Salut Salon

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Salut Salon beim Konzert zum 20-jährigen Jubiläum der Hamburger Bürgerstiftung auf Kampnagel, November 2019.

Salut Salon ist der Name eines kammermusikalischen Frauen-Quartetts aus Hamburg, das seit 2002 in der Formation Klavier, Cello und zwei Violinen auftritt und von den Geigerinnen Angelika Bachmann und Iris Siegfried gegründet wurde.

Charakteristisch für ihr Repertoire sind neu arrangierte klassische Stücke, Anleihen aus Volks- und Filmmusik, eigene Chansons, Tango Nuevo, Popmusik, Jazz, Puppenspiel und Instrumental-Akrobatik. Der Name „Salut Salon“ geht auf das Lieblingsstück der ursprünglichen Quartett-Formation (mit Ameli Winkler am Klavier und der Cellistin Simone Bachmann) zurück: Edward Elgars „Salut d’amour“. Da die Keimzelle des Quartetts in den 1990er Jahren ein regelmäßiger literarisch-musikalischer Salon war, wurde daraus Salut Salon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Gründerinnen des Quartetts, Angelika Bachmann und Iris Siegfried, lernten sich in den 1980er Jahren in Hamburg kennen, spielten gemeinsam am ersten Pult im Schulorchester. Sie blieben auch nach dem Abitur zusammen, gründeten in ihrer Heimatstadt eine Wohngemeinschaft und gingen gemeinsam ein paar Monate auf Weltreise. Seit dem ersten Auftritt als Duo spielten sie regelmäßig Kammermusik – beim Jour fixe in der Altbauwohnung der mit ihnen befreundeten Pianistin Ameli Winkler, einem Treffpunkt von Schauspielern, Musikern und Literaten, der sich in der Tradition des Salons des 19. und 20. Jahrhunderts verstand. Als Quartett (mit Ameli Winkler am Klavier und Simone Bachmann am Cello) hatten sie ihren ersten gemeinsamen Auftritt im Herbst 1999 in der Galerie Rose in Hamburg. In den Jahren danach wurde das Quartett immer häufiger gebucht. Am 3. Januar 2003 spielten sie in der Musikhalle Hamburg ihr erstes großes öffentliches Konzert, für das sie noch selbst die Plakate klebten. Noch im selben Jahr veröffentlichten sie bei Warner ihre erste CD Was kann das Herz dafür. Kurz darauf bot ihnen Warner einen Plattenvertrag an. Mittlerweile gibt das Quartett über 100 Konzerte jährlich – in den ersten Jahren in wechselnden Formationen, in denen die Geigerinnen Angelika Bachmann und Iris Siegfried immer Herzstück des Quartetts blieben.[1]

Gastspielreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 tritt das Quartett auch im Ausland auf. Es gibt regelmäßig Gastspiele in den USA[2], in China (2010 vertraten es auf der Expo in Shanghai die Hansestadt Hamburg darüber hinaus als musikalische Botschafter), in Kanada, in Chile, in Russland, in der Schweiz, Italien, Luxemburg, Spanien und Kenia[3]. Dazu kommen zahlreiche Auftritte im Fernsehen und Beiträge im Radio.[4]

2012 ging das Quartett auf Jubiläumstournee und feierte das zehnjährige Bestehen von Salut Salon – und das, obwohl das Ensemble bereits seit zwölf Jahren bestand, wie Iris Siegfried bei der Premiere im Hamburger Thalia Theater augenzwinkernd bemerkte.[5] 2016 fand ihr Debüt in New York City mit einem Konzert ihres Programms Carnival of the Animals and Other Phantasies im Michael Schimmel Center der Pace University statt.[6]

Seit 2016 touren Salut Salon regelmäßig durch Frankreich. Im Januar 2016 erntete das Quartett Standing Ovations im altehrwürdigen Salle Gaveau in Paris.[7] Ein Jahr später, am 24. Januar 2017, traten die vier Hamburgerinnen zum Höhepunkt ihrer Frankreichtour im L'Olympia in Paris auf.[8]

Biografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Bachmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Bachmann wurde 1972 in Hamburg geboren und aufgrund ihrer musikalischen Sonderbegabung durch den Senat der Hansestadt Hamburg vom Schulunterricht befreit, so dass sie sich schon in frühester Kindheit dem Geigenspiel widmen konnte. Seit dem siebten Lebensjahr ist sie als Konzertsolistin u. a. mit den Hamburger Symphonikern aufgetreten, sammelte Erfahrungen bei Fernsehauftritten und gewann zahlreiche Erste Bundespreise bei „Jugend musiziert“-Wettbewerben. Ihre musikalische Ausbildung genoss sie u. a. bei Michael Goldstein und Roland Greutter, dem Ersten Konzertmeister des NDR-Sinfonie-Orchesters. Angelika Bachmann war über viele Jahre hinweg Stipendiatin der Oscar- und Vera-Ritter-Stiftung sowie Jurorin des LTM-Wettbewerbs in Hamburg. Ihre eigenen musikalischen Arrangements sind unter dem Titel „Flexible Strings“ 2007 im Musikverlag Breitkopf & Härtel erschienen. Neben der Musik studierte Angelika Bachmann Philosophie und Germanistik. Im Oktober 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement in der musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Iris Siegfried[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iris Siegfried wurde 1972 in Hamburg geboren und war Preisträgerin beim „Jugend musiziert“-Wettbewerb. Sie sang später bei Auftritten in verschiedenen Hamburger Chören und a-cappella-Gruppen. Neben ihrer musikalischen Ausbildung absolvierte sie in Hamburg ein Jura-Studium, das sie 2000 mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. Seitdem arbeitet sie als Rechtsanwältin in einer Hamburger Kanzlei im Bereich Wettbewerbs- und Urheberrecht. Darüber hinaus schloss sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg als Kulturmanagerin ab. Inzwischen ist sie dort als Dozentin für Kultur- und Medienmanagement tätig und seit 2018 Professorin. Im Oktober 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement in der musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Siegfried nahm eine Babypause im Jahre 2016 und wurde für diese Zeit durch Meta Hüper ersetzt.

Mit Angelika Bachmann gründete sie das Kinderorchester Coole Streicher.

Anna-Lena Perenthaler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna-Lena Perenthaler erhielt ihren ersten prägenden Cellounterricht bei Susanne Bohn-Schultze. Sie studierte Cello bei Maria Kliegel an der HfMT Köln, in Stuttgart bei Jean-Guihen Queyras und bei Troels Svane an der Hochschule für Musik Lübeck, wo sie ihr Studium mit Bestnote abschloss. Sie konzertierte als Solistin mit namhaften Orchestern wie dem Gürzenich-Orchester Köln, der Philharmonie Südwestfalen, den Bergischen Symphonikern und dem Kammerorchester Bodensee-Oberschwaben. Im Bereich ›Neue Musik‹ war sie bei namhaften Ensembles wie dem Ensemble Resonanz Hamburg und dem ›Decoder Ensemble - Band für aktuelle Musik‹ zu Gast. Orchestererfahrung sammelte Anna-Lena im Konzerthaus-Orchester Berlin, dem NDR-Sinfonie-Orchester Hamburg sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Thomas Hengelbrock holte sie in sein Balthasar-Neumann-Ensemble. Seit Januar 2018 ist Anna-Lena Perenthaler Solo-Cellistin an der Oper Pforzheim. 2014 gewann sie den ersten Preis sowie den Publikums-Preis beim Internationalen Musikwettbewerb ›Musica Antiqua‹ in Brügge. 2017 war Anna-Lena Teil des interdisziplinären Kulturprojekts ›The Melting Pot‹ mit Tänzern und Musikern – ausgezeichnet von der Adventis-Foundation. Sie spielt seit 2019 bei Salut Salon.[9]

Olga Shkrygunova[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olga Shkrygunova wurde im russischen Tambow geboren und erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren. Seit 2012 lebt sie in Deutschland, schloss 2014 ihr Masterstudium an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock in der Klasse von Bernd Zack mit Auszeichnung ab. Neben Meisterkursen u. a. bei Viktor Merzhanov, Alexander Alexandrov, James Kirby, Tami Kanazawa, Yuval Admony und Alexander Bondurjanskij nahm Shkrygunova schon während ihres Studiums an internationalen Festivals und Wettbewerben teil – an den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Primavera-Festival in Wien, als Solistin mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock oder beim Musikfestival Tambow. Olga Shkrygunova wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem 1. Preis beim Festival-Wettbewerb „Musica Classica“ in Moskau und beim internationalen Wettbewerb „XXI Century Art“ in Kiew. Sie erhielt einen Sonderpreis beim internationalen Festival für „Verfemte Musik“ in Schwerin und den Förderpreis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung und war Preisträgerin beim 1. Deutschen Klavierwettbewerb „Polnische Musik“. Neben ihrer solistischen Tätigkeit ist Shkrygunova eine gefragte Kammermusikpartnerin und tritt mit ihrem Klavier-Klang-Clown-Duo „Klavieriki“ regelmäßig im deutschsprachigen und russischen Raum auf. Mit Salut Salon spielt sie seit 2014; seit 2018 am Klavier als Erstbesetzung. Sie lebt in Berlin.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Puppe Oskar spielt in jedem Salut-Salon-Programm eine wichtige Rolle.

Aktuelle Quartettmitglieder[10][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelika Bachmann: Geige, Gesang (Gründerin des Quartetts)
  • Iris Siegfried: Geige, Gesang (Gründerin des Quartetts)
  • Anna-Lena Perenthaler: Cello, Gesang (seit 2019)
  • Olga Shkrygunova: Klavier, Gesang (seit 2014)

seit 2016:

  • Meta Hüper: Geige und Gesang (2. Besetzung)

seit 2017:

  • Rahel Maria Rilling: Geige (2. Besetzung)

seit 2019:

  • Maria Well: Cello und Gesang (2. Besetzung)
  • Kristiina Rokashevic: Klavier und Gesang (2. Besetzung)

Frühere Quartettmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ameli Winkler, Klavier (2000–2002)[11]
  • Simone Bachmann, Cello (2000–2002)[12]
  • Christine Schütze, Klavier (2002–2005)
  • Gesa Riedel, Cello (2002–2005)
  • Phoebe Scott, Cello (2002–2005)
  • Lara Jones, Klavier (2005–2008)[13]
  • Peiwen Chen, Cello (2005–2007)[14]
  • Jule Hinrichsen, Cello (2007–2008)[15]
  • Valeria Stab, Klavier (2007–2010)
  • Frederike Dany: Cello (2010–2017)
  • Anne-Monika von Twardowski, Klavier (2008–2018)
  • Romy Nagy, Cello (2. Besetzung, verstarb am 25. Mai 2019)
  • Sonja Lena Schmid, Cello, Gesang (2008–2019)

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salut Salon schreiben für ihre Programme klassische Stücke für ihre Besetzung um, mischen Klassik mit Filmmusik, Folk, Jazz und Pop. Eine Rolle in allen Programmen von Salut Salon spielt außerdem der argentinische Tango Nuevo von Astor Piazzolla. Hinzu kommen Puppenspieleinlagen mit der Handpuppe Oskar.

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004/05: Was kann das Herz dafür?
  • 2007/08: Herzenssache
  • 2009: Klassisch verführt
  • 2010: Um alles in der Welt
  • 2011: Ein Haifisch im Aquarium
  • 2012: Jubiläumsprogramm „Dichtung & Wahrheit“
  • 2013/14: Die Nacht des Schicksals
  • 2015/16: Ein Karneval der Tiere und andere Phantasien
  • 2017/19: LIEBE
  • 2020/2022: Die Magie der Träume

Soziale Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Salut-Salon-Gründerinnen Angelika Bachmann und Iris Siegfried setzen sich neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit dafür ein, dass junge Menschen Musik als eine Grunderfahrung erleben können. Sie engagieren sie sich seit den 1990er Jahren in verschiedenen, eigenen Kinderprojekten. Im Oktober 2011 erhielten Angelika Bachmann und Iris Siegfried für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz. Außerdem wurden Salut Salon 2015 zu Ehren-Alster-Schleusenwärterinnen ernannt, als Auszeichnung für ihre weltweit gefeierten musikalischen Programme und ihr außerordentliches soziales Engagement.[16] Als Ehren-Schleusenwärter werden seit 1981 Persönlichkeiten gewürdigt, „die als heimische Botschafter das Ansehen der Freien und Hansestadt Hamburg in aller Welt gemehrt haben“.[17]

Die Coolen Streicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Coolen Streicher beim Probenwochenende 2010 auf der Ocheseninsel

Die Coolen Streicher sind das Kinderorchester von Salut Salon, gegründet 1995. Keimzelle des Orchesters waren Kinder, die Angelika Bachmann und Iris Siegfried schon während ihrer Schulzeit unterrichteten. Im Elternhaus von Iris Siegfried, im Hamburger Stadtteil Tonndorf, hatten die „Coolen Streicher“ ihre ersten Auftritte und fanden das cool (daher der Name). Dass die Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem Niveau, zusammen spielen, ist konzeptgewollt. Angelika Bachmann schreibt die Arrangements für die „Coolen Streicher“. Jeder bekommt die Stimme, die zu ihm passt. Mehrfach gewannen die „Coolen Streicher“ den Hamburger LTM-Wettbewerb und konzertierten bereits mit den Berliner Symphonikern in der Berliner Philharmonie. 2004 bekamen sie vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau den „inventio“ als innovativstes Musikprojekt Deutschlands überreicht.

Salut Salon 2010 beim Besuch in ihrer Paten-Schule, der Escuola Popular de Artes im Elendsviertel Achupallas von Vina del Mar / Chile

Die Escuela Popular de Artes in Chile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 übernahmen Salut Salon die Patenschaft für die Escuela Popular de Artes in Chile[18] – ein Projekt der Deutschen Kindernothilfe. Die Musikschule liegt mitten in Achupallas, einem Elendsviertel von Viña del Mar. Salut Salon haben die Schule in Achupallas bereits mehrmals besucht, einmal waren auch die „Coolen Streicher“ dabei. Als ein transatlantisches Orchester gingen die jungen Musiker aus Deutschland und Chile schon zweimal zusammen auf Tour. Mittlerweile lernen über 300 Kinder und Jugendliche in der 1997 gegründeten Escuela von Achupallas klassische und moderne Instrumente, spielen in Gruppen zusammen, geben Konzerte. Sie stammen aus armen Familien, die sich die musikalische Ausbildung ihrer Kinder selbst nicht leisten können.

The Young ClassX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam die Musik für sich zu entdecken, darum geht es auch im jüngsten Projekt von Salut Salon. Für „The YoungClassX“[19] entwickelte Angelika Bachmann 2007 zusammen mit Alexander Birken von der Otto Group die Grundidee für ein Förderprogramm, das möglichst vielen Kindern überall in Hamburg kostenlos den Zugang zu klassischer Musik ermöglichen will. Die Otto Group trägt das Projekt finanziell. Im ersten Jahr 2011 nahmen 3186 Kinder am Angebot von „The Young ClassX“ teil; 1700 Kinder aus 21 Schulen sangen in 31 verschiedenen Stadtteilchören. Die Instrumentalschüler werden nach dem „Coach-the-coach“-Prinzip von fortgeschrittenen Schülern oder Musikstudenten unterrichtet. Die Kinder und Jugendlichen können außerdem in einem Projektorchester spielen. Gäste bei den „The Young ClassX“ waren u. a. der Ausnahme-Percussionist Martin Grubinger, der schwedische Chorleiter Gunnar Eriksson, der seit vielen Jahren weltweit die Chorimprovisations-Bewegung prägt, sowie der Dirigent Christoph von Dohnany, mit dem das Projektorchester öffentlich probte. Anlässlich des 80. Geburtstags von Christoph von Dohnányi spielte das „The Young ClassX“ Projektorchester im großen Saal der Laeiszhalle in Hamburg beim Festkonzert Antonín Dvořáks Slawischen Tanz Nr. 8 als Zugabe nach dem offiziellen Programm des NDR-Sinfonieorchesters.

Mit dem chinesischen Dirigenten Muhai Tang gab das Projektorchester mit anderen Hamburger Orchestern zusammen das Eröffnungskonzert „Tag der Musik 2010“ in der Laeiszhalle Hamburg. Die Idee von „The Young ClassX“ soll aber auch dort lebendig werden, wo Kinder gar nicht selbst musizieren, wohl aber das erste Mal mit klassischer Musik in Berührung kommen. Dafür gibt es das „MusikMobil“. Der projekteigene Bus fährt Schulklassen z. B. zum Probenbesuch in die Hamburger Oper und zum NDR-Sinfonie-Orchester. Mit den Blechbläsern von Sänger Jan Delay ging es 2011 zu Yamaha und zu Konzerten mit dem Geräuschesammler und Klangforscher Dr. Sound. Vernetzt werden auf der Young-ClassX-Plattform im Internet alle eigenen sowie sämtliche andere Musikprojekte für Kinder und Jugendliche in der Stadt. Im zweiten Jahr seines Bestehens erhielten „The Young ClassX“ in dem von Bundesregierung und Wirtschaft ausgeschriebenen Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2011“. Auf Einladung von Schirmherr Bundespräsident Christian Wulff sang der „The Young ClassX“-Chor im Juni 2011 beim Sommerfest im Garten von Schloss Bellevue. Bei der Uraufführung von Nathaniel Stookeys „Mahl/er/werk“ spielten Kinder von „The Young ClassX“ Ende Mai 2011 zusammen mit Musikern des NDR-Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach vor 10.000 Zuschauern in der Hamburger O2-Arena. Kooperationspartner des Projekts sind u. a. die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung sowie das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, die Elbphilharmonie, das Ensemble Resonanz, das Schleswig-Holstein-Musikfestival, Yamaha, Steinway, das NDR-Sinfonie-Orchester, Hamburg Ballett – John Neumeier, Hochschule für Musik und Theater (HfMT) und Staatsoper Hamburg.

Hamburger Instrumentalwettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2013 leiten Angelika Bachmann und Iris Siegfried den renommierten Hamburger Instrumentalwettbewerb, der vor über 60 Jahren vom Landesverband der Tonkünstler und Musiklehrer begründet wurde. Er findet alljährlich im Herbst statt. Seit über 30 Jahren werden Preisträger des Wettbewerbs beim großen Konzert der Kinder in der Laeiszhalle Hamburg präsentiert. Jedes Jahr nehmen mehr als 250 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 20 Jahren am Wettbewerb teil. Gefördert wird der Wettbewerb von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung, deren langjährige Stipendiatin Angelika Bachmann war, sowie der Haspa Musikstiftung. 2016 entwickelte Angelika Bachmann mit Stephanie Schiller und unterstützt von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung außerdem den Wettbewerb Töne der Welt. Ganz neu werden damit erstmals auch Kinder und Jugendliche gefördert, die ein in der Klassik eher seltenes Instrument spielen – vom Alphorn über die arabische Oud bis zur persischen Santur...[20][21]

Skype Projekt Ghetto Classics Kenia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf ihrer Afrika-Tour 2015 arbeiteten Salut Salon in Korogocho, einem der größten Slums von Nairobi, mit Jugendlichen der „Ghetto Classics“[22] – einem Kinder- und Jugendorchester, das jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ein klassisches Instrument zu lernen. Während der Arbeit mit den Jugendlichen stellte sich heraus, dass ihnen viele grundlegende Informationen fehlen – und vor allem ausreichend Instrumental-Lehrer. Angelika Bachmann suchte deshalb nach einer Möglichkeit, dass die Kinder auch nach der Abreise von Salut Salon Unterricht bekommen. Das Internet brachte die Lösung: Via Skype unterrichten seit 2015 unterschiedliche Musiker aus Europa jede Woche die Kinder in Nairobi. Finanziert wurde der Unterricht anfangs aus dem Erlös einiger Benefizkonzerte, die Salut Salon in Nairobi gaben. Seit 2017 finanziert die Stiftung „Chancen für Kinder“ den Skype-Unterricht für die Kinder in Kenia.[23][24]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Förderpreis „inventio“ vom Deutschen Musikrat und der Stiftung „100 Jahre Yamaha“
  • 2016: Echo Klassik 2016 in der Kategorie "Klassik ohne Grenzen"[25][26]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was kann das Herz dafür (CD-Livemitschnitt, VÖ 2005)
  • Herzenssache (CD, Live-Mitschnitt, VÖ 2007)
  • Klassisch verführt (DVD, Live-Mitschnitt, 2009)
  • Salut Salon. Der Film (DVD, Live-Mitschnitte aus 2010 und 2011, VÖ 2012)
  • Dichtung und Wahrheit. Das Beste aus 10 Jahren (CD, Live-Mitschnitt, VÖ 2013)
  • Christmas With Salut Salon (VÖ 2014)
  • Salut Salon LIVE (VÖ 2015)
  • Carnival Fantasy (CD, DVD, VÖ 2016)

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Salut Salon – Lady-Power im Quartett“ (Regie: Ralf Pleger / arte 2011)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Salut Salon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Schiller: Ein Leben voller Geigen – Musikerin hilft Jugendlichen. Abgerufen am 13. März 2017.
  2. SalutSalon: Salut Salon on USA Safari 2016. 3. Juni 2016, abgerufen am 13. März 2017.
  3. SalutSalon: 2015 01 Heute Journal Kenia. 24. Januar 2015, abgerufen am 13. März 2017.
  4. Auftritt im NDR Schleswig Holstein Magazin, 2010(?),Auftritt bei 3 nach 9, Radio Bremen, 2016 (?)
  5. Salut Salon feiert nach zwölf Jahren zehnten Geburtstag in: Hotspot-HH.de (Memento vom 10. März 2014 im Internet Archive)
  6. "Carnival of the Animals and Other Phantasies" (Memento vom 19. April 2016 im Internet Archive), Schimmel Center at Pace University
  7. Stefan Reckziegel: Salut Salon ist auf dem Weg ins Pariser Olympia. Abgerufen am 13. März 2017.
  8. Salut Salon, classique souriant au casino-théâtre Barrière. In: ladepeche.fr. (ladepeche.fr [abgerufen am 13. März 2017]).
  9. Anna-Lena Perenthaler: Künstlerischer Lebenslauf. In: perenthaler.net. 2019, abgerufen am 19. März 2021.
  10. Salut Salon: Salut Salon – Quartett. Abgerufen am 13. März 2017.
  11. Salut Salon: Salut Salon - Geschichte. Abgerufen am 13. März 2017.
  12. Salut Salon: Salut Salon - Geschichte. Abgerufen am 13. März 2017.
  13. Biografie Lara Jones, Piano | Rhapsody in School. Abgerufen am 13. März 2017.
  14. Nordwest-Zeitung: AUFTRITT: Quartett „Salut Salon“ verspricht „Klassik mit Pepp“. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 13. März 2017]).
  15. Hamburger Abendblatt - Hamburg: Mit einem Bier an der Alster. Abgerufen am 13. März 2017.
  16. DIE WELT: Quartett "Salut Salon" neue Ehren-Alster-Schleusenwärter. In: DIE WELT. 3. Juli 2015 (welt.de [abgerufen am 30. Oktober 2017]).
  17. Alster-Schleusenwärter: die Ehren-Schleusenwärter. Abgerufen am 30. Oktober 2017.
  18. kindernothilfe. Escuela Popular de Artes in Chile
  19. The Young ClassX. Projekt von Salut Salon
  20. Hamburger Instrumental Wettbewerb. Abgerufen am 28. August 2017.
  21. Hamburger Abendblatt - Hamburg: Anmeldung für den Hamburger Instrumental Wettbewerb. (abendblatt.de [abgerufen am 28. August 2017]).
  22. Ghetto Classics. In: Art Of Music Foundation. (artofmusic.co.ke [abgerufen am 28. August 2017]).
  23. Kenia – „Ghetto Classics“ | Stiftung – Chancen für Kinder. Abgerufen am 28. August 2017 (deutsch).
  24. Ginanne Brownell Mitic: A Classical Music Lover Changes Kenyan Children’s Lives. In: The New York Times. 26. Oktober 2016, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 28. August 2017]).
  25. SalutSalon: ECHO KLASSIK 2016 für Salut Salon. 12. Oktober 2016, abgerufen am 13. März 2017.
  26. Bundesverband Musikindustrie: ECHO Klassik | Klassik ohne Grenzen. Abgerufen am 13. März 2017 (englisch).