Ramstein-Miesenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Artikel Ramstein-Miesenbach, Ramstein und Miesenbach (Ramstein-Miesenbach) überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. AF666 (Diskussion) 19:52, 2. Dez. 2017 (CET)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ramstein-Miesenbach
Ramstein-Miesenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ramstein-Miesenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 27′ N, 7° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Ramstein-Miesenbach
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 43,02 km2
Einwohner: 7930 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 66877, 66851
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 038
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Neuen Markt 6
66877 Ramstein-Miesenbach
Website: www.ramstein-miesenbach.de
Stadtbürgermeister: Ralf Hechler (CDU)
Lage der Stadt Ramstein-Miesenbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Ramstein-Miesenbach ist eine rheinland-pfälzische Stadt im Landkreis Kaiserslautern, innerhalb derer die nach Landstuhl gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt. Sie Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Ramstein-Miesenbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Der Stadtteil Ramstein erlangte durch die auf seiner Gemarkung angesiedelte Ramstein Air Base sowie durch das Flugtagunglück dort im Jahr 1988 überregionale Bekanntheit.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramstein-Miesenbach liegt etwa 15 Kilometer westlich von Kaiserslautern am Rande des Reichswalds. Südlich von Ramstein liegt die Westpfälzische Moorniederung. Hier wurde im 19. Jahrhundert Torf abgebaut. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Mackenbach, Weilerbach, Kaiserslautern, Kindsbach, Landstuhl, Hauptstuhl, Hütschenhausen, Steinwenden, Kottweiler-Schwanden und Reichenbach-Steegen.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mohrbach zwischen Ramstein und Miesenbach

Durch Ramstein-Miesenbach fließt der Mohrbach, der bei Glan-Münchweiler in den Glan mündet. Vor nimmt ersterer mehrere Zuflüsse wie den Floßbach, den Kindsbacher Graben, den Krebsbach und den Miesenbach auf; letzterer bildet teilweise die Grenze zu Steinwenden. Im Westen der Gemarkung entspringen der Spesbach, der Schwarzbach, der Rubach und der Weißergraben. Der Maulspach bildet die Grenze zu Hauptstuhl.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramstein-Miesenbach ist in zwei Stadtteile untergliedert, zu denen eine Anzahl von Wohnplätzen und Weilern gehören:[3]

  • Stadtteil Miesenbach: 2147 Einwohner,[4] 591 Hektar Gemarkungsfläche, mit den Wohnplätzen Dansenbergerhof, Hebenhübelerhof, Langdellerhof, Rundwieserhof und Trifthof
  • Stadtteil Ramstein: 5613 Einwohner,[4] 3710 Hektar Gemarkungsfläche, mit den Wohnplätzen Am Elteweg, Am Köhlwäldchen, Am Wackenberg, An der Schwarzbach, Autobahnmeisterei Ramstein im Wart, Breuntaler Hof, Jagdhaus, Forsthaus Kindsbach, Königreich, Langgewannerhof, Forsthaus Mackenbach, Molkerei, Moordammühle und Ziegelhütte

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Denkmal an die Opfer des Flugtagunglückes von Ramstein

In einer Urkunde Kaiser Friedrichs II. wurde Ramstein erstmals 1215 genannt. Die Urkunde überträgt das Patronat über die Gemeindekirche von Ramstein sowie die Tochtergemeinden Weilerbach und Spesbach an Reinhard von Lautern. 1253 gelangte das Patronat an die Deutschordenskomturei Einsiedeln. Miesenbach wird erstmals 1255 erwähnt. Ein Johannes von Ramstein ist 1366 belegt als Ministeriale des Grafen von Veldenz. Später im 14. Jahrhundert wurde Ramstein in die Kurpfalz integriert. Ramstein wurde zum kurpfälzischen Gerichts- und Amtsbezirk, Miesenbach gehörte zum Gericht Steinwenden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort verlassen und erst 1684 neu besiedelt. Der kurpfälzische Gerichtsbezirk Ramstein bestand bis zum Einmarsch der Franzosen 1793. Von 1798 bis 1814 gehörte Ramstein zum Kanton Landstuhl. Im späten 19. Jahrhundert siedelte Textilindustrie im Ort, und das Bauerndorf transformierte sich allmählich in eine Arbeitergemeinde. Um 1900 betrug die Bevölkerung um die 2000 Personen.[5]

1951 wurde die Ramstein Air Base gebaut, welche mittlerweile der größte US-Stützpunkt in Europa ist. Die Airbase in Ramstein benutzte ursprünglich einen Teil der Autobahn Mannheim-Saarbrücken als Flugpiste. Auf diesem Autobahnstück richtete schon im Zweiten Weltkrieg die deutsche Wehrmacht einen Flugplatz ein. Die östliche und die westliche Zufahrt zu dieser Airbase waren die ehemalige Autobahn. Letztgenannte Zufahrt ist in den Landkarten weiterhin als gesperrte Kfz-Straße eingezeichnet. Die Airbase ist Sitz der „435th Air Base Wing“ und der schweren Lufttransporteinheit „86th Airlift Wing“, die auch Tankflugzeuge bereitstellt. Von hier aus werden die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa befehligt.

Auf der Airbase passierte am 28. August 1988 im Rahmen einer Flugschau der Kunstflugstaffel Frecce Tricolori ein Unfall, bei dem 70 Menschen starben und 345 verletzt wurden.

Die Gemeinde Ramstein-Miesenbach wurde am 7. Juni 1969 aus den im Zuge der Gebietsreform aufgelösten Gemeinden Ramstein und Miesenbach neu gebildet.[6] Drei Jahre später wurde sie Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde

Am 5. April 1991 erhielt sie das Stadtrecht.[6] Vom 26. bis 28. Juni 2015 war Ramstein-Miesenbach Austragungsort des Rheinland-Pfalz-Tages 2015.[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 waren 41,2 Prozent der Einwohner katholisch und 26,9 Prozent evangelisch. Die Übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[8] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Evangelischen Kirche der Pfalz. Vor Ort gibt es eine evangelische und eine katholische Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2019 in Ramstein-Miesenbach
Beteiligung: 56,5 % (+6,0 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
62,5
22,6
14,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,4
-1,2
-5,2

Der Stadtrat in Ramstein-Miesenbach besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[9] 4 15 5 24 Sitze
2014[10] 5 13 6 24 Sitze
2009 5 14 5 24 Sitze
2004 5 15 4 24 Sitze
  • FWG: Freie Wählergruppe Stadt Ramstein-Miesenbach e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbürgermeister von Ramstein-Miesenbach ist Ralf Hechler (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 86,13 % wiedergewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ramstein-Miesenbach
Blasonierung: „In Gold eine aufsteigende eingebogene schwarze Spitze, darin ein hersehender rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, mit den Vorderpranken einen viereckigen, hochkant stehenden silbernen Stein umfassend, oben rechts ein blauer Reichsapfel mit goldenem Kleeblattkreuz und Bügel, oben links ein blauer Ritterstechhelm.“[12]

Es wurde 1973 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und vereinigt die Figuren der historischen Wappen von Ramstein und Miesenbach.

Wappenbegründung: Der Pfälzer Löwe erinnert zudem an die ehemalige Zugehörigkeit beider Orte zur Kurpfalz.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Ramstein

Vor Ort existieren insgesamt 15 Objekte, die unter Denkmaklschutz stehen, darunter die katholische Kirche.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Naturschutzgebiete Schachenwald und Schlangenbruch erstrecken teilweise über die Stadtgemarkung.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im städtischen Haus des Bürgers finden regelmäßig Theatervorstellungen, Konzerte sowie Kabarett verschiedener Künstler als Gastspiele statt.

Im Ortsteil Ramstein findet jährlich am Faschingsdienstag der Westricher Karnevalsumzug statt.[13]

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild ist insbesondere im Stadtbild von Ramstein durch mittelalterliche Gebäude geprägt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramstein verfügt über ein großes Industriegebiet, in dem zahlreiche Firmen ihren Standort haben. Es befindet sich außerhalb der Stadt an der Straße Richtung Hütschenhausen/Spesbach. Das Industriegebiet trägt den Namen „Westrich“. Das holzverarbeitende Unternehmen Rettenmeier betreibt hier ein Werk.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt die Stadt deren Verwaltung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Miesenbach im Jahr 2017

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Ramstein-Miesenbach verfügt über zwei Bahnhaltepunkte, einen in Ramstein und seit 2005 einen in Miesenbach, an der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel, in Landstuhl besteht Anschluss in Richtung Saarbrücken und Mannheim.

Die Landesstraße 356 verläuft am südlichen und östlichen Ortsrand von Ramstein, während die Landesstraße 363 mitten durch das Siedlungsgebiet verläuft. Die Landesstraße 366 streift den nordwestlichen Ortsrand von Miesenbach.

Ramstein-Miesenbach ist durch die Bundesautobahnen 6 mit der Anschlussstelle Ramstein-Miesenbach und 62 mit der Anschlussstelle Hütschenhausen an das Autobahnnetz angebunden. Das Autobahnkreuz Landstuhl-West befindet sich im äußersten Süden der Stadtgemarkung. Die Kreisstraße 9 verläuft am westlichen Rand des Industriegebiets und führt nach Steinwenden. Die Kreisstraße 79 führt mitten durch Miesenbach.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramstein-Miesenbach ist nördlicher Ausgangspunkt des Sickinger Mühlenradwegs, der bis nach Thaleischweiler-Fröschen führt und liegt am Barbarossa-Radweg. Durch den Westen der Stadtgemarkung führen darüber hinaus der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz und ein mit einem gelb-roten Balken gekennzeichneter Weg, der von der Burg Lichtenberg bis nach Wachenheim verläuft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt beherbergt das Reichswaldgymnasium, dessen Einzugsgebiet sehr groß ist. Außerdem befindet sich in Ramstein die Wendelinus-Grundschule und eine Realschule plus, ehemals Duale Oberschule.

Die städtische Bücherei, die im Haus des Bürgers untergebracht ist, verlieh im Jahr 2004 ungefähr 35.000 Medien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Mund (1885–1968), Maler des Impressionismus
  • Adolf Müller (1886–1974), Jurist
  • Edgar John (1913–1996), Künstler
  • Lothar Bossle (1929–2000), Hochschullehrer für Soziologie in Würzburg
  • Berthold Budell (1929–2010), Politiker (CDU), 1984–1985 saarländischer Umweltminister
  • Michael Weber (* 1959), Informatiker, seit 2015 Präsident der Universität Ulm
  • Andreas Hilbert (1966–2019), Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Dresden

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ramstein-Miesenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2020 liegt vor.]. S. 96 (PDF; 2,2 MB).
  4. a b Stadt Ramstein-Miesenbach: Auskunft Einwohnermeldeamt per 31. Dezember 2015. Abgerufen am 18. August 2016.
  5. Stadt Ramstein-Miesenbach: Aus der Geschichte.
  6. a b Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 176 (PDF; 2,8 MB; Stadt: siehe S. 187).
  7. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: Über 30 Jahre Rheinland-Pfalz-Tag – eine Erfolgsgeschichte geht weiter. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  8. Zentrales Integrationssystem Ewois neu: Gemeindestatistik.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Ramstein-Miesenbach. Abgerufen am 29. Oktober 2019.
  10. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Ramstein-Miesenbach, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 29. Oktober 2019.
  12. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  13. Westricher Fastnachtsumzug in Ramstein – VeranstaltungenFinden. In: veranstaltungenfinden.com. 29. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2018.