Petřvald

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Petřvald
Wappen von Petřvald
Petřvald (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Karviná
Fläche: 1263 ha
Geographische Lage: 49° 50′ N, 18° 23′ OKoordinaten: 49° 49′ 38″ N, 18° 23′ 9″ O
Höhe: 265 m n.m.
Einwohner: 7.190 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 435 41, 735 41
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Václav Holeček
Adresse: Gen.L. Svobody 511
735 41 Petřvald u Karviné
Gemeindenummer: 599085
Website: www.petrvald.info
Petřvald

Petřvald (deutsch Peterswald, polnisch Pietwałd) ist eine Stadt im Okres Karviná in Tschechien. Sie liegt an der nordöstlichen Stadtgrenze von Ostrava.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt an der Petřvaldská stružka befindet sich in Mährisch-Schlesien in der Ostrauer Pfanne und gehört zur Metropolregion Ostrava. Nachbarorte sind die Ostrauer Stadtteile Bartovice im Südwesten sowie Radvanice und Michálkovice im Westen. Im Norden schließt sich Orlová an und im Süden liegen Šumbark und Šenov.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde circa 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (Zehntregister des Bistums Breslau) erstmals urkundlich als item in Petir(s)walde erwähnt.[2][3][4] Das Dorf war noch in der früheren Phase der Gründung, deshalb das Territorium, von dessen die Höhe des Zehnts ausgerechnet war, unausdrücklich war.

Politisch gehörte das Dorf ursprünglich in der Zeit des polnischen Partikularismus zum Herzogtum Oppeln-Ratibor (Teschener Kastellanei). Das Herzogtum wurde 1281 nach dem Tod von Wladislaus I. von Oppeln geteilt. Ab 1290 gehörte das Dorf zum Herzogtum Teschen. Seit 1327 bestand die Lehensherrschaft des Königreichs Böhmen und seit 1526 gehörte es mit diesem zur Habsburgermonarchie.

Die Pfarrei Petirswalde im Teschener Dekanat wurde im Peterspfennigregister des Jahres 1447 erwähnt.[5]

1409 verkaufte der Teschener Herzog Bolko I. die Herrschaft Peterswald dem Adligen Andreas/Ondřej von Tworkau. Die Grundherren wechselten noch mehrfach, im 18. Jahrhundert gehörte es der Familie Skrbenský von Hříště und dem Nikolaus Taaffe auf Deutsch-Leuten. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Familie Larisch-Mönnich Besitzer von Peterswald, das 1897 an die Thun-Hohenstein verkauft wurde.

1833 begann der Abbau von Steinkohle. 1869 lebten 2503 Menschen in Peterswald. Durch den Bergbau wuchs die Einwohnerzahl ständig an und erreichte im Jahre 1930 mit 10.275 ihren höchsten Wert.

Im Jahr 1850 stellte die bischöfliche Visitation von Breslau fest, dass die Einwohner des zur Pfarrei Schönhof gehörenden Dorfs Peterswald sprachlich gemischt waren. Sowohl die Tschechische als auch die Polnische Sprache waren in Gebrauch.[6]

Bis 1868 gehörte Peterswald zum Gerichtsbezirk Oderberg im Bezirk Teschen, dann bis 1949 zum Gerichtsbezirk Freistadt im Bezirk Freistadt und nach dessen Auflösung zum Okres Karviná. 1970 wurden die aus der Fusion kleinerer Gruben entstandenen beiden Steinkohlengruben „Československý pionýr“ und „Julius Fučík“ vereinigt. 1998 erfolgte die Einstellung des Bergbaus.

In der Stadt besteht das technische Museum, das eine Außenstelle des Muzeum Těšínska in Český Těšín ist.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1869 1900 1930 1961 1991 2006
Einwohner 2.503 5.727 10.275 9.681 6.769 6.999

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Vicherek (1892–1956), tschechoslowakischer Brigadegeneral
  • Vojtěch Mynář (1944–2018), tschechischer Politiker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Petřvald (Karviná District) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  2. Idzi Panic: Śląsk Cieszyński w średniowieczu (do 1528). Starostwo Powiatowe w Cieszynie, Cieszyn 2010, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 297–299 (polnisch).
  3. Wilhelm Schulte: Codex Diplomaticus Silesiae T.14 Liber Fundationis Episcopatus Vratislaviensis. Breslau 1889, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 110–112 (online).
  4. Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (la) Abgerufen am 24. August 2014.
  5. Registrum denarii sancti Petri in archidiaconatu Opoliensi sub anno domini MCCCCXLVII per dominum Nicolaum Wolff decretorum doctorem, archidiaconum Opoliensem, ex commissione reverendi in Christo patris ac domini Conradi episcopi Wratislaviensis, sedis apostolice collectoris, collecti. In: H. Markgraf (Hrsg.): Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens. 27, Breslau, 1893, S. 361–372. Abgerufen am 21. Juli 2014.
  6. Idzi Panic: Śląsk Cieszyński w początkach czasów nowożytnych (1528—1653) [Geschichte des Teschener Herzogtums am Anfang der Neuzeit (1528—1653)]. Starostwo Powiatowe w Cieszynie, Cieszyn 2011, ISBN 978-83-926929-1-1, S. 185 (polnisch).