Rainer Brambach

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Rainer Brambach (* 22. Januar 1917 in Basel als Reinhard Brambach; † 14. August 1983 ebenda) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Brambach war der Sohn eines Klavierstimmers aus Rheinbach im Rheinland, Franz Philipp Brambach (1859–1940), der sich 1908 in Basel niedergelassen hatte. Seine Mutter hiess Mina Born (1876–1966) und stammte aus Niederbipp. Er wuchs im St. Johann-Quartier auf und absolvierte nach der Sekundarschule ab 1932 widerstrebend eine Flachmalerlehre. Anschließend ab 1934 arbeitete er auch als Möbelpacker, Torfstecher oder Werbetexter. In den Dreissiger Jahren unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch Deutschland, Österreich und Frankreich.

Als Deutscher aus der Schweiz ausgewiesen, nahm er 1939 eine Stelle als Maler in Stuttgart an und wurde bei Kriegsausbruch zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Er desertierte und ging zurück in die Schweiz, wo er zeitweise in Witzwil interniert war. Ab 1943 war er als Gartenbauarbeiter in Basel tätig, mit einem Intermezzo 1947–1951 im Graphikatelier Rolf Rappaz; ab 1959 lebte er in Basel als freier Schriftsteller. 1974 wurde er in Basel eingebürgert. Brambach starb am 13. August 1983 und wurde am 18. August 1983 auf dem Friedhof am Hörnli begraben.[1]

Literarische Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Brambachs Werk, das seit 1947 entstand, besteht im Wesentlichen aus Gedichten und Erzählungen. In seiner leisen, melancholischen Lyrik, die von der Naturerfahrung des Gärtners geprägt ist, pflegte er wie in seiner Prosa einen schlichten, zurückhaltenden Stil abseits der literarischen Moden. Entscheidende Förderung erhielt er durch Hans Bender, den Begründer und langjährigen Herausgeber der Literaturzeitschrift Akzente. Er wiederum vermittelte Werner Lutz wichtige Kontakte zu Dichtern und Herausgebern (wie z.B. Hans Bender).

Der Nachlass von Rainer Brambach befindet sich seit 2000 in der Universitätsbibliothek Basel.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1955 Hugo-Jacobi-Preis
  • 1958 Förderungspreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
  • 1965 Ehrengabe der Stadt Basel
  • 1973 Levaillant-Preis
  • 1977 Kunstpreis der Stadt Bern
  • 1982 Kunstpreis der Stadt Basel

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sieben Gedichte. Privatdruck 1947
  • Tagwerk. Gedichte. Fretz & Wasmuth, Zürich 1959
  • Wahrnehmungen. Prosa. Fretz & Wasmuth, Zürich 1961
  • Marco Polos Koffer. Gedichte (mit Jürg Federspiel). Diogenes Verlag, Zürich 1968
  • Ich fand keinen Namen dafür. Gedichte. Diogenes Verlag, Zürich 1969
  • Für sechs Tassen Kaffee und andere Geschichten. Diogenes Verlag, Zürich 1972
  • Kneipenlieder. Gedichte (mit Frank Geerk). Diogenes Verlag, Zürich 1974
  • Wirf eine Münze auf. Gedichte. Diogenes Verlag, Zürich 1977
  • Auch im April. Gedichte. Diogenes Verlag, Zürich 1983
  • Zeit wär’s. Gedichte und Prosa aus dem Nachlass. Loeper, Karlsruhe 1985

Sammelausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiterkeit im Garten. Das gesamte Werk, hg. v. Frank Geerk. Diogenes, Zürich 1989, ISBN 3-257-01821-5
  • Briefe 1955–1983 (mit Hans Bender), hg. v. Hans Georg Schwark. Von Hase & Koehler, Mainz 1997, ISBN 3-7758-1360-8
  • Gesammelte Gedichte. Mit einem Nachwort von Hans Bender. Diogenes, Zürich 2003, ISBN 3-257-06351-2

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugène Guillevic: Carnac und die Chansons des Antonin Blond (mit Claire Brambach). Kösel, München 1968

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Bender (Hrsg.): „Freunde erinnern sich meiner“. Dem Dichter Rainer Brambach zum zwanzigsten Todestag. Keicher, Warmbronn 2003, ISBN 3-932843-54-1
  • Theo Breuer: Rainer Brambach. In ders.: Aus dem Hinterland. Lyrik nach 2000. Edition YE, Sistig 2005, ISBN 3-87512-186-4
  • Frank Geerk, Tadeus Pfeifer (Hgg.): Poesie. Zeitschrift für Literatur. Mit einem Nachruf auf Brambach. Jahrgang 11, Heft 3, 1983[2]
  • Franziska Schürch, Isabel Koellreuter: Rainer Brambach – Ich wiege 80 Kilo, und das Leben ist mächtig. Eine Biografie. Diogenes, Zürich, 2016, ISBN 978-3-257-06978-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Bender: Wie die Linien meiner Hand. Aufzeichnungen 1988–1998. München und Wien: Hanser, 1999. S. 103
  2. Mit der Grabrede auf dem Basler Friedhof am 18. August 1983 von Frank Geerk. Sonstige Beiträge von Rudolf Peyer, Karl Kloter, Nino Erné, Thomas Heckendorn, Ursula Steiger, Helge Lüdicke. Ill. Ursula Stingelin