Péter Horváth (Betriebswirt)

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Horváth Péter Farbe 72.jpg

Péter Horváth (* 3. Februar 1937 in Sopron, Ungarn) ist ein Controlling-Experte, Unternehmensberater und Emeritus des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL) und Controlling an der Universität Stuttgart. Er gilt als Mitbegründer der betriebswirtschaftlichen Wissenschaftsdisziplin Controlling. Sein Buch Controlling (2015: 13. Auflage) gilt als Standardlehrbuch für diese Wissenschaftsdisziplin. Horváth ist außerdem Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Managementberatungsgesellschaft Horváth & Partners. Er baute 1973 den ersten Lehrstuhl für Controlling in Deutschland am Institut für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität Darmstadt auf.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Péter Horváth studierte von 1957 bis 1961 Maschinenbau an der RWTH Aachen und arbeitete danach bis 1963 bei der Siemens AG in München. Von 1963 bis 1965 studierte er Wirtschaftsingenieurwesen an der TU München, wo er im Jahr 1969 auch promovierte und sich 1973 habilitierte.

An der TU Darmstadt baute er 1973 den ersten Lehrstuhl für Controlling in Deutschland am Institut für Betriebswirtschaftslehre auf.[2] 1981 wechselte Horváth an die Universität Stuttgart und war bis zu seiner Emeritierung im März 2005 dort Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling. Er führt seine Forschungstätigkeit als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des 2003 in Stuttgart von ihm gegründeten International Performance Research Institute (gGmbH) fort.

Auslandserfahrungen sammelte Horváth zwischen 1983 und 1993 als Gastprofessor in New York, Wien, São Paulo und Shanghai. Im Jahr 2006 wurde er von der Corvinus-Universität Budapest und der European Business School in Oestrich-Winkel zum Ehrendoktor ernannt.[3] 2011 verlieh ihm die Westungarische Universität in seiner Geburtsstadt Sopron ebenfalls einen Ehrendoktor-Titel.[4] 2014 wurde Horváth von der Universität Tartu in Estland die Ehrendoktorwürde verliehen.[5] Seit 2014 ist Horvath Ehrensenator der Universität Ulm.[6]

Im Jahr 1989 war Horváth einer der Gründer der Fachzeitschrift Controlling. Er ist Autor von Lehrbüchern vor allem des Themengebiets Controlling. Sein Buch Controlling gilt als Standardlehrbuch und liegt mittlerweile in der 13. Auflage vor, die erste Auflage erschien 1979.

Er war Mitgründer (1981), von 1989 bis 2001 Geschäftsführer und von 2001 bis 2014 Aufsichtsratsvorsitzender der Managementberatungsgesellschaft Horváth & Partners. Heute fungiert er als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von deren Holding-Gesellschaft Horváth AG.

Péter Horváth führte unter anderem die Balanced Scorecard, die Prozesskostenrechnung und das Target Costing in Deutschland ein und entwickelte diese Verfahren – insbesondere durch Anpassung auf die deutschen Gegebenheiten im Controlling – weiter. Bis zu seiner Emeritierung 2005 galt der Stuttgarter Lehrstuhl von Horváth als ein führender Controlling-Lehrstuhl in Deutschland in Bezug auf die betriebswirtschaftliche Forschung und durch die enge Zusammenarbeit mit der Praxis auch hinsichtlich der anwendungsorientierten Methodenlehre. Sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl Controlling der Universität Stuttgart ist Burkhard Pedell (Habilitand von Hans-Ulrich Küpper an der LMU München).

Neben Tätigkeiten in Forschung/Lehre, Beratung und Mandaten in verschiedenen Gremien in der Wirtschaft engagiert sich Horváth auch außeruniversitär für die Aus- und Weiterbildung von Controllern, wie z. B. durch das Stuttgarter Controller Forum, das 2016 zum 30. Mal stattfindet[7].

Seine Péter Horváth-Stiftung (2001) vergibt seit 2009 den mit 25.000 Euro dotierten Péter Horváth-Controllingpreis „für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur praxisorientierten Betriebswirtschaftslehre auf dem Gebiet des Controllings“[8]. Seit 2011 vergibt die Stiftung auch einen mit 10.000 Euro dotierten Preis an Unternehmen mit vorbildlichen "Green Controlling"-Lösungen. 2013 wurde die Péter Horvath-Stiftungsprofessur für betriebswirtschaftliches Informationsmanagement an der Universität Ulm eingerichtet, die derzeit Mathias Klier leitet.[9]

Des Weiteren setzt sich Horváth als Stiftungsvorstand für die Förderung der zeitgenössischen und der modernen bildenden Kunst sowie im Bereich der Völkerverständigung für die Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn ein. Er hat 2006 die Auszeichnung "Pro Cultura Hungarica" sowie 2014 das ungarische Verdienstkreuz erhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alumni-Persönlichkeiten abgerufen am 1. Dezember 2014
  2. Vgl. Christoph Binder / Utz Schäffer, Controllinglehrstühle und ihre Inhaber – ein Überblick, S. 16, in: Jürgen Weber (Hrsg.): Internationalisierung des Controlling: Standortbestimmung und Optionen, Seiten 16–27.
  3. Lebenslauf Péter Horváth, abgerufen am 31. Juli 2013
  4. IPRI-Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth erhält Ehrendoktorwürde, abgerufen am 31. Juli 2013
  5. [1], abgerufen am 1. Dezember 2014
  6. Pressemitteilung - Universität Ulm. In: www.uni-ulm.de. Abgerufen am 18. April 2016.
  7. Konferenz. In: Horváth & Partners Management Consultants. Abgerufen am 18. April 2016.
  8. Péter Horváth-Controllingpreis 2013 ausgeschrieben beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de); abgerufen am 5. April 2013
  9. News Details - Universität Ulm. In: www.uni-ulm.de. Abgerufen am 18. April 2016.