Quartier Saint-Germain-des-Prés

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Das Quartier Saint-Germain-des-Prés [kaʀtje sɛ̃ ʒɛʀmɛ̃ de pʀe], kurz Saint-Germain [sɛ̃ ʒɛʀmɛ̃], ist ein Stadtviertel in Paris.

Es ist das 24. Quartier der französischen Hauptstadt und liegt im 6. Arrondissement südlich der Seine im Stadtgebiet Rive Gauche. Das zentral in der Innenstadt gelegene Viertel ist nach der dort ansässigen Abtei Saint-Germain-des-Prés benannt und wird vom Boulevard Saint-Germain durchzogen. Der Zusatz des Prés bedeutet auf den Wiesen. Der Namensgeber der Abtei, Germanus von Paris, ließ die Kirche im Jahr 558 AD auf Weideland hinter der Île de la Cité errichten. Nahebei gibt es eine Métro-Station gleichen Namens.

Das zum Quartier Latin zählende Viertel spielte jahrhundertelang eine wichtige Rolle im Geistesleben Frankreichs. Das dort gelegene Priesterseminar von St-Sulpice (Paris) bildete berühmte Persönlichkeiten aus. Das Viertel galt in der Mitte des 20. Jahrhunderts als Zentrum des französischen Existentialismus um die Philosophen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. In Saint-Germain-des-Prés gibt es berühmte Cafés wie Les Deux Magots oder Café de Flore, die teils schon in den 1920er Jahren, spätestens ab den 1950ern, zum Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern wurden. Literaten, Musiker, Schauspieler und Filmschaffende wie Boris Vian, Juliette Gréco, Jean-Luc Godard oder François Truffaut wurden zwischen den 1950er und 1980er Jahren mit dem Viertel assoziiert. In der Rue des Beaux-Arts residierte ab 1955 die berühmte Galerie von Iris Clert.

Heutzutage ist Saint-Germain-des-Prés ein Anziehungspunkt für Touristen. Die Bewohner von Saint-Germain-des-Prés werden im Französischen als germanopratins bezeichnet. Dieses Gentilizium steht wie oft im Französischen der lateinischen Wurzel näher als der Lokalitätsname selbst: frz. pré < lat. prātŭm („Wiese, Aue“).