Paneuropäische Verkehrskorridore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die zehn Verkehrskorridore

Die Paneuropäischen Verkehrskorridore wurden auf drei Konferenzen der Europäischen Verkehrsminister entworfen. Auf der Konferenz in Prag 1991 wurde die benötigte Verkehrsinfrastruktur und das Korridor-Konzept festgelegt. Auf Kreta (1994) benannten die Teilnehmer aus West-, Mittel- und Ost-Europa neun Korridore, die bei der Infrastruktur-Entwicklung vorrangig zu berücksichtigen sind. Auf der Konferenz in Helsinki 1997 kamen ein zehnter Korridor und für den Gütertransport wichtige Häfen dazu.[1]

Diese sog. „Helsinki-Korridore“ als Teil des größeren Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN) umfassen insgesamt 48.000 km Güterverkehrsstrecken, davon 25.000 km auf der Schiene und 23.000 km auf der Straße. Flughäfen, See- und Binnenhäfen sowie große Bahnhöfe sind die multimodalen Verknüpfungspunkte für die weiträumigen Verbindungen zwischen den mittel- und osteuropäischen Ländern.[1]

Zwischen Oktober 2004 und November 2005 setzte die Europäische Kommission die Hochrangige Arbeitsgruppe II unter der Leitung von Loyola de Palacio ein, die eine begrenzte Anzahl von wichtigen Verkehrsachsen zwischen der Europäischen Union und ihren Nachbarländern festlegen sollte. An der Arbeitsgruppe haben die 25 EU-Staaten sowie Bulgarien und Rumänien, 26 benachbarte Staaten sowie die Europäische Investitionsbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und die Weltbank teilgenommen.[2]

Umsetzung[Bearbeiten]

Dieses Konzept soll den Aufbau eines zukünftigen paneuropäischen Verkehrsnetzwerkes fördern, das sowohl das eigentliche Gebiet der EU (Stand 2003), der (damaligen) Beitrittsländer, der Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie weiterer Länder umfasst. Das Verkehrsnetz enthält die folgenden Komponenten:[1]

  • Auf dem Gebiet der EU das Transeuropäische Transportnetz (TEN)
  • Das TINA-Netzwerk (Transport Infrastructure Needs Assessment) bestehend aus den zehn Korridoren und weiteren Einrichtungen der Beitrittsländer 2004.
  • Die Korridore auf dem Gebiet zukünftiger Beitrittskandidaten, der Nachfolgestaaten und weiterer Länder.
  • Die vier Pan-European Transport Areas (PETrAs) der Seegebiete.
  • Sowie die Europa-Asien-Verbindungen, insbesondere TRACECA (Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia)

beteiligte Staaten[Bearbeiten]

Land EU-
Beitritt
Korridor[A 1]
I II III IV V VI VII VIII IX X
Deutschland EU-15 x x x
Finnland EU-15 x x
Griechenland EU-15 x x x
Italien EU-15 x
Österreich EU-15 x x x
Polen 2004 x x x x
Slowakei 2004 x x x x
Slowenien 2004 x x
Tschechien 2004 x x
Ungarn 2004 x x x
Estland 2004[A 2] x
Lettland 2004[A 2] x
Litauen 2004[A 2] x
Bulgarien 2007 x x x x x
Rumänien 2007 x x x
Kroatien 2013[A 3] x x
Moldawien [A 2] x
Russland [A 2] x x x x
Ukraine [A 2] x x x
Weißrussland [A 2] x
Bosnien und
  Herzegowina
[A 3] x
Mazedonien [A 3] x x
Serbien [A 3] x x
Albanien   x
Türkei   x
Anmerkungen zur Tabelle
  1. Für die Eisenbahn-Korridore IV und X und den Schifffahrt-Korridor VII wurde ein Koordinationsbüro in Wien eingerichtet. Dessen Aufgabe besteht in der Förderung des intermodalen Güteraustausches zwischen Schiff und Bahn entlang der Donau.
  2. a b c d e f g Nachfolgestaat der Sowjetunion, (engl. new independent state)
  3. a b c d Nachfolgestaat Jugoslawiens
Der Rest des Artikels bedarf einer Überarbeitung: Planungen von 2003 größtenteils eingearbeitet. Neuere Entwicklungen sind noch zu berücksichtigen. Darstellung ist deutlich verbesserungsfähig, bisher zu Listenförmig. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Korridor I[Bearbeiten]

Bemerkungen: als Rail Baltica (Projekt TEN-V27) verzögerter Baubeginn

Korridor II[Bearbeiten]

Korridor III[Bearbeiten]

Bemerkungen: Bahnstrecke Görlitz–Dresden, Bahnstrecke Węgliniec–Görlitz, Bahnstrecke Miłkowice–Jasień, Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn

Korridor IV[Bearbeiten]

Korridor V[Bearbeiten]

Korridor VI[Bearbeiten]

Korridor VII[Bearbeiten]

  • Donau zwischen Mündung und Regensburg 2.415 km

Korridor VIII[Bearbeiten]

Diese Ost-West-Korridor verbindet die Adria (Pan-European Transport Area Adriatic-Ionian Sea) mit dem Schwarzen Meer (Pan-European Transport Area Black Sea) über die süd-östliche Balkanhalbinsel. Die Entfernung über Albanien, Mazedonien und Bulgarien beträgt auf der Schiene 1.270 km, auf der Straße 960 km. Sie verläuft von der Hafenstadt Durrës über Tirana, Skopje und Sofia zu den Häfen Varna und Burgas.[3]

Korridor IX[Bearbeiten]

Korridor X[Bearbeiten]

Dieser multimodale Verkehrsweg verläuft von Nordwest nach Südost, und verbindet Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien sowie Ungarn mit Griechenland und Bulgarien. Die Hauptachse ist SalzburgLjubljanaZagrebBelgradNišSkopjeVelesThessaloniki mit den Nebenzweigen:

Teil des Korridors sind etwa 2.528 km Bahnstrecken, 2.300 km Strassen, zwölf Flughäfen und vier See- und Binnenhäfen.[4]

Der Straßenverlauf durch die Staaten des ehemaligen Jugoslawien entspricht gänzlich der Strecke des Autoput.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c Status of the Pan-European Transport Corridors and Transport Area. The Pan-European Transport Corridors and Transport Area. 28. November 2003, S. 7–9, abgerufen am 18. März 2014 (pdf, englisch).
  2. Networks For Peace And Development – Extension of the major trans-European transport axes to the neighbouring countries and regions. Report from the High Level Group chaired by Loyola de Palacio. Europäische Kommission, 2005, abgerufen am 18. März 2014.
  3. Status of the Pan-European Transport Corridors and Transport Area. Corridor VIII. 28. November 2003, S. 88–91, abgerufen am 18. März 2014 (pdf, englisch).
  4. Status of the Pan-European Transport Corridors and Transport Area. Corridor X. 28. November 2003, S. 109–118, abgerufen am 18. März 2014 (pdf, englisch).