RHI AG

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RHI AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000676903
Sitz Wien, OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung Franz Struzl
Mitarbeiter 7.898[1]
Umsatz 1.752,5 Mio. Euro[2]
Branche Feuerfest
Website www.rhi-ag.com
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
RHI Headquarters, Wien

Die RHI AG ist ein bedeutender Produzent für die Erzeugung nichtsubstituierbarer Feuerfestwerkstoffe für alle industriellen Brenn- und Schmelzprozesse. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien und beschäftigt weltweit 7.900 Mitarbeiter an rund 30 Produktionsstandorten sowie über 70 Vertriebsstandorten. Jährlich werden von RHI mehr als 1,5 Millionen Tonnen Feuerfestmaterialen (feuerfeste Steine, Massen, Mörtel und Funktionalprodukte) hergestellt. Insgesamt beliefert RHI mehr als 10.000 Kunden aus der Stahl-, Zement-, Nichteisenmetalle-, Glas-, Energie-, und Chemieindustrie in über 180 Ländern.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Spaeter

1834 Friedrich Ferdinand Didier erwirbt eine Ziegelei und Kalkbrennerei bei Stettin im damaligen Preußen und gründet die „Chamottefabrik F. Didier in Podejuch“. Didier wird damit zu einem der ersten Hersteller von Feuerfeststeinen in Deutschland.

1881 Carl Spaeter entdeckt in Veitsch (Österreich) eine Magnesitlagerstätte und gründet 1899 die „Veitscher Magnesitwerke Actien-Gesellschaft“.

1908 Der Bergingenieur Josef Hörhager entdeckt eine Magnesitlagerstätte auf der Millstätter Alpe (Österreich). Der Deutsch-Amerikaner Emil Winter erwirbt die Schürfrechte und gründet die „Austro-American Magnesite Company“ (später Radex Austria).

1959/60 In Leoben (Österreich) wird ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut der Veitscher Magnesitwerke gegründet. Heute sind hier die weltweiten F&E-Aktivitäten konzentriert.

1987 Aus der amerikanischen General Refractories Co. entsteht im Rahmen eines Management Buy-out die Radex Heraklith Industriebeteiligungs AG (seit 1998: RHI AG).

1993 Die beiden traditionsreichen österreichischen Feuerfestunternehmen Radex Austria AG und Veitscher Magnesitwerke Actien-Gesellschaft fusionieren zur Veitsch-Radex AG – heute als Veitsch-Radex GmbH & Co OG eine 100 %-Tochter des RHI Konzerns.

1995 RHI übernimmt die Aktienmehrheit am vormaligen Mitbewerber Didier-Werke AG.

2001 RHI übernimmt amerikanischen Firmen, welche mit Asbestklagen belastet sind. Diese führen das Unternehmen fast in den Ruin. Das folgende sogenannte Chapter-11-Verfahren konnte nach 11 Jahren abgeschlossen werden.[4]

2006 Mit dem Verkauf der Dämmstoffsparte Heraklith und der damit erfolgten Fokussierung auf die Kernkompetenz Feuerfest wird die strategische Neuausrichtung des Konzerns abgeschlossen.

2007 Mit der Integration von Monofrax verstärkt RHI die Position als Komplettanbieter für schmelzgegossene Feuerfestspezialitäten im nordamerikanischen Spezialglasmarkt.

2008 RHI akquiriert zwei ISO Werke von Foseco und baut ihre Position im ISO-Bereich aus. Hochwertige ISO-Produkte werden für das kontrollierte, geschützte Vergießen von Stahl im Strangguss benötigt.

2010 Vollständige Übernahme der Didier-Werke AG.

2011 Akquisitionen von ZAO Podolsk (Russland), Premier Periclase Ltd.(Irland) und SMA Mineral Magnesia AS (Norwegen).

2012 Vollständige Übernahme der Stopinc AG (Schweiz).[5]

2013 Mehrheitliche Übernahme von Orient Refractories Ltd. (Indien).[6]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kerngeschäft von RHI ist die Herstellung, der Vertrieb und die Zustellung hochwertiger keramischer Feuerfestprodukte, die Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Systemlösungen sowie die Realisation von Service- und Dienstleistungen für die Schlüsselindustrien Stahl, Zement, Kalk, Nichteisenmetalle, Glas und Umwelt/Energie/Chemie.

RHI bietet ein über 120.000 Einzelartikel umfassendes Produktsortiment an, das den – bei allen industriellen Prozessen im Hochtemperaturbereich anfallenden – extremen thermischen, mechanischen und chemischen Belastungen standhalten muss.

Das Produktportfolio umfasst geformte Feuerfestprodukte, wie hydraulisch gepresste und schmelzgegossene Steine, isostatisch gepresste Produkte und Fertigbauteile aus Massen, ungeformte Feuerfestprodukte, wie Reparatur-, Bau- und Gießmassen und Mörtel sowie Funktionalprodukte, die neben hochtemperaturbeständigen zusätzliche verfahrenstechnisch-metallurgische Funktionen erfüllen müssen.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RHI Technologiezentrum, Leoben
Forscher im TCL

Im Technologiezentrum (TCL) der RHI in Leoben, Österreich, ist auch die Forschung und Entwicklung des Unternehmens konzentriert. Das Forschungsinstitut wurde 1959 gegründet und ist heute weltweit die größte industrielle Forschungseinrichtung im Bereich Feuerfest.

Etwa 165 Forscher aus zehn Nationen arbeiten hier, davon ein Drittel Frauen. Auch am chinesischen Standort Dalian hat RHI eine weitere, deutlich kleinere, Forschungseinheit etabliert.

RHI verfügt über rund 139 Patentfamilien mit mehr als 1.425 einzelnen Patenten bzw. Patentanmeldungen sowie etwa 1.300 Markenschutzrechte für rund 120 geschützte Markennamen und Logos.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand der RHI AG besteht aus fünf Personen (Stand: März 2016):

  • Franz Struzl (Vorsitzender des Vorstandes)
  • Franz Buxbaum (COO)
  • Thomas Jakowiak (CSO, Division Industrial)
  • Barbara Potisk-Eibensteiner (CFO)
  • Reinhold Steiner (CSO, Division Stahl)

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dachmarke RHI fasst mehrere am Markt etablierte Marken zusammen:

  • Didier
  • Dolomite Franchi
  • Interstop
  • Radex
  • Refel
  • Veitscher

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. RHI im Überblick
  4. Asbestklagen
  5. RHI AG: RHI AG: RHI AG übernimmt Schweizer Feuerfest-Spezialhersteller Stopinc AG. Abgerufen am 25. Februar 2016.
  6. Geschäftsbericht 2013. RHI AG, abgerufen am 25. Februar 2016.