Raoultsches Gesetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Raoult'sche Gesetz von François Marie Raoult ist eine lineare Näherung für den Dampfdruck flüssiger Gemische. Danach ist für jede Komponente des Gemisches der Partialdruck in der Gasphase gegeben durch das Produkt aus dem Stoffmengenanteil der Komponente und dem Dampfdruck, den der Stoff in Reinform hätte. Insbesondere sind die Stoffmengenanteile in der Gasphase gleich denen in der Flüssigkeit.

Dampfdrücke pA und pB (grün) und Gesamtdruck (schwarz) über verschiedenen Gemischen zweier chemisch ähnlicher Stoffe A und B. In horizontaler Richtung sind die Stoffmengenanteile aufgetragen: Links ist xA = 1 und xB = 0, rechts umgekehrt. Die gestrichelten Verläufe entsprechen dem Raoult'schen Gesetz.

In dem rechts dargestellten Fall ist der Gesamtdruck nur etwas größer als nach dem Raoult'schen Gesetz berechnet. Die meisten realen Gemische zeigen ein stärker nach oben oder unten abweichendes Verhalten.

Haben alle Komponenten bis auf eine (das Lösungsmittel) einen vernachlässigbaren Dampfdruck, so sinkt der Dampfdruck proportional zum gesamten Stoffmengenanteil aller gelösten Stoffe, unabhängig von deren Art. Man nennt den Dampfdruck des Lösungsmittels eine kolligative Eigenschaft.

Formeldarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit Partialdrücken , Dampfdrücken der Reinstoffe und Stoffmengenanteilen für

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henry-Gesetz (lineare Näherungen an den Enden der Kurve, für ein kleines )
  • Duhem-Margules-Gleichung (erlaubt eine Krümmung der Kurve für eine bessere Approximation im Übergangsbereich)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]