Residenz am Kap Idokopas

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Die Residenz am Kap Idokopas

Die Residenz am Kap Idokopas (russisch Резиденция на мысе Идокопас)[1] ist ein palastähnliches Gebäude im Italianate-Stil mit umfangreichen Außenanlagen. Es befindet sich am Schwarzen Meer in der Nähe von Praskowejewka südlich von Gelendschik. Nach zahlreichen Berichten handelt es sich um die private Sommerresidenz Wladimir Putins.

Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Medien und Literatur wird das Gebäude üblicherweise als Putins Palast,[2][3] in russischen Medien Datscha Putin[4] oder Putins Landhaus[5] bezeichnet.

Berichterstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chart: Scheme of interaction between companies and cash flows involved in financing of the construction of "Putin's Palace"
Kolesnikows Finanzschema zur Finanzierung der Residenz

Im Dezember 2010 beklagte sich der Geschäftsmann Sergei Kolesnikow in einem offenen Brief bei Präsident Medwedew über Korruption, Erpressung und Diebstahl in Russland. Dabei wählte er exemplarisch die Residenz bei Gelendschik. Nach seiner Darstellung wurde der Bau mit Geldern für die medizinische Ausstattung russischer Kliniken finanziert. Das Geld stammte von russischen Oligarchen und wurde zu einem Drittel entgegen dem eigentlichen Verwendungszweck auf die Britischen Jungferninseln transferiert. Diese Aktivitäten wurden über Kolesnikows eigenes Unternehmen Petromed abgewickelt.

Seine Handelspartner bei diesen Geschäften waren Nikolai und Kirill Schamalow, die für das russische Tochterunternehmen der Firma Siemens arbeiteten. Bei ihnen handelt es sich um den Schwiegervater und den Ehemann von Putins Tochter Katerina Tichonowa. Kolesnikow lebt heute vermutlich im Exil in Tallinn.[6][7][8]

Die Zeitung Nowaja Gaseta veröffentlichte im Jahr 2011 das Vertragswerk zum Bau der Immobilie, das vom Immobilienverwalter des Kreml, Wladimir Koschin unterzeichnet worden ist.[9][10]

Im gleichen Jahr tauchten die ersten Bilder der Residenz auf, die von Bauarbeitern gemacht worden waren.[11][12][13] Die Website, auf der die Bilder zunächst zu sehen waren, wurde zeitweise blockiert.[14][15] Kurz darauf wurde das Anwesen überraschend für 350 Millionen Dollar an den kremlnahen Geschäftsmann Alexander Ponomarenko verkauft.[16] Beobachter gehen davon aus, dass Putin weiterhin der eigentliche Nutzer der Anlagen ist.[17][18]

Im Februar und im Juni 2011 versuchten Umweltaktivisten der Organisation Ekovakhta Baumaßnahmen zu dokumentieren, die gegen geltendes Umweltrecht verstießen. Sie trafen dabei auf Wachleute, die die Uniformen und Erkennungszeichen des Sicherheitsdienstes FSB trugen. Nach Darstellung des Kreml hatten sich die Wachleute diese widerrechtlich beschafft.[19]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Residenz befindet sich auf einem 74 Hektar großen Areal. Die Anlage verfügt über drei Helipads, ein Kasino, zwei Theater und umfangreiche Sportanlagen.[20] Das Areal ist von einer Mauer umgeben, die Zufahrt erfolgt auf zwei Straßen, die mit Checkpoints gesichert sind. Es gibt auf dem Gelände eine Funkstation, eine eigene Wasserversorgung und einen Weinberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Residenz am Kap Idokopas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statement of the Steering Committee of the EU-Russia Civil Society Forum “On the Goldman Environmental Prize for Suren Gazaryan”. In: eu-russia-csf.org (PDF, englisch).
  2. Karen Dawisha: Putin's Kleptocracy: Who Owns Russia? Seite 48 et al
  3. Перевести на русский Перевести на русский Oligarch Buys ‘Putin’s Palace’. In: sptimes.ru, 9. März 2011 (russisch).
  4. Olympic „Mopping Up“. (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/en.novayagazeta.ru In: novayagazeta.ru, 14. Januar 2014 (englisch).
  5. Statement by the YABLOKO party. In: yabloko.ru, 19. Dezember 2012 (englisch).
  6. „Putins Palast“ angeblich mit Geld für Kliniken finanziert. In: Die Zeit, 21. Mai 2014.
  7. Billion-dollar medical project helped fund “Putin’s palace” on the Black Sea., Reuters, 21. Mai 2014 (englisch).
  8. Unternehmer behauptet, Russlands Premier stecke eine Riesensumme in ein Anwesen am Schwarzen Meer. In: Tagesspiegel, 30. Dezember 2010.
  9. Ein Palast für Putin? In: sueddeutsche.de, 4. März 2011.
  10. Vladimir Putin 'has £600 million Italianate palace' The Telegraph, 14. Februar 2011.
  11. Eine Milliarde Dollar an Korruptionsgeldern für Putins Palast? In: heise.de, 20. Januar 2011.
  12. „Putins Palast“ am Schwarzen Meer wird weiter verkauft. In: Russland-Aktuell, 3. März 2011.
  13. Sergei Kolesnikow: An Open Letter to President Medvedev from Dr. Sergey Kolesnikov. In: Corruption Free Russia. 12. Dezember 2010. Abgerufen am 21. Juli 2011.
  14. Фотографии "дворца Путина" в Прасковеевке на Черном море. (Memento des Originals vom 24. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ruleaks.net In: ruleaks.net, 18. Januar 2011 (russisch).
  15. WikiLeaks Russia website blocked over Putin palace pix. In: RIA Novosti. 19. Januar 2011. Abgerufen am 28. Juli 2011.
  16. 350 Millionen Dollar für „Putins Palast“. In: Blick, 3. März 2011.
  17. Anti-corruption activist says Putin’s spokesman accepted a 426-thousand-dollar bribe to rent a yacht., In: Meduza, 24. August 2015 (englisch).
  18. Yachtspotting: OSINT Methods in Navalny’s Corruption Investigation. In: Bellingcat, 19. August 2015 (englisch).
  19. Environmentalists crash 'Putin’s seaside palace'. In: France 24. 7. Mai 2011. Abgerufen am 23. Juli 2011.
  20. "Putins Palast" für 250 Millionen Euro verkauft

Koordinaten: 44° 25′ 9″ N, 38° 12′ 19″ O