Rainer Maria Schießler

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Rainer Maria Schießler, 2014

Rainer Maria Schießler (* 7. Oktober 1960 in München) ist ein deutscher römisch-katholischer Pfarrer. Schießler gilt durch unkonventionelle Seelsorge und medienwirksame Aktionen als „einer der bekanntesten Kirchenmänner“ in Bayern.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schießler stammt aus der Pfarrei Zu den heiligen zwölf Aposteln in München-Laim. Er absolvierte 1980 das Abitur am Wittelsbacher-Gymnasium München. Bei den Kapuzinern in Laufen absolvierte er ein Noviziat von 1980 bis 1981. Von 1981 bis 1986 studierte er katholische Theologie an der Universität München und der Universität Salzburg. 1986/1987 verbrachte er ein Pastoraljahr im Pfarrverbund Bad Kohlgrub, am 27. Juni 1987 wurde er in Freising zum Priester geweiht. Von 1987 bis 1989 war er Kaplan in Bad Kohlgrub, von 1989 bis 1991 Kaplan an der Kirche St. Nikolaus in Rosenheim, von 1991 bis 1993 Kaplan in München an der Kirche Heiligkreuz in Giesing. Seit 1993 ist er Pfarrer in St. Maximilian in München (installiert 1995).

St. Maximilian

Von 2006 bis 2012 arbeitete Schießler jedes Jahr im Schottenhamel-Zelt des Münchener Oktoberfestes als Bedienung; das verdiente Geld spendete er für einen wohltätigen Zweck.[3][4][5] Nach zweijähriger Pause bediente er beim Oktoberfest 2015 erneut und spendete seine Einnahme für das Syrien-Projekt von Christian Springer.[6]

Festzelt Schottenhamel

Von 2011[2] bis 2020[7] war er neben seiner bisherigen Gemeinde St. Maximilian auch für die Heilig-Geist-Gemeinde am Münchner Viktualienmarkt zuständig.

Seine eigene Talkshow Pfarrer Schießler wurde von Dezember 2012 bis 2015 beim Bayerischen Rundfunk produziert und ausgestrahlt.[8]

Mit seinen teilweise provokanten Äußerungen erzeugt der Pfarrer öffentliches Aufsehen für sein Anliegen einer lebhaften und engagierten Kirche. Einmal jährlich hält Schießler eine „Viecherl-Messe“, bei der er allen Lebewesen den Segen spendet. Tierbesitzer kommen mit ihren Haustieren, wie Hunden oder sogar Schildkröten. Seit 25 Jahren lebt er mit seiner Haushälterin zusammen, die ihn bei seiner Tätigkeit unterstützt.[9]

Der Bund Bairische Sprache bezeichnete Pfarrer Schießler als „dialektalen Menschenfischer“ und verlieh ihm deswegen 2016 die Bairische Sprachwurzel.

2018 verlieh Ihm die Faschingsgesellschaft Narrhalla Erding den Reiherorden „...für Persönlichkeiten, die sich durch politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder geistige Leistungen in besonderem Maße um die Pflege von bodenständigem Humor sowie von Geselligkeit und Unterhaltung verdient machen“.[10] Seit 2020 produziert das Münchner Kirchenradio mit ihm einen Podcast Schießlers Woche – Hier spricht der Pfarrer.[11]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“[12]

„Wir müssen zu den Menschen. Dafür sind wir da.“[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abendzeitung Germany: Rainer Maria Schießler: Der Münchner Kirchenstar. 24. Dezember 2012, abgerufen am 20. Oktober 2022.
  2. a b Johannes Löhr: „Ich bin kein Nestbeschmutzer“. In: Münchner Merkur. 14. Oktober 2011, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  3. Ein Rekordjahr für den Wiesn-Pfarrer. Abgerufen am 20. Oktober 2022.
  4. Pfarrer Schießler: Wiesn-Bedienung aus Leidenschaft. Abgerufen am 20. Oktober 2022.
  5. Pfarrer Schießler sagt: Servus, Wiesn! 7. Oktober 2012, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  6. Bierzelt statt Beichtstuhl. Abgerufen am 20. Oktober 2022.
  7. Abendzeitung Germany: Pfarrer Schießler verlässt Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt. 6. Dezember 2019, abgerufen am 20. Oktober 2022.
  8. Pfarrer Schießler: Gäste und Geschichten. Bayerischer Rundfunk. Abgerufen am 1. April 2014.
  9. Bayerischer Rundfunk: Lebenslinien - Rainer Maria Schießler: Predigt, Podcasts und Partnerschaft: Pfarrer Schießler - Glaube, Liebe, Rebellion. 9. Mai 2022 (br.de [abgerufen am 20. Oktober 2022]).
  10. Wo sich der liebe Gott einiges anhören muss. 4. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2020.
  11. Podcast. Abgerufen am 10. April 2020.
  12. Adieu, verruchtes Schwabing. In: sueddeutsche.de. 10. August 2014, abgerufen am 4. August 2018.
  13. Pfarrer Schießler über eine Erfolgsgeschichte und die Josefsgeschichte. 31. März 2017, abgerufen am 15. Februar 2021.