SA-9 Gaskin

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SA-9 Gaskin

Strieła-1 NTW 9 93.jpg

Allgemeine Angaben
Typ: Boden-Luft-Lenkwaffensystem
Heimische Bezeichnung: 9K31 Strela-1
NATO-Bezeichnung: SA-9 Gaskin
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: OKB-16 Tochmasch
Technische Daten
Länge: 1,803 m
Durchmesser: 120 mm
Gefechtsgewicht: 30,5 kg
Spannweite: 375 mm
Antrieb: Feststoff-Raketentriebwerk
Geschwindigkeit: Mach 1,8
Reichweite: 9M31: 4,2 km
9M31M: 8,0 km
Dienstgipfelhöhe: 9M31: 3,0 km
9M31M: 3,5 km
Ausstattung
Lenkung: Trägheitsnavigationsplattform
Zielortung: Passiv IR
9M31: 1−3 µm Bandbreite
9M31M: 1–5 µm Bandbreite
Gefechtskopf: 2,75 kg Splittergefechtskopf
Zünder: Näherungs- und Aufschlagzünder
Waffenplattformen: BRDM-2
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SA-9 Gaskin ist der NATO-Codename für ein mobiles Kurzstrecken-Flugabwehrsystem aus sowjetischer Produktion. Der GRAU-Index lautet ZRK-BD 9K31 „Strela-1“ (russisch Стрела-1 ‚Pfeil‘).

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung begann 1960 im Konstruktionsbüro Nudelman (OKB-16). Die ersten Systeme wurden 1968 an die sowjetischen Landesstreitkräfte ausgeliefert. Die SA-9 Gaskin wurde zum Schutz von mechanisierten Formationen entwickelt.

Fahrzeug[Bearbeiten]

Raketenstartboxen des Fahrzeugs

Das 9P31 Fahrzeug basiert auf dem Chassis des russischen Panzerspähwagens BRDM-2. Dieses Fahrzeug ist nach den Einsatzgrundsätzen der sowjetischen Militärdoktrin gebaut worden, d.h., dass die Fahrzeuge schwimmfähig und luftverlastbar sein sollten. Das Fahrzeug hat eine Besatzung von drei Mann. An Stelle des kleinen Turms mit dem 14,5-mm-MG wurde ein Werferturm für die Lenkwaffen eingebaut. Der Turm ist um 360° drehbar. An ihm sind seitlich vier Startboxen für die Lenkwaffen montiert. Dieser wird in der Marschstellung zusammengeklappt, wobei die Startboxen flach auf dem Dach liegen. Im Turm befindet sich hinter einem Plexiglasfenster der Richtschütze mit dem optischen Visier. Ein Fahrzeug je Batterie ist mit vier passiv arbeitenden 9S16 Radarempfängern (NATO: FLAT BOX) ausgestattet. Die Zielerfassung erfolgt optisch durch den Richtschützen. Um die Treffererwartung zu erhöhen, wird im Einsatz meistens eine Salve von zwei Lenkwaffen, in einem Intervall von fünf Sekunden auf ein Ziel abgefeuert. Das Nachladen des Werfers geschieht per Hand und dauert rund fünf Minuten.

Lenkwaffen[Bearbeiten]

Suchkopf der SA-9

Bei der 9M31 Lenkwaffe wurden viele Komponenten der tragbaren Strela-2 (SA-7 Grail) verwendet. Der ungekühlte Infrarot-Suchkopf der 9M31 Lenkwaffe verwendet einen Bleisulfid-Halbleiter und reagiert auf IR-Strahlung zwischen 1 und 3 µm Wellenlänge. Die verbesserte 9M31M Lenkwaffe wurde 1970 eingeführt. Diese verwendet einen durch Stickstoff gekühlten Infrarot-Suchkopf welcher auf einer Wellenlänge von 1–5 µm arbeitet. Dieser ist deutlich leistungsfähiger und erhöht dadurch die Reichweite der Lenkwaffe.

Frontal anfliegende Luftziele können bis zu einer Fluggeschwindigkeit von 310 m/s bekämpft werden. Die maximale Fluggeschwindigkeit für die Bekämpfung eines wegfliegenden Luftziels liegt bei 220 m/s. Ein vorbeifliegendes Ziel kann bis zu einer Fluggeschwindigkeit von 310 m/s bekämpft werden. Die Zielverfolgung durch die Lenkwaffe erfolgt nach dem Prinzip der proportionalen Annäherung, d.h. die Elektronik errechnet die Winkelgeschwindigkeit des Ziels und sendet Steuerbefehle, um die Differenz auf Null zu bringen. Kommt das Flugziel in den Ansprechradius (5m) des Näherungszünders, wird der Splittergefechtskopf gezündet. Dieser wiegt 2,75 kg mit einem Sprengstoffanteil von 1,0 kg und hat einen effektiven Wirkungsradius von sieben bis acht Metern (je nach Zielgröße). Bei einem Direkttreffer wird der Sprengkopf durch den Aufschlagzünder ausgelöst. Die maximale Zeit des gelenkten Fluges liegt bei 14 Sekunden. Verfehlt die Lenkwaffe das Ziel so wird sie nach 16 Sekunden Flugzeit unscharf und stürzt zu Boden.

Einsatz[Bearbeiten]

SA-9 wurde zur Bekämpfung tiefliegender Flugzeuge und Hubschrauber auf dem Gefechtsfeld konzipiert. Gemäss sowjetischer Einsatzdoktrin sollte der Einsatz im Verbund mit dem Flakpanzer ZSU-23-4 erfolgen. Bei den russischen Streitkräften wurde die SA-9 durch die SA-13 Gopher ersetzt.

Die SA-9 Gaskin kam bei verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen zum Einsatz: Bei den Arabisch-Israelische Kriegen, Erster Golfkrieg, Zweiter Golfkrieg sowie bei den Konflikten auf dem Balkan, in den ehemaligen Sowjetrepubliken und auf dem afrikanischen Kontinent.

Verbreitung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]