Reichsausstellung Schaffendes Volk

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Skulpturengruppe Die Rossebändiger von Edwin Scharff als Relikt der Reichsausstellung Schaffendes Volk im Nordpark Düsseldorf

Die Reichsausstellung Schaffendes Volk 1937 in Düsseldorf war die wichtigste, auch nach außen hin bedeutendste Propagandaschau Deutschlands während des Nationalsozialismus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lageplan Große Deutsche Ausstellung Düsseldorf-Schlageterstadt 1937

Bereits in den 1920er Jahren gab es Planungsideen zur Anlage eines Ausstellungsparks im Bereich der „Golzheimer Heide“,[1] die sich nördlich des Vorortes Golzheim zwischen Rhein und dem Ortsteil Rath erstreckte. Dort, unweit des Rheinufers, lag bereits die sogenannte „Neue Akademie“ bzw. „Neue Kunstakademie“, ein Komplex von Künstlerwohnungen und Ateliers der Kunstakademie Düsseldorf. Einen neuen Anschub erhielt der Gedanke eines Ausstellungsparks, nachdem Düsseldorf 1930 die Hauptstadt eines NSDAP-Gaus geworden war und der Gauleiter Friedrich Karl Florian über einen 1934 durchgeführten Wettbewerb für ein Schlageterforum[2] bis Mitte der 1930er Jahre ambitionierte Vorstellungen entwickelt hatte, Düsseldorf unter Anknüpfung an den Schlageter-Kult, das Schlageter-Nationaldenkmal sowie Düsseldorfer Messe- und Kunstausstellungstraditionen als Mittelpunkt des Gaus Düsseldorfs zum Zentrum des Nationalsozialismus im Westen Deutschlands zu machen. Die daraus hervorgehenden Planungen hatten eine Vorbereitungsphase von anderthalb Jahren, und mit ihnen entstand ein völlig neues Stadtviertel in Düsseldorf, das nach Albert Leo Schlageter Schlageterstadt benannt wurde. Über sechs Millionen Menschen strömten aus dem In- und Ausland an den Rhein, um hier das „neue deutsche Wohnen“, das „neue deutsche Arbeiten“ und die „neue deutsche Kunst“ zu sehen. Von dem realisierten Konzept sind heute die Parkanlage des Nordparks, die anschließenden Mustersiedlungen sowie ein breit ausgebauter Abschnitt der Kaiserswerther Straße erhalten.

Die zwei angelegten Mustersiedlungen waren die Wilhelm-Gustloff-Siedlung, heute Nordpark-Siedlung, mit 14 Häusern im Norden des Ausstellungsgeländes, die eine Arbeitersiedlung darstellte und die Schlageter-Siedlung, heute Golzheimer Siedlung, im südlichen Teil des Ausstellungsgeländes mit Wohnraum der gehobenen Ansprüchen für Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Kunst.

Beteiligte Architekten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Becker – künstlerische Gestaltung der Freifläche; des Weiteren der Bau des Konditorencafé, die runde Pflanzenhalle, Bauten am Konzertplatz und am Wassergarten, die Pergola am Irisgarten und den Laubengang im Rosengarten, Konditorei-Café, Tanzring
  • Arnold Emundts – künstlerische Leitung des Architekturbüros
  • Emil Fahrenkamp – Gebäudegruppe am Hauptfestplatz und dem Mannesmann-Pavillon
  • Peter Grund – künstlerischer Oberleiter, Gesamtbebauungsplan
  • Robert Meyer – Leitung des Architekturbüros
  • Wilhelm Mohr
  • Leopold Schmalhorst
  • Walter von Wecus – Verantwortlicher für die „gesamtkünstlerische Gestaltung“ der „Licht-, Fahnen- und Wasserspiele“

Architekten der Häuser in der „Schlageter-Siedlung“ 1937, u. a. Helmut Hentrich, Hans Junghanns, Walter Köngeter, Hans Heinz Lüttgen, Ernst Petersen, Klaus Reese, Heinz Thoma.

Beteiligte Gartenarchitekten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligte Künstler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefanie Schäfers: Vom Werkbund zum Vierjahresplan. Die Ausstellung Schaffendes Volk, Düsseldorf 1937. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Niederrheins. Hrsg. v. Düsseldorfer Geschichtsverein, Band 4, Droste, Düsseldorf 2001. ISBN 3-7700-3045-1Webseiten
  • Wieland Koenig (Vorwort), Werner Alberg (Bearbeitung): Düsseldorfer Kunstszene 1933–1945, Stadt Düsseldorf. Stadtmuseum, 1987, ISBN 3926895004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Starek: Architektur auf der „Reichsausstellung Schaffendes Volk 1937“. In: Dieter Breuer, Gertrude Cepl-Kaufmann (Hrsg.): Moderne und Nationalsozialismus im Rheinland. F. Schöningh, Münster 1997, S. 504
  2. Stefanie Schäfers: Vom Werkbund zum Vierjahresplan. Die Ausstellung „Schaffendes Volk“, Düsseldorf 1937. In: Düsseldorfer Geschichtsverein (Hrsg.) Quellen und Forschungen zur Geschichte des Niederrheins, Band 4 (= Beiträge der Forschungsstelle für Architekturgeschichte und Denkmalpflege der Bergischen Universität- Gesamthochschule Wuppertal, Band XI), Droste Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-3045-1. Vgl. Webseite Vorhandene Bebauung I
  3. Plakat Reichsausstellung Schaffendes Volk, von Arno Drescher