Per Leo

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Per Leo (* 1972 in Erlangen) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leo wuchs in München auf, wo er das Oskar-von-Miller-Gymnasium besuchte. Zu seinen Vorfahren und Verwandten zählen der Vegesacker Schiffbauer Johann Lange, der Historiker Heinrich Leo und der Bremer SPD-Politiker Detmar Leo.

Per Leo (2014)

Er leistete seinen Zivildienst bei der Schutzstation Wattenmeer auf der Nordseeinsel Pellworm und studierte zunächst in Freiburg, dann in Berlin Geschichte, Philosophie und Slawistik. 2009 wurde er bei Wolfgang Hardtwig an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Dissertation über Ludwig Klages und die Tradition des charakterologischen Denkens promoviert.[1]

Sein Roman Flut und Boden über die Familie seines Großvaters Friedrich Leo (1908–1993),[2] eines SS-Sturmbannführers im Rasse- und Siedlungshauptamt, stand 2014 auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse.[3] Für den Roman, der in Teilen in der Vegesacker Villa Bischoff spielt, wurde Leo 2014 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis des Harbourfront Literaturfestivals und 2016 mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.[4][5]

In dem Buch Mit Rechten reden, das er zusammen mit Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn verfasste, wirbt Leo dafür, sich mit rechtspopulistischen und neurechten Positionen argumentativ auseinanderzusetzen, statt sie aus dem Diskurs auszugrenzen. Das Buch wurde weithin kontrovers diskutiert.[6][7] In der Folge plädierte Leo dafür, die Konfrontation mit Rechtspopulismus und Neuer Rechten verstärkt unter strategischen Gesichtspunkten zu führen.[8][9]

Leo hat Artikel und Essays in u. a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Welt, Der Freitag, Merkur, Neue Rundschau veröffentlicht.

Er lebt als freier Autor und Schatullenproduzent[10] mit seiner Familie in Berlin.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mehrere Kapitel in: Moritz Föllmer, Rüdiger Graf (Hrsg.): Die „Krise“ der Weimarer Republik. Zur Kritik eines Deutungsmusters. Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, ISBN 3-593-37734-9.
  • Über Nationalsozialismus sprechen. Ein Verkomplizierungsversuch. In: Merkur 70.5 (Mai 2016), S. 29–41.[12]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Humboldt-Preis, Sonderpreis »Judentum und Antisemitismus«
  • 2014: Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse
  • 2014: Klaus-Michael Kühne-Preis
  • 2014: Shortlist ZDF aspekte-Literaturpreis
  • 2015: Jahresstipendium des Landes Baden-Württemberg
  • 2016: Writer in Residence Amsterdam, Nederlands Letterenfonds
  • 2016: Förderpreis Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg
  • 2022: Metropolenschreiber Ruhr[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Dissertation
  2. Friedrich Leo. SS-Mitgliedsnummer 278 243, NSDAP-Mitgliedsnummer 5 520 967. Friedrich Leo ist Nachkomme des Vegesacker Schiffsbauers Johann Lange.
  3. taz, 6. Februar 2014
  4. Per Leo erhält Klaus-Michael-Kühne-Preis. In: Focus, 19. September 2014.
  5. Hölderlin-Preis vergeben. 12. Juni 2016, abgerufen am 18. März 2019.
  6. Interview von Alex Rühle: Männer contra Schneeflöckchen. In: sueddeutsche.de. 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 18. März 2019]).
  7. Ijoma Mangold: Neue Rechte: „Mit Rechten reden“. In: Die Zeit. 18. Oktober 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 18. März 2019]).
  8. Buchmesse – Cool down. Abgerufen am 18. März 2019.
  9. Interview – „Sie waren rattenscharf auf Öffentlichkeit“. Abgerufen am 11. April 2019.
  10. https://www.leoundleo.de/ueber-uns.html
  11. Thomas Schmid: Die Arroganz der späten Geburt. Rezension, in: Die literarische Welt, 24. Juli 2021, S. 25
  12. Über Nationalsozialismus sprechen. Ein Verkomplizierungsversuch. In: merkur-zeitschrift.de. Abgerufen am 29. November 2016.
  13. Schriftsteller Per Leo neuer "Metropolenschreiber Ruhr", wdr.de, veröffentlicht und abgerufen am 6. April 2022.