Peter R. Neumann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Peter Neumann, 2017

Peter R. Neumann (* 4. Dezember 1974 in Würzburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumanns Familie stammt aus Würzburg. Seit 1993 arbeitete er als freier Rundfunkjournalist, u. a. für die Deutsche Welle. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin und Belfast, schloss das Politologiestudium an der FU Berlin mit dem Magister Artium (M.A.) ab und wurde am King’s College London promoviert.

Neumann gründete 2008 das International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) am King’s College und leitete es als Direktor bis 2018. Er gehört dem ICSR weiterhin als Senior Fellow an.[1] Er gilt als Experte für islamistischen Terror.[2] Neumann wertete für seine Forschung die Facebook-, Twitter- und Instagram-Profile von Briten aus, die als Dschihadisten in Syrien und dem Irak kämpfen. So sammelte er einen Datensatz mit 700 europäischen Dschihadisten, von denen 85 Prozent für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ kämpfen.[3] Das ICSR nahm unter Neumann eine Vorreiterrolle ein bei der Entwicklung von neuen einflussreichen Forschungsansätzen auf dem Gebiet der Terrorismusforschung, insbesondere im Bereich der Radikalisierung und Rekrutierung über das Internet.

Am 3. September 2021 wurde Peter R. Neumann in das achtköpfige «Zukunftsteam» von Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2021 berufen. Er vertritt dort die sicherheitspolitischen Themen.[4] Nach der Niederlage Laschets kritisierte CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen die Berufung Neumanns: „Grundsätzlich ist es gut, wenn wir Expertise von außen dazu holen, aber im Wahlkampf müssen Politiker der Union für christdemokratische Kernthemen wie innere und äußere Sicherheit stehen – und nicht ein Professor aus London.“[5] Neumann machte Markus Söder für das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl mitverantwortlich: „Einer der wunden Punkte in der Union war immer, dass die Partei Armin Laschet nicht geschlossen unterstützt und Markus Söder ihn jeden zweiten Tag unterminiert hat.“[6]

Peter R. Neumann ist Mitglied des Beirats des Unternehmens Monarch,[7] welches sich mit Fragen der Demokratiesicherung, Informationssicherheit bei komplexen Datenlagen sowie Methoden zur Nachverfolgung von Betrug und Korruption befasst. Neben ihm sind u. a. Mitglieder des Beirats Cathryn Clüver Ashbrook, Tom Enders und Gerhard Schindler.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Peter R. Neumann – Sammlung von Bildern

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Peter Neumann. In: ICSR. Abgerufen am 6. September 2021 (britisches Englisch).
  2. Sabine am Orde: Islamismusforscher über „Charlie Hebdo“: „Nicht das letzte Ereignis dieser Art“. In: die tageszeitung. 9. Januar 2015 (Interview)
  3. Laura Cwiertnia: „Islamischer Staat“: „Der Terrorismus ist eine Jugendkultur“. In: Zeit Campus. Nr. 5, 11. August 2015 (Interview)
  4. Tagesschau: Laschets Team. Acht für Armin. Abgerufen am 3. September 2021.
  5. Georg Ismar/Robert Birnbaum: Röttgen hält Laschet für Parteichef auf Abruf, in: Der Tagesspiegel, 2. Oktober 2021.
  6. "Zukunftsteam"-Mitglied Neumann macht CSU für Wahlpleite verantwortlich, in: Augsburger Allgemeine, 8. Oktober 2021.
  7. Brillant 3333. GmbH: Gründer und Beiratsmitglieder Monarch. In: Übersicht der Gründer und Beiräte. Brillant 3333. GmbH, 1. Januar 2021, abgerufen am 29. Oktober 2021 (englisch).