem Bereich zu verbessern. Inzwischen werden dort die Eingriffe, Sterilisationsvorgänge, Reinigungen und Desinfektionsmaßnahmen schriftlich dokumentiert.

In Österreich ist seit dem Jahr 2003 die jährliche Erbringung eines Unbedenklichkeitsnachweises durch ein akkreditiertes Institut gesetzlich vorgeschrieben.[26] Die Ausstattung der Betriebsstätte und die Arbeitsvorgänge werden geregelt in Anlage 1, BGBl 262/II/2008.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland: ca. 7.000 Tätowierstudios (Stand 2018)[27][28]
  • Österreich: ca. 600 Tätowierstudios mit Gewerbeschein (Stand 2017)[29]
  • Schweiz: ca. 600 Tätowierstudios (Stand 2015)[30]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schreibwarenhersteller Edding hat am 1. Oktober 2020 im Chilehaus sein erstes Tattoo Studio in der Hamburger Innenstadt eröffnet.[31] Edding „verarbeitet dort selbstentwickelte, EU-konforme Tattoofarben“.[32] Dieser Einstieg eines Industriebetriebes in die Szene ist nicht ohne Kritik. „Die Qualität der Farbpalette wird durch fragwürdige Versprechungen angepriesen“ schreibt ein führendes Fachmagazin.[33]

Berufsorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ETAA Dietmar Gehrer Manfred Kohrs.jpg
U.T.A.A. Mitgliedsurkunde 1977.jpg

Deutschland Deutschland

Im Jahr 1977 gründete Manfred Kohrs die erste deutsche Tätowierervereinigung.[34][35][36][37] Im September 1995 gründete sich der Deutsche Organisierte Tätowierer e. V. (D.O.T) als deutscher Tätowierer Verband.[38] Ferner sind u. a. noch der Bundesverband Tattoo e.V. (BVT)[39] und der Pro Tattoo e.V., der sich nach eigenen Angaben für Information, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit für und von Angehörige/n der Tätowierbranche einsetzt und vom Vorsitzenden Mark Benecke vertreten wird, tätig.

Schweiz Schweiz

In der Schweiz war zunächst der Tattoo Club of Switzerland tätig. Seit 1994 ist der Verband Schweizerischer Berufstätowierer (VST) als „Zusammenschluss der im Tätowieren tätigen natürlichen Personen“ aktiv.[40]

Osterreich Österreich

In Österreich ist die Österreichische Tätowierer und Piercer Vereinigung (ÖTPV) tätig. Sie besteht aus dem Dachverband und aus den Tochtervereinen in den jeweiligen Bundesländern.[41]

Europa Europa

Als überregionale Vereinigung für die Belange europäischer Tätowierer wurde 1975 die European Tattoo Artists Association (E.T.A.A.) gegründet, die sich jedoch um 1990 wieder auflöste. Bekannte Mitglieder waren Terry Wrigley, Horst Streckenbach, Dietmar Gehrer (Nr. 23) und Manfred Kohrs (Nr. 25). Im Jahr 2004 wurde der United European Tattoo Artists e. V. (U.E.T.A.) gegründet.[42][43]

Tätowier-Kunstvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TK Manfred Kohrs 1977.jpg

Der Tätowierkunst e.V. (Eigenschreibweise tätowierkunst) ist ein deutscher Kunstverein. „Zweck des Vereins ist die Etablierung des Tätowierens als Erscheinungsform der klassischen bildenden Kunst“. Der TK ist der erste und zur Zeit einzige Verein dieser Kunstform im deutschsprachigen Raum und nimmt somit eine Vorreiterrolle ein.[44][45]

„Um Tätowieren als Erscheinungsform der bildenden Kunst anerkennen zu lassen“ gründete Manfred Kohrs 1977[46] die erste deutsche Tätowierervereinigung,[47] den National Tattoo Club Germany, der jedoch ein nicht eingetragener Verein war.[48][49] Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Horst Streckenbach und Theodor Vetter. Aus diesem Verein wurde Jahr 2000 zur Expo in Hannover, durch Eintragung in das Vereinsregister Hannover, der KUNSTverein 2000 e.V.[50], der am 2. Dezember 2018 in Tätowierkunst e.V. umbenannt wurde und die Gemeinnützigkeit erlangte. Manfred Kohrs übergab den Vorsitz nach 18 Jahren an Heiko Gantenberg, der den Gedanken der Etablierung des Tätowierens als Erscheinungsform der bildenden Kunst und die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe weiter vorantrieb.[51] Mit der Wahl der neuen Vorsitzenden Tanina Palazzolo wurde der Vereinssitz im Juni 2021 nach Münster verlegt.[52] Zu den Mitgliedern gehören nicht nur Tätowier-Künstler, sondern u. a. auch Kunsthistoriker, Juristen und Wissenschaftler.

Der Tätowierkunst e.V. ist „Teil des Council of European Tattoo Associations (CETA), eine Art runder Tisch der Branche auf Europaebene.“[53]

Das Konzept des TK beinhaltet die Etablierung des Tätowierens als Erscheinungsform der bildenden Kunst und die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere mittels Durchführung von Veranstaltungen und Ausstellungen zur deutschen Tätowierkunst und die Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Tätowierkunst. Des Weiteren engagiert sich der Verein im Bezug auf die Anerkennung des Tätowierens als Kunst im gewerbe- und steuerrechtlichen Sinn. Auch die Möglichkeit der Aufnahme von Tätowierkünstlern in die Künstlersozialkasse wird vom TK vorangetrieben.[54] Der TK wird dabei von mehreren Bundestagsabgeordneten, wie z. B. Saskia Ludwig und Helge Lindh unterstützt.[55]

„Ich rege deshalb bei aller gebotenen Abwägung an, den Weg frei zu machen und Tätowierern den Zugang zur Künstlersozialkasse, nach denselben Kriterien wie anderen Künstlern, zu ermöglichen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meiner Anregung entsprechen würden. Aus meiner Sicht könnte ein guter erster Schritt die Aufnahme des Tätowierens in den Katalog der anerkannten künstlerischen Tätigkeiten sein.“

Saskia Ludwig an die KSK am 22. Juni 2021.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2021: Unlocked Art Ausstellung.[56]
  • 2022: Tätowierkünstler Zeichnungen, Vanni Prison, Olli Rose und Jens Gössling.[57][58]

Bekannte Tätowierer (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekannten Tätowierern in Deutschland zählen u. a. Christian Warlich, Karl Finke, Herbert Hoffmann, Horst Streckenbach, Manfred Kohrs und Thomas Grundmann.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Schraner 2019

Der erste niedergelassene Tätowierer in der Schweiz ist Dietmar „Dischy“ Gehrer[59], er eröffnete sein Studio 1974 im Hinterzimmer einer Gaststätte.[60][61] Zu den bekannteren Tätowierern der Schweiz gehört ferner Filip Leu und seine Familie, die „in der Szene als Legenden gelten“[62] sowie Michael „Mick“ Schraner.[63] Der gelernte Theatermaler lebt und arbeitet in einem sehr alten Appenzeller Bauernhaus am Dorfrand von Rehetobel. „Für seine asiatisch inspirierten Drachen und Dämonen reisen Fans aus der ganzen Welt zu ihm ins Appenzellerland.“[64][65][66]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste in Österreich tätige Tätowierer ist Sigi Scheuchl. Er hat nach einer Maschinenschlosser-Lehre im Jahr 1983 in Linz zu tätowieren begonnen.[67][68] Die Grundlagen hatte er bei einem deutschen Tätowierer aus Stuttgart erlernt. „Der erste Tätowierer Österreichs leitet mittlerweile ein Familienunternehmen in Linz. “[69]

Niederlande und Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jef Vertommen, alias Joe Pancho war der erste Tätowierer im Antwerpener Hafen. „Das Nationale Schifffahrtsmuseum ließ vor der Schließung seines Geschäfts im Jahr 1976 eine Fotoreportage machen.“[70]

International (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Burchett, August Bernard Coleman[71] (1884–1973), lebte und arbeitete in Norfolk[72] und war ein Schüler von Charlie Barrs (ca. 1870–1960),[73] Kat Von D, Amund Dietzel, Edward Funk, Bert Grimm, Donald Ed Hardy, Horiyoshi III, Greg Irons, Cliff Raven (1932–2001)[74] Schüler von Phil Sparrow, arbeitete in Chicago und in Hollywood.[75] Samuel O’Reilly, Joseph O’Sullivan, Paul Rogers († 1990) Schüler von August Bernard Coleman,[76] Sailor Jerry, Henk Schiffmacher, Les Skuse, Janet Skuse (1943–2007),[77] Ove Skog, Samuel M. Steward, Lyle Tuttle, David Yurkew und Leo Zulueta.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr.Dietz Archiv Manfred Kohrs.jpg

Heinrich Dietz (Pseudonym Henry Dixon) (* um 1911;[78]22. September 1979) war ein deutscher Mediziner und Tätowierer, der als erster und soweit bekannt, einziger approbierter Arzt ein Tattoo-Studio betrieb.[79] Dietz studierte Medizin und schloss das Studium mit der Promotion zum Dr. med. ab. Im Jahr 1969 beendete Dietz aufgrund eines Rückenleidens seine Laufbahn als Arzt. In der Folgezeit versuchte er sich in den USA als Schriftsteller, blieb jedoch erfolglos und kehrte nach Hamburg zurück. Dort ließ er sich von Herbert Hoffmann tätowieren und fand gefallen an dem Beruf des Tätowierers. Er eröffnete in der Talstraße 24 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eine Tätowierstube und tätowierte bis zu seinem Ableben ca. 2.000 Kunden. Sein bekanntester Kunde war Rocky, der Irokese.[80] Dietz verstarb an einem Herzversagen in seiner Hamburger Wohnung.[81]

Tätowierer in verschiedener Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Body Modification – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Body Modification

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcel Feige: Tattoo-Theo. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2001, ISBN 3-89602-355-1
  • Paul-Henri Campbell: Tattoo & Religion. Die bunten Kathedralen des Selbst. (Interviews) Heidelberg 2019, ISBN 978-3-88423-606-2.
  • Kathlyn Gay, Christine Whittington: Body Marks, Tattooing, Piercing, and Scarification. Twenty-First Century Books, 2002, ISBN 0-7613-2352-X
  • Albert L. Morse: The Tattooists. 1977, ISBN 0-918320-01-1
  • Jon Reiter: These Old Blue Arms. 2010, ISBN 978-0-578-05967-9
  • Samuel M. Steward: Bad Boys and Tough Tattoos. Routledge, London / New York, ISBN 0-918393-76-0
  • Matthias Friedrich: Tätowierungen in Deutschland:eine kultursoziologische Untersuchung, Königshausen & Neumann, 1993, ISBN 3-88479-774-3
  • Margo De Mello: Bodies of Inscription: A Cultural History of the Modern Tattoo Community. Duke University Press Books, 2000, ISBN 0-8223-2467-9
  • Tätowierer: Schlange auf der Stirn. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1951 (online).
  • Manfred Kohrs, Steven Wrigley, Terry Manton, Lal Hardy: Tattoo-Clubs und Vereine – Ein europäischer Rückblick. In: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 12–20.
  • Christa Appel: Tätowierkunst e.V. In: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 21–24.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tätowierer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitsagentur
  2. Urban Slamal: Berufszugangsregelung für Tätowierer? Ein längst überfälliges Vorhaben. In: Legal Tribune Online. 1. Juli 2016, abgerufen am 18. September 2018.
  3. Marta Fröhlich: Koblenzer: Bei Tattoos gibt es viel Murks Hygiene Tätowierer Herry Nentwig ist bis nach Brüssel gezogen, um sich für einheitliche Richtlinien einzusetzen. In: Rhein-Zeitung vom 3. Januar 2015.
  4. U.E.T.A. e. V. - News 2017, Abgerufen am 22. September 2018.
  5. Marcel Feige: Das Tattoo- und Piercing Lexikon. S. 282.
  6. Romy Campe: GAT 2016 – Grüße Aus Tätowierungen in der Willner Brauere. In: KUNSTLEBEN BERLIN. Abgerufen am 29. Oktober 2016.
  7. NaNa Hannover, Nr. 36 -Portrait eines Künstlers- Manfreds Bilder fahren Straßenbahn, 23. Dezember 1982.
  8. Stadtkind Hannovermagazin, Ausgabe Juli 2016, S. 44–49: Nadelstiche. Im Interview:Manfred Kohrs.
  9. Sabrina Ungemach: Tätowierkunst e.V., Im Interview mit Heiko „Dr. Notch“ Gantenberg, in: Tattoo Kulture Magazine 42, Januar/Februar 2021, S. 72–73.
  10. Offizielles Schreiben von Dr. Saskia Ludwig (MdB) an die Künstlersozialkasse vom 22. Juni 2021.
  11. BFH-Urteil vom 23. Juli 1998 (V R 87/97) BStBl. 1998 II S. 641.
  12. Tattoo-Studio–gewerberechtliche Voraussetzungen. (PDF) In: Eine Information der IHK/HWK-Starterzentren Rheinland-Pfalz. Link ist defekt. Abgerufen am 21. August 2016.
  13. Tattoos als Körperkunst. In: Euromaxx - Leben und Kultur in Europa. 12. November 2013, abgerufen am 18. November 2018.
  14. Klaus Wilker: „Marl wird Ort der internationalen Tätowierkunst“ WZ vom 7. Januar 2014, abgerufen am 14. November 2020
  15. Tattoo Kulture Magazine: 20. Januar 2019: Issue No.29: Bretter, die die Welt bedeuten 1. Dezember 2018-16. März 2019 Fort Notch, Marl
  16. Urteil des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 28. Februar 2007
  17. „Natürlich sind Tattoos Kunst“. sueddeutsche.de; abgerufen am 22. Juni 2012
  18. Tätowierer als Künstler anerkannt. In: kulturSpiegel, Februar 2008; abgerufen am 22. Juni 2012
  19. Verordnung über Gegenstände für den Humankontakt, abgerufen am 16. August 2016
  20. Stefan Wüthrich:Viele Hinterhof-Tätowierer ignorieren Meldepflicht SRF vom 26. Februar 2018.
  21. BGBl. II Nr. 141/2003
  22. Vorschriften für den Meisterbrief in: Tätowieren (schwedisch) Sveriges Hantverksråd
  23. Vorschriften für den Gesellenbrief in: Tätowieren (schwedisch) Sveriges Hantverksråd
  24. Manfred Kohrs: Ove Skog „Doc Forest“ Schwedens Tattoo-Pionier. In: Tattoo Kulture Magazine Juni/Juli 2021 | No. 45, S. 14–25.
  25. Manuel Chillagano: Japans Tätowierer: Kampf um die Körperkunst. In: Spiegel Online. 11. Mai 2016, abgerufen am 19. August 2016.
  26. Unbedenklichkeitsnachweis für die Republik Österreich (Memento vom 11. September 2016 im Internet Archive) (PDF; 411 kB)
  27. tattoo-bewertung.de
  28. Friederike Milbradt: Deutschlandkarte Tattoo-Studios. In: ZEITmagazin, Nr. 46/2015
  29. Susanne Klement: Viele Tätowierer arbeiten illegal. Bereits ein Viertel der 16- bis 30-Jährigen trägt Tattoos – Die gesellschaftliche Akzeptanz steigt. In: kurier.at. 30. Juli 2017, abgerufen am 29. Mai 2021.
  30. Monica Müller: Tattoos ohne Grenzen – jeder darf mal. In: migrosmagazin.ch. 27. April 2015, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  31. Sebastian Balzter: Edding wird zum Tätowierer FAZ vom -Aktualisiert am 9. November 2019. Abgerufen am 18. November 2020.
  32. Wie bitte? Firma „Edding“ eröffnet Tattoo-Studio in Hamburg Hamburger Morgenpost vom 19. August 2020. Abgerufen am 18. November 2020.
  33. Sabrina Ungemach: Edding und die Tattoo Branche. In: Tattoo Kulture Magazine. No. 40, September/Oktober 2020, S. 58.
  34. Stadtkind Hannovermagazin, Ausgabe Juli 2016, S. 47.
  35. NaNa – Hannoversche Wochenschau, Nr. 36, 23. Dezember 1982.
  36. Offenbach-Post, Nr. 180, 1984, Jugendseite
  37. tattoo-bewertungen (Memento des Originals vom 7. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tattoo-bewertung.de (abgerufen am 5. März 2011)
  38. dot-ev.de, abgerufen am 16. August 2016
  39. Bundesverband Tattoo e.V., abgerufen am 15. April 2022
  40. swiss.tattoo, abgerufen am 16. August 2016
  41. ÖTPV Offizieller Internetauftritt
  42. Offizieller Internetauftritt der United European Tattoo Artists
  43. Deutsche organisierte Tätowierer. In: Tattoo Spirit. 19. April 2014, abgerufen am 18. September 2018.
  44. Manfred Kohrs, Steven Wrigley, Terry Manton, Lal Hardy: Tattoo-Clubs und Vereine - Ein europäischer Rückblick. In: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 12–20.
  45. Christa Appel: Tätowierkunst e.V. In: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 21–24.
  46. Maria Conlan: Wenn Kunst unter die Haut geht Westfälische Nachrichten vom 29. März 2022. Abgerufen am 2. April 2022.
  47. Stadtkind Hannovermagazin, Ausgabe Juli 2016, S. 47.
  48. NaNa – Hannoversche Wochenschau, Nr. 36, 23. Dezember 1982.
  49. Offenbach-Post, Nr. 180, 1984, Jugendseite
  50. Eingetragen beim Amtsgericht Hannover, VR 120 208.
  51. Christa Appel: Tätowierkunst e.V. In: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 23.
  52. Sabrina Ungemach: Tätowierkunst e.V., Im Interview mit Heiko „Dr. Notch“ Gantenberg, in: Tattoo Kulture Magazine 42, Januar/Februar 2021, S. 72–73.
  53. Pjer Biederstädt: Wehrhaft gegen Tattoofarben-Verbot. In: Westfälische Nachrichten vom 28. Januar 2022.
  54. Patrick Kitzel: Heiko Gantenberg rallies the troops and introduces Tätowierkunst e.V.! In: Tattoo Today, Issue #6, Spring 2021, S. 4. (englisch)
  55. Schreiben an die KSK. Saskia Ludwig, MdB
  56. Retrospektive zur Gruppenausstellung "Unlocked Art" des Tätowierkunst e.V. in der Galerie 1Null7.
  57. Maria Conlan: Wenn Kunst unter die Haut geht Westfälische Nachrichten vom 29. März 2022. Abgerufen am 2. April 2022.
  58. Lilian Brys: Gelsenkirchener Galerie stellt Taetowierkunstausstellung vor in Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26. August 2021. Abgerufen am 23. April 2022.
  59. Manfred Kohrs: Streckenbach, Mentor der Tattoo-Jugend, in: Tattoo Kulture Magazine 34, Heft 5, September/Oktober 2019, S. 26–32.
  60. «Karussell». SRF, 4. September 1978
  61. Mit zwölf einen Kollegen tätowiert. In: Tagblatt, 8. Oktober 2014:
  62. Bettina Bestgen: Filip Leu: Exklusives Portrait des weltbekannten Tätowierers in: SRF vom 5. Januar 2017.
  63. Sarah Christen: Tattoolegende Mick: «Eine Legende ist man, wenn man tot ist!» SRF vom 20. Februar 2019.
  64. Melissa Müller: Der Rolls-Royce unter den Tattoos, in: Tagblatt vom 4. Februar 2019
  65. inked: Tattoo-Legende Mick: «Eine Legende ist man, wenn man tot ist!» SRF vom 19. Februar 2019.
  66. Oliver Steinkrüger: Mick Tattoo Switzerland In: Tattooing Über Alles vom 6. Dezember 2018.
  67. Barbara Eidenberger: Stich für Stich für immer in: Österreich vom 28. Mai 2016
  68. Redaktion: Patricia Brock: Tattoo Künstler – Zu Besuch beim ersten Tätowierer Österreichs in: lt1.at vom 23. September 2016
  69. Daniela Ullrich: Dieser Beruf geht unter die Haut OÖNachrichten vom 14. Februar 2019.
  70. Alle Mann an Deck Museum MAS 2021, abgerufen am 5. Februar 2022
  71. Tattoo portraits: August “Cap” Coleman tattoolife.com
  72. Albert L. Morse: The Tattoists. 1st Edition. 1977, ISBN 0-918320-01-1, S. 16/17
  73. Albert L. Morse: The Tattoists. 1st Edition. 1977, ISBN 0-918320-01-1, S. 20
  74. Micco Caporale: Chicago’s gay grandaddy of tattooing chicagoreader.com vom 24. Juni 2020, abgerufen am 27. November 2020.
  75. Albert L. Morse: The Tattoists. 1st Edition. 1977, ISBN 0-918320-01-1, S. 44
  76. Albert L. Morse: The Tattoists. 1st Edition. 1977, ISBN 0-918320-01-1, S. 20
  77. Tattooed Army Girl Gets Show Offers. In: Daily Mail, 14. März 1964
  78. Die Hamburger Morgenpost vom 21. April 1979 schreibt „… schilderte der 67jährige.“
  79. Christian Stiebling, Michael Pentzien: Kunstwerke auf blanker Haut - von einem echten Dr. med. … In: Hamburger Morgenpost, 16. September 1978, S. 5.
  80. Der Irokese war sein Meisterwerk. In: Hamburger Abendblatt, 23. April 1979.
  81. Dr. Dietz, der Tätowierer von St. Pauli, starb im Bett. In: BILD, 21. April 1979, Hamburger Ausgabe Nr. 93/16.
  82. Tätowierer: Schlange auf der Stirn. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1951 (online).