Regina Weber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Regina Weber, 1980

Regina Weber-Sané (* 12. April 1963 in Winsen (Luhe)) ist eine ehemalige deutsche Gymnastin. Die vielfache deutsche Meisterin ist bis heute die einzige olympische Medaillengewinnerin in der Rhythmischen Sportgymnastik aus Deutschland.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren war Carmen Rischer die überragende deutsche Gymnastin. Die gelernte Schneiderin Regina Weber löste diese ab und war in den 1980er Jahren die in Deutschland dominierende Athletin dieser Sportart. Bei der Weltmeisterschaft 1981 in München belegte Weber den zehnten Platz, 1983 in Straßburg wurde sie Achte. 1984 stand die Rhythmische Sportgymnastik erstmals auf dem Olympischen Programm. Nach dem Olympiaboykott des Ostblocks traten nur drei Athletinnen, die 1983 in Straßburg unter den besten zehn platziert waren, bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles an: die Rumänin Doina Stăiculescu, die Spanierin Marta Bobo und Regina Weber. Diese drei Athletinnen waren dann auch in der Favoritenposition. Während die Spanierin patzte und letztlich nur Platz 9 belegte, wuchs die 23. von Straßburg, die Kanadierin Lori Fung, über sich hinaus und gewann Gold vor Stăiculescu und Weber.

Bei deutschen Meisterschaften gewann – die damals noch für Lüneburg startende – Regina Weber 1978 ihren ersten Titel. Später wechselte sie zum TV Wattenscheid. 1981 verlor sie mit den Keulen gegen Carmen Rischer, gewann aber die anderen vier Titel. Von 1982 bis 1986 gewann Weber jedes Jahr alle fünf Individualtitel. 1987 wurde Weber in allen fünf Einzelentscheidungen Zweite, viermal verlor sie gegen Marion Rothaar. Danach beendete Weber ihre Karriere.

Nach der Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1990er Jahre war Weber im deutschen Werbefernsehen in Werbespots für das Mineralwasser Apollinaris zu sehen. Nach der Karriere studierte sie Design und vertreibt gemeinsam mit ihrem Mann Souleymane Sané eine selbst entworfene Sportbekleidungskollektion. Sie ist jetzt Lehrerin an der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule Bochum.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit sechs Mehrkampftiteln ist Regina Weber zusammen mit Carmen Rischer erfolgreichste Gymnastin. Mit insgesamt 32 deutschen Meistertiteln liegt sie vor Rischer mit 27 Titeln. Ihre Titel im Einzelnen:

  • Mehrkampf: 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986
  • Ball: 1978, 1983, 1984, 1985, 1986
  • Band: 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986
  • Keulen: 1978, 1979, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986
  • Reifen: 1981, 1982, 1983, 1984
  • Seil: 1981, 1982, 1985, 1986

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regina Weber-Sané lebt in Wattenscheid und ist mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Souleymane Sané verheiratet. Zusammen haben beide drei Söhne, die alle in den Jugendmannschaften des FC Schalke 04 als Fußballer aktiv waren. Ihr zweiter Sohn Leroy Sané ist deutscher Fußballnationalspieler. Der älteste Sohn Kim spielt derzeit in der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nationales Olympisches Komitee für Deutschland: Die Olympiamannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Los Angeles 1984. Frankfurt am Main 1984.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]