Robert Biedroń

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Robert Biedroń (2014)

Robert Biedroń (* 13. April 1976 in Rymanów) ist ein polnischer Politiker, Publizist, ehemaliger Abgeordneter des Sejm und gegenwärtig Bürgermeister der Stadt Słupsk. Er ist der bekannteste offen homosexuell lebende Politiker des Landes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biedroń stammt aus dem Karpatenvorland und wuchs in Krosno auf.[1] Nach dem Abitur studierte er in Olsztyn sowie Wien Politikwissenschaft und begann 2006 eine Promotion in Pułtusk. Des Weiteren war er als Verleger tätig, bevor er sich zuerst der sozialdemokratischen Partei Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) anschloss. 2010 wechselte er jedoch zur liberalen Partei Twój Ruch (TR) um den Unternehmer Janusz Palikot. Bei den Parlamentswahlen 2011 gelang ihm mit dieser für den Wahlkreis in Gdynia der Einzug als Abgeordneter in den Sejm, das polnische Unterhaus. In diesem war er das erste offen homosexuelle Mitglied.[2][3] 2014 wurde er vom polnischen Wochenmagazin Polityka als Bester Abgeordneter des Jahres geehrt.[2][4] Seit seinem Coming-Out wurde er mehrmals Opfer homophober Angriffe und war Gegenstand von Hassreden einiger Vertreter der katholischen Kirche.[2][5] Biedroń ist deklarierter Atheist.[2]

Am 16. November 2014 erhielt Biedroń im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl in Słupsk 20 Prozent der Stimmen[2][6] und wurde in der Stichwahl am 30. November 2014 schließlich zum Bürgermeister mit 57,1 Prozent der abgegebenen Stimmen ins Amt gewählt.[5][7] Für die Umsetzung seiner politischen Agenda sowie seinen Führungsstil wurde er mehrfach ausgezeichnet und wurde 2015 als drittbeliebtester Politiker des Landes ermittelt.[8][9] Im Zuge der politischen Krise um die seit 2015 regierende Partei Prawo i Sprawiedliwość (PiS) unterstützt er die regierungskritische Bürgerrechtsbewegung des Aktivisten Mateusz Kijowski. In der polnischen Presse wurde er zeitweilig als potentieller, neuer Hoffnungsträger der politischen Linken in Polen gehandelt.[10]

Biedroń wurde am 20. Juli 2016 mit dem Ordre national du Mérite ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Biedroń – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nowiny24.pl, Robert Biedroń jest z Podkarpacia. Wychował się w Krośnie
  2. a b c d e Süddeutsche Zeitung am 27. November 2014: Mann gegen Muff
  3. TheNews.pl, Poland elects first openly gay MP
  4. TwojRuch.eu, Poseł Robert Biedroń wyróżniony przez tygodnik Polityka"
  5. a b Spiegel.de am 1. Dezember 2014: Revolution in Polens Provinz: Schwuler erobert Rathaus von Slupsk
  6. Spiegel.de am 17. November 2014: Überraschung in der polnischen Provinz: Schwuler Bürgermeisterkandidat in der Stichwahl
  7. Gazeta Pomorska on-line vom 1. December 2014: Oficjalnie. Robert Biedroń prezydentem Słupska! (Schon offiziell. Robert Biedroń ist Bürgermeister von Słupsk!)
  8. Biedroń realizuje kolejną obietnicę wyborczą i znowu wyznacza standardy. W Słupsku zbudują cmentarz dla zwierząt. In: naTemat.pl. Abgerufen am 9. Februar 2016.
  9. Paweł Kukiz, Andrzej Duda i Aleksander Kwaśniewski - z tymi politykami Polacy najchętniej poszliby... na piwo. In: wpolityce.pl. Abgerufen am 9. Februar 2016.
  10. Grupa Wirtualna Polska: Robert Biedroń liderem nowej formacji lewicowej? "Nie mam takich planów". In: wiadomosci.wp.pl. 26. Januar 2016, abgerufen am 9. Februar 2016 (pl-pl).