Pentoxyverin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Strukturformel von Pentoxyverin
Allgemeines
Freiname Pentoxyverin
Andere Namen

2-(2-Diethylaminoethoxy)ethyl-1-phenylcyclopentan-1-carboxylat (IUPAC)

Summenformel C20H31NO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 77-23-6
  • 23142-01-0 (Pentoxyverin-Dihydrogencitrat 1:1)
PubChem 2562
Wikidata Q174786
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R05DB05

Wirkstoffklasse

Antitussivum

Eigenschaften
Molare Masse 333,47 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Citratsalz

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​315​‐​319​‐​332​‐​335
P: 261​‐​280​‐​305+351+338 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Pentoxyverin ist ein Arzneistoff, der als Hustenstiller (Antitussivum) eingesetzt wird. Im Gegensatz zu Antitussiva aus der Gruppe der Opioide, wie z. B. Codein, Dihydrocodein und Hydrocodon, besitzt Pentoxyverin kaum atemdepressive Wirkungen. Pentoxyverin wird in Deutschland als apothekenpflichtiges, aber nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel als Saft, Tropfen, Kapseln und Zäpfchen angeboten.

Pharmakologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neueren Studien zufolge wirkt Pentoxyverin als Agonist an sigma-Rezeptoren (siehe Sigma-1-Rezeptor)(ein bekannteres Beispiel eines sigma-Agonisten wäre Opipramol).[2] Des Weiteren wirkt es antagonistisch an muscarinergen M1-Rezeptoren (Bsp.: Biperiden). Beide Mechanismen haben zur Folge, dass die Aktivität von bestimmten Neuronen gedämpft wird, was zu der antitussiven Wirkung führt.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Anwendung von Pentoxyverin konnten häufig gastrointestinale Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, gelegentlich Müdigkeit und sehr selten anaphylaktische Reaktionen beobachtet werden. Insbesondere bei Kleinkindern können sehr selten auch Krampfanfälle und Atemdepression auftreten. Pentoxyverin beeinträchtigt die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr.

Wechselwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von zentral dämpfenden Beruhigungs-, Schlaf- oder Betäubungsmitteln (Schmerzmitteln) ist auf mögliche additive Effekte zu achten.[3]

Kontraindikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als absolute Kontraindikationen gelten:[4]

  • eine Schwangerschaft, da keinerlei Erfahrungswerte vorliegen und ein Risiko nicht ausgeschlossen werden kann
  • Anwendung bei Kindern unter 2 Jahre, wegen möglicher atemdepressiver Wirkung
  • Engwinkelglaukom[3]
  • die Stillzeit, da der Arzneistoff in erheblichen Mengen in die Muttermilch übergeht und so ein Risiko für das Neugeborene nicht auszuschließen ist. Demzufolge wird das Abstillen empfohlen.[4]

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopräparate

Sedotussin (D, in A außer Handel), Silomat (D, A)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Datenblatt Carbetapentane citrate salt bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 7. August 2014 (PDF).
  2. Brown C. et al. Antitussive activity of sigma-1 receptor agonists in the guinea-pig Br J Pharmacol. 2004 Jan;141(2): 233–240; PMID 14691051; PMC 1574192 (freier Volltext, PDF).
  3. a b Austria-Codex (Stand: 19. August 2008).
  4. a b ABDA-Datenbank (Stand: 19. August 2008) des DIMDI.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!