Rhythmische Sportgymnastik

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Rhythmische Sportgymnastik (Keulen)

Rhythmische Sportgymnastik (kurz RSG) oder Rhythmische Gymnastik (kurz RG, englisch rhythmic gymnastics) ist eine Turnsportart. Sie ist aus der Wettkampfgymnastik mit und ohne Handgeräten entstanden. RSG wird mit Instrumentalmusik-Begleitung durchgeführt, kann aber auch durch Geräusche in der Musik verturnt werden. RSG ist vor allem durch gymnastische und tänzerische Elemente gekennzeichnet und erfordert in hohem Maß Körperbeherrschung, Gleichgewichts- und Rhythmusgefühl. Die Rhythmische Gymnastik war und ist ein reiner Frauensport, auch wenn es in den letzten Jahren vor allem in Japan und in den USA erste RG-Wettkämpfe für Männer gab.

In der Rhythmischen Sportgymnastik gibt es fünf Handgeräte: Seil, Reifen, Ball, Keule und Band. In den Altersklassen bis zwölf Jahre wird eine Übung ohne Handgerät durchgeführt.

Die Rhythmische Gymnastik wird in Deutschland durch den Deutschen Turner-Bund (DTB) und in der Schweiz durch den Schweizerischen Turnverband (STV) vertreten. International wird die Rhythmische Gymnastik genauso wie Allgemeines Turnen, Gerätturnen, Trampolinturnen, Sportaerobic und Sportakrobatik durch die Fédération Internationale de Gymnastique (FIG, Internationaler Turnverband) und die Union Européenne de Gymnastique (UEG, Europäische Turnunion) vertreten.

Regeln (Zusammenfassung)[Bearbeiten]

Eine Gruppe Sportgymnastinnen.

Rhythmische Gymnastik wird auf einer 13 x 13 m großen Wettkampffläche mit Reifen, Keulen, Seil, Bändern und Bällen im Einklang mit Musik ausgeführt.

In Deutschland wird zwischen der höchsten Leistungsstufe, der Leistungsklasse, und der Wettkampfklasse mit etwas niedrigeren Anforderungen unterschieden. In der Schülerleistungsklasse (SLK) turnen die zehn- und elfjährigen Gymnastinnen zwei Übungen mit Gerät und eine ohne Handgerät, die Zwölfjährigen drei Übungen mit Handgeräten und eine ohne Handgerät. Die Juniorenleistungsklasse (JLK) und die Meisterklasse (MK) zeigen vier Übungen mit den von der FIG festgelegten Handgeräten. In der Schülerwettkampfklasse (SWK) werden zwei Übungen mit Gerät und eine ohne Gerät gefordert. Die Jugendwettkampfklasse (JWK)und die Freiewettkampfklasse (FWK) muss bei einem Wettkampf drei Übungen mit drei der fünf Handgeräten zeigen.

Laut den Wettkampfregeln der Fédération Internationale de Gymnastique für internationale Wettkämpfe dauern die Übungen 1:15 bis 1:30 Minuten (Einzel) bzw. 2:15 bis 2:30 Minuten (Gruppenübungen) und dürfen maximal neun Schwierigkeitselemente im Einzel und zehn in der Gruppe enthalten. Die Schwierigkeitselemente können aus den Bereichen Sprünge, Stände oder Pirouetten stammen. Für die Gruppen kommen noch die Gerätewechsel als Schwierigkeiten hinzu.

Die Übungen werden von den Kampfrichterinnen in Hinblick auf den körpertechnischen und den gerätetechnischen Wert D (max 10 Punkte) und die Artistik, sowie die Ausführung E (max. 10 Punkte) bewertet. Der D- und der E-Wert werden addiert, es können max. 20 Punkte erreicht werden.

Geschichte[Bearbeiten]

1941 fanden erste Wettkämpfe dieser Sportart in Leningrad (heute Sankt Petersburg) / Sowjetunion statt. Seit 1963 werden alle zwei Jahre Weltmeisterschaften ausgetragen.

Nachdem es 1952 einen Mannschaftswettbewerb mit freier Disziplinwahl im Rahmen der Turnwettkämpfe gegeben hatte, wurde die Sportart eigenständig und endgültig 1984 in Los Angeles mit einem Einzel–Vierkampf mit den vier Geräten Reifen, Keulen, Band und Ball olympisch. 1996 in Atlanta kam ein Gruppen-Wettkampf neu hinzu.

Bekannte Gymnastinnen[Bearbeiten]

Land Geburtsjahr Name Erfolge
GriechenlandGriechenland Griechenland 1983 Eirini Aindili mehrfache Welt und Europameisterin
GriechenlandGriechenland Griechenland 1986 Eleni Andriola Medaillen bei den Mittelmeerspielen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1974 Carmit Bachar Teilnahme an den amerikanischen Olympia-Ausscheidungen 1992
RusslandRussland Russland 1978 Yulia Barsukova Olympiasiegerin 2000
UkraineUkraine Ukraine 1984 Hanna Bessonowa dreifache Weltmeisterin 2003 - 2007
DeutschlandDeutschland Deutschland 1978 Magdalena Brzeska 26-fache deutsche Meisterin
RusslandRussland Russland 1993 Daria Dmitrieva Olympiazweite 2012
KanadaKanada Kanada 1963 Lori Fung Olympiasiegerin 1984
SpanienSpanien Spanien 1979 Estela Giménez Olympiasiegerin 1996 (Gruppe)
KasachstanKasachstan Kasachstan 1984 Alija Jussupowa Sechsfache Asienmeisterin 2006
RusslandRussland Russland 1983 Alina Kabaeva Olympiasiegerin 2004
RusslandRussland Russland 1990 Evgeniya Kanaeva Olympiasiegerin 2008
Olympiasiegerin 2012
RusslandRussland Russland 1984 Natalja Lawrowa Olympiasiegerin 2000 (Gruppe)
Olympiasiegerin 2004 (Gruppe)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 1970 Marina Lobatsch Olympiasiegerin 1988
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 1986 Ina Schukawa Olympiazweite 2008
UkraineUkraine Ukraine 1977 Jekaterina Serebrianskaja Olympiasiegerin 1996
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 1972 Alexandra Timoschenko Olympiasiegerin 1992
RusslandRussland Russland 1983 Irina Tschaschtschina Olympiazweite 2004
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern 1993 Chrystalleni Trikomiti Commonwealth Games 5 Medaillen
OsterreichÖsterreich Österreich 1986 Caroline Weber 55-fache österreichische Meisterin
DeutschlandDeutschland Deutschland 1963 Regina Weber deutsche Meisterin

Nationale Mannschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhythmische Sportgymnastik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien