Saga Pearl II

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Saga Pearl II
Saga Pearl II im Nord-Ostsee-Kanal
Saga Pearl II im Nord-Ostsee-Kanal
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
andere Schiffsnamen

Astor (1980–1985)
Arkona (1985–2002)
Astoria (2002–2010)
Quest for Adventure (2012–2013)
Pearl II (seit 2019)

Schiffstyp Passagierschiff
Rufzeichen 9HA2950[1]
Eigner Aqua Explorer Holdings
Reederei Saga Cruises[2]
Bauwerft Howaldtswerke-Deutsche Werft, Hamburg[1]
Baunummer 165
Kiellegung 20. Mai 1980[1]
Stapellauf 16. Dezember 1980[1]
Übernahme 14. Dezember 1981[1]
Außerdienststellung 11. April 2019
Verbleib aufgelegt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
164,35[1] m (Lüa)
140 m (Lpp)
Breite 22,6 m
Seitenhöhe 8,1 m
Tiefgang max. 6,2 m
Vermessung 18.627 BRZ / 6.267 NRZ[1]
 
Besatzung 285
Maschinenanlage
Maschine dieselmechanisch
4 × Dieselmotor (MAN 6L40/45), je 3.300 kW[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
13.200 kW (17.947 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 2 × Fünfblatt-Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 2952 tdw
Zugelassene Passagierzahl 580 bis 654
Sonstiges
Klassifizierungen DNV GL
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 8000214[1]

Die ehemalige Saga Pearl II ist ein zuletzt von Saga Cruises eingesetztes Kreuzfahrtschiff. Das Schiff war unter dem Namen Astor in den Jahren 1983/84 Drehort der in Deutschland populären Fernsehserie Das Traumschiff und als Arkona 1990 der DFF-Fernsehserie Luv und Lee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Dezember 1980 lief das Schiff bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG in Hamburg mit der Baunummer 165[1] (Bauname Hammonia) für die HADAG Cruises Lines AG vom Stapel.

Während der Ausrüstungsarbeiten verursachte ein vergleichsweise harmloser Brand an Bord erhebliche Rauch- und Wasserschäden. Diese Schäden führten zu einer Verzögerung der Jungfernfahrt des Schiffes. Ab dem 24. November 1981 fand in der Nordsee die erste Probefahrt statt. Nach der Erprobung wurde das Schiff am 4. Dezember 1981 unter dem Namen Astor an die KG Kymo Verwaltungs-Gesellschaft für Schiffsbeteiligungen mit Sitz in Hamburg abgeliefert. Das Schiff kam unter deutscher Flagge mit Heimathafen Hamburg in Fahrt. Zunächst wurde das Schiff an die KR HADAG Seetouristik und Fährdienst AG als Kreuzfahrtschiff verchartert. Das Schiff wird häufig mit der 1987 in Dienst gestellten Astor verwechselt, dem Nachfolgeschiff mit dem erneut vergebenen Namen.

Die erste Reise führte mit geladenen Gästen ab Hamburg nach Le Havre, Málaga und Genua.

Um den gänzlichen Konkurs der HADAG abzuwenden, wurde das Schiff am 14. Oktober 1983 an die Reederei South African Marine Corp. Ltd. in Kapstadt verkauft. Das Schiff wurde am 7. Februar 1984 in Hamburg übergeben. In der Bauwerft wurden anschließend umfangreiche Umbau- und Modernisierungsarbeiten vorgenommen, sodass das ursprünglich für 638 Passagiere gebaute Schiff nur noch für 530 Passagiere zugelassen war. Diese Umbauarbeiten waren mit dem Auslaufen am 1. April 1984 nach Südafrika via Southampton beendet. Ab dem 1. Juli 1984 fuhr das Schiff unter der Flagge der Bahamas mit Heimathafen Nassau.

Mit dem 29. August 1985 übernahm der VEB Deutfracht/Seereederei Rostock (DSR) für 165 Millionen DM[3] das Schiff und stellte es unter dem Namen Arkona für den Feriendienst des FDGB der DDR in Dienst. Vorher war die Deutsche Westafrika-Linie mit Sitz in Kiel, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Afrika-Linien, kurzzeitig Eigentümer des Schiffes, da die DDR keine direkten Beziehungen zu Südafrika wünschte. Vor der Umflaggung wurde das Schiff bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) für drei Millionen D-Mark überholt. Bis heute gibt es Meinungen, dass der Verkauf des Schiffes an die DDR Teil eines geheimen Dreiecksgeschäfts zwischen Südafrika, der DDR und der HDW war, das maßgeblich durch die schleswig-holsteinische Landesregierung bzw. dessen Ministerpräsident Uwe Barschel beeinflusst bzw. eingefädelt wurde und bei dem bis 150 Millionen DM Schmiergeld geflossen sein sollen. Die DDR kam dadurch günstig zu einem Kreuzfahrtschiff, das wegen seiner Apartheidpolitik unter Waffenembargo stehende Südafrika an U-Boot-Pläne und die wirtschaftlich angeschlagene HDW, die zu 25,1 % im Besitz des Landes Schleswig-Holstein war, erhielt dringend benötigte Aufträge.[4][5]

Die Arkona ersetzte die im gleichen Jahr von der DDR verkaufte Völkerfreundschaft. Neben Urlaubsfahrten mit DDR-Bürgern in der Ostsee und nach Kuba wurde sie hauptsächlich an westliche Reiseveranstalter zur Erwirtschaftung dringend benötigter Devisen verchartert. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 fuhr das Schiff wieder unter bundesdeutscher Flagge. 1998 wurde das Schiff von Arkona Touristik gekauft und kam unter der Flagge Liberias mit Heimathafen Monrovia in Fahrt. 2002 wurde das Schiff unter dem neuen Namen Astoria mehrjährig an den Bremer Veranstalter Transocean Tours verchartert. Von Anfang 2007 bis Mitte 2009 war die niederländische Club Cruise Entertainment and Travelling Services Europe Eigentümer. Nach Insolvenz dieses Unternehmens wurde das mit Maschinenschaden in Barcelona liegende Schiff im Juli 2009 nach Gibraltar geschleppt und dort im August versteigert.[6]

Nach einem Umbau für rund 14 Millionen Pfund Sterling kam das Schiff ab Mitte März 2010 nun für rund 450 Passagiere unter dem Namen Saga Pearl II unter der Flagge der Bahamas wieder zum Einsatz. Ab März 2012 fuhr es unter der Flagge Maltas. Im Mai 2012 wurde das Schiff in Quest for Adventure umbenannt. Ende 2013 bekam es wieder seinen alten Namen Saga Pearl II.

Am 11. April 2019 stellte Saga Cruises das Schiff in Portsmouth außer Dienst, ehe es im selben Jahr durch den Neubau Spirit of Discovery ersetzt wurde.[7] Im selben Monat wurde es in Pearl II umbenannt. Das Schiff ist in Ambelakia auf der griechischen Insel Salamis aufgelegt. Sie wurde im April 2019 vom griechischen Geschäftsmann Miltos Kambourides aufgekauft und wird derzeit auf der Koros-Werft zu einer privat Yacht umgebaut.[8]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gert Uwe Detlefsen: VEB Deutsche Seereederei Rostock. Detlefsen, Bad Segeberg [2005], (Deutsche Reedereien. Band 23), ISBN 3-928473-81-6.
  • Klaus Bröking: MS Astor – MS Astoria. Eine deutsche Geschichte. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-795-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: IMO 8000214 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Registereintrag. DNV GL, abgerufen am 25. Juni 2019.
  2. Equasis – French Ministry for Transport: Administrative Daten der „Saga Pearl II“. Abgerufen am 29. Januar 2012.
  3. Als die DDR auf Kreuzfahrt ging, NDR, 14. Oktober 2015, abgerufen am 30. September 2018.
  4. Barschels größtes Geheimnis. In: Der Spiegel, 34/1991.
  5. Klaus Bröking: Wie aus einem U-Boot ein Kreuzfahrer wurde. In: Westfälische Rundschau, 31. März 2008.
  6. André Germann: Zukunft ungewiss · Kreuzfahrt-Oldie „Saga Pearl II“ wird 2019 durch „Spirit of Discovery“ ersetzt. In: Täglicher Hafenbericht vom 27. September 2018, S. 14
  7. Saga Pearl II to Leave Fleet in 2019. Cruise Industry News, 2. Juni 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.
  8. GRIECHENLAND: ex MS Saga Pearl II wird auf der Koros Werft, Ambelakia, Salamis, zu einer Privat-Luxus-Yacht umgebaut. Abgerufen am 8. Juli 2020.