Profiling

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Profiling (englisch profiling)[1] bezeichnet die Erstellung, Aktualisierung und Verwendung von Profilen [2] durch Sammlung von (auch im Internet gewonnener) Daten, sowie deren anschließende Analyse und Auswertung, zum Zwecke der Identifikation und Überwachung von Personen, zur Leistungsmessung (Scoring), zur Optimierung und Vorhersage des (Direkt)marketings, oder zum Zwecke der Wahl-, Verhaltens- und Meinungsbeeinflussung.

In Bezug auf Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • in der Kriminalistik und Polizeiarbeit die Erstellung von Täterprofilen durch Operative Fallanalysen sowie
    • im Allgemeinen und bei der Terrorismusbekämpfung die Zusammenstellung und Analyse verknüpfter Zeit- und Positionsinformationen von Personen und deren Tätigkeiten (Bewegungsprofil) und
    • Predictive Policing“ (Vorhersagende Polizeiarbeit);
  • im Marketing die Erstellung von möglichst genauen und individuellen Kundenprofilen im „Zielmarketing“ durch Kundenprofiler, um den „goldenen Moment“ einer Kaufentscheidung möglichst genau vorherzusehen und beeinflussen zu können („Verhaltensmikrotargeting“);[3]
  • die Erstellung eines Profils der Adressen und Aufrufzeiten aufgerufener Internetdienste oder Webseiten (Internetprofil); (Benutzerprofil);
  • die Erstellung von Persönlichkeits-, Verhaltens- oder Bewegungsprofilen durch Sammlung und Auswertung von Daten, unter Anderem durch Tracking bzw. Webtracking und im Internet hinterlassenen Cookies, getätigte und veröffentlichte Informationen z. B. zu sozialen Kontakten, politischer Einstellung, persönlichem Weltbild, persönlichen Vorlieben, finanziellen Verhältnissen, gesundheitlicher Situation und weiteren Angaben, die ein modellhaftes, auf Algorithmen beruhendes Gesamtbild einer individuellen Persönlichkeit ergeben, auch durch die Sammlung von Informationen aus der Nutzung „smarter“ Dinge (Internet der Dinge) wie Haushaltsgeräte, Kfz oder tragbarer bzw. implementierter (Klein)computer („Wearables“ wie z. B. „Gesundheitsarmbänder“) oder Mikrochips oder aber im Rahmen der „Gamification“,
    • dessen Einordnung und Ver- sowie Bewertung unter verschiedenen Aspekten mittels z. B. Scoring,
    • dessen Einsatz durch möglichst gezielte und individuelle Ansprache („Zielmarketing“) von z. B. als unentschlossen geltenden Wählern, z. B. in Wahlkämpfen, was z. B. zu Spekulationen über einen entsprechenden Einfluss auf den Ausgang bei der Abstimmung über den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs („Brexit“) oder den auch manipulativen, oder vom Ausland (Russland) missbrauchten Einsatz bei Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2015/16 führte;
  • in der Personalwirtschaft den Abgleich eines Stellen- mit einem Bewerberprofil, siehe Berufliches Profiling sowie
  • in der Psychologie die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils, z. B. auf Basis einer Persönlichkeitstypologie.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden | Profiling | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 15. November 2017.
  2. Duden | Profil | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. Abgerufen am 20. November 2017.
  3. Alexander Nix, Chief Executive Officer (CEO) der Fa. Cambridge Analytica, im September 2016 vor dem 2016 Concordia Summit, bei ca. 00:25: Concordia: The Power of Big Data and Psychographics („Die Kraft von Big Data und Psychographie“). 27. September 2016, abgerufen am 5. November 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Profiling – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen