Oestrich-Winkel

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Wappen Deutschlandkarte
Oestrich-Winkel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oestrich-Winkel hervorgehoben

Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 84 m ü. NHN
Fläche: 59,51 km2
Einwohner: 11.723 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65375
Vorwahl: 06723
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 012
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paul-Gerhardt-Weg 1
65375 Oestrich-Winkel
Website: www.oestrich-winkel.de
Bürgermeister: Kay Tenge (parteilos)
Lage der Stadt Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau)Rüdesheim am RheinGeisenheimOestrich-WinkelKiedrichEltville am RheinWallufSchlangenbadBad SchwalbachHeidenrodAarbergenHohenstein (Untertaunus)TaunussteinHünstettenIdsteinNiedernhausenWaldemsRheinland-PfalzWiesbadenLandkreis Limburg-WeilburgMain-Taunus-KreisHochtaunuskreisLandkreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Oestrich-Winkel ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Der Sitz der Stadtverwaltung liegt im Stadtteil Oestrich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am rechten Ufer des Rheins knapp 20 km westlich von Wiesbaden. Mit der rheinland-pfälzischen Stadt Ingelheim am gegenüberliegenden Ufer ist sie durch eine Fähre verbunden.

Der Schnittpunkt des 50. nördlichen Breitengrades mit dem 8. östlichen Längengrad liegt im Stadtteil Winkel.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Ortes.
Im Vordergrund der Ortsteil Winkel, links oben Oestrich und auf der gegenüberliegenden Rheinseite Frei-Weinheim

Das Stadtgebiet von Oestrich-Winkel besteht aus den Stadtteilen Hallgarten, Mittelheim, Oestrich und Winkel.

Winkel, das damit baulich verbundene Mittelheim und Oestrich liegen in West-Ost-Richtung direkt am Rhein, Hallgarten etwa 2 km nördlich.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet umfasst eine Gesamtfläche von 5953 Hektar, davon entfallen auf:[2]

Gebäude- und Freifläche 233 ha
Verkehrsfläche 229 ha
Landwirtschaftliche Fläche 176 ha
Rebfläche 1019 ha
Waldfläche 3949 ha
Wasserfläche 243 ha
Fläche anderer Nutzung 104 ha

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oestrich-Winkel grenzt im Westen an Geisenheim, im Norden an Lorch, Welterod (Rhein-Lahn-Kreis), Heidenrod und Schlangenbad und im Osten an Eltville am Rhein. Im Süden, jenseits des Rheins, liegt die Stadt Ingelheim am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das rund 12.000 Einwohner zählende Oestrich-Winkel entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1972 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mittelheim, Oestrich und Winkel.[3] Gleichzeitig wurde der neuen Gemeinde durch die Landesregierung das Recht verliehen, sich Stadt zu nennen.[4] Der Doppelname hatte schon vor der Stadtgründung eine lange Tradition als Name der einzigen Bahnstation im Stadtgebiet. Zum ersten Bürgermeister der Stadt wurde der letzte Bürgermeister von Winkel, Klaus Frietsch, gewählt, der nachmalige Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Hallgarten kraft Landesgesetz eingegliedert.[5][4] Seit 2016 gibt es für alle Stadtteile einen Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oestrich-Winkel 11717 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1890 Einwohner unter 18 Jahren, 4650 zwischen 18 und 49, 2427 zwischen 50 und 64 und 2481 Einwohner waren älter.[7] Unter den Einwohnern waren 776 (6,6 %) Ausländer, von denen 304 aus dem EU-Ausland, 333 aus anderen Europäischen Ländern und 136 aus anderen Staaten kamen.[8] Von den deutschen Einwohnern hatten 8,4 % einen Migrationshintergrund.[9] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 12,2 %.[10]) Die Einwohner lebten in 5295 Haushalten. Davon waren 1863 Singlehaushalte, 1539 Paare ohne Kinder und 1479 Paare mit Kindern, sowie 333 Alleinerziehende und 78 Wohngemeinschaften. In 1230 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 3495 Haushaltungen leben keine Senioren.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oestrich-Winkel: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2020
Jahr  Einwohner
1970
  
8.988
1973
  
10.868
1975
  
10.837
1980
  
11.020
1985
  
10.773
1990
  
11.428
1995
  
11.927
2000
  
12.014
2005
  
11.877
2010
  
11.717
2011
  
11.451
2015
  
11.632
2020
  
11.873
Quelle(n): LAGIS[11]; Hessisches Statistisches Informationssystem[10]; Zensus 2011[8]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder der vier Stadtteile von Oestrich-Winkel hat eine eigene katholische Kirche, die zur Großpfarrei St. Peter und Paul Rheingau gehören. Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,[12] die 1891 gegründet wurde und zu der auch der Eltviller Stadtteil Hattenheim gehört.

In Oestrich gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Mittelheim eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[13]

Vom 19. Jahrhundert bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus eine Jüdische Gemeinde in Oestrich.[14] Der Jüdische Friedhof von Oestrich gilt als ältester erhaltener jüdischer Friedhof im Rheingau. Im August 2013 wurden zum Gedenken der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus die ersten Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.[15]

Konfessionsstatistik

• 1987: 1836 evangelische (= 16,9 %), 8015 katholische (= 73,8 %), 1009 sonstige (= 9,3 %) Einwohner[16]
• 2011: 2170 evangelische (= 19,0 %), 6350 katholische (= 55,5 %), 2930 sonstige (= 25,5 %) Einwohner[16]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[18][19][20][21]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,1 11 44,6 14 37,9 14 43,4 16 47,9 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,8 11 30,7 9 29,7 11 29,6 11 31,1 11
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,4 6 14,9 5 25,4 9 19,1 7 10,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 10,6 3 9,8 3 7,0 3 7,9 3 4,3 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,0 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 60,2 55,5 52,8 51,5 60,2
Bürgerzentrum und Rathaus der Stadt Oestrich-Winkel, erbaut im Jahr 2005

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Oestrich-Winkel neben dem Bürgermeister der hauptamtliche Erste Stadtrat[22] sowie acht weitere ehrenamtliche Stadträte angehören.[23] Bürgermeister ist seit 1. September 2019 Kay Tenge (parteilos, Wahlvorschlag der CDU). Er wurde am 26. Mai 2019 bei einer Wahlbeteiligung von 67,4 Prozent mit 58,2 Prozent der Stimmen gewählt.[24][25] Sein Vorgänger Michael Heil hatte nicht mehr zur Wiederwahl kandidiert.

Bisherige Bürgermeister
  • 2019–2025 Kay Tenge
  • 2013–2019 Michael Heil (CDU)
  • 1995–2013 Paul Weimann (CDU)
  • 1989–1995 Heinz-Dieter Mielke (SPD)
  • 1972–1989 Klaus Frietsch (SPD)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Oestrich-Winkel unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum ungarischen Tokaj, zum französischen Denicé und zum 2./ Fernmeldebataillon 283 in Lahnstein.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Oestrich-Winkel Das Stadtwappen von Oestrich-Winkel zeigt ein gespiegeltes silbernes „Z“, beiderseits von einem goldenen Stern begleitet. Das „Z“ stellt eine Wolfsangel bzw. einen Doppelhaken dar und wurde offenbar bei der Abwehr von Wölfen in früheren Zeiten verwendet. Das Wappen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es war vor der Stadtgründung seit 1965 Gemeindewappen des heutigen Stadtteils Mittelheim.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Januar 1988 ist der Stadt Oestrich-Winkel die nachstehend beschriebene Flagge verliehen worden: „Die Flagge der Stadt Oestrich-Winkel zeigt zwischen schmalen blauen, mit einem weißen Faden belegten Randstreifen auf breiter weißer Mittelbahn in der oberen Hälfte das aufgelegte Stadtwappen.“[26]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberge in Oestrich-Winkel mit Blick auf die Hallgarter Zange

Weinkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oestrich-Winkel ist geprägt vom Weinbau. Folgende Lagen werden bewirtschaftet:

  • Oestrich: Lenchen – Doosberg – Klosterberg – Pfaffenberg
  • Mittelheim: Edelmann – St. Nikolaus – Goldberg
  • Winkel: Dachsberg – Hasensprung – Gutenberg – Jesuitengarten – Bienengarten – Schloss Vollrads
  • Hallgarten: Jungfer – Würzgarten – Schönhell – Hendelberg – Mehrhölzchen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

der Wohnturm von Schloss Vollrads

Der Oestricher Kran, ein Wahrzeichen des Stadtteils Oestrich, ist ein ehemaliger Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert zum Be- und Entladen von Schiffen. 1745 fertiggestellt arbeitete er bis 1926. Im Inneren des Kranes befinden sich zwei Tret- oder Laufräder, in denen je zwei Männer durch ihre Körpermasse eine Seilwinde in Bewegung setzten, um damit die Schiffladung zu heben.

Die Oestricher Pfarrkirche St. Martin und die St.-Aegidius-Basilika in Mittelheim gelten als die ältesten Kirchen des Rheingaus. In der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Hallgarten ist die berühmte Hallgartener Madonna aus dem frühen 15. Jahrhundert zu besichtigen. Auch die moderne Evangelische Kirche Mittelheim aus dem Jahr 1956 steht unter Denkmalschutz.

An der nordöstlichen Gemeindegrenze nahe Hattenheim liegt Schloss Reichartshausen (gegründet im 12. Jahrhundert) mit seinen um 1900 als künstliche Ruine verkleideten Wirtschaftsgebäuden; es beherbergt heute die EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

In Winkel steht das älteste erhaltene Steinhaus Deutschlands, das Graue Haus. Lange Zeit meinte man, dass Rabanus Maurus 856 dort wohnte und starb.

Schloss Vollrads mit seinem uralten Wasserturm gehört – zwei Kilometer nördlich von Winkel gelegen – ebenfalls zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.

In der Ortsmitte von Winkel steht das Brentanohaus. Hier hat sich Goethe im Jahre 1814 für einige Zeit als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano aufgehalten. Kinder der Familie sind Clemens, Gunda und Bettina Brentano. Karoline von Günderrode, eine Freundin von Bettina, erstach sich 1806 aus Liebeskummer und Lebensüberdruss am Rheinufer in Winkel. Eine Scheune gegenüber dem Brentano-Haus dient seit 2003 unter der Bezeichnung »Brentanoscheune« als kulturelles Veranstaltungsgebäude.

Nördlich der Stadt steht auf der 580 m hohen Hallgarter Zange ein steinerner Aussichtsturm.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen sind das Wandererlebnis Flötenweg (immer am Wochenende nach Pfingsten), das Winzerfest in Hallgarten (1. Augustwochenende), die Weihnachtsmärkte an der Brentanoscheune und im Schloss Vollrads sowie die Jazzwoche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oestrich-Winkel sind der Weinbau und der Tourismus bedeutend. Aufgrund eines tiefgreifenden Strukturwandels existieren heute im Stadtgebiet nur wenige Industrieunternehmen. Vorwiegend bestehen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Ansässige Unternehmen mit überregionaler Bedeutung, sind der Kosmetikhersteller WILDE COSMETICS GmbH, sowie die Lafarge Roof System Components GmbH & Co. KG, die im Bereich Kunststoffverarbeitung agiert. Bis ins Jahr 2018[27][28] war ebenfalls die Koepp Schaum GmbH mit einem Firmensitz in Oestrich-Winkel ansässig.

Im Stadtgebiet bestanden im Jahr 2019 1793 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Dienstleistungsanteil lag bei 64,2 %.[29]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Business School), Blick auf den Campus vom Rheinufer aus

Oestrich-Winkel ist seit 1980 Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist somit Universitätsstadt. Im Stadtteil Oestrich befindet sich die Pfingstbachschule (Grundschule). Eine weitere Grundschule befindet sich im Stadtteil Hallgarten.

Basierend auf politischen Beschlüssen im Kreistag und dem daraus resultierenden geänderten regionalen Schulentwicklungsplan, kam es im Jahr 2015 zu Umstrukturierungen im Bereich des Bildungsangebots. Die Rabanus-Maurus-Schule (Grundschule) im Stadtteil Winkel und die Reformschule Rheingau im Stadtteil Oestrich wurde geschlossen. Letztere war die letzte Hauptschule im Rheingau. In den Gebäuden der vorherigen Reformschule, befindet sich die heutige Pfingstbachschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Rechte Rheinstrecke (Frankfurt (Main)Wiesbaden–Oestrich-Winkel–NiederlahnsteinKoblenz) gebaut wurde, konnten sich die Gemeinden Oestrich und Winkel mit der Bahngesellschaft nicht über die Standorte für Bahnstationen einigen. So baute die Bahn eine solche nur im kleinen Mittelheim und nannte den Bahnhof Oestrich-Winkel, schon Generationen bevor man daran dachte, die drei Gemeinden im Rahmen der Gebietsreform unter diesem Namen zu vereinigen. Bis zur hessischen Landesgrenze bei Lorchhausen wird die Strecke von dem Rhein-Main-Verkehrsverbund bedient.

Oestrich-Winkel liegt direkt an der Bundesstraße 42, die als Ortsumfahrung das Rheinufer von der bebauten Ortslage trennt. Sie geht hinter Walluf nahtlos in die Bundesautobahn 66 über.

Da die B 42 am Rheinufer durch das Überschwemmungsgebiet führt, und der Verkehr bei Hochwasser regelmäßig umgeleitet werden muss, hat die alte Ortsdurchfahrt, in Oestrich und Mittelheim die Rheingaustraße und in Winkel die Hauptstraße, als B 42a nach wie vor den Status einer Bundesstraße. Die B 42a zweigt bei Schloss Reichartshausen von der Umgehungsstraße ab, führt durch Oestrich-Winkel und vereinigt sich vor Geisenheim wieder mit der B 42. In Oestrich verläuft sie als Hauptverkehrsstraße durch den südlichen Teil der Stadt, an ihr liegen neben den meisten Geschäften, eine Bank und Restaurants, hier liegen auch zwei Bushaltestellen, ab Ortseinfahrt (wo sie über eine Spange mit Kreisel mit der B 42 verbunden ist) ist zweispurig ausgebaut, hinter dem Friedensplatz ist sie durch das Scharfe Eck, für etwa 150 Meter nur einspurig, hier kommt es oft zu Stau. Dahinter wird die Straße wieder zweispurig. Das Gelände Oestrichs wird hier weitläufiger. In Mittelheim schließt sie an den Bahnhof an, danach verläuft sie nach Süden und verläuft direkt neben der Bundesstraße, später trifft sie in Winkel, nach einer Abbiegung nach Norden auf den Lindenplatz. Hier trifft sie auf eine Straße (zweispurig) die nach Geisenheim verläuft und auf eine weitere Straße (Einbahnstraße) die durch Winkel und Mittelheim auf die Rheingaustraße hinter dem Bahnhof trifft, das als Hauptstraße ausgeschilderte Straßenstück besitzt viele Mängel und ist sehr eng.

Von Mittelheim verkehrt zwischen 6 und 21 Uhr (im Sommerhalbjahr bis 22 Uhr) eine Fährverbindung für Pkw nach Ingelheim am Rhein, wo ein Anschluss zur Bundesautobahn 60 besteht. Für Lkw ist die Zufahrt zur Fähre unter der B 42 hindurch zu niedrig. Das Rheinufer in Winkel ist Liegeplatz der Fahrgastschiffe Robert Stolz und Willy Schneider, die von der am Ort ansässigen Charterliner GmbH van de Lücht betrieben werden.

Der etwa 2,5 km vom Rhein entfernte Stadtteil Hallgarten wird von Schloss Reichartshausen aus durch die Kreisstraße K 634 mit einer Bahnunterführung an den überörtlichen Verkehr angeschlossen.

Radwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Variante R3a des Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg). Der R3 führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Auf dem ersten Teilstück bis Eltville führt die Variante R3a über die Rheingauer Riesling Route. Am Rheinufer verläuft der Rheinradweg, ein ca. 1230 km langer Radfernweg, der durch fünf Staaten vom Quellgebiet des Rheins in den Schweizer Alpen am Oberalppass bis zur Mündung bei Rotterdam führt.

Bildung und Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins Jahr 2015 besaß Oestrich-Winkel drei Grundschulen in Winkel, Oestrich und Hallgarten, wobei in der Oestricher Grundschule auch eine Hauptschule integriert war. Mit der Schließung der Winkler Rabanus-Maurus-Schule 2015 wurden ihre Schüler in die Oestricher Grundschule verlegt, welche nun in "Pfingstbachschule" umbenannt wurde. Die Grundschule im Stadtteil Hallgarten bleibt jedoch weiterhin bestehen. Die Hauptschule verlegte man an die Integrierte Gesamtschule in Rüdesheim.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1467, Richard von Greiffenklau zu Vollrads, † 13. März 1531, Erzbischof und Kurfürst von Trier, wurde auf Schloss Vollrads geboren
  • 1665, 18. April, in Mittelheim, Philipp Gersenius, † 15. Februar 1727 in Aschaffenburg, Jesuit, Domprediger in Würzburg, Hochschullehrer in Würzburg und Bamberg, ab 1723 Rektor des Speyerer Jesuitenkollegs
  • 1827, 9. Oktober, in Oestrich, Wilhelm Petri, † 13. November 1897 in Kassel, Richter und Abgeordneter im Herzogtum Nassau
  • 1846, 22. Mai, in Winkel, Peter Spahn, † 31. August 1925 in Bad Wildungen, deutscher Politiker (Deutsche Zentrumspartei), MdR, MdL, Preußischer Justizminister
  • 1955, 8. März, Andreas Etienne, Schauspieler und Theaterleiter

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oestrich-Winkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Oestrich-Winkel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Informationsbroschüre der Stadt Oestrich-Winkel, Stand 31. Dezember 2008
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851 Abs. 3. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375–76.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises (GVBl. II 330-30) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 312, § 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  6. Hauptsatzung. (PDF; 108 kB) §; 4. In: Webauftritt. Stadt Oestrich-Winkel, abgerufen im Februar 2019.
  7. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 46 und 100;.
  8. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen):  Stadt Oestrich-Winkel. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  9. Bevölkerung nach Migrationshintergrund und -erfahrung:  Stadt Oestrich-Winkel. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  10. a b Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  11. Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  12. Startseite - Ev. Kirchengemeinde Oestrich-Winkel -. Abgerufen am 23. März 2021.
  13. Gemeinde Oestrich-Winkel der Neuapostolischen Kirche
  14. Die Synagoge in Oestrich (Gemeinde Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis). Abgerufen am 23. März 2021.
  15. Erste Stolpersteine in Oestrich-Winkel verlegt Wiesbadener Kurier vom 29. August 2013
  16. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 171;.
  17. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  18. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  19. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  21. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  22. Erster Stadtrat
  23. Gremien der Stadt
  24. Hessenschau.de: Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 in Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus)
  25. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Oestrich-Winkel (Memento vom 11. Juli 2021 im Internet Archive)
  26. Genehmigung einer Flagge durch das Hessische Ministerium des Innern vom 6. Januar 1988 (StAnz. S. 242) Seite 2 der PDF-Datei 9,3 MB
  27. VRM GmbH & Co KG: Entscheidung über Koepp-Ankauf in Oestrich verschoben - Wiesbadener Kurier. Abgerufen am 4. Februar 2020.
  28. koepp-schaum: Pressemeldung: Geplante Schließung des Werks KOEPP SCHAUM GmbH Oestrich-Winkel. In: Koepp Schaumstoffe GmbH. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch).
  29. Gemeindelexikon Land Hessen. Abgerufen am 10. Januar 2021.