Rudolf Theodor Simler

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Rudolf Theodor Simler, Gründer des Schweizer Alpen-Clubs

Rudolf Theodor Simler (* 16. Juli 1833 in Wollishofen bei Zürich; † 22. Dezember 1873 in Zürich) war ein Schweizer Chemiker, Alpinist und Gründer des Schweizer Alpen-Clubs.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Theodor Simler war der Sohn eines Spinnereibesitzers in Wollishofen bei Zürich, ein direkter Nachfahre von Josias Simler. Er besuchte Schulen in Winterthur und Zürich, studierte Chemie in Zürich und Heidelberg bei Carl Löwig, den er als Assistent nach Breslau begleitete.

1859 bis 1861 lehrte er an der Kantonsschule Chur, habilitierte an der Universität Bern in allgemeiner Chemie, Agrikulturchemie und chemischer Geologie. Ab 1864 lehrte er an der landwirtschaftlichen Anstalt Muri, ab 1872 an der landwirtschaftlichen Schule Strickhof bei Zürich.

Simler war verheiratet mit Maria Färber (1841–1906) aus Chur; das Paar hatte drei Kinder: Theodora Maria (geb. 1868), Bettina (geb. 1870) und Eduard (geb. 1872, als Kleinkind verstorben).

Wenige Wochen nach Erscheinen seines Hauptwerks «Die Lötrohr-Chemie» starb er nach neunwöchiger Krankheit.[1][2]

Am 30. Juli 1861 bestieg er zusammen mit dem Kaufmann Georg Sand aus St. Gallen und den Bergführern Heinrich Elmer und Gabriel Zweifel den 3614 Meter hohen Piz Russein, den höchsten Gipfel des Tödimassivs. Dabei glaubte er an eine Erstbesteigung, was später jedoch widerlegt wurde.[3][4]

Auf dem Gipfel des Piz Russein kam ihm, wie er schreibt, angesichts der vielen unbestiegenen Gipfel «der Gedanke an eine Association».[5]

Auf den 19. April 1863 lud er Bergsteiger und Alpinfreunde ins Bahnhofbuffet Olten ein, wo die «35 schweizerischen Berg- und Gletscherfahrer» den Schweizer Alpen-Club gründeten. Im gleichen Sommer bestimmte der Club das Tödi- und Clariden-Gebiet als offizielles Forschungsgebiet unter der Leitung des Zentralpräsidenten Simler.[6]

Der Simlergrat, Verbindungsgrat zwischen Piz Russein und Glarner Tödi, erinnert an den Gründer des Schweizer Alpen-Clubs.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Sieber: Theodor Rudolf Simler. In: Die Alpen, Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs 1963.
  2. Rudolf Theodor Simler: Die Löthrohr-Chemie. Orell Füssli Verlag, Zürich 1873.
  3. «So reifte der Gedanke an eine Association». In: Emil Zopfi: Tödi – Sehnsucht und Traum. AS Verlag, Zürich 2000.
  4. «Die Priorität in Bezug auf Erreichung des Tödigipfels». In: Emil Zopfi: Tödi – Sehnsucht und Traum. AS Verlag, Zürich 2000.
  5. Rudolf Theodor Simler: Der Tödi-Rusein und die Excursion nach Obersandalp. Haller’sche Buchdruckerei und Verlagshandlung, Bern 1863.
  6. Rudolf Theodor Simler: Generalbericht über die Excursionen im officiellen Gebiete während des Sommers 1863. In: Jahrbuch des Schweizer Alpenclub 1864.