Ramstein

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Ramstein
Wappen der ehemaligen Gemeinde Ramstein
Koordinaten: 49° 26′ 44″ N, 7° 33′ 24″ O
Höhe: 230 m ü. NHN
Einwohner: 5613 (31. Dez. 2015)
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 66877
Vorwahl: 06371
Ramstein (Rheinland-Pfalz)
Ramstein

Lage von Ramstein in Rheinland-Pfalz

Ramstein ist der größere von zwei Stadtteilen der Stadt Ramstein-Miesenbach im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Der Ort erlangte durch die auf seiner Gemarkung angesiedelte Ramstein Air Base sowie durch das Flugtagunglück, das sich dort im Jahr 1988 ereignete, überregionale Bekanntheit.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramstein liegt im Landstuhler Bruch. Zur Gemarkung Ramstein gehören die Wohnplätze Am Elteweg, Am Köhlwäldchen, Am Wackenberg, An der Schwarzbach, Autobahnmeisterei Ramstein im Wart, Breuntaler Hof, Jagdhaus, Forsthaus Kindsbach, Königreich, Langgewannerhof, Forsthaus Mackenbach, Molkerei, Moordammühle und Ziegelhütte.[1]

Moordammühle gehörte früher zu Landstuhl. Im Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2010 waren zusätzlich noch die Wohnplätze Kiefernhof, Pottelbruch und Schanz genannt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 14. Jahrhundert war Ramstein Bestandteil der Kurpfalz. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Ramstein in den Kanton Landstuhl eingegliedert. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Homburg an aus diesem ging das Bezirksamt Homburg hervor. Da ein Teil des Bezirksamts - einschließlich Homburg selbst - 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte Ramstein ins neu geschaffene Bezirksamt Landstuhl. 1928 hatte Ramstein 2910 Einwohner, die in 462 Wohngebäuden lebten. Der Ort war seinerzeit Sitz einer katholischen Pfarrei, während die Protestanten zu derjenigen von Steinwenden gehörten.[3] Ab 1938 war der Ort Bestandteil des Landkreis Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ramstein innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Ramstein am 7. Juni 1969 mit der Nachbargemeinde Miesenbach zur neuen Ortsgemeinde Ramstein-Miesenbach zusammengelegt.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Ramstein

1868 erhielt Ramstein mit Eröffnung der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der Bahnhof befindet sich in zentraler Lage von Ramstein und erhielt ein kleineres Empfangsgebäude mit einem hölzernen Vorbau.[4] Unmittelbar neben ihm befand sich eine Waschküche, nördlich davon ein Aborthaus, ein Güterschuppen, ein Ladeplatz, eine Laderampe sowie ein Kohlenlager.[5] 1897 wurden seine Kreuzungsgleise aus militärischen Gründen auf eine Länge von insgesamt 500 Metern erweitert.[4] 1911 betrug sie 564 Meter. Hinzu kam ein Nebengleis im östlichen Bahnhofsbereich. 1934 stationierte die Deutsche Reichsbahn je eine Kö I und eine Köf II im Bahnhof.[6] 1988 baute die Bundesbahn den Bahnhof zum Haltepunkt zurück. Erst mit der Einführung des Rheinland-Pfalz-Taktes erhielt er wieder seine Funktion als Bahnhof zur Zugkreuzung.[7] Im Süden der Gemarkung befindet sich außerdem das Autobahnkreuz Landstuhl-West.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Objekt vor Ort ist die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Ramstein Air Base, der der Ort seine überregionale Bekanntheit verdankt. Auf dieser ereignete sich 1988 das Flugtagunglück.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 ist in Ramstein eine Biogasanlage in Betrieb. Pro Stunde produziert die Anlage 900 Kubikmeter Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen und Gülle. Vor Ort werden damit zwei Blockheizkraftwerke betrieben, die innerhalb eines Jahres zusammen gut 4,4 Millionen Kilowattstunden Strom sowie Wärme produzieren. Ein Großteil dieses Biogases wird in reines Biomethan umgewandelt. Pro Stunde speist die Anlage 350 Kubikmeter Biomethan in das örtliche Erdgasnetz ein. Damit werden mehrere Blockheizkraftwerke an anderen Standorten betrieben. Sie erzeugen jährlich rund elf Millionen Kilowattstunden Strom und mehr als 12 Millionen Kilowattstunden Wärme.[8] Der Projektentwickler juwi hatte die Anlage errichtet und nach drei Betriebsjahren an die ABO Kraft & Wärme AG veräußert. Der neue Eigentümer beauftragte den Projektentwickler ABO Wind damit, die Anlage umzurüsten und investierte dabei mehr als eine Million Euro.[9]

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort stehen insgesamt zwölf Objekte unter Denkmalschutz.[10] Zudem befindet sich vor Ort ein Werk von Rettenmeier.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Mund (1885–1969), Maler des Impressionismus
  • Edgar John (1913–1996), Künstler
  • Lothar Bossle (1929–2000), Hochschullehrer für Soziologie in Würzburg
  • Michael Weber (* 1959), Informatiker, seit 2015 Präsident der Universität Ulm

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 96 (PDF; 1,9 MB).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. (Memento vom 1. Januar 2017 im Internet Archive) Stand: Januar 2010, S. 96 (PDF; 2,3 MB; veraltet).
  3. daten.digitale-sammlungen.de: Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern. Abgerufen am 6. Oktober 2015.
  4. a b Hans-Joachim Emich, Rolf Becker: Die Eisenbahnen an Glan und Lauter. 1996, S. 100.
  5. Hans-Joachim Emich, Rolf Becker: Die Eisenbahnen an Glan und Lauter. 1996, S. 35.
  6. Hans-Joachim Emich, Rolf Becker: Die Eisenbahnen an Glan und Lauter. 1996, S. 143.
  7. Hans-Joachim Emich, Rolf Becker: Die Eisenbahnen an Glan und Lauter. 1996, S. 65 f.
  8. Biogasanlage Ramstein, Website der ABO Kraft & Wärme AG. Abgerufen am 17. August 2017.
  9. Pressemitteilung zum Eigentümerwechsel und Umbau der Biogasanlage Ramstein, Website der ABO Kraft & Wärme AG. Abgerufen am 17. August 2017.
  10. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Kaiserslautern. Mainz 2018, S. 25 f. (PDF; 5,4 MB).