Raimund Hoghe

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Raimund Hoghe (* 1949 in Wuppertal) ist ein deutscher Choreograph, Ex-Tänzer, Filmemacher, Journalist und Buchautor.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoghe wurde als uneheliches Kind geboren und wuchs bei seiner Mutter in Wuppertal auf. Er wurde von seinem Großvater geprägt, einem begeisterten Cineasten, mit dem er die Filme der 1950er Jahre sah. Während seiner Schulzeit bekam er einige kleine Rollen im Stadttheater.

Als Journalist verfasste er zunächst Porträts von Außenseitern und Prominenten, die in der Wochenzeitung Die Zeit erschienen und auch in mehreren Büchern zusammengefasst wurden. 1980 - 90 arbeitete er als Dramaturg für das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, über das er auch zwei Bücher schrieb. Seit 1989 entwickelt er eigene Theaterarbeiten für verschiedene Tänzer und Schauspieler. 1992 begann seine Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Luca Giacomo Schulte, der bis heute sein künstlerischer Mitarbeiter ist. 1994 realisierte er das erste Solo für sich "Meinwärts", dem "Chambre séparée" (1997) und "Another Dream" (2000) als Trilogie über das vergangene Jahrhundert folgten. Neben seiner Theaterarbeit arbeitete Hoghe vielfach für das Fernsehen und realisierte u. a. 1997 im Auftrag des WDR ein einstündiges Selbstporträt: Der Buckel. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, mit seinen Stücken gastierte er in verschiedenen Ländern Europas, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Er hat zahlreiche Preise erhalten, darunter 2001 den "Deutschen Produzentenpreis für Choreografie". 2006 erhielt er den "Prix de la critique Francaise" für Swan Lake, 4 Acts in der Kategorie "Beste ausländische Produktion". 2008 wurde Raimund Hoghe in der Kritiker-Umfrage der Zeitschrift "ballet-tanz" zum "Tänzer des Jahres" ernannt. Bücher über seine Theaterarbeiten sind in Frankreich, Deutschland, England und den USA erschienen. Im Januar 2020 wurde der 70-Jährige für sein Lebenswerk als Officier des französischen Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet.[2]

Raimund Hoghe lebt in Düsseldorf.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wenn keiner singt, ist es still. Porträts, Rezensionen und andere Texte. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2019, ISBN 978-3-95749-233-3
  • Raimund Hoghe. Verlag Theater der Zeit, Berlin, 2013, ISBN 978-3-943881-61-5
  • Pina Bausch. Sangensha Publishing, Tokio, 1999
  • Zeitporträts. Beltz Quadriga Verlag, Weinheim/Berlin 1993, ISBN 3-88679-212-9.
  • Pina Bausch - Historias de teatro danza por Raimund Hoghe. Ultramar Editores, Barcelona 1989
  • Bandoneon - Em que o tango pode ser bom para tudo? Attar Editorial, Sao Paulo 1989
  • Pina Bausch - Histoires de théâtre dansé. L'Arche Éditeur, Paris 1987
  • Pina Bausch - Tanztheatergeschichten. Mit Fotos von Ulli Weiss. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-37837-6.
  • Wo es nichts zu weinen gibt. Porträts und Reportagen. Van Acken Verlag, Krefeld 1987/90, ISBN 3-923140-43-6.
  • Preis der Liebe. Erzählung. Rimbaud Presse, Aachen 1984, ISBN 3-89086-900-9.
  • Anderssein. Lebensläufe außerhalb der Norm. Sammlung Luchterhand, Darmstadt 1982, ISBN 3-472-61367-X.
  • Bandoneon - Für was kann Tango alles gut sein? Texte und Fotos zu einem Stück von Pina Bausch. Luchterhand Verlag, Darmstadt 1981, ISBN 3-472-61369-6.
  • Schwäche als Stärke. Bethel - Ein Symbol und die Realität. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1976, ISBN 3-7887-0477-2.

Tanztheater-Produktionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: Forbidden Fruit
  • 1990: Vento
  • 1992: Verdi Prati
  • 1994: Meinwärts
  • 1995: Geraldo's Solo
  • 1997: Chambre séparée
  • 1998: Der Buckel. (filmisches Selbstporträt für den WDR)
  • 1998: Dialogue with Charlotte
  • 1999: Lettere amorose
  • 2000: Another Dream
  • 2000: Den Körper in den Kampf werfen
  • 2002: Sarah, Vincent et moi
  • 2002: Young People, Old Voices
  • 2003: Tanzgeschichten
  • 2004: Sacre - The Rite of Spring
  • 2005: Cartes Postales. (Tanzfilm / Fernsehproduktion Arte France, Les Films d'Ici)
  • 2005: Swan Lake, 4 Acts
  • 2007: 36, Avenue Georges Mandel
  • 2007: Bolero Variationen
  • 2008: L'Après-midi
  • 2009: Body/Space/Music
  • 2009: Sans-titre
  • 2010: Si je meurs laissez le balcon ouvert
  • 2011: Pas de Deux
  • 2012: Cantatas
  • 2013: An Evening with Judy
  • 2014: Quartet
  • 2015: Songs for Takashi
  • 2016: Musiques et mots pour Emmanuel
  • 2016: La Valse
  • 2017: Lettere amorose, 1999-2017
  • 2018: Pièce pour le Collège des Bernardins
  • 2018: Canzone per Ornella
  • 2019: Projekt Bethanien, Berlin
  • 2019/20 Postcards from Vietnam

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Jugend ist im Kopf / La jeunesse est dans la tête, Filmporträt von Marie-Thérèse Allier, Direktorin der Menagérie de Verre in Paris. Regie: Raimund Hoghe, Produktion ARTE 2018, verfügbar in der Arte-Mediathek und auf Youtube.
  • Cartes Postales. Tanzfilm, Frankreich, 2005, Regie: Richard Copans, Produktion: Les Films d'Ici, Arte France, Erstausstrahlung: 30. Oktober 2005 bei Arte, (Inhaltsangabe auf: arte.tv) Choreograph und Darsteller: R.H., Lorenzo de Brabandere.
  • Young People, Old Voices. Frankreich, 2005, Produktion: Centre Pompidou Paris, Choreographie: R.H.
  • Lebensträume. 24 TV-Kurzporträts, 1994, Regie und Drehbuch: R.H, Produktion: ZDF, 3SAT
  • Es bleibt noch viel zu sagen. Fernseh-Dokumentarfilm, Deutschland, 1980, Regie und Drehbuch: Raimund Hoghe und Erwin Michelberger, Produktion: WDR

Filmporträts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raimund Hoghe, der Außergewöhnliche. Gespräch mit Video-Einspielungen, Deutschland, 2012, 43 Min., Moderation: Anja Höfer, Produktion: arte, Redaktion: Square, Erstsendung: 11. November 2012 bei arte, Film-Informationen und Video-Ausschnitt von arte.
  • Paroles de choréographes., Regie: Laurent Goumarre, für Vidéodanse / Centre Pompidou, Paris, Frankreich, 2005
  • Der Buckel. Selbstporträt, 1997, Regie und Drehbuch: R.H., Produktion: WDR

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raimund Hoghe. hrsg. von Kunststiftung NRW, Theater der Zeit, Berlin 2013, ISBN 978-3-943881-61-5.
  • Mary Kate Connolly (editor): Throwing the Body into the Fight, Intellect books & Live Art Development Agency, London / UK, 2013. Paperback, colour images throughout. ISBN 978-1-78320-034-4
  • Katja Schneider, Thomas Betz (Hrsg.): Schreiben mit Körpern: Der Choreograph Raimund Hoghe. K. Kieser, München, 2012, ISBN 978-3-935456-28-9.
  • Jeroen Peeters, Martin Hargreaves, Gerald Siegmund: Shadow Bodies. On Philipp Gehmacher and Raimund Hoghe. Cultureel Centrum Maasmechelen, Belgien, 2006, ohne ISBN. (Abstract auf: dansinlimburg.be)
  • Helmut Ploebst: no wind no word. Neue Choreographie in der Gesellschaft des Spektakels. (New choreography in the society of the spectacle.) 9 Porträts: Meg Stuart, Vera Mantero, Xavier Le Roy, Benoît Lachambre, Raimund Hoghe, Emio Greco/PC, Joao Fiadeiro, Boris Charmatz, Jérôme Bel. K. Kieser Verlag, München, 2001, ISBN 3-935456-01-8. (dt., engl.) Inhaltsverzeichnis auf: digitool.hbz-nrw.de
  • Marie-Florence Ehret: Raimund Hoghe. L'ange inachevé. Fiction. Éditions Comp'Act & Centre international de Bagnolet pour les oeuvres choréographiques Seine-Saint-Denis, France, 2001, ISBN 2-87661-229-1. (mit Biblio- und Filmographie; Französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Raimund Hoghe. In: Michael Gollan, North Rhine-Westphalia (Germany) Kultusministerium, Bochum (Germany), Stadtbücherei Bochum: Literatur hat ihren Preis: Förderungspreisträgerinnen Literatur des Landes Nordrhein-Westfalen 1972-1987: Begleitband zur Ausstellung des Kultusministers des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bochum. Stadtbücherei Bochum, 1989, ISBN 3-8093-0138-8, S. 38.
  2. Französischer Orden für Choreograph Raimund Hoghe, wz.de, erschienen und abgerufen 28. Januar 2020
  3. Raimund Hoghe. auf: düsseldorf.de