Reismühle (Mühlhausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 9′ 9″ N, 11° 27′ 0″ O

Reismühle
Gemeinde Mühlhausen
Höhe: 394 m ü. NHN
Einwohner: 10 (2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 92360
Vorwahl: 09185
Reismühle (Bayern)
Reismühle

Lage von Reismühle in Bayern

Die Reismühle

Die Reismühle

Reismühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Mühlhausen im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle liegt vor der Stufenhang zum Oberpfälzer Jura im Sulztal etwa einen Kilometer südlich des Gemeindesitzes zwischen der Bundesstraße 299 und der Sulz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle wurde im Rahmen eines Vertrages zwischen den Wolfsteinern Wilhelm und Wigalus und dem Herzog Johann von Neumarkt um das jeweilige Fraischgebiet 1430 erstmals erwähnt.[1] Sie gehörte nach dem Aussterben der Wolfsteiner 1740 bis zum Ende des Alten Reiches zur Oberen Hofmark Berngau und hochgerichtlich zum kurpfalz-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.[2]

Im neuen Königreich Bayern (1806) kam die Mühle zum Steuerdistrikt Erasbach und 1827 zur gleichnamigen Gemeinde im Landgericht und Rentamt Beilngries. 1830 wurde sie von Erasbach wieder abgetrennt und der Gemeinde Bachhausen zugeteilt, die zu dieser Zeit zum Landgericht Neumarkt in der Oberpfalz gehörte.[3] Um 1840 war die Reismühle neben Bachhausen, Körnersdorf und zeitweise Wiesenheid (abgegangen) Ortsteil der Gemeinde Bachhausen im nunmehr mittelfränkischen Landgericht Beilngries, zuletzt im oberpfälzischen Landkreis Beilngries. Als dieser mit der Gebietsreform in Bayern aufgelöst wurde, kam die Mühle zur Gemeinde Mühlhausen und ist seit dem 1. Juli 1972 einer von 24 Ortsteilen dieser Gemeinde.

Die Mühle war mit zwei Mahlgängen, einem Öl- und einem Schneidgang ausgestattet, wie für 1836 berichtet wird; sie war eine von sechs Mühlen, die die Sulz antrieb.[4] Sie besaß ein oberschlächtiges Mühlrad.[5] Wie üblich, war der Müller auch Ökonom. So hatte er 1875 an Großvieh drei Pferde und 20 Stück Rindvieh.[6]

Kirchlich gehörten die in der Reismühle wohnenden Katholiken zur katholischen Pfarrei Pollanten, die Protestanten seit 1834 zur evangelischen Pfarrei Bachhausen.[7] Heute ist die ehemalige Mühle ein landwirtschaftlicher Betrieb.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1832: 5[8]
  • 1846: 17 (1 Haus, 2 Familien)[9]
  • 1875: 12 (5 Gebäude)[10]
  • 1900: 8 (1 Wohngebäude)[11]
  • 1938: 6 (2 Katholiken, 4 Protestanten)[12]
  • 1950: 8[13]
  • 1961: 8 (1 Wohngebäude)[14]
  • 1978: 6[15]
  • 1987: 3 (1 Wohngebäude, 1 Wohnung)[16]
  • 2012: 10[17]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil liegt direkt östlich an der B 299.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836
  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. Band II, Eichstätt 1938
  • Gerhard Hirschmann: Historisches Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries - Eichstätt - Greding, München 1959
  • Bernhard Heinloth: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München: Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1967
  • Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Romstöck/Dürr, S. 188; Heinloth, S. 100
  2. Heinloth, S. 276 f.
  3. Hirschmann, S. 211 f.
  4. Altlasblatt Neumarkt, S. 26, 44
  5. Romstöck/Dürr, S. 188
  6. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 1156
  7. Buchner II, S. 402
  8. Joseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 2. Band, Erlangen: Palm und Enke, 1832, S. 405
  9. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, Ansbach 1846, S. 49
  10. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 1156
  11. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Spalte 807
  12. Buchner II, S. 402
  13. Hirschmann, S. 211
  14. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 517
  15. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 1.Mai 1978. München 1978, S. 122
  16. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 259
  17. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Berlin/Boston 2012, S. 1138