Reaktionsvideo

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Ein Reaktionsvideo (im Englischen kurz auch nur React oder Reaction) ist ein Webvideo, das die Reaktionen einer oder mehrere Personen auf ein bestimmtes Ereignis zeigt. Insbesondere auf Videoportalen wie YouTube oder Twitch steht dieser Begriff für Webvideos, in denen ein oder mehrere Webvideoproduzenten, Influencer oder Livestreamer auf ein bereits vorhandenes Webvideo oder ein sonstiges Ereignis reagieren. Die Reaktion kann eine eigene Meinung oder eine Diskussion beinhalten und wird auf einem oder mehreren sozialen Netzwerk veröffentlicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der reaction videos liegen in japanischen TV-Shows der 1970er-Jahre. Hier wurden während der Show in einem kleinen Fenster Reaktionen von prominenten Personen eingeblendet. Diese Reaktionen waren vergleichbar mit Lachkonserven.[1] Auch in deutschen Sendungen wie TV total gab es bereits Reaktionen auf Videos.[2] Deren Reaktion lässt sich vergleichen Reaction videos in ihrer modernen Form entwickelten sich seit 2007 vor allem auf YouTube.[3] Eines der ersten viralen Reaktionsvideos war die Reaktion auf das Browsergame Scary Maze Game im Jahr 2006 und später der Koprophilie-Pornofilm 2 Girls 1 Cup. Das Reaction-Format wurde insbesondere durch YouTuber wie Simon Unge, Luca oder MontanaBlack in Deutschland, Österreich und der Schweiz einer breiten Öffentlichkeit bekannt.[4] Das erste Mal wurde am 18. September 2016 eine Reaktion auf seinem YouTube-Kanal Ungespielt veröffentlicht, in dem er andere YouTube-Videos in einem Livestream sich angeschaut hat und seine Meinung abgab. Kurz nach dem Start von TikTok 2018 wurde bereits eine Funktion geschaffen, um Reaktionsvideos auf ein Video zu erstellen.[5]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fokus der reaction videos steht nicht das Video oder Ereignis auf welches reagiert wird, sondern die Person, die hierauf reagiert. So wurde vor allem zu Beginn dieser Entwicklung ausschließlich die Reaktion gezeigt ohne das eigentliche Ereignis auf welches reagiert wird zu zeigen. Diese Form der Videos weisen stilistisch nur kleine Unterschiede auf.[3] Häufig geht es dabei um das Mitfiebern zum Video, die Emotionen wie Ekel, Mitleid, Furcht oder Gelächter bei dem Reagierenden und dessen Kritik und Meinung (Feedback) und Umgang zu dem im Video gezeigten Inhalt.[6] Reaktionsvideos stellen einen Teil der Ökonomie der Aufmerksamkeit dar.[7]

Szene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prominente Personen in der deutschen Reaction-Szene auf YouTube sind Simon Unge, 2Bough, TeamTry.

Auf der Livestreaming-Plattform Twitch sind vor allem UnsympathischTV, Montana Black und Inscope21 im deutschsprachigen Raum bekannt.

Im englischsprachigen Raum sind vor allem die Fine Brothers bekannt, in deren Format React Personen aus unterschiedlichen Altersklassen und demografischen Gruppen auf Videos und Trends reagieren.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem der YouTuber Gronkh kritisierte in einem Livestream diese Form von Videos und bezeichnete diese Art als Diebstahl von Inhalten.[8] Da Reaktionsvideos ohne Erlaubnis des Urhebers des Originalvideos meist nicht aufgrund der fehlenden tiefgehenden inhaltlichen Auseinandersetzung vom Zitatrecht gedeckt sind, stellen viele dieser Videos eine Urheberrechtsverletzung dar und können von den Plattformen entfernt oder demonetarisiert werden.[9][10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phänomen Reaction-Videos: Warum ich anderen beim Fernsehen zugucke. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  2. Erlehmann, Plomlompom: Internet-Meme - kurz & geek. O'Reilly Media, 2013, ISBN 978-3-86899-807-8, S. 95 (google.de [abgerufen am 13. Juli 2020]).
  3. a b Sam Anderson: Watching People Watching People Watching. In: The New York Times. 25. November 2011, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 7. Juli 2020]).
  4. Friedrich Steffes-lay: Millionen Menschen schauen Youtubern dabei zu, wie sie sich Youtube-Videos ansehen — das steckt hinter dem absurden Trend. 16. Februar 2020, abgerufen am 7. Juli 2020 (deutsch).
  5. TikTok adds video reactions to its newly-merged app. In: TechCrunch. Abgerufen am 14. Juli 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Süddeutsche Zeitung: Ich sehe was, damit du mich siehst. Abgerufen am 14. Juli 2020.
  7. Larissa Hjorth, Olivia Khoo: Routledge Handbook of New Media in Asia. Routledge, 2015, ISBN 978-1-317-68498-5, S. 334 ff. (google.de [abgerufen am 14. Juli 2020]).
  8. Na toll, jetzt streiten sich Gronkh und Unge. 5. Juli 2018, abgerufen am 7. Juli 2020.
  9. Kann man fremde Videos oder Bilder in eigenen YouTube Videos verwenden? Zitate. Abgerufen am 14. Juli 2020.
  10. Stephan Dirks: Videozitate auf Youtube? Klares ja – Aber. Abgerufen am 14. Juli 2020 (deutsch).