Parole Trixi

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Parole Trixi
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie
Gründung 1998
Auflösung 2004
Gründungsmitglieder
Sandra Grether
Almut Klotz (1998)
Elmar Günther
Letzte Besetzung
Gesang, Gitarre
Sandra Grether
Gitarre
Christine Schulz (ab 1998)
Bass
Cordula Ditz (2001–2004)
Schlagzeug
Elmar Günther
Ehemalige Mitglieder
Bass
Sandra Zettpunkt (1998)
Bass
Jule Kruschke (1998–2001)

Parole Trixi war eine in Hamburg gegründete Band. Inspiriert von der US-amerikanischen Riot-Grrrl-Bewegung, spielte Parole Trixi deutschsprachige Rockmusik mit sowohl punkigem als auch avantgardistischen Einschlag. Kopf der Band war Sängerin, Gitarristin und Texterin Sandra Grether, die mit wilder Bühnen-Performance, eigenwilligem Gesang und sloganhaften, lyrischen Texten polarisierte. Anfangs wurde der Bandname mit „e“ am Ende geschrieben, also „Parole Trixie“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band entstand im Herbst 1998. Grether traf in einer Hamburger Szenebar den Schlagzeuger Elmar Günther, den sie nach Interviewaussagen nur ansprach, weil er „zu hellblond gefärbtem Haar ein rotweinbeflecktes weißes Hemd, Herzchenkette und einen rosa Schulranzen trug und wie ein Riot Boy aussah.“ Bald sollte sich herausstellen, dass er „zu den besten Schlagzeugern Hamburgs“ gehörte.[1]

Gemeinsam mit der ehemaligen Lassie-Singers-Sängerin Almut Klotz und der ehemaligen Fünf-Freunde-Schlagzeugerin Sandra Zettpunkt war das erste Line-Up komplett, und es wurde bereits im Frühjahr 1999 die erste Tour durch fünf Länder absolviert; sie war gleichzeitig auch eine Lese-Tour, wo eigene Riot-Grrrl-inspirierte Manifeste und Texte vorgetragen wurden.

Musikalisch orientierte sich die Gruppe von Beginn an an den „Riot Grrrls“, also z. B. an den Bands Sleater-Kinney und Hole, sowie an deutschsprachigen poetischen Acts wie Blumfeld und Ideal. Parole Trixi legten Wert auf lyrische Texte, „wilde Messages“ und ausufernde Gitarrensoli. Nach Almut Klotz’ baldigem Ausscheiden kam Christine Schulz, eine virtuose Gitarristin, in die Band.

Bassistin Sandra Zettpunkt wurde bald ersetzt durch Jule Kruschke (später eine renommierte Comic-Zeichnerin); diese wurde ihrerseits nach zwei Jahren von der vormaligen Schlampen-Ficken-Besser-Sängerin und -Gitarristin Cordula Ditz ersetzt.

Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Line-Up Sandra Grether, Elmar Günther, Christine Schulz und Cordula Ditz veröffentlichte die Band ihr Album Die Definition von Süß auf Alfred Hilsbergs Label What’s So Funny About Das Album stieß auf ein gemischtes Presseecho. Alex Bohn schrieb in der Jungle World:

„Dabei drängt sich das Urteil »völlig überflüssig« bei der ersten Begutachtung von »Die Definition von Süß« förmlich auf. (…) Vergesst das Platteninfo. Parole Trixi machen Musik. Mehr nicht. Aufregende Musik.“[2]

Ihr Zeichentrick-Animations-Video zu der Single Seid gegrüßt lief regelmäßig auf Viva und Vivaplus. Die Refrain-Zeilen des Songs lautet: „Seid gegrüßt, junge Frauen von heute / ich hoffe, irgendwann bereut Ihr's / wenn alles, was Ihr seht, / nur noch aus Klischees besteht“.

Riot-Grrrl-Ikonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview erzählt Sandra Grether, wie es sich in der ersten Hälfte der 2000er Jahre angefühlt hat, in Deutschland die amerikanische Riot-Grrrl-Bewegung in eine eigene Sprache und eine eigene Musik zu übersetzen und auf hiesige Verhältnisse zu übertragen. Sie bezeichnet Parole Trixi als „utopistischen Entwurf“. Dabei sei es ihr immer wichtig gewesen, so viele Mädchen und Frauen wie möglich zu unterstützen. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Kerstin Grether informierte sie in der Zeitschrift Spex über die dritte Welle des Feminismus und die vielfältigen Netzwerke, die dadurch für junge Frauen plötzlich in Europa und Nordamerika entstanden seien.[3]

Parole Trixi zeichnete sich durch eine sehr individuelle Ausgestaltung der Riot-Grrrl-Idee aus und wurde als „die einzig wahre deutschsprachige Riot-Grrrl“-Band bezeichnet.[4]

Gastauftritte und Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gastauftritt auf dem Album hat der Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow, der im Refrain des Songs Mutter mitsingt.

Parole Trixi spielten von 1999 bis 2004 zahlreiche Liveauftritte, unter anderem mit Tocotronic, Blumfeld, Surrogat, Le Tigre, Blackmail und Tomte.

Die Abschiedstour von Parole Trixi fand unter dem Motto „Girls Got Rhythm“ statt, die gemeinsam mit den Bands Schlampen Ficken Besser und TGV sowie einem Leseprogramm von Sandra Grethers Schwester Kerstin durch 15 Städte führte; es wurde eine Abschiedssingle mit dem Song Lipstick Blues (Girls Got Rhythm, 7" EP) veröffentlicht.

Das Abschiedskonzert der Band fand am 27. Februar 2004 im Hamburger Knust statt. Die Auflösung der Band wurde unter das Motto „Mission erfüllt!“ gestellt.[5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

Beiträge zu Kompilationen

  • 1998: Stolz und Vorurteil – A Compilation of Female Gesang, Gitarren und Elektronik (Flittchen Records)
  • 2003: Girls Got Rhythm (7″-EP, What’s So Funny About)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Riot Grrrl Revisited, Geschichte einer feministischen Bewegung", Hg. Katja Peglow/Jonas Engelmann, Ventil Verlag, Mainz 2011
  2. Alex Bohn: Parole Trixi Saves Us, in: Jungle World 22. Mai 2002, abgerufen 28. September 2013
  3. "Sisterhood is forever", Autor: Katja Peglow in dem Buch Riot Grrrl Revisited, Mainz, 2011
  4. Spex, Nr 05/10, Dominiks Müller
  5. INTRO (März-Ausgabe, 2004)