Rimhorn

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Rimhorn
Gemeinde Lützelbach
Koordinaten: 49° 47′ 2″ N, 9° 2′ 23″ O
Höhe: 256 m ü. NHN
Fläche: 6,62 km²
Einwohner: 910 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Lützel-Wiebelsbach
Postleitzahl: 64750
Vorwahl: 06165
Das Pretlack’sche Palais liegt in markanter Lage oberhalb des Rimhorner Ortskerns.
Skihütte Rimhorn

Rimhorn ist ein Ortsteil der Gemeinde Lützelbach im Odenwaldkreis in Hessen mit über 900 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimhorn liegt im nordöstlichen Odenwald im Westen des Gemeindegebiets von Lützelbach.

Von Rimhorn aus schlängelt sich die Obrunnschlucht in Richtung Höchst im Odenwald mit den im Jahr 2007 restaurierten Modellschlössern, -burgen und Mühlen des romantischen Märchenpfad talabwärts. Dieser ist wieder zu einem attraktiven Ausflugsziel für Familien mit Kindern geworden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Riemhurne weist in das Jahr 1273. Umgangssprachlich nennen die Einwohner in ihrem Dialekt den Ort liebevoll "Rimmen".

Die denkmalgeschützte evangelische Kirche von Rimhorn, die äußerlich eher bescheiden wirkt, hat eine hochinteressante Baugeschichte. Im Verlauf von Restaurierungsarbeiten am Langhaus wurden in den 1950er Jahren zahlreiche frühromanische Reste freigelegt, die eine Datierung der Kirche ins 10./11. Jahrhundert möglich machen.[2]

1733 ließ sich der hessen-darmstädtischen Generallieutenant Johann Rudolf Victor von Pretlack über dem Ortskern ein herrschaftliches Anwesen errichten. Erhalten ist das Herrenhaus, das sogenannte Pretlack’sche Palais, das 2009 renoviert wurde.

Am 31. Dezember 1971 erfolgte anlässlich der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingliederung von Rimhorn in die Gemeinde Lützel-Wiebelsbach, die ihrerseits am 1. August 1972 in der Gemeinde Lützelwiebelsbach aufging, die seit dem 1. Juli 1973 Lützelbach heißt.[3] Für Rimhorn wurde wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde ein Ortsbezirk gebildet mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher.

Früher wurde im Dorf hauptsächlich Landwirtschaft betrieben, was sich jedoch im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem Wohnort entwickelt hat.

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pretlack’sche Palais wird als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Die Landesstraße 3106 führt durch Rimhorn und erschließt den Ort für den überörtlichen Verkehr, besonders durch die Verbindung mit dem verkehrsgünstig im Mümlingtal gelegenen Nachbarort Höchst im Odenwald.

Die ortsansässigen Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Vereine gibt es in Rimhorn:

  • 1.FC Rimhorn 1948 e.V.
  • Ski-Club, er öffnet in den Wintermonaten seine Skihütte (östlich von Rimhorn) an einem Rodelhang. Bis 2011 betrieb der Verein einen eigenen Skilift. Wegen erhöhter Sicherheitsauflagen musste dessen Betrieb jedoch eingestellt werden.[4]
  • Kerbbursche Rimmen, jedes Jahr im September hat diese Vereinigung Hochkonjunktur. Bei der Rimmener Kerbredd (Rede zur Kirchweih) sitzt halb Rimhorn in den Zelten und lauscht den nicht immer erstgemeinten Unannehmlichkeiten der Bewohner, die die Kerbburschen im vergangenen Jahr gesammelt haben. Außerdem veranstalten sie Anfang Januar die „Aprés Ski Party“ an der Skihütte.
  • Sängervereinigung „Frohsinn“
  • Verkehrs- und Verschönerungsverein

Lustiges zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt ein Sprichwort, welches sich nicht nur in Rimhorn festgesetzt hat: „Rimmern am Rå, Plaschder ohne Stå, Käischhouf ohne Mauän – was is Rimmern zu bedauän.“ Auf hochdeutsch: „Rimhorn am Berghang, Pflaster ohne Steine, Friedhof ohne Mauern – was ist Rimhorn zu bedauern.“
  • Auch ist in den Nachbardörfern Breitenbrunn, Lützel-Wiebelsbach und Vielbrunn öfters vom nicht ganz ernst gemeinten „Rimmener Berschhingel oder Rimmener Råhingel“ (Rimhorner Berghuhn) die Rede. Der Grund hierfür ist in der geografischen Lage von Rimhorn zu finden. Fast keine Straße in Rimhorn ist eben. Dies hat zur Folge, dass man – wenn man in Rimhorn geboren wird – mit einem kurzen und einem langen Bein auf die Welt kommt... also ein Rimmener Berschhingel. Wenn man dieses umdreht, kippt es und rollt den Hang hinunter.
  • Einer Legende nach wollte nachts ein Bauer sein weggelaufenes Vieh wieder einfangen und rief: „Rim Du Horn“ (auf hochdeutsch: „Dreh dich rum, du Horn!“), wodurch sich dieser Ausruf zum späteren Ortsnamen Rimhorn entwickelt haben soll.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Lützelbach: Zahlen-Daten-Fakten
  2. denkmalpflege-hessen: Evangelische Pfarrkirche und ehemaliger Friedhof
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358 und 359.
  4. Ohne Lift geht wenig. Odenwälder Echo (online) vom 4. April 2011. Abgerufen am 25. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]