ownCloud

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ownCloud (Webanwendung)

Logo
Bildschirmfoto des browserbasierten Dateimanagers in ownCloud 7
Screenshot der Bedienoberfläche
Basisdaten

Entwickler ownCloud[1] Community
Aktuelle Version 10.11.0[2][3]
(20. September 2022)
Betriebssystem Linux (vor 8.0 auch Windows[4])
Programmiersprache PHP, JavaScript[5], Go[6]
Kategorie Cloud Computing
Lizenz AGPLv3; eigene Lizenz (nur Enterprise Edition)[1]
deutschsprachig ja
www.owncloud.com

ownCloud ist eine freie Software für den Einsatz in Unternehmen, die das Speichern und Verteilen von Daten (Filehosting) auf eigenen Servern und Endgeräten organisiert. Clients werden dabei automatisch synchronisiert, so dass auch weltweit verteilte Anwender stets mit einem konsistenten Datenbestand arbeiten können. Dokumente lassen sich über eine Weboberfläche, aber auch mit lokal installierten Anwendungsprogrammen oder von Smartphones aus gemeinsam und gleichzeitig bearbeiten, auch über Firmengrenzen hinweg und in föderierten Netzen. Mit der Open-Source-Architektur will ownCloud Datenschutz, Sicherheit und Skalierbarkeit auch in einer Cloud-Lösung für Anwender stets nachvollziehbar machen.

Bis Version 10 greift das Projekt mit PHP-Scripten auf eine auf dem Server installierte SQLite-, MySQL- oder PostgreSQL-Datenbank zu. Ab dem angekündigten Nachfolger "Infinite Scale" kommt im Backend Googles Programmiersprache Go zum Einsatz, die mit Microservices und cloud-native-Technologien zahlreiche Limitationen des in manchen Szenarien nicht mehr ausreichenden LAMP-Ansatzes überwinden soll.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma ownCloud mit Sitz in Nürnberg bietet Support und Services und fokussiert sich auf den Enterprise-Einsatz von ownCloud. Das ownCloud-Projekt wurde 2010 ins Leben gerufen, das dazugehörige Unternehmen 2011 gegründet. 2016 verließ einer der Gründer die Firma und gründete den Fork Nextcloud. Die ownCloud GmbH gewann einen neuen Investor und CEO, die Firma wurde neu organisiert, neue Mitarbeiter, Kunden und Partner[8] wurden gewonnen. die Assets der ehemals in den USA beheimateten ownCloud Inc. wurden übernommen.[9]

2017 konnte ownCloud seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 % steigern[10] und gewann im Oktober 2018 zum dritten Mal den ersten Platz bei den „Storage-Insider Readers’ Choice Awards“ für Enterprise-Filesharing.[11] 2018 brachte ownCloud ein eigenes SaaS-Angebot für kleine und mittlere Unternehmen sowie Vereine an den Markt. Das Angebot soll eine sichere und DSGVO-konforme Kollaborations-Lösung für Organisationen ohne eigene IT-Abteilung ermöglichen.[12]

Im März 2019 startete ownCloud in Kooperation mit dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern die BayernBox, eine ownCloud-basierte Kollaborations-Lösung für die bayerischen Kommunen. Dafür wurde für jede der über 2000 bayerischen Kommunen automatisiert eine ownCloud-Instanz eingerichtet.[13]

„Infinite-Scale“-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2021 kündigte[14] ownCloud eine grundlegend neue Softwarearchitektur für den ownCloud-Server an. „ownCloud Infinite Scale“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Kernforschungszentrum CERN entwickelt. Die Beta-Version wurde im Mai 2022 veröffentlicht[15], die finale Version soll noch 2022 erscheinen.

Sync-Clients[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ownCloud-Desktop-Clients gibt es für macOS, Windows, Linux, BSD und andere unixoide Betriebssysteme.[16] Für die großen Linux-Distributionen gibt es fertige DEB-/RPM-Pakete.[17] openSUSE war in Version 12.1 das erste Betriebssystem, das ownCloud offiziell unterstützte.[18]

Es existieren ebenfalls Apps für die mobilen Betriebssysteme Android, iOS, Windows 10 mobile,[19] Fire OS[20] und Sailfish OS.[21] Diese sind auch als Open Source verfügbar.

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ownCloud unterstützt folgende Funktionen:[22]

  • Dateiablage in herkömmlichen Verzeichnisstrukturen (auch über WebDAV)
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Passwort-Richtlinien
  • Brute-Force-Schutz
  • Einbindung von externen Speichern, zum Beispiel FTP, Dropbox, Amazon S3, WebDAV
  • Verschlüsselung der Daten auf dem Server sowie eine verschlüsselte Übertragung per SSL/TLS
  • anonymes Hochladen (kein Benutzerkonto erforderlich)
  • Synchronisation durch Desktop-Clients
  • Teilen von Dateien und Ordnern mit anderen Benutzern, Gruppen oder über öffentliche URLs
  • Kalender (auch als CalDAV)
  • Integration von Collabora Online, einer auf LibreOffice basierenden Online-Office-Applikation
  • Integration von OnlyOffice
  • Aufgabenplaner (To-Do-Listen)
  • Adressbuch (auch als CardDAV)
  • Musikwiedergabe
  • Fotogalerie
  • Betrachter für PDF- und Microsoft-Office-Dateien
  • Lesezeichenverwaltung
  • Benutzer-, Gruppen- und Rechteverwaltung (erweiterbar, zum Beispiel zur Authentifizierung mit LDAP)
  • Authentifizierung mit OAuth2[23]
  • Anpassen des Erscheinungsbilds (Theming)
  • virtuelles Dateisystem
  • MSI-Pakete für erleichterte Installation auf Windows
  • Gast-Accounts
  • Ad-hoc-Gruppen
  • Speicherverschlüsselung mit HSM
  • Integritätsprüfung beim Dateitransfer

Da die Software modular aufgebaut ist, lässt sie sich durch ein Plugin-System um beliebige Funktionalitäten erweitern.[24] Über eine vom Hersteller betriebene Plattform können Entwickler ihre Erweiterungen anderen Benutzern zur Installation anbieten.[25] Diese Plattform kommuniziert mit den ownCloud-Instanzen über ein offenes Protokoll.

Mit Hilfe der Erweiterungen können unter anderem folgende Funktionalitäten hinzugefügt werden:

Enterprise Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ownCloud GmbH bietet eine Enterprise Edition[26] mit erweiterter Funktionalität und professionellem Support für den Einsatz in Unternehmen an (ab 25 User).

Im Funktionsumfang enthalten sind u. a. Branding, Windows-Network-Drive- und Sharepoint-Integration, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Schutz vor Ransomware und anderen Viren, Klassifizierung von Dokumenten, SAML / Single Sign-on, Outlook-Plug-in, Integration von Microsofts Office Online Server (Collaborative Editing) (mit Link), Auditing und Workflows.

Server-Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Version Veröffentlichung Anmerkungen
Aktuelle Version: 10.11.0 20. September 2022[27]
  • Neue minor Release, Bugfixes und zahlreiche neue Features, inkl. Berechtigungen für geteilte Links, Teilen mit mehreren Usern, Einladungen
Ältere Version; noch unterstützt: 10.10.0 16. Mai 2022[28]
  • Zahlreiche Bugfixes, Verbesserungen rund um Migration, Sitzungsmanagement und rund um Storages.
Ältere Version; noch unterstützt: 10.9.1 13. Januar 2022[29]
  • Bugfix Release (verschlüsselte Dateien, falsche Besitzrechte bei Shares, Autorenschaft mit falscher UiD)
Ältere Version; noch unterstützt: 10.9.0 23. Dezember 2021[30]
  • Schnellere Synchronisation bei Initialisierung
  • Mehr Kontrolle und Details bei File Locks, Versionskontrolle und öffentlich geteilten Dateien
Ältere Version; noch unterstützt: 10.8.0 21. Juli 2021[31]
  • neue Web-Oberfläche ist nun Teil des Pakets
  • neue Login-Oberfläche
  • verbessertes Caching für externe Speicher wie Windows Network Drives
Ältere Version; noch unterstützt: 10.7.0 30. März 2021[32]
  • Effizientere Speicherverwendung beim Verschlüsseln
  • Öffnen-mit-Dialog in der Weboberfläche
  • vereinfachte Oberfläche zum Taggen von Dateien und Ordnern in der Weboberfläche
  • Vorbereitungen für Workstream-Integrationen
Ältere Version; noch unterstützt: 10.6.0 4. Januar 2021[33]
  • Neues Frontend (vue.js)
  • Verbesserungen beim Teilen über mehrere Server (Federation), u. a. automatischer Ablauf auch für Daten auf Fremdserver
  • Verbesserungen bei der Einbindung externer Identity Provider (z. B. Kopano Konnect, Ping Federate)
  • Weitere Apps gebündelt (OpenID Connect App, the File Lifecycle Management App, Graph API)
  • „Brücken-Modus“ zur Vorbereitung auf die Migration auf das nächste Major Release OCIS (ownCloud Infinite Scale)
Ältere Version; noch unterstützt: 10.5.0 3. August 2020[34] Unter anderem gab es folgende neue Features und Verbesserungen:[35]
  • Offizielle Unterstützung für PHP 7.4
  • manuelles File Locking in der Web-Oberfläche
  • Verbesserter Hintergrundprozess für Metadaten föderierter Freigaben
Ältere Version; noch unterstützt: 10.3.2 4. Dezember 2019[34]
Ältere Version; noch unterstützt: 10.4.0 5. März 2020[34]
Ältere Version; noch unterstützt: 10.3.0 15. Oktober 2019[34] Unter anderem gab es folgende neue Features und Verbesserungen:[36]
  • Offizielle Unterstützung für PHP 7.3
  • Neuer Media-Player
  • Verbesserte Unterstützung für OAuth2-sessions
Ältere Version; noch unterstützt: 10.2.1 3. Juli 2019[34]
Ältere Version; noch unterstützt: 10.2.0 16. Mai 2019[34] Unter anderem gab es folgende neue Features und Verbesserungen:[37]
  • SecureView
  • Verbesserte öffentliche Links
  • Speicherverschlüsselung mit HSMs
Ältere Version; noch unterstützt: 10.1.0 7. Februar 2019[34] Unter anderem gab es folgende neue Features und Verbesserungen:[38]
  • Integration für Microsoft Office Online Server
  • File Locking
  • Semantische Versionierung
  • Erfüllung von openCloudMesh 1.0
Ältere Version; noch unterstützt: 10.0.10 18. September 2018[39] Unter anderem gab es folgende neue Features und Verbesserungen:[40]
  • Offizielle Unterstützung für PHP 7.2
  • HTTP-API für Suche
  • Chunking für große Dateien aus der Weboberfläche
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung[41]
  • Einladungs-Mails für neue Nutzer
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Offizielle Website des Unternehmens. ownCloud Inc., abgerufen am 2. Februar 2022.
  2. doc.owncloud.com.
  3. 20. September 2022.
  4. Changes in 8.0. Abgerufen am 2. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  5. The owncloud Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 18. Juli 2018).
  6. owncloud.com.
  7. Martin Gerhard Loschwitz: ownCloud Infinite Scale: Go statt PHP, Microservices statt LAMP. 19. Januar 2011, abgerufen am 17. Februar 2022.
  8. ownCloud mit Community- und Enterprise-Lösung unbeirrt auf Erfolgskurs – ownCloud. In: ownCloud. 13. Oktober 2016 (owncloud.com [abgerufen am 21. Oktober 2016]).
  9. Martin Schindler: Millionen-Finanzierung: ownCloud ist wieder da. In: silicon.de. 14. Juli 2016, abgerufen am 14. September 2016.
  10. ownCloud verzeichnet Rekordergebnis in 2017. (owncloud.com [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  11. Titel erneut verteidigt: ownCloud gewinnt Platin bei den IT-Awards. (owncloud.com).
  12. Owncloud.Online: Schlüsselfertiges und sicheres Filesharing. 18. Oktober 2018, abgerufen am 4. Juni 2019.
  13. Owncloud: Datenaustauschplattform Bayernbox für Kommunen. 26. März 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  14. ownCloud releases tech preview on new, innovative platform. In: ownCloud. 19. Januar 2021, abgerufen am 19. Januar 2021 (amerikanisches Englisch).
  15. Press Release: ownCloud launches Infinite Scale beta phase. 10. Mai 2022, abgerufen am 4. August 2022 (amerikanisches Englisch).
  16. ownCloud Desktop Client. ownCloud, abgerufen am 16. April 2015 (englisch).
  17. owncloud-complete-files from isv:ownCloud:server:10 project. In: openSUSE Repos und Binary Packages. Abgerufen am 17. Juli 2012.
  18. ownCloud in openSUSE. In: openSUSE Support Database. Abgerufen am 17. Juli 2012.
  19. ownCloud kaufen – Microsoft Store Deutschland. Abgerufen am 15. Juni 2017.
  20. Mobile Apps für Android und iOS. ownCloud, abgerufen am 16. April 2015.
  21. Summary of OwnCloud Integration. Jolla Community, abgerufen am 14. Januar 2016.
  22. All Features. ownCloud, abgerufen am 2. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  23. ownCloud: Introducing OAuth2 Secure Authorization Flow. In: ownCloud. 25. Oktober 2017, abgerufen am 2. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  24. OwnCloud: Open-Source-Dropbox-Alternative auf eigenem Server. In: t3n. 16. Juli 2012, abgerufen am 17. Juli 2012.
  25. marketplace.owncloud.com/
  26. Find the right ownCloud Edition. Abgerufen am 2. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  27. Changelog for ownCloud Core. 20. September 2022, abgerufen am 20. September 2022 (amerikanisches Englisch).
  28. Changelog for ownCloud core 10.10.0. 16. Mai 2022, abgerufen am 14. Juni 2022 (amerikanisches Englisch).
  29. Changelog for ownCloud core 10.9.1. 22. Januar 2022, abgerufen am 1. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  30. Syncing Faster: ownCloud Server 10.9 released. 23. Dezember 2021, abgerufen am 27. Dezember 2021 (amerikanisches Englisch).
  31. New release! ownCloud Server 10.8 is here. 21. Juli 2021, abgerufen am 23. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  32. 10.7 brings integration groundwork and interface improvements. 30. März 2021, abgerufen am 20. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  33. Server 10.6.0 Release. 4. Januar 2021, abgerufen am 17. Januar 2021 (amerikanisches Englisch).
  34. a b c d e f g Changelog. (Nicht mehr online verfügbar.) In: ownCloud.org. Archiviert vom Original; abgerufen am 2. Februar 2022 (englisch).
  35. ownCloud 10.5 brings unified delivery and file locking ownCloud.com. In: owncloud.com. Abgerufen am 17. August 2020.
  36. ownCloud Server 10.3 – It’s all about performance | ownCloud.org. In: owncloud.org. Abgerufen am 2. Februar 2022.
  37. ownCloud Server 10.2 Release – Power to the Users | ownCloud.com. In: owncloud.org. Abgerufen am 2. Februar 2022.
  38. ownCloud Server 10.1.0 Release | ownCloud.com. In: owncloud.org. Abgerufen am 2. Februar 2022.
  39. ownCloud Server 10.0.10 Release | ownCloud.com. In: owncloud.org. Abgerufen am 2. Februar 2022.
  40. ownCloud Server 10.0.10 Release | ownCloud.com. In: owncloud.org. Abgerufen am 2. Februar 2022.
  41. Marketplace. Abgerufen am 8. Februar 2018.