Rudolf Hellgrewe

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Rudolf Hellgrewe

Rudolf Hellgrewe (* 6. Oktober 1860 in Hammerstein in Westpreußen; † 1935 in Berlin) war ein Landschaftsmaler und Illustrator von Reiseliteratur. Er lebte in Berlin, wo er am Kunstgewerbemuseum unterrichtete und später zum wohl bekanntesten Kolonialmaler avancierte, dessen Bilder noch heute gehandelt werden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellgrewe besuchte zunächst die Königstädtische Realschule, danach die Andreas Realschule in Berlin und ging dann auf die Berliner Kunstakademie, wo er ein Schüler von Eugen Bracht und Christian Wilberg war. Danach widmete er sich der Malerei, vor allem der Landschaftsmalerei. Seine Motive fand er vor allem in der märkischen Landschaft, deren Schönheit er als erster entdeckte. Schnell wurde er zum „Maler märkischer Seen und Sonnenuntergänge“ und erreichte große Popularität. Dieser Erfolg verleitete ihn – schon um der steten Nachfrage gerecht zu werden – in späteren Jahren immer wieder zu fast identischen Wiederholungen seiner Motive.

Ansicht Kilimandscharo zur Deutschen Kolonialzeit von Rudolf Hellgrewe

In den Jahren 1885/1886 machte er eine Reise nach Ostafrika, wo weitere zahlreiche Bilder entstanden.

Außerdem arbeitete er als Illustrator zu den Büchern der Afrikaforscher Carl Peters und Hermann von Wissmann und zahlreicher afrikanischer Reisewerke. Er schuf Kolonialdioramen aus allen Kolonien und koloniale Anschauungsbilder für Schulen.

Hellgrewe gehörte zu den Gründern des Deutschen Kolonialmuseums und nahm an den Deutschen Kolonialausstellungen von 1896 und 1907 teil. Er war Mitglied im Berliner Schriftsteller-Klub.

1903 wurde in Berlin das große Deutsche Kolonialhaus errichtet. Die Architektur orientierte sich dabei an kolonialen Motiven; die Ausführung geht auf Rudolf Hellgrewe zurück, der auch die Innenausstattung durch kolonial-inspirierte Deckengemälde bereicherte.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellgrewe heiratete am 2. April 1887 Anna Lagatz, mit der er drei Kinder hatte

  • Joachim, * 30. Dezember 1887, † 30. März 1956, der in die Fußstapfen seines Vaters trat und als Landschaftsmaler, Restaurator und Grafiker tätig war. Seine Tochter Jutta Hellgrewe wurde eine bekannte Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern in der DDR.
  • Annemarie, * 23. Februar 1891
  • Wolf Dietrich, * 20. Juli 1894

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bilderwerk von R. Hellgrewe: Aus Deutsch-Ostafrika. Berlin 1888
  • Herrmann A. L. Degener: Wer ist's? Leipzig 1912 (Biographien nebst Bibliographien, Angaben über Herkunft, Familie, Lebenslauf, Werke, etc.)
  • "Rudolf Hellgrewe - Leben und Werk" von Arne Schöfert, Verlag Reichskolonialamt.de, Wolfsburg, 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudolf Hellgrewe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien