German Football League

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German Football League
Logo der German Football League

Aktuelle Saison GFL 2022
Sportart American Football
Abkürzung GFL
Verband American Football Verband Deutschland
Ligagründung 1979
Mannschaften 16
Titelträger Dresden Monarchs
Rekordmeister New Yorker Lions (12 Titel)
TV-Partner Sport1
Website GFL.info

Die German Football League (GFL), offizielle Sponsorenbezeichnung seit 15. Juli 2022 Erima German Football League[1], zuvor ab der Saison 2021 Sharkwater German Football League[2], ist die erste Bundesliga für American Football der Herren in Deutschland. Die Amateurliga wird vom American Football Verband Deutschland (AFVD) ausgerichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die GFL als Bundesliga im Jahre 1979 unter dem Dach des American Football Bundes Deutschland (AFBD). Gründungsmitglieder der Bundesliga waren folgende Teams: Frankfurter Löwen, Hanau Hawks, Düsseldorf Panther, Munich Cowboys, Ansbach Grizzlies, Bremerhaven Seahawks und Berlin Adler.

Bereits nach dem ersten Jahr der Football-Bundesliga kam es zu Streitigkeiten zwischen einzelnen Teams und dem Verband. Daraus resultierte unter Federführung der Düsseldorf Panther die Gründung eines zweiten Footballverbandes, des „American-Football-Verbandes“ (AFV) sowie mit der Nordwestdeutschen Football-Liga (NFL) einer zweiten deutschen Football-Liga.

Nach zwei Jahren des Parallelbetriebes wurden beide Ligen unter dem Dach des am 16. Oktober 1982 neu gegründeten AFVD vereinigt und die Endspiele des AFBD als offiziell gewertet, während die Endspiele des AFV als nicht offiziell gelten.

Zur Saison 1999 wurde die 1. Bundesliga in German Football League umbenannt.[3] Seit der Saison 2001 gibt es ein Lizenzierungsverfahren, bei dem die sportlich qualifizierten Vereine ihre wirtschaftlichen Eckdaten dem AFVD offenlegen müssen.[4]

Am 10. Juni 2021 gab der AFVD bekannt, dass der Getränkehersteller SharkWater ab sofort neuer Namenssponsor der GFL und des German Bowl ist.[5] Seit Sommer 2022 ist der Sportartikelhersteller Erima Namenssponsor der GFL und des German Bowls.

Spielmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GFL ist in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt. Bis zur Saison 2010 spielten sechs Mannschaften in jeder Gruppe. Zur Saison 2011 wurde jede Gruppe um ein Team erweitert, sodass danach insgesamt 14 Teams in der GFL spielten. Jede Mannschaft spielte gegen jede andere Mannschaft der eigenen Gruppe sowie gegen die in der letzten Saison gleich platzierte Mannschaft der anderen Gruppe jeweils ein Hin- und ein Rückspiel (Interconference Games), so dass die reguläre Saison 2011 14 Spiele pro Team umfasste. Diese Interconference-Regelung wurde zwischen der Saison 1998 und der Saison 2011 angewandt.

Nach Ende der regulären Saison spielen die jeweils vier Bestplatzierten der beiden GFL-Gruppen in den Play-offs im K.-o.-System den deutschen Meister aus. Dabei spielt der Sieger einer Gruppe gegen den Viertplatzierten der anderen Gruppe und der Zweite der einen Gruppe gegen den Dritten der anderen Gruppe. Das Finale, und damit das Spiel um die deutsche Meisterschaft, ist der German Bowl.

Im Rahmen der Relegation spielt der Letztplatzierte einer jeden GFL-Gruppe gegen den Sieger der entsprechenden Gruppe der niederklassigen 2. Bundesliga (GFL2) um einen Platz in der GFL. Im Jahr 2010 fanden die Relegationsspiele aufgrund der Erweiterung der GFL zwischen dem Letztplatzierten einer GFL-Gruppe und dem Zweitplatzierten der entsprechenden GFL2-Gruppe statt. Das jeweils erstplatzierte Team der GFL2 stieg in diesem Jahr automatisch auf.[6] Dieses Verfahren wurde am Ende der Saison 2011 wiederholt, da ein weiteres Mal jede Gruppe um ein Team erweitert wurde, sodass die Zahl der Teams in der Saison 2012 auf insgesamt 16 stieg.

Gespielt wird nach den deutschen Regeln des AFVD, die auf den Regeln des College Footballs der NCAA basieren.

Teams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teams 202200Blue pog.svg GFL Nord00Red pog.svg GFL Süd

GFL-Saison 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GFL Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GFL Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Stand: Saison 2022

Deutscher Meister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierender Meister sind die Dresden Monarchs nach einem 28:19-Sieg gegen Schwäbisch Hall Unicorns im German Bowl XLII im Oktober 2021. Rekordmeister sind die Braunschweig Lions (derzeit unter dem Sponsorennamen „New Yorker Lions“) mit insgesamt 12 Titeln (Stand vor der Saison 2022). Die Meisterschaft wurde seit 1979 jedes Jahr mit Ausnahme der Covid-bedingt ausgefallenen Saison 2020 gespielt, so dass es insgesamt 42 Meisterschaften gab, die sich auf insgesamt 12 Teams aus 11 Städten aufteilen. Köln ist bisher die einzige Stadt, aus der es unterschiedlichen Teams gelang, die Meisterschaft zu erringen (Red Barons und Crocodiles). Der Stadt des ersten Titelträgers, Frankfurt am Main, gelang es immerhin 2018 wieder einen Vertreter im Endspiel zu haben, jedoch misslang Frankfurt Universe in ihrem bisher einzigen Finale um die deutsche Meisterschaft der Sieg.

Ins Verhältnis gesetzt sind Braunschweigs 18 Endspielteilnahmen mit 12 Siegen 2/7 aller Meisterschaften und eine Teilnahme an 3/7 aller Endspiele. Diese Dominanz wird allerdings in anderen Sportarten vom THW Kiel im Handball übertroffen (22 von 71 Meisterschaften seit 1950) sowie vom FC Bayern München im Fußball (31 von 109 Meisterschaften seit 1903). Die Werte von etwa 30 % der Meisterschaften für eine Mannschaft sind jedoch bemerkenswert ähnlich.

Eine Gesamtliste befindet sich im Artikel German Bowl.

Nord-Süd Gefälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die ersten Mannschaften oft im Umfeld süddeutscher Kasernen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika entstanden, setzte sich relativ früh eine Dominanz Norddeutscher Teams durch. Nachdem die Frankfurter Löwen sich aufgelöst hatten, gelang es noch bis Mitte der 1980er Jahre den Ansbach Grizzlies ein starkes Team im Süden zu stellen, doch danach setzte ein Vierteljahrhundert nördlicher Dominanz der Liga ein. Die heutige Aufteilung der Liga, welche sowohl Nordrhein-Westfalen als auch die „neuen Länder“ (inklusive beider Teile Berlins) in den „Norden“ einsortiert führt zu folgender Bilanz: 32 Meisterschaften für Teams aus dem Norden, 10 für Teams aus dem Süden. 26 Endspielteilnahmen für Teams aus dem Süden und 58 für Teams aus dem Norden. Vier „rein südliche“ Endspiele um die deutsche Meisterschaft (I, II, III und XL) 20 „rein nördliche“ Endspiele und 18 bei denen ein Vertreter des Nordens auf einen des Südens traf. Besonders in der Phase zwischen 1986 (letzte Endspielteilnahme der Ansbach Grizzlies) und 2011 (erste Endspielteilnahme der Schwäbisch Hall Unicorns) war die Dominanz des Nordens besonders drückend – lediglich den Munich Cowboys gelang 1993 als süddeutschem Team in dieser Zeit der Gewinn der deutschen Meisterschaft. In 24 Endspielen jener Zeit waren Vertreter des Nordens dabei 19 mal unter sich – nur fünfmal gelang einem Vertreter des Südens das Erreichen des Endspiels. Auch im direkten Vergleich Nord gegen Süd zog der Süden oft den Kürzeren – in 18 Endspielen zwischen Mannschaften aus den beiden unterschiedlichen Regionen ist die Bilanz bisher: 12 Siege für den Norden, 6 für den Süden. Die erfolgreichste Mannschaft des Südens sind dabei die Schwäbisch Hall Unicorns, deren Aufstieg zu einer der besten Mannschaften der Liga zu Beginn der 2010er Jahre die Dominanz des Nordens vorerst gebrochen zu haben scheint.

Ostdeutsche Teams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl es zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung keinen organisierten Spielbetrieb im Osten Deutschlands gab, gelang es den Dresden Monarchs bereits 2002 in die höchste Spielklasse aufzusteigen, wo sie eine der längsten ununterbrochenen Zugehörigkeiten zum Oberhaus aufweisen. Wenn man von Berliner Teams absieht, deren Spielort gelegentlich im Ostteil der Stadt ist, von denen die beiden bedeutendsten (Berlin Adler und Berlin Rebels) jedoch im Westteil gegründet wurden, ist Dresden mit Abstand der erfolgreichste Verein aus dem Osten – es gelang 2013 erstmals das Endspiel zu erreichen und 2021 erstmals die Meisterschaft zu gewinnen; beides gelang damit früher einer ostdeutschen Football-Mannschaft der Herren als einer ostdeutschen Fußballmannschaft der Herren.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ERIMA ist neuer GFL-Namenssponsor – SharkWater scheidet als Namingpartner aus – Erima GFL. In: gfl.info. Abgerufen am 17. Juli 2022 (deutsch).
  2. Sharkwater wird Namenssponsor der GFL und des German Bowls. In: gfl.info. 10. Juni 2021, abgerufen am 15. Juni 2021.
  3. Nur ein blaues Auge für die Razorbacks… In: huddle-verlag.de. Huddle, 14. April 1999, abgerufen am 14. Juni 2021.
  4. GFL Lizenzierungsverfahren 2004. American Football Verband Deutschland, 16. Juni 2004, abgerufen am 16. April 2019.
  5. SharkWater wird Namenssponsor der GFL und des German Bowls. AFVD, 10. Juni 2021, abgerufen am 18. Juni 2021.
  6. GFL spielt in 2011 mit 14 Mannschaften (Memento des Originals vom 22. November 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gfl.info