Jordan Peterson

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Jordan Peterson (2018)
Jordan Peterson Signature.svg

Jordan Bernt Peterson (geboren am 12. Juni 1962 in Edmonton (Alberta)[1]) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und Professor. Seit 1997 lehrt er Psychologie an der University of Toronto, seine Hauptforschungsgebiete sind die Psychologie des religiösen und ideologischen Glaubens sowie die Verbesserung der Persönlichkeit und Leistung.

Peterson vertritt konservative Positionen und wurde durch seine Kritik der Genderpolitik sowie Aufzeichnungen seiner Vorlesungen, Vorträge und Streitgespräche bekannt. Über das Internet und seine in zahlreiche Sprachen übersetzten Bücher erreicht er ein großes Publikum. 2018 veröffentlichte er den Lebensratgeber 12 Rules for Life, der zum internationalen Bestseller wurde.

Herkunft und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterson wuchs in Fairview, Alberta, einer Kleinstadt nordwestlich von Edmonton, als ältestes von drei Kindern auf. Sein Vater Walter Peterson war Lehrer und Konrektor, seine Mutter war Bibliothekarin am Grande Prairie College. Da Literatur in seiner Familie einen hohen Stellenwert genoss, lernte Peterson sehr früh lesen und schreiben.[2] Im Alter von 13 Jahren erweckte Sandy Notley, die Mutter Rachel Notleys und damals Bibliothekarin an seiner Schule, sein Interesse für Literatur von George Orwell, Aleksandr Solschenizyn und Ayn Rand. Gleichzeitig begann auch sein politisches Engagement in der New Democratic Party (NDP), der er als Jugendlicher angehörte. Mit 18 Jahren verließ er die Partei wieder.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterson studierte Politikwissenschaft zunächst am Grande Prairie College, wechselte jedoch später auf die University of Alberta, wo er 1982 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Nach dem Abschluss reiste er ein Jahr lang durch Europa und begann sich für die psychologischen Ursachen des Kalten Krieges zu interessieren. Peterson erkannte die „Zerstörungsfähigkeit“ des Menschen, was bei ihm zu Depressionen führte. In seiner Suche nach Antworten vertiefte er sich in die Werke von Carl Gustav Jung, Friedrich Nietzsche und Aleksandr Solschenizyn. Er kehrte an die University of Alberta zurück und erwarb 1984 den Bachelor of Arts in Psychologie.[4] 1985 zog er nach Montreal und wurde bei Robert O. Pihl an der McGill University promoviert.[5]

Von 1993 bis 1997 lehrte Peterson als Assistenzprofessor an der Harvard-Universität und konzentrierte sich auf das durch Drogen und Alkoholismus bedingte Aggressionsverhalten.[6] 1997 kehrte er an die University of Toronto zurück, wo er seitdem als Professor lehrt.[7]

Peterson begann 2013, seine Vorlesungen auf Youtube hochzuladen, das Interesse an ihm wuchs. 2017 hatte sein YouTube-Kanal mehr als eine Million Abonnenten,[8] 2019 waren es mehr als zwei Millionen. Seit 2013 veröffentlicht er dort auch seine Vorlesungen, seine Vorträge zum Alten Testament und Psychologie wurden 17 Millionen Mal aufgerufen. Er nutzte die Plattform Patreon, um monatliche Spenden zu sammeln (sein Einkommen auf der Plattform überstieg zwischenzeitlich sein akademisches Einkommen[9]), hielt Vorträge im Rahmen der TEDx-Veranstaltungen und hatte Fernsehauftritte in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Ein von Cathy Newman geführtes Interview auf Channel 4 mit Peterson verzeichnete auf YouTube mehr als 18 Millionen Aufrufe.[10] Im Dezember 2018 löschte Peterson seinen Patreon-Account aus Protest gegen die Löschung von Accounts von politischen Akteuren, die laut Patreon deren Regeln bezüglich Hassrede verletzt hätten.[11][12]

2018 veröffentlichte er den Selbsthilfe-Ratgeber 12 Rules for Life, der zu einem Bestseller in den USA und Kanada wurde.[13][14]

Nachdem Peterson am 18. März 2019 angekündigt hatte, er werde sich für ein zweimonatiges Gaststipendium an der Universität Cambridge aufhalten, zog die dortige theologische Fakultät die Einladung zurück.[15] Ein Social-Media-Foto, auf dem Peterson mit einem Mann posierte, auf dessen T-Shirt breit und falsch geschrieben stand Ich bin stolzer Islamaphober, wurde vielfach weiterverbreitet.[16] Am 15. März 2019 kam es in Neuseeland zu dem rassistisch motivierten rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch mit 50 Toten. Peterson hatte im Februar 2019 eine Lese-Tour durch Neuseeland unternommen, wo das Foto entstand. Nach dem Terroranschlag entschieden einzelne neuseeländische Buchhandlungen sowie eine Buchhandelskette zeitweise das Buch, für das er auf Lese-Tour gewesen war, zu boykottieren.[17][18]

Der Rektor der Cambridge Universität, Stephen Toope, erklärte, Petersons Arbeit und Ansichten seien nicht repräsentativ für die Studentenschaft und daher werde sein Besuch nicht als ein wertvoller Beitrag für die Universität gesehen, sondern als einer, der den Prinzipien der Universität widerspreche.[19][20][21]

Gemäß Scopus wird der h-Index bei 98 Publikationen mit 42 angegeben.[22]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während viele Kommentatoren Petersons Ansichten als konservativ einordnen,[23][24][25][26][27] beschreibt sich Peterson selbst als klassischer britischer Liberaler (classic British liberal)[28] und sieht sich als Verteidiger der Redefreiheit gegen die Aktivisten der Politischen Korrektheit unter anderem bei Themen wie Privilegien der weißen Bevölkerung (white privilege), kultureller Aneignung und feministischer sowie neo-marxistischer Postmoderne.[29][30] Marxismus und Neomarxismus seien nicht besser als Faschismus und Neofaschismus. Seiner Ansicht nach sind größtenteils die Universitäten für die "Welle" der Politischen Korrektheit verantwortlich, die Europa und Nordamerika "überrollt" habe. Diese würden sich nicht um das Individuum kümmern und sollten „gestoppt“ werden.[31] Er sieht im „kulturellen Marxismus“ den neuen bedrohenden Totalitarismus.[32]

Bill C-16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Peterson 2016 als Gegner des im Juni 2017 verabschiedeten kanadischen Gesetzes Bill C-16 (englisch An Act to amend the Canadian Human Rights Act and the Criminal Code ‚Gesetz zur Änderung des kanadischen Menschenrechtsgesetzes und Strafgesetzbuchs[Anm. 1]). Die Gesetzesänderung soll laut seiner Interpretation das Verwenden von Transgenderbegriffen gesetzlich verpflichtend machen. Peterson meinte, dass die unter Strafe gestellte Vorschrift, etwas Bestimmtes sagen zu müssen (compelled speech), eine Grenzüberschreitung der Gesetzgeber sei. Er kritisiert, dass der Zwang, Bestimmtes sagen zu müssen, einen massiven Einschnitt in die Redefreiheit darstelle. Darüber hinaus führte er an, dass diese gesetzlichen Neuerungen „postmoderner Ideologie“ entspringen.[Anm. 1]

Laut Peterson ist es nicht ausreichend belegt, dass Geschlechtsidentität und biologische Geschlechtlichkeit unterschiedliche, voneinander unabhängige Konstrukte sind. Vielmehr sei es so, dass alle Belege nahelegen, dass es keine unabhängig voneinander variierenden Konstrukte sind.[33] Die gesetzlich erzwungene Verwendung von durch Betroffene gewünschten spezifischen Pronomen in der dritten Person lehnt er ab[34] und nannte sie „Konstrukte einer kleinen Koterie ideologisch motivierter Menschen“.[33] Der konservativen National Post zufolge bestreitet er die Existenz von „non-binary gender identities“, und die Zeitung zitierte als Betroffenen Petersons Kollegen, den Physikprofessor A. W. Peet: „Um einen falschen Anspruch zu entkräften, ist nur ein Gegenbeispiel notwendig. Hier bin ich das Gegenbeispiel.“[34] Peterson betont hingegen, dass dies nicht das sei, was er gesagt habe.[33]

In einem BBC-Interview erläuterte Peterson zur Begründung seiner Ablehnung des Gesetzes, dass er vierzig Jahre lang Totalitarismus studiert habe und dieser immer mit dem Versuch beginne, das ideologische und sprachliche Territorium zu kontrollieren. „Unter keinen Umständen werde ich diese Worte benutzen, die von Leuten erfunden wurden, die genau dies tun.“[35]

Peterson kritisierte, durch die Änderungen am Menschenrechtsgesetz würden sich Arbeitgeber und Organisationen künftig strafbar machen, wenn ein Mitarbeiter oder Gesellschafter etwas sage, das direkt oder indirekt, „ob absichtlich oder unabsichtlich“, als beleidigend ausgelegt werden könne.[36] Jura-Professorin Brenda Cossman, wie Peterson von der University of Toronto, widersprach seiner Behauptung: „Es gibt nichts in Bill C-16, das den Missbrauch von Pronomen kriminalisiert.“ Sprache, wie Flüche und Hassrede, unterlägen bereits gesetzlichen Regelungen. Sie befürchte, viele Gedanken in dem Kontext hätten postfaktische Hintergründe.[37] In der von ihr verfassten Stellungnahme des Centre for Sexual Diversity Studies der University of Toronto stellt Cossman allerdings klar, dass der absichtliche Fehlgebrauch von Pronomen vor dem Hintergrund von Bill C-16 zwar nicht strafbar sei, aber durchaus vor den kanadischen Human Rights Tribunals und Gerichten verfolgt werden könne („misuse of pronouns may become actionable“) und nennt als mögliche Sanktionen Geldbußen und Anordnungen der Tribunale bzw. Gerichte, jedoch keine Haftstrafen.[38] So stellt nach den Leitlinien zur Verhinderung von Gender-basierter Diskriminierung der Human Rights Commission von Ontario aus dem Jahr 2014 die Weigerung, eine Person mit ihrem selbstgewählten Namen und dem entsprechenden Pronomen anzureden, eine Form von Gender-basierter Diskriminierung (Gender-based harassment) im Sinne des Human Rights Code von Ontario dar und kann von der Human Rights Commission geahndet werden.[39]

Im Mai 2017 gehörte Peterson zu den 24 eingeladenen Sachverständigen, die zum Bill C-16 vor dem Senatsausschuss für Rechts- und Verfassungsangelegenheiten sprachen. Peterson erläuterte in dem Ausschuss, dass die Argumente, Biologie bestimme nicht das Geschlecht, aus den Geisteswissenschaften stammten und ideologisch angetrieben seien.[40]

Das kanadische Gesetz ergänzte Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck als weitere Gruppe für das bereits anerkannte – und von Peterson nicht kritisierte – Verbot von sprachlichen Äußerungen (wie etwa öffentliche Beleidigungen starken Ausmaßes/Hassrede; ähnlich Volksverhetzung) und Gewalttaten (Hasskriminalität), welche in der Gesetzgebung des kanadischen Menschenrechtsgesetzes und des Strafgesetzbuches bereits verankert waren. Die Gruppe war bis dahin jedoch nur implizit statt explizit inkludiert. Die Canadian Bar Association[Anm. 2] widersprach vor der Verabschiedung des Gesetzes Petersons Behauptung, dass das Gesetz das Recht auf freie Rede behindere. Der Vorwurf, Bill C-16 zwinge Individuen dazu, bestimmte Pronomen zu benutzen, beruhe auf einem Missverständnis. Die juristische Definition von Hasskriminalität (hate crime) bzw. Hassrede (hate speech) sei durch die bloße falsche pronominale Anredeform nicht erreicht.[41][32]

Die neu eingeführte diskriminierungsschützenswerte Gruppe sei bereits indirekt in der Gesetzgebung enthalten und werde mit Bill C-16 direkt erwähnt.[41][32] Hingegen könne der absichtliche Fehlgebrauch von Pronomen nach einer Stellungnahme des Centre for Sexual Diversity Studies der University of Toronto durchaus Klagen vor den kanadischen Human Rights Tribunals oder Gerichten begründen und zu Geldbußen sowie anderen Rechtsmitteln (wie Unterlassung, Entwicklung von Anti-Diskriminierungsrichtlinien etc.) führen, jedoch sei dieses Verhalten keine Straftat und führe nicht zu Haftstrafen.[38]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Popularität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterson wurde ab 2016 durch seine Kritik an moderner Genderpolitik und Political Correctness international bekannt.[23][25][27][42]

Sein erstes Buch Maps of Meaning: The Architecture of Belief aus dem Jahre 1999 fand nach Veröffentlichung noch kaum 500 Käufer – erst infolge des plötzlichen Erfolgs von Peterson wurde es ins Deutsche übersetzt.[43] Sein zweites Buch 12 Rules for Life wurde millionenfach verkauft und ist zur Übersetzung in mindestens 50 Sprachen vorgesehen.[44]

Viel Beachtung fand eine Diskussion des erklärten Marx-Gegners Peterson mit dem linken slowenischen Philosophen Slavoj Žižek, die am 19. April 2019 im Sony Centre for the Performing Arts in Toronto stattfand.[45][46][47]

Umstrittenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen nannte Peterson im Januar 2018 in einem Blogbeitrag als einen der derzeit einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen der westlichen Welt, betont aber, dass er auf seiner Liste Personen nach Einfluss und nicht bloß durch persönliche Zustimmung gewichtet habe.[48] Der konservative Journalist David Brooks teilte diese Einschätzung in einem Kommentar der New York Times.[49] Dagegen hält ihn Slavoj Žižek für einen „Wikipedia theorist“.[50] Der Autor Pankaj Mishra bezichtigte Peterson in der New York Review of Books des faschistischen Mystizismus[51], worauf ihn dieser via Twitter beschimpfte und schrieb: „Wenn Sie in diesem Moment in meinem Zimmer wären, würde ich Sie mit Freude ohrfeigen“.[52][53][54] Die Journalistin Susanne Kaiser hält Peterson für „das wohl bekannteste Gesicht der männlichen Suprematisten“, der vor allem mit pseudowissenschaftlichen Thesen bekannt geworden sei.[55] Der Amerikanist Simon Strick bezeichnet Peterson als „Wissens- und Diskursspekulant, der mit anschlussfähiger Provokation und massentauglichem ,wissenschaftlichen‘ Zorn am Meinungs- und Affektmarkt teilnimmt“.[56] Der Politikwissenschaftler Ben Whitham bezeichnet Peterson als „Poster-Boy für die aufsteigende transnationale extreme Rechte“. Peterson vermische misogynen Antifeminismus mit Gemeinplätzen des islamophoben Rassismus.[57]

Die Autorin Judith Sevinç Basad bewertet in der NZZ Zuschreibungen wie „Rassist“ oder „Frauenhasser“ als unbegründete Ressentiments, ebenso wie die Zuschreibung zur extremen Rechten. Äußerungen in diese Richtung würden „in keiner Zeile seiner Schriften“ vorkommen. Seine Kritiker würden ihn ohne Kenntnis seiner Bücher und Interviews „reflexartig“ vorverurteilen. Petersons Ansichten könne man stattdessen als eine Ablehnung der Identitätspolitik deuten, wie beispielsweise bei seinem Widerstand gegen Bill C-16. Diese Ablehnung sei hier nicht wie von den Kritikern unterstellt gegen die LGBTQ-Bewegung gerichtet, sondern gegen ein „Gruppendenken“, das Menschen bloß über ihre „sexuelle oder ethnische Zugehörigkeit definiert“ und nicht mehr als „eigenständige Persönlichkeiten“ wahrnehme. Sie bedauert, dass Peterson in Feuilletons „für gewöhnlich schlecht“ wegkomme.[58]

Hella Dietz sieht in der ZEIT Petersons Aussagen als häufig so vage an, dass – wie bei einem Rorschachtest – sowohl seine Kritiker als auch seine Befürworter jeweils das in seine Aussagen hinein interpretieren könnten, was ihrem Weltbild entspreche. Dass Peterson dabei von manchen Kritikern ohne argumentative Auseinandersetzung verurteilt werde und ihm Aussagen in den Mund gelegt würden, die er so nie gesagt habe, verschaffe jedoch gerade seiner „Inszenierung als Tabubrecher“ Glaubwürdigkeit und bestärke seine Anhänger.[59]

Bernard Schiff, ein emeritierter Psychologieprofessor der University of Toronto und Kollege von Jordan Peterson, veröffentlichte in der kanadischen Tageszeitung Toronto Star einen Beitrag mit dem Titel: „Ich war Petersons größter Unterstützer. Jetzt halte ich ihn für gefährlich“.[60] Darin zeichnet Schiff das Bild eines Opportunisten, der einen mephistophelischen Bund mit der Masse geschlossen habe: „Jordan hat die autoritären Demagogen studiert und von ihnen gelernt, er weiß genau, wie er die Massen erreichen kann.“ Peterson habe Bill C-16 als „linksorientierte Verschwörung“ falsch charakterisiert. Peterson mache das nach, was er selbst kritisiere und bekämpfen wolle: Andersdenkende markieren und zum Verstummen bringen, sowie den Ideenaustausch behindern (ähnlich u. a. der Praktiken der Stasi sowie der McCarthy-Ära). Peterson habe der Professorenschaft und den ihn unterstützenden Institutionen keinen guten Dienst erwiesen. Befürchtungen, seinen Posten an der Universität zu verlieren, seien unbegründet. Er sei zu der Zeit, als er für Aufregung in der Debatte um die geschlechtsneutralen Pronomen sorgte, im Sabbatical gewesen. Er sei von der Universität gebeten worden, damit aufzuhören, da er ein die Lehre erschwerendes Umfeld erschaffe. Der Brief der Universität enthielte keine Andeutungen einer Entlassung.[60][61] Schiff kritisierte auch Petersons Ablehnung des staatlich geforderten Ethikkomitees für Universitätsstudien, das sicherstellt, dass Studien nur mit Probanden durchgeführt werden, deren Sicherheit und Wohlbefinden beachtet werden.[60]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterson heiratete 1989 Tammy Roberts.[62] Die beiden lernten sich bereits in früher Kindheit kennen. Peterson erzählte seinem Vater im Alter von elf Jahren, dass er vorhabe, eines Tages Tammy zu heiraten.[63] Das Paar hat einen Sohn und eine Tochter.[64] Nach eigenen Angaben ernährt sich Peterson ausschließlich von Rindfleisch mit Salz.[65][66]

2019 ließ sich Peterson in einer Entzugsklinik in der Nähe von Moskau behandeln, nachdem er nach dem Absetzen von Clonazepam, einem Anxiolytikum, physische Entzugssymptome entwickelte. Clonazepam war ihm zuvor von seinem Arzt verordnet worden, um Angstzustände aufgrund der Krebsdiagnose seiner Frau zu behandeln.[67][68][69] Er wurde für neun Tage mithilfe von Propofol in ein Koma versetzt und trug deswegen neurologische Schäden davon. 2020 trat er wieder vor die Kamera und gab bekannt, nun seine Arbeit fortsetzen zu können, er hoffe außerdem, bald zu so etwas wie einem normalen Leben zurückkehren zu können.[70]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel in wissenschaftlichen Journalen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 15 meist zitierten wissenschaftlichen Arbeiten nach Google Scholar und ResearchGate:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturübersichten
Rezensionen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jordan Peterson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b englisch The bill is intended to protect individuals from discrimination within the sphere of federal jurisdiction and from being the targets of hate propaganda, as a consequence of their gender identity or their gender expression. The bill adds „gender identity or expression“ to the list of prohibited grounds of discrimination in the Canadian Human Rights Act and the list of characteristics of identifiable groups protected from hate propaganda in the Criminal Code. It also adds that evidence that an offence was motivated by bias, prejudice or hate based on a person’s gender identity or expression constitutes an aggravating circumstance for a court to consider when imposing a criminal sentence. ‚Der Gesetzentwurf soll Menschen vor Diskriminierung innerhalb der Sphäre der Bundesgerichtsbarkeit und sowie Ziel von Hassrede als Folge ihrer Geschlechtsidentität oder -ausdrucks zu sein schützen. Der Gesetzentwurf fügt „Geschlechtsidentität oder -ausdruck“ der Liste verbotener Diskriminierungsgründe im kanadischen Menschenrechtsgesetz und der Liste von Merkmalen identifizierbarer Gruppen hinzu, die vor Hassrede im Strafgesetzbuch geschützt sind. Es fügt hinzu, dass der Beweis dafür, dass ein Vergehen durch Befangenheit, Vorurteile oder Hass motiviert über Geschlechtsidentität oder -ausdruck einer Person erfolgte, einen erschwerenden Umstand für ein Gericht darstellt, der bei Verhängung eines Strafmaßes zu prüfen ist.‘ Aus: Legislative Summary of Bill C-16: An Act to amend the Canadian Human Rights Act and the Criminal Code vom 21. Oktober 2016, Library of Parliament Research Publications, Parlament von Kanada
  2. Die kanadische Vereinigung von etwa 36.000 Anwälten, Richtern, Notaren, Jura-Professoren und -Studierenden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vinay Menon: Jordan Peterson is trying to make sense of the world — including his own strange journey. In: Toronto Star, 16. März 2018. Abgerufen am 22. Mai 2018. 
  2. A professor's refusal to use gender-neutral pronouns, and the vicious campus war that followed. In: Toronto Life. 25. Januar 2017, abgerufen am 31. Mai 2017.
  3. Jordan Peterson | News | The Harvard Crimson. Abgerufen am 31. Mai 2017 (englisch).
  4. nurun.com: Where we live... (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. April 2017; abgerufen am 23. April 2019 (kanadisches Englisch).
  5. Jordan Peterson – U of T Mind Matters. In: U of T Mind Matters. Abgerufen am 14. August 2017.
  6. Jordan Peterson - Linking Mythology to Psychology. 26. April 1995, abgerufen am 19. August 2017 (englisch).
  7. nurun.com: Where we live... (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. April 2017; abgerufen am 23. April 2019 (kanadisches Englisch).
  8. Simona Chiose: Jordan Peterson and the trolls in the ivory tower. In: The Globe and Mail, 2. Juni 2017.
  9. Inge van de Ven, Ties van Gemert: Filter bubbles and guru effects: Jordan B. Peterson as a public intellectual in the attention economy. In: Celebrity Studies. Band 0, Nr. 0, 18. November 2020, ISSN 1939-2397, S. 1–19, doi:10.1080/19392397.2020.1845966.
  10. The Jordan Peterson Moment The New York Times, abgerufen am 7. Juli 2018
  11. Brian Flood: Jordan B. Peterson, Dave Rubin ditch crowdfunding site Patreon to stand up for free speech. In: FoxNews.com. 4. Januar 2019. Abgerufen am 16. Januar 2019.
  12. Nellie Bowles: Patreon Bars Anti-Feminist for Racist Speech, Inciting Revolt (en-US). In: The New York Times, 24. Dezember 2018. Abgerufen am 19. November 2019. 
  13. Best-Selling Books Week Ended Feb. 11, The Wall Street Journal, abgerufen am 5. Juli 2018
  14. Bestsellers: National nonfiction, The Washington Post, abgerufen am 5. Juli 2018
  15. Cambridge rescinds offer of visiting fellowship to controversial professor Jordan Peterson. In: Varsity. 20. März 2019, abgerufen am 23. April 2019.
  16. Eleanor Busby: "Jordan Peterson: Alt-right figurehead's Cambridge fellowship revoked after photo with man in Islamophobic t-shirt" The Independent vom 24. März 2019
  17. Neuseeländische Buchläden verbannen Bestseller-Autor Jordan Peterson, Neue Presse, 24. März 2019
  18. Händler verkaufen Bücher von Autor Peterson doch wieder. In: deutschlandfunk.de. 27. März 2019, abgerufen am 31. März 2019.
  19. Cambridge University rescinds Jordan Peterson invitation, The Guardian, 20. März 2019
  20. Peterson offer rescinded prior to student or staff pressure, Toope says, Varsity (Cambridge), 25 März 2019
  21. Rescindment of visiting fellowship | statement from Vice-Chancellor Professor Stephen J Toope,
  22. Scopus preview - Peterson, Jordan B. - Author details - Scopus. Abgerufen am 12. Februar 2021.
  23. a b Jordan Peterson: Kämpfer gegen politische Korrektheit, erschienen bei Süddeutsche Zeitung am 14. September 2018, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  24. „Intellectual Dark Web“: Die neuen Prediger in Nordamerika, Matthias Kolb im Gespräch mit Teresa Sickert und Tim Wiese, erschienen am 29. September 2018 bei Deutschlandfunk Kultur, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  25. a b Yoram Hazony: Jordan Peterson and Conservatism's Rebirth: The psychologist and YouTube star has brought the concepts of order and tradition back to our intellectual discourse, erschienen am 15. Juni 2018 bei The Wall Street Journal, abgerufen am 1. September 2019 unter der am 1. September 2019 hier auf web.archive.org archivierten Version.
  26. Nellie Bowles: Patreon Bars Anti-Feminist for Racist Speech, Inciting Revolt, erschienen am 24. Dezember 2018 bei The New York Times, abgerufen am 30. Januar 2019 unter der am 24. Dezember 2018 hier auf web.archive.org archivierten Version. issn=0362-4331.
  27. a b Jordan Peterson is on a crusade to toughen up young men. It's landed him on our cultural divide., erschienen am 2. Juni 2018 bei The Washington Post, archiviert am 9. August 2018 hier auf Internet Archive
  28. Jordan Peterson and the transgender wars spectator.co.uk, abgerufen am 7. Juli 2018
  29. Robert Kraychik: Dissident Professor Explains Neo-Marxism; „Women’s Studies Should Be Defunded“. In: The Daily Wire, 28. Mai 2017.
  30. Antonella Artuso: Prof. Jordan Peterson responds to CBC cultural appropriation fallout. In: Toronto Sun, 23. Mai 2017.
  31. Jordan Peterson and the trolls in the ivory tower The Globe and Mail, abgerufen am 7. Juli 2018
  32. a b c Mythos Tabubrecher. In: zeit.de. Zeit Online, 13. August 2018, abgerufen am 31. Januar 2019.
  33. a b c Carol Off: „I'm not a bigot“ Meet the U of T prof who refuses to use genderless pronouns. In: CBC Radio One, 30. September 2016.
  34. a b Sean Craig: U of T professor attacks political correctness, says he refuses to use genderless pronouns. In: National Post, 28. September 2016.
  35. Canadian university professor under fire for 'disturbing' refusal to use gender-neutral pronouns. In: telegraph.co.uk. Telegraph Media Group Limited, 7. November 2016, archiviert vom Original am 26. April 2017; abgerufen am 12. Januar 2018 (englisch).
  36. Stella Morabito: Professor Ignites Protests By Refusing To Use Transgender Pronouns. In: thefederalist.com. 17. Oktober 2016, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  37. Simona Chiose: University of Toronto professor defends right to use gender-specific pronouns. In: The Globe and Mail, 19. November 2016.
  38. a b Brenda Cossman: Bill C-16 – No, its Not about Criminalizing Pronoun Misuse. Abgerufen am 11. Februar 2019 (kanadisches Englisch).
  39. Policy on preventing discrimination because of gender identity and gender expression. In: http://www.ohrc.on.ca/. Ontario Human Rights Commission, 14. April 2014, abgerufen am 12. Februar 2019 (kanadisches Englisch).
  40. Simona Chiose: U of T professor opposes transgender bill at Senate committee hearing. In: The Globe and Mail, 17. Mai 2017.
  41. a b CBA position on Bill C-16. In: cba.org. Canadian Bar Association, 12. Mai 2017, abgerufen am 31. Januar 2019.
  42. Christie Blatchford sits down with 'warrior for common sense' Jordan Peterson, erschienen am 19. Januar 2018 bei National Post, abgerufen am 19. Januar 2018, archiviert am 23. September 2020 hier auf web.archive.org
  43. Junge Männer haben gar nichts - Der kanadische Bestsellerautor Jordan B. Peterson ist der globale Star einer neuen Männlichkeitsbewegung. Er hält das Patriarchat für naturgegeben, Die Zeit, 6. Februar 2019
  44. About Jordan Peterson. In: jordanbpeterson.com. Abgerufen am 1. Dezember 2020 (englisch).
  45. Arno Frank: "Slavoj Zizek vs. Jordan Peterson: Marxist gewinnt Philosophenduell". Erschienen bei Der Spiegel am 20. April 2019, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  46. Harrison Fluss, Sam Miller: The Fool and the Madman, erschienen am 20. April 2019 im Jacobin, abgerufen am 13. November 2019.
  47. Stephen Marche: The 'debate of the century': what happened when Jordan Peterson debated Slavoj Žižek, erschienen am 20. April 2019 in The Guardian, abgerufen am 13. November 2019.
  48. Tyler Cowen: The five most influential public intellectuals? Marginal Revolution, 23. Januar 2018
  49. David Brooks:The Jordan Peterson Moment The New York Times, 25. Januar 2018
  50. Slavoj Zizek says ‘the dream of universal liberal democracy is over’. In: The Independent. 16. April 2019, abgerufen am 20. April 2019.
  51. Pankaj Mishra: Jordan Peterson & Fascist Mysticism. New York Review of Books, 19. März 2018, abgerufen am 27. März 2021 (englisch, hinter Paywall).
  52. Martin Suter: Der Professor und seine «12 Regeln fürs Leben». TagesAnzeiger, 4. Februar 2018, abgerufen am 27. März 2021 (hinter Paywall).
  53. Lothar Gorris: Also sprach Jordan Peterson. Hrsg.: Der Spiegel. 1. Februar 2018, S. 126.
  54. Helen Lewis: What Happened to Jordan Peterson? 2. März 2021, abgerufen am 10. April 2021 (englisch).
  55. Susanne Kaiser: Politische Männlichkeit wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobilmachen. Erste Auflage, Originalausgabe. Berlin 2020, ISBN 978-3-518-12765-0, S. 118 f.
  56. Simon Strick: Sokal Squared, Jordan Peterson und die rechten Affektbrücken von Siegen. In: Navigationen - Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften. Band 19, Nr. 2, 2019, S. 65–86, S. 82, doi:10.25969/mediarep/13819 (mediarep.org [abgerufen am 12. Februar 2021]).
  57. A postmodern neo-Marxist’s guide to free speech: Jordan Peterson, the alt-right and neo-fascism. In: The free speech wars. Manchester University Press, 2020, ISBN 978-1-5261-5255-8, hier insb. S. 104-107, doi:10.7765/9781526152558.00027 (manchesterhive.com [abgerufen am 16. Februar 2021]).
  58. Judith Sevinç Basad: Wieso die Welt Jordan Peterson braucht. In: NZZ. 26. Juni 2019, abgerufen am 17. Februar 2021.
  59. Hella Dietz: Jordan Peterson: Mythos Tabubrecher. In: Die Zeit. 13. August 2018, abgerufen am 23. Februar 2021.
  60. a b c Bernhard Schiff: I was Jordan Peterson’s strongest supporter. Now I think he’s dangerous. In: thestar.com. Toronto Star Newspapers Ltd., 25. Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.
  61. Is Jordan Peterson dangerous? In: CBC News. YouTube, 10. Juni 2018, abgerufen am 2. April 2019 (TV Interview mit Bernard Schiff).
  62. Patty Winsa: He says freedom, they say hate. The pronoun fight is back. Toronto Star, 15. Januar 2017
  63. Jordan Peterson Wife: The Truth About Tammy Peterson. Abgerufen am 25. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  64. Jason McBride: The Pronoun Warrior. Toronto Life, 25. Januar 2017
  65. Lukas Hermsmeier: Männer, kauft meine Freibriefe! In: DIE WELT. 21. Dezember 2018 (welt.de [abgerufen am 13. Februar 2021]).
  66. James Hamblin: The Jordan Peterson All-Meat Diet. In: The Atlantic. ISSN 1072-7825 (theatlantic.com [abgerufen am 13. Februar 2021]).
  67. Jordan Peterson enters rehab after wife's cancer diagnosis (en) 20. September 2019. Abgerufen am 22. September 2019.
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