Horní Slavkov

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Horní Slavkov
Wappen von Horní Slavkov
Horní Slavkov (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Sokolov
Fläche: 3685,6563[1] ha
Geographische Lage: 50° 8′ N, 12° 48′ OKoordinaten: 50° 8′ 19″ N, 12° 47′ 59″ O
Höhe: 558 m n.m.
Einwohner: 5.502 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 357 31
Kfz-Kennzeichen: K
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Alexandr Terek (Stand: 2018)
Adresse: Dlouhá 634/12
357 31 Horní Slavkov
Gemeindenummer: 560367
Website: www.hornislavkov.cz
Lage von Horní Slavkov im Bezirk Sokolov
Karte

Horní Slavkov (deutsch Schlaggenwald) ist eine Stadt im Okres Sokolov im Karlovarský kraj in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Westböhmen etwa 15 Kilometer südwestlich von Karlsbad im Kurstädte-Dreieck Karlsbad, Marienbad und Franzensbad in einem Talkessel des Naturschutzgebietes Slavkovský les (Kaiserwald). Westlich erhebt sich der Dreigipfel des Krudum (838 m).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Stadt Horní Slavkov sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Bošířany (Poschitzau), Horní Slavkov-Staré město, Kfely (Gfell), Kounice, Ležnice (Leßnitz), Ležnička (Stirn), Na dole, Průmyslový obvod, Průmyslový obvod-východ, Sídliště I, Sídliště II, Sídliště III, Sídliště IV, Třídomí (Dreihäuser) und Údolí I.[3]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bošířany, Horní Slavkov, Kfely u Horního Slavkova, Ležnice, Ležnička und Třídomí.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügellandschaft in Stadtnähe
Spitalkirche der Heiligen Anna.
Georgskirche
Museum
Seidlhaus

Durch das Vorkommen von Erzen siedelten sich bereits vor Beginn unserer Zeitrechnung die Boier in der Gegend an. 1202 wurde erstmals das damalige Auerbach urkundlich erwähnt. Den Namen Schlakkowald erhielt das Dorf wohl um 1333 vom Gründer Slackko von Riesenburg.[5] 1300 wurde der Ort wegen des Arbeitskräftebedarfs in den Zinnminen und der damit anwachsenden Bevölkerungszahl zur Stadt erhoben.

Frühere Namensformen des Ortes lauteten auch Schlackenwalde oder Slawkenwalde.

Besonderen Verdienst um den Ort erwarben sich die Herren Pflugk von Rabenstein, die den Kaspar-Pflugk-Erbstollen errichteten, um die Erzgruben von Wasser freizuhalten. 1547 ließ der böhmische König und spätere Kaiser Ferdinand I. den Pflugkschen Besitz konfiszieren; Schlaggenwald wurde kaiserliche Freie Bergstadt. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 begann die Rückführung zum katholischen Bekenntnis. Beim großen Brand 1713 fielen 76 Häuser den Flammen zum Opfer, dazu auch die St.-Anna-Kirche und das Spital. 1742 besetzten Franzosen Schlaggenwald. 1909 nahm die Dampfkraftanlage die Stromerzeugung auf. Am Ende des Ersten Weltkrieges zählte Schlaggenwald 3305 Einwohner, darunter 39 Tschechen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Schlaggenwald der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 an das Deutsche Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Elbogen, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

Die deutschen Bürger der Stadt wurden 1945 enteignet und vertrieben.

Nach 1950 erfolgte der Abriss großer Teile der aus der Renaissancezeit stammenden historischen Bauten der Stadt. Nach 1950 erfolgte der großzügige Ausbau der Zinnförderung. Für die Bergarbeiter wurde nördlich der Altstadt ein neuer Stadtteil gebaut. Im Stil des spät-stalinistischen Städtebaus gebaut, gruppieren sich vergleichsweise aufwändig gestaltete Häuser um ein mit Bergarbeiterreliefs verziertes Kulturhaus. In der Stadt gibt es ein tschechisch-deutsches Begegnungszentrum.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Schlaggenwald überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1785 0 k. A. 456 Häuser[6]
1830 3554 in 543 Häusern[7]
1847 4011 in 546 Häusern, darunter acht protestantische Familien[8]
1900 4072 deutsche Einwohner[9]
1921 3344 davon 3269 Deutsche[10]
1930 3288 [11]
1939 3062 [11]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[12]
Jahr 1970 1980 1991 2001 2003
Einwohner 5478 6106 6101 5972 5818

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa im 12. Jahrhundert blühte die damalige Waldlandschaft durch den beginnenden Bergbau, in dem bis zu 200 Arbeiter beschäftigt waren, und den Handel auf. Anfang des 14. Jahrhunderts begann man mit dem Abbau von Zinn. 1792 wurde die erste Porzellanmanufaktur in Böhmen gegründet, später kamen eine Knopffabrik und eine Wollweberei hinzu. Das Gebiet ist reich an Zinn, Wolfram, Silber, Bronze, Blei, Uran, Torf, Steinen für das Bauwesen und Halbedelsteinen. Auch befinden sich Mineralwasserquellen in der Nähe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Horní Slavkov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/560367/Horni-Slavkov
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/zsj-obec/560367/Obec-Horni-Slavkov
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/560367/Obec-Horni-Slavkov
  5. Johann Thaddäus Anton Peithner von Lichtenfels: Versuch über die natürliche und politische Geschichte der böhmischen und mährischen Bergwerke. Wien 1780, S. 66–69, § 73.
  6. Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 2: Ellbogner Kreis, Prag 1785, S. 155–159, Ziffer 1).
  7. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 199, Ziffer 3).
  8. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 15: Elbogner Kreis, Prag 1847, S. 257–265, insbesondere S. 262.
  9. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig und Wien 1909, S. 825.
  10. Genealogie-Netz Sudetenland
  11. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_elbogen.html#ew39elbgschlaggenwld
  12. Tschechische Bevölkerungsstatistik