Pratt & Whitney R-985

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pratt & Whitney
Pratt & Whitney R-985 AN-1 Sternmotor in einer Boeing-Stearman

Pratt & Whitney R-985 AN-1 Sternmotor in einer Boeing-Stearman

R-985 Wasp Junior
Produktionszeitraum: 1930–1953
Hersteller: Pratt & Whitney
Funktionsprinzip: Otto
Motorenbauform: Neunzylindersternmotor
Ventilsteuerung: OHV
Hubraum: 16.100 cm3
Gemischaufbereitung:
Motoraufladung: Kompressor
Kühlsystem: Luft
Schmiersystem: Trockensumpf
Leistung: 220 kW
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior ist ein luftgekühlter Flugmotor des US-amerikanischen Herstellers Pratt & Whitney. Nach ersten Prüfstandläufen im Jahr 1929 wurde der Typ ab 1930 in Zivil- und Militärflugzeugen sowie später auch in Hubschraubern (Sikorsky H-5) verwendet. Er ist mit einem Hubraum von 985 Kubikzoll (ca. 16 Liter) der Kleinste der P & W „Wasp“-Motorenfamilie. Nach Auslieferung von 39.037 Motoren endete die Produktion 1953.

Konstruktion und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pratt & Whitney entwickelte den R-985 Wasp Junior als eine kleinere Variante des R-1340 Wasp, um am Markt der mittelgroßen Flugzeugmotoren vertreten zu sein. Wie sein größeres Pendant ist der Wasp Junior ein luftgekühlter Neunzylinder-Otto-Sternmotor mit zahnradgetriebenem Zentrifugal-Kompressor. Seine Zylinder haben im Verhältnis zum R-1340 einen rund 27 % kleineren Hubraum. Erreicht wurde dies durch eine Verringerung von Bohrung und Hub auf nur mehr 131,76 mm (5,1875 Zoll). Der Wasp Junior teilt sich viele seiner Komponenten mit dem Wasp und hat dieselben Einbaumaße, sodass diese Motoren untereinander ausgetauscht werden können.[1] Der erste Testlauf eines Wasp Juniors fand 1929 statt, der Verkauf startete 1930.[2] Die ursprüngliche Baureihe Wasp Junior A leistete 220 kW (300 hp).[3][4]

Das US-Militär stufte den Wasp Junior als R-985 ein. Verschiedene Suffixe kennzeichnen diese verschiedenen militärischen Varianten. Dieses System wurde allerdings von Pratt & Whitney nicht übernommen, sodass zivile Modelle anhand ihrer Modellbezeichnung von den militärischen Varianten unterschieden werden können.

Der Wasp Junior A wurde von leistungsstärkeren Modellen abgelöst, der späteren B-Serie. Sie sind höher verdichtet, haben höhere Enddrehzahlen und eine effektivere Aufladung. Das erste B-Modell war der Wasp Junior TB, der auf Meereshöhe eine Nennleistung von 310 kW (420 hp) abgibt und eine Startleistung von 330 kW (440 hp) hat.[3][5] Der TB war für Bestleistung auf Meereshöhe optimiert, ihm folgte der Wasp Junior SB, der für Höhenflug ausgelegt war. Der SB leistet bis zu einer Höhe von 5000 Fuß 300 kW (400 hp) und hat eine Startleistung von 340 kW (450 hp).[3][6] Eine verbesserte Variante des SB war der Wasp Junior T1B2, der sich durch eine verbesserte Leistung in niedrigen Höhen auszeichnet. Bis zu einer Höhe von 450 m beträgt seine Leistung 340 kW (450 hp),[3][6] während seine Leistungsdaten für den Höhenflug bei 1500 m mit denen des SB übereinstimmen.[7] Der SB und der T1B2 waren zusammen mit ihren ähnlich leistungsstarken Nachfolgemodellen die beliebtesten Wasp Juniors. Eine Sonderform des T1B2, der Wasp Junior B4 ist für den vertikalen Einbau in Hubschraubern konzipiert.[6][8]

In der Mitte der 1930er-Jahre entwickelte Pratt & Whitney erneut eine überarbeitete Serie des Wasp Juniors, die C-Serie, die noch höher verdichtet war und eine noch höhere Enddrehzahl als die B-Serie haben sollte. Es wurde lediglich ein einziges Modell der C-Serie gebaut, der Wasp Junior SC-G. Dieser Motor leistete 390 kW (525 hp) bei einer Höhe von 2.900 m und hatte eine Startleistung von 450 kW (600 hp).[8] Das Suffix -G rührt daher, dass der SC-G ein Untersetzungsgetriebe hat, damit mit dem höher drehenden Motor eine effektive Propellerdrehzahl erreicht werden konnte. Dieser Motor wurde in eine D-17W Beechcraft Staggerwing eingebaut, kam aber nicht über das Prototypenstadium hinaus.

Verwendung (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasp Junior
  • Bohrung: 131,76 mm (5316 in)
  • Hub: 131,76 mm (5316 in)
  • Hubraum: 16.141 cm3 (985 in3)
  • Länge: 1.056 mm (41,59 in)
  • Durchmesser: 1.162 mm (41,59 in)
  • Ventilsteuerung: OHV, 18 Ventile
  • Aufladung: General-Electric-Zentrifugallader
Technische Daten im Überblick
Modell Dauerleistung Maximale Leistungshöhe Startleistung Verdichtungs-verhältnis Laderübersetzungs-verhältnis min. Oktanzahl Trockenmasse
Wasp Junior A[4] 220 kW bei 2.000 min−1 Meereshöhe identisch mit Dauerleistung 5 : 1 7 : 1 68 256 kg
Wasp Junior TB[5] 310 kW bei 2.200 min−1 Meereshöhe 330 kW bei 2.300 min−1 6 : 1 8 : 1 80 290 kg
Wasp Junior SB[6] 300 kW bei 2.200 min−1 1.500 m 340 kW bei 2.300 min−1 6 : 1 10 : 1 80/87 290 kg
Wasp Junior T1B2[6] 340 kW bei 2.300 min−1 450 m identisch mit Dauerleistung 6 : 1 10 : 1 80/87 296 kg
Wasp Junior B4[6] 340 kW bei 2.300 min−1 700 m identisch mit Dauerleistung 6 : 1 10 : 1 80/87 310 kg
Wasp Junior SC-G[8] 390 kW bei 2.700 min−1 2900 m 450 kW bei 2.850 min−1 6,7 : 1 10 : 1 100 392 kg

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pratt & Whitney R-985 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The 'Wasp Junior' (PDF). In: Flight, 10. Jänner 1930, S. 101–102. Abgerufen im 2. Februar 2017. 
  2. Pratt & Whitney: Pratt & Whitney - R-985 Wasp Jr.. Archiviert vom Original am 10. Februar 2010. Abgerufen im 2. Februar 2017.
  3. a b c d Pratt & Whitney (1956), S. A2
  4. a b FAA Type Certificate Data Sheet ATC 39
  5. a b FAA Type Certificate Data Sheet TC 85
  6. a b c d e f FAA Type Certificate Data Sheet E-123
  7. FAA Type Certificate Data Sheet TC 5E-1, Siehe 5 und 6.
  8. a b c Pratt & Whitney (1956), S. A3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]