Rommerode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rommerode
Ehemaliges Gemeindewappen
Koordinaten: 51° 13′ 54″ N, 9° 46′ 10″ O
Höhe: 429 (415–510) m ü. NHN
Fläche: 7,22 km²[1]
Einwohner: 981 (2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37247
Vorwahl: 05604

Rommerode ist der zweitgrößte Ortsteil der Stadt Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rommerode liegt im Südostteil des Kaufunger Waldes, innerhalb des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land (Werratal.Meißner.Kaufunger Wald), südöstlich des Hirschbergs (643,4 m) und westlich des Exbergs (505,5 m). Es befindet sich rund 3 km südlich der Großalmeroder Kernstadt und etwa 5 km nordöstlich von jener Hessisch Lichtenaus auf etwa 415 bis 510 m ü. NHN.[3] Nordöstlich bzw. östlich des Dorfes liegen die beiden Exbergseen, denen der Werra-Zufluss Wehre entfließt, welche die Ortschaft erst östlich tangiert, um dann durch die südlichen Ortslagen zu fließen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerodet wurde der Ort als fränkische Ansiedlung innerhalb eines von Reichenbach-Walburg ausgehenden Siedlungsverbandes auf ehemaligem Reichsgut, wahrscheinlich des Königshofes Walburg, in der Zeit vom 9. bis 10. Jahrhundert.

Aufgrund der urkundlichen Ersterwähnung von 1109, in der der Ort noch „Rodemanerodeh“ genannt wird, ist zu schließen, dass die Rodung durch einen adligen Grundherrn veranlasst wurde und die 15 Familien mit etwa 60 Personen hauptsächlich von der Land- und Viehwirtschaft lebten. Da die Zahl der Einwohner 1539 immer noch 15 Feuerstellen, also 15 Familien mit etwa 60 Personen, betrug, ist anzunehmen, dass sich in der Zeit von 430 Jahren in dem bäuerlichen Dorf nicht viel veränderte.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte auch Rommerode unter der Last der Abgaben an zahlreiche Grundherren zu leiden, unter anderem an den Adel von Hundelshausen, von Berge, von Felsberg, von Bischoffshausen, das Haus Hambach und die Klöster Germerode und Kaufungen. Diese zu leistenden Abgaben und die Unfruchtbarkeit des Ackerbodens führte zur Not der Bewohner, die mit allerlei Nebentätigkeiten gezwungen waren, ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. So werden unter den Tätigkeiten neben Ackermännern und Fruchttreibern auch Salzführer, Salztreiber, Leinweber und Raschmacher genannt.

Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Lichtenau und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Lichtenau im Königreich Westphalen (1807–1813).[1]

Nach vorausgegangenen Kriegen, die auch an Rommerode nicht spurlos vorüber gingen, vergrößerte sich vom ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bis 1866 durch die Einstellung der Salzproduktion in Sooden die Not zahlreicher Salzstraßendörfer, so auch in Rommerode. Missernten, der Verlust überseeischer Absatzgebiete für Leinweber und Raschmacher, führten neben den revolutionären Ereignisse dieser Zeit auch in Rommerode zu zahlreichen Auswanderungen. Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse verbesserten sich erst 1868 mit der Braunkohleförderung der Zeche Marie. Mit ihr, dem Bahnanschluss 1883/84 und der Inbetriebnahme von Fabrikanlagen der „Vereinigte Großalmeroder Thonwerke (VGT)“ 1897, erfolgte der schrittweise Wandel vom Bauerndorf zur Industriegemeinde.

Am 1. Januar 1974 wurde Rommerode in die Stadt Großalmerode eingegliedert.[4] Seitdem hat sich in Rommerode einiges zum Vorteil verändert, so letztlich u.a. im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms die Sanierungen der Kirche und der Eichenwaldsiedlung, einer ehemaligen Arbeitersiedlung der VGT, 2007 ausgezeichnet mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rommerode liegt nahe der alten Sälzerstraße. Im Straßendorf zweigt die Landesstraße 3299 (Rommerode–Walburg) von der L 3225 (Epterode–Rommerode–Friedrichsbrück) ab. Im nördlich der Ortschaft liegenden Faulbach zweigt die als Stichstraße nach Epterode führende Kreisstraße 45 (Am HolzrainEpteroder Straße) von der L 3225 ab; im Süden des Dorfs zweigt die K 42 von der L 3299 ab, die ostwärts nach Laudenbach verläuft.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rommerode, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. Februar 2016)
  2. Rommerode im Internetauftritt der Stadt Großalmerode, abgerufen im Februar 2016
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krummel, Hessische Ämter, S. 70.
  • Walther Küther: Historisches Ortslexikon des Kreises Witzenhausen. Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde, Marburg 1973, ISBN 3-7708-0496-1 S. 111.
  • Magistrat der Stadt Großalmerode anlässlich der 900-Jahr-Feier im Jahre 2009 (Hrsg.): Ortschronik, ISBN 978-3-00-027930-0
  • Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau, S. 292f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]