Prager University

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Prager University
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Gründung 22. August 2010
Gründer Dennis Prager
Allen Estrin
Sitz USA
Aktionsraum weltweit (online)
Website prageru.com

Prager University (oder PragerU) ist eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die Videos zu politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen mit einem rechtskonservativen und rechtspopulistischen Betrachtungswinkel erstellt.[1][2] Sie steht dem rechten Flügel der Republikanischen Partei nahe. Obwohl PragerU den Titel „Universität“ im Namen trägt, ist sie keine akademische Einrichtung und ist nicht zur Vergabe von Zertifikaten oder Diplomen befugt.[3]

Geschichte und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PragerU wurde 2009 durch den Autor und Radio-Moderator Dennis Prager und den Radioproduzenten und Drehbuchautor Allen Estrin gegründet,[4] um rechtskonservativen Ansichten eine Stimme zu verleihen und der in ihren Augen "links unterwanderten" Hochschulbildung und Wissenschaft entgegenzuwirken.[5] Unter anderem werden der moderne Feminismus und Säkularismus als Irrweg dargestellt. Einen bedeutenden Programmpunkt der PragerU stellt die Verteidigung des Staates Israel und des Zionismus dar,[5] andere Videos wenden sich gegen die Evolutionstheorie und propagieren kreationistische Positionen. Zielgruppe sind amerikanische Teenager und junge Erwachsene, denen eine rechtskonservative und dezidiert jüdisch-christliche Weltsicht nahegelegt werden soll.

Die Videos werden vornehmlich auf YouTube gepostet und durch unterschiedliche Sprecher innerhalb von etwa 4–5 Minuten vorgetragen.[6] Zu den Sprechern zählten prominente Persönlichkeiten wie Anders Fogh Rasmussen, Alan Dershowitz, George Will, Jordan Peterson, Jonah Goldberg, Ben Shapiro, Charles Krauthammer, Michael Medved, Yoram Hazony oder Ayaan Hirsi Ali.[7] Nicht wenige Beiträge lösen Kontroversen aus. In Videos von PragerU wird beispielsweise die Position vertreten, der europäische Imperialismus des 19. Jahrhunderts habe den unterworfenen Völkern die Demokratie gebracht, oder die Bewegung Fridays for Future werde hinter den Kulissen von Interessensgruppen gesteuert, die der amerikanischen Wirtschaft schaden wollten: Menschengemachten Klimawandel gebe es zwar, er sei aber nicht gravierend oder problematisch.

Die Vereinigung ist im San Fernando Valley ansässig und hatte im März 2018 mehr als 20 Mitarbeiter. Als die wichtigsten Geldgeber gelten Dan and Farris Wilks, zwei Milliardäre, deren Unternehmen eine bedeutende Rolle in der US-amerikanischen Erdölindustrie spielt. Zwei Mitglieder der Familie Wilk sitzen im Vorstand von PragerU.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 kam es zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Firma Google als Dachgesellschaft von YouTube.[8] PragerU warf dem Konzern Zensur vor; Kritiker halten umgekehrt PragerU vor, gezielt Desinformation und Verschwörungstheorien zu verbreiten. Im November 2018 umfasste der YouTube-Kanal 482 Videos, die im Jahr 2018 insgesamt eine Milliarde Aufrufe erreichten.[4][9] Im August 2018 entfernte Facebook zwei PragerU-Videos von seiner Plattform und gab später an, die Videos seien versehentlich entfernt worden.[10]

Im August 2019 schränkte YouTube mehrere Videos von PragerU als "restricted" ein. Damit wurde der Zugriff erschwert, insbesondere von Endgeräten mit einem entsprechenden Filter wie zum Beispiel Jugendschutzfilter. Facebook soll zudem mehrere Videos aufgrund unangemessenen Inhalts gelöscht haben. Außerdem lehnen diverse Plattformen PragerU als Werbepartner ab, darunter Twitter und Spotify.[11] Trotz ihrer marktliberalen Einstellung bezeichnete PragerU dies als Zensur und richtete zum Ausdruck des Protests auf der eigenen Webseite eine Online-Petition ein.[12]

PragerU wurde eine Nähe zu anderen Formaten vorgeworfen, bei denen Personen mit rassistischen Argumenten zu Wort kämen.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Facebook apologises to right-wing site (en-GB). In: BBC News, 20. August 2018. Abgerufen am 23. August 2018. 
  2. Sinje Stadtlich: Medien-Organisation „PragerU“ – Wachsende Reichweite mit rechtsextremen Inhalten. Deutschlandfunk, Sendung Mediasres, 3. Februar 2020.
  3. Frequently Asked Questions (en). In: PragerU, 5. September 2015. Abgerufen am 20. Juli 2018. 
  4. a b Mark Oppenheimer: Inside the right-wing YouTube empire that's quietly turning millennials into conservatives (en-US). In: Mother Jones, March–April 2018. Abgerufen am 25. Mai 2018. 
  5. a b Lisa Klug: Super-conservative PragerU aims to arm pro-Israel students for their campus ‘wastelands’. In: The Times of Israel, 14. Juni 2017. Abgerufen am 28. August 2017. 
  6. "YouTube restricts access to Alan Dershowitz video". Boston Globe, Hiawatha Bray, 14. Oktober 2016, abgerufen am 2. August 2019.
  7. List of Presenters (en). In: PragerU, 5. September 2015. Abgerufen am 20. Juli 2018. 
  8. Rechtsstreit Google vs. Prager University (en). In: Reuters, 5. September 2015. Abgerufen am 20. Juli 2018. 
  9. Uploads from PragerU. In: YouTube. Abgerufen am 14. November 2018.
  10. Isobel Asher Hamilton: Facebook apologizes to right-wing group PragerU after being accused of censoring its videos (en). In: Business Insider, 21. August 2018. Abgerufen am 23. August 2018. 
  11. PragerU: We are BANNED from advertising on Twitter. We are BANNED from advertising on Spotify. Over 100 PragerU videos are restricted on Youtube. Several of our videos have been deleted on Facebook. Sign the petition to help us fight censorship, and RETWEET! In: @prageru. 20. August 2019, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  12. YouTube continues to restrict many PragerU videos. Fight back. Abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  13. Medien-Organisation "PragerU" - Wachsende Reichweite mit rechtsextremen Inhalten. Abgerufen am 31. Januar 2021 (deutsch).