San Pietro in Montorio

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San Pietro in Montorio

San Pietro in Montorio; Fassade.jpg

Konfession: römisch-katholisch
Patronat: Apostel Petrus
Weihejahr: 1500
Kardinaldiakon: James Francis Stafford
Pfarrgemeinde: Santa Maria in Trastevere[1]
Anschrift: Piazza di San Pietro in Montorio 2
00153 Roma

Koordinaten: 41° 53′ 19″ N, 12° 27′ 59″ O

Grundriss der Ordenskirche

San Pietro in Montorio (lat.: Sancti Petri in Monte Aureo) ist eine in der Renaissance errichtete Klosterkirche in Rom und Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Sie liegt auf dem Osthang des Gianicolo und erhielt ihren Namen von der goldbraunen Färbung des Bodens an dieser Stelle (ital.: monte d’oro). Bekannt ist sie u. a. wegen des im ersten Klosterhof gelegenen Tempietto di Bramante, eines von Donato Bramante ausgeführten kleinen Rundtempels, der als Vollendung der Hochrenaissance gilt. Sie enthält eine Reihe bedeutender Werke aller Kunstgattungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Legende nach soll an dieser Stelle der Apostel Petrus in Rom gekreuzigt worden sein.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche liegt im XIII. römischen Rione Trastevere an der gleichnamigen Piazza di San Pietro in Montorio, etwa 200 Meter östlich der Fontana dell' Aqua Paola auf dem Gianicolo.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 8. bzw. 9. Jhd. wird mit dem Gianicolo die Verehrung des hl. Petrus verbunden und ist ein Kirchengebäude an dieser Stelle nachweisbar. Die im Codex Einsidlense beschriebene 7. Pilgerroute führt von der Porta Aurelia (heutige Porta San Pancrazio) auf der Via Aurelia bis zur Porta Praenestina und erwähnt eine Kultstätte für Petrus.[2] Dass an dieser Stelle der Kreuzigungsort Petri sei, entbehrt jedoch jeder historischen Grundlage. Der heilige Ort für die Kreuzigung Petri wurde ab dem 14. Jhd. systematisch propagiert. Um 1280 betreuen Mönche des Cölestinerordens die Pilgerstätte.[3] Aus zwei Bullen Papst Sixtus’ IV. geht hervor, dass S. Pietro in Montorio zu San Pancrazio gehörte. Papst Eugen IV. übergab das Kloster der Benediktinerinnen mit allen Besitzungen 1438 an die Ambrosianer ad nemus von S. Clemente.[4] 1472 schenkte Papst Sixtus IV.[5] das lange Zeit leer stehende, baufällige Kloster den Amedeiten, einer von Amedeo Menez de Silva gegründeten Reformbewegung innerhalb des Franziskanischen Ordens.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gianicolo und San Pietro in Montorio; Stich von Hugues Pinard 1555
Gianicolo und San Pietro in Montorio; Stich von Merian 1652

Papst Sixtus erteilt der Glaubensgemeinschaft mit der Schenkungs-Bulle auch die Genehmigung und den Auftrag, das Kloster und die Kirche zu erneuern und zu erweitern. 1480 stellt König Ferdinand von Spanien(1452−1516) 2000 fiorini [6] von seinen Einnahmen aus dem Königreich Sizilien für die Errichtung der Kirche zur Verfügung, die damit endlich begonnen werden kann. Die Spende geht auf das Gelübde des spanischen Königspaares Ferdinand und Isabella zurück, eine Kirche zu errichten, wenn der Wunsch nach einem Thronfolger in Erfüllung geht. Mit der Geburt des Sohnes Juan 1478 erfüllt sich dieses. Die Beziehungen zum spanischen Hof baute vermutlich Amedeo Menez über seine Schwester auf, die Hofdame von Isabella war und später das Kloster Santa Fe in Toledo erhielt. 1482 stirbt Amedeo Mendez bei einem Aufenthalt in Mailand. Um den Kirchenbau weiter zu führen, vermutlich durch Sixtus IV. selbst, spendet der französische König Ludwig XI., der Amedeo sehr verehrte, 1483 die Summe von 500 scudi.[6] Eine Klosterchronik aus dem 18. Jhd., die im Vatikan aufbewahrt wird, überliefert, dass unter Ludwig XI. der Chor der Kirche neu begonnen wurde. Für die Richtigkeit dieser Angabe spricht der Umstand, dass Chor und Langhaus nicht genau auf einer Achse liegen.[7] Mit dem Tod Sixtus IV. tritt eine Unterbrechung der Bautätigkeiten ein, die erst 1488 durch das spanische Königshaus wieder aufgenommen werden. Diese betrauen die beiden Gesandten am päpstlichen Hof Bernardino de Carvajal und Juan Ruiz de Medina mit der Fortführung des Baus sowohl der Kirche als auch des Konvents, dessen Nordflügel in die gleiche Bauzeit fällt. Gleichzeitig sorgen sie für eine regelmäßige Finanzierung, nämlich 500 Dukaten jährlich aus dem Königreich Sizilien. Unter dem Baumeister Jorge de Castellon und dem auf Größe, Form und Gestaltung der Gesamtanlage einflussnehmenden spanischen Gesandten werden die Bauarbeiten intensiviert. Castellon wurde möglicherweise von Amedeo aus der Lombardei mitgebracht und war bereits in der ersten Phase des Neubaus auf Veranlassung der Mönche tätig gewesen. 1493, ein Jahr nach der endgültigen Rückeroberung Spaniens von den Mauren, veranlasst Ferdinand weitere Zahlungen durch den Vizekönig von Sizilien, um die Fortführung der Arbeiten sicherzustellen und einer Schädigung des Ansehens der spanischen Krone in Rom zuvorzukommen.[6] In einem Brief des Titularkaisers von Byzanz, Andreas Palaiologos, ist eine Messe am 8. September 1494 in der Kirche überliefert, was bedeutet, dass diese zu dieser Zeit bereits geweiht sein musste. Allerdings ist einer Inschrift - heute in der Krypta des Tempietto aufbewahrt - das Weihedatum 9. Juni 1500 zu entnehmen [8].

San Pietro in Montorio; Stich von G.B. Falda ca. 1670

Möglicherweise hat man im Heiligen Jahr die offizielle Weihe der Kirche nochmals vollzogen, die vorab für die Mönchsgemeinschaft zur Nutzung der Kirche erfolgt war. Die Dekoration des Innenraums wird zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Auftrag gegeben. Der Bau des Tempietto im ersten Klosterhof wird von Donato Bramante 1502 begonnen. In den 20er Jahren des Quinquecento erfolgt, unterstützt durch Zuwendungen von Kaiser Karl V., der endgültige Ausbau der Konventgebäude. In diese Zeit fallen auch großzügige Spenden namhafter Gönner für die Ausstattung von Kapellen, wie Kardinal Giovanni Maria Ciocchi Del Monte, der spätere Papst Julius III. und Kardinal Giulio de Medici, der spätere Papst Clemens VII. Im 17. Jhd. erfährt der Renaissancebaus die stärkste Veränderung, insbesondere werden das gesamte Gewölbe einschließlich der Lünetten im Langhaus und Chor verändert und der Chor erhält eine neue Dekoration. In der gleichen Zeit werden die 2. und 4. Konche an der Südostwand durch einen barocken Kapellenanbau ersetzt und die beiden gegenüberliegenden großen Konchen komplett in ihrer Dekoration neu gestaltet. Zur Veränderungen des 19. Jhd. gehört die Umwandlung der Biforienfenster in einfache Rundbogenfenster mit der heutigen, gelblichen Verglasung. 1798, während der Ersten Römische Republik (1798–1799) wurde das Kloster den Truppen Napoleon übergeben, 1809 aufgehoben, aber 1814 neuerlich von den Franziskanern in Besitz genommen. Im Laufe der Kämpfe um die Porta San Pancrazio 1849 wurden Kirche und Kloster, insbesondere die Apsis und der Campanile durch französische Kanonaden stark beschädigt. Die Kirche wurde als Notspital verwendet und das Archiv geplündert. 1851 werden umfangreiche Restaurierungsarbeiten an dem gesamten Gebäudekomplex durchgeführt. 1881 wird ein Teil der Konventgebäude der Spanische Akademie in Rom[9] übergeben, die bis heute die Räumlichkeiten nutzt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fassade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Travertinfassade der Kirche, markant von vielen Standorten in Rom am Gianicolo zu sehen, ist eine akzentuierte Mischung aus royalem Repräsentationsbestreben und schlichter, schmuckloser Ausstattung gemäß der Tradition der Bettelmönche. Ein Aufgang mit beidseitig angelegten Stufen führt zum Portal. Die Fassade ist zweigeschossig, exakt den Querschnitt der Kirche abbildend und von einem einfachen Giebel bekrönt. Die beiden Stockwerke werden von schmalen Eckpilastern eingerahmt, zierlich anmutende Lisenen strukturieren die Flächen. Im oberen Geschoss der Fassade ist zentral eine ebenfalls eher schlicht gehaltene Rosette eingefügt. Der Sims über dem Portal und das Wappen der Katholischen Könige in der Mitte zeigen das Granatapfelmotiv, das ab 1492, als die Nachricht der Rückeroberung Granadas Rom erreichte, Verwendung findet (Abb.). Links und rechts sind – wie bei Titelkirchen üblich - die Wappen des jeweils amtierenden Papstes und des jeweiligen Kardinals angebracht. Die schlichte, zweigliedrige Fassade verbindet San Pietro mit der ebenfalls unter Papst Sixtus IV. erbauten Kirche Santa Maria del Popolo, die im Mittelteil der Fassade eine ähnliche Struktur aufweist.

Kirchenschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besonderheit der Kirche ist, wahrscheinlich sowohl der Topografie des Ortes wie dem Repräsentationswillen der Stifter geschuldet, die Ausrichtung des Chores nach Südwesten und nicht wie üblich nach Osten. Im Nordosten weist sie eine weit sichtbare Schaufassade auf und bildet so einen architektonischen Akzent auf dem Gianicolo. Der Baumeister Jorge de Castellon ist mehrfach durch Briefe des spanischen Königs belegt, eine von Vasari in seinen Viten angeführte mögliche Beteiligung Baccio Pontellis erwies sich als nicht nachweisbar, in den wenigen erhaltenen Unterlagen von San Pietro in Montorio taucht Pontelli nicht auf. Die Kirche ist ein kreuzgewölbter, einschiffiger und von Kapellen begleiteter, großzügig dimensionierter Saalbau aus Ziegel, der bereits im ausgehenden Quadrocento als vergleichsweise altertümlich galt. Zwischen den Arkadenbögen des Langhauses öffnen sich die Seitenkapellen in Form von Konchen. Vor dem tiefen Chor werden die beiden großen Konchen anstelle eines Querhauses von einem Schirmgewölbe überspannt. Die an der Südostseite befindlichen Kapellen sind eine Hinzufügung aus dem 17. Jahrhundert. Den Pfeilern zwischen den Arkadenbögen sind Pilaster vorgestellt. Ein rundumlaufendes kräftiges Gesims strukturiert die Seitenwände. Im Obergaden öffnen sich Fenster, auch die polygonale Apsis wird von drei rechteckigen Fenstern - die seitlichen Fenster gehen auf das Jahr 1759 zurück - erleuchtet. Der Kirchenbau in Rom hat prinzipielle Ähnlichkeit mit den anderen von Amedeo Mendez da Silva initiierten Kirchenbauten in der Lombardei. Überwiegend handelt es sich um schlichte, schmucklose Bettelordenskirchen, mit einem einschiffigen Kirchenraum, einem abgetrennten, großen Chor und sich über zwei Höfe erstreckende Klosteranlagen.

San Pietro in Montorio Kircheninneres.jpg

Innenausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Langhaus, insbesondere die Rundbogen und das Hauptgebälk sind nach einem erkennbaren Gesamtprogramm ausgemalt, jedoch nur mehr teilweise erhalten. Über jeder Kapelle befindet sich das Wappen des spanischen Königspaares (Abb.). In der Kirche wie im Kloster sind zahlreiche weitere heraldischen Zeichen des spanischen Königspaares, insbesondere Schlusssteinen zu finden. Einige Kapitelle tragen das Granatapfelmotiv (Abb.). Der Charakter einer persönlichen Patronatskirche des Königspaares wird dadurch unterstrichen, da ohnehin ab 1450 mit San Giacomo degli Spagnoli (heute Nostra Signora del Sacro Cuore) eine Kirche der Krone von Kastilien bzw. ab 1506 die Santa Maria di Monserrato der Aragonesen besteht.

Vorne links im Hauptschiff liegen, im Boden eingelassen, Grabmäler irischer Aristokraten, die 1606 nach der Schlacht von Kinsale nach Rom geflüchtet waren. Bestattet ist Hugh O'Neill Baron of Dungannon, der das Grabmal mit Rudhraighe Ó Domhnaill, 1st Earl of Tyrconnell und dessen Bruder Cathbarr teilt.

Hochaltar, Chor und Apsis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1523 ließ Kardinal Guilio de Medici, der spätere Papst Clemens VII., Raffaels berühmtes Gemälde Die Verklärung Christi als Altarbild in der Kirche aufstellen, wo es von zahlreichen Romreisenden wie auch Goethe [10], bewundert wurde. Nach einer wechselvollen Geschichte befindet sich heute das Bild in der Vatikanischen Pinakothek. 1798 während der Unruhen in der ersten römischen Republik wurde der gesamte Gebäudekomplex durch französische Truppen stark beschädigt. Die Restaurierungsarbeiten zwischen 1804 und 1826 brachten auch eine Erneuerung des Freskenschmuckes in der Apsis und im Gewölbe. Die Arbeit wird Pietro Quattrini zugeschrieben. Die heute noch zu sehenden Fresken stammen von einer neuerlichen Restaurierung nach 1849.[11]

Die junge Adelige Beatrice Cenci, die am 11. September 1599 wegen Anstiftung zum Vatermord verurteilt und enthauptet worden war, ist auf eigenen Wunsch unter der Treppe vor dem Hauptaltar begraben.

Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche enthält insgesamt zehn Seitenkapellen mit Werken zum Teil namhafter Künstler.

  • Cappella della Flagellazione bzw. Cappella Borgherini (1)
Die Geißelung Jesu.Sebastiano del Piombo

Der Auftrag zur bildnerischen Ausgestaltung der Kapelle der Geißelung erging 1516 seitens des Florentiner Bankiers Pier Francesco Borgherini an Sebastiano del Piombo. Die Fresken (Öl auf Stein) umfassen Die Geißelung Christi an der Altarwand, eines der bedeutendsten Bildwerke der Renaissance und rechts davon der Hl. Franz von Assisi (Abb.) und links der Apostel Petrus (Abb.). In der Apsiskalotte Die Verklärung des Herrn (Abb.) und außen über dem Bogen Isaias und Matthias (Abb.). Die Vorzeichnungen zu den Fresken stammen von Michelangelo.[12] Die Arbeiten sind 1524 vollendet.

  • Cappella di San Girolamo (2)

Die Freskenbemalung von Baldassare Peruzzi oder der Schule des Pinturicchio - die Zuschreibungen sind nicht gesichert - zeigen in der Apsiskalotte die Krönung Mariens (Abb.) sowie außen auf dem Bogen Die Tugenden Tapferkeit, Klugheit, Mäßigung und Gerechtigkeit (Abb.). Das Altarbild, die Madonna mit dem Brief (Abb.), das der Kapelle den allgemein bekannten Namen gab - Kapelle der Madonna mit dem Brief - stammt von Niccolò Circignani gen. Pomarancio.

  • Cappella di Sant Antonio (3)

Die Fresken Darstellung im Tempel, Unbefleckte Empfängnis (rechts) und Verkündigung (links) sind Werke des Barockmalers Michelangelo Cerruti und stammen aus dem 17. Jhd. Die vier Sibyllen (Abb.) auf dem Außenbogen werden der Schule Baldassare Peruzzis zugeschrieben.

  • Cappella del Monte (4)
Cappella del Monte

Die Kapelle, auch Kapelle der Bekehrung des Apostels Paulus genannt, wurde zwischen 1550 und 1552 im Auftrag Papst Julius III. von Giorgio Vasari, unter der künstlerischen Aufsicht Michelangelos, gestaltet. Von Vasari selbst stammt das Altarbild Die Bekehrung des Apostel Paulus. Der sitzende Mann mit dem dunklen Bart links gilt als Selbstporträt des Künstlers. Die Grabmonumente für Kardinal Antonio und Fabiano Ciocchi del Monte mit den Gisants der Verstorbenen und Skulpturen Gerechtigkeit und Religion an den Seiten sind Werke von Bartolomeo Ammanati, der mit Vasari an der Kapelle wirkte. Von Ammanati stammt auch die Balustrade mit Putten.

  • Cappella Ricci (6)

Der Auftrag zur Gestaltung dieser Kapelle (Abb.) wurde 1559 von Kardinal Giovanni Ricci da Montepulciano an Daniele da Volterra gegeben, einem Schüler Michelangelos. Die Altartafel Die Taufe Jesu wird Giulio Mazzoni (1568) zugeschrieben. Die beiden Statuen der Apostel Petrus (Abb.) und Paulus (Abb.) in den Nischen sowie die Balustrade stammen von Leonardo Sormani.

  • Cappella della Pietà (7)
Heilige Anna selbtritt

Die Kapelle ist der im zweiten Jahrzehnt des 17. Jhd. angefügter Neubau von Pedro und Francesco de Cuside. Das Altarbild Die Grablegung Christi (Abb.) ist ein Werk des Caravaggio-Schülers Dirk van Baburen (1617). Von diesem stammt auch rechts Christus trägt das Kreuz. Von David de Haen stammen links die Diskussion der Gelehrten, in der Lünette rechts Der verspottete Christus und in der Lünette links Das Gebet im Ölgarten. Die Stuckarbeiten sind von Stefano Maderno.

  • Cappella di Sant'Anna (8)

Das Altarbild Hl. Anna selbtritt,das Fresko Gottvater als auch die Bemalung außen auf dem Bogen David und Salomo (Abb.) stammen von Antoniazzo Romano oder seiner Schule.

  • Cappella Raimondi (9)

Die Kapelle (Abb.) wurde unter der Leitung von Gian Lorenzo Bernini um 1640 für den Marchese Marcello Raimondi neu errichtet und die Innenausstattung entworfen. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1642 bis 1646 durch verschiedene Künstler. Das Relief in der Apsis über dem Altar Die Ekstase des Hl. Franz von Assisi schuf Francesco Baratta. Die Grabmale von Girolamo Raimondi und Francesco Raimondi stammen von Andrea Bolgi und Niccoló Sale.

  • Cappella delle Stimmate di San Francesco (10)

Die Fresken in der Kapelle stammen von Giovanni de Vecchi aus dem späten 16. Jhd., in der Apsis Der Hl. Franz von Assisi empfängt die Wundmale (Abb.), in der Apsiskalotte Das Begräbnis des Kardinals Dolera und an den Seiten die Heiligen Nikolaus und Katherina.

  • Neben dem Eingang befindet sich das Grabmonument für den Bischof Giuliano da Volterra (11) (Abb.) († 1501), zugeschrieben der Schule des Andrea Bregno.

Das Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempietto di Bramante

Die Geschichte des Klosters ist eng mit der Kirche verbunden. Die frühesten Erwähnungen im Liber Pontificalis aus dem 9. Jhd. gehen vornehmlich auf das Kloster zurück. Die Geschichte des Neubaus beginnt, wie die der Kirche, 1472 mit der Schenkung an den Franziskaner Amedeo Mendez de Silva, den Freund und Beichtvater des Papstes Sixtus IV., und seine Ordensbrüder. Das Kloster schließt unmittelbar nordwestlich an den Kirchenbau an und verfügte ursprünglich nur über einen Kreuzgang, in dem Bramante den Tempietto errichtete. 1587/88 wurde das Kloster um einen zweiten Kreuzgang (Abb.) erweitert. Die heute zum Teil schlecht erhaltenen Fresken in den Lünetten des 2. Kreuzgangs stellen Szenen aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi dar; sie wurden in der Zeit zwischen 1587 und 1590 von Pomarancio ausgeführt. Weitere Umbauten in Kloster und Tempietto erfolgen im 17. Jhd. Das Klostergebäude wurde 1876 vom Königreich Italien an Spanien übergeben, in dessen Besitz es sich nach wie vor befindet. Es ist heute der Sitz der Spanischen Akademie in Rom.

Der Tempietto di Bramante[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten, von Giuseppe Valadier stark veränderten Kreuzgang des Klosters befindet sich der Tempietto di Bramante. Dieser Rundtempel wurde von Donato Bramante ebenfalls im Auftrag der Katholischen Könige errichtet. Sowohl über den Zeitpunkt des Baubeginns als auch der Fertigstellung des Tempietto herrscht Unklarheit, 1510 findet er in verschiedenen Beschreibungen des Gianicolo und der Kirche keine Erwähnung. Vasari lobt in der Vita Bramantes das Bauwerk[13], endgültig geht der Bau in die Architekturgeschichte Roms mit der ausführlichen Beschreibung in dem 3. Buch des Architekturtheoretikers Sebastiano Serlio ein. Eine in der Krypta der Kapelle 1628 entdeckte Gedenktafel[14] bezeichnet 1502 als das Jahr der Errichtung des Bauwerkes durch das spanische Königspaar Ferdinand und Isabella. Sie ist bisher die einzige, verhältnismäßig sichere Quelle zur Datierung des Tempietto.

Piazza di San Pietro in Montorio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert konnte das Kloster, umgeben von Gärten, nur über die Porta Aurelia (heute Porta San Pancrazio) oder einen schmalen Steig von Trastevere aus erreicht werden. Die Zuwendung des spanischen Königs Philipp III. im Jahre 1604 machte es möglich, einen breiteren Weg, einen großzügigen Vorplatz und die zweiläufige Treppe zum Kirchenportal anzulegen.[15] Ab dem ersten Drittel des 17. Jhd. zierte den Patz ein von Giovanni Fontana erbauter Brunnen mit dem Namen La Castigliana (die Kastilische). Dieser Brunnen ist heute nur durch einige Stiche bekannt, z. B. von Giovanni Batista Falda (1690), und gilt als verschollen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diözese Rom
  2. Flavia Cantatore, San Pietro in Montorio, S. 22 - fons sancti Petri, ubi est carcer eius = Quelle des Hl. Petrus, wo sein Kerker ist
  3. Im Katalog der Kirchen Roms des Anonymus von Turin (14. Jhd.) findet sich der Eintrag: 403. P. Ecclesia Sancti Petri Montis Aurei habet Fratres Ordinis Sancti Petri de Morrone VIII. (403. Die Kirche San Pietro in Montorio; die die Brüder vom Orden des Hl. Petrus von Morrone (Cölestiner) innehaben.) - http://www.medioevo.roma.it/html/letteratura/torino1.html#testo
  4. Hubertus Günther: Bramantes Tempietto, S. 12
  5. Bulle Sacrus Zelus Religionis
  6. a b c Nicole Rieger San Pietro in Montorio, S. 282 ff.
  7. Hubertus Günther: Bramantes Tempietto, S. 14
  8. consacrata est pr.s.eccl.a et altare hoc, i honorem B.Petri Ap.li, in hoc loco crucifixi- diese Kirche und der Altar ist geweiht zu Ehren des hl. Apostels Petrus, der an diesem Ort gekreuzigt wurde
  9. Academia de Espagña en Roma: http://www.accademiaspagna.org/
  10. Italienische Reise von Goethe,S.147
  11. Flavia Cantatore, S. 131
  12. Flavia Cantatore, S. 114/115
  13. Giorgio Vasari: Bramante da Urbino, Kap. 27
  14. SACELLUM APOSTOLOR. PRINCI. / MARTYRIO / SACRUM / FERDINAND. HISPAN. REX / ET. HELISABE. REGINA. CA/THOLICI. POST. ERECTAM./ AB. EIS. AEDEM. POSS. / AN. SAL. XRIANE. M.D.II. - Das Heiligtum des Apostelfürsten, durch sein Marthyrium geheiligt, wurde von den katholischen Königen Ferdinand von Spanier und Isabella erbaut und angenommen, im Jahr des christlichen Heils 1502; heute befindet sich die Tafel am Altarblock der Krypta der Kapelle
  15. Hubertus Günther: Bramantes Tempietto, S. 18

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mariano Armellini: Le chiese di Roma dal Secolo IV al XIX, Edizioni del Pasquino, Roma 1891
  • Flavia Cantatore: San Pietro in Montorio, Università degli Studi di Roma "La Sapienza", Edizioni Quasar, Roma 2007, ISBN 978-88-7140-334-7.
  • Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1988, ISBN 3-423-05960-5.
  • Hubertus Günther: Bramantes Tempietto - Die Memorialanlage der Kreuzigung Petri in S. Pietro in Montorio, Rom, Dissertation an der LMU München, München 1973 (nicht publiziert)
  • Alfred Kuhn (Hsg.): Italienische Reise von Goethe, Verlag F. Bruckmann, München 1925, Reprint 2000, ISBN 3-8307-0655-3.
  • Brigitte Kuhn-Forte: Handbuch der Kirchen Roms, Bd.4, Hollinek Verlag, Wien 1997, ISBN 3-85119-266-4, S. 935–1090
  • Mauro Lucentini: ROM Wege durch die Stadt, Pattloch Verlag, München 2000, ISBN 3-629-01621-9.
  • Willy Pocino: LE CURIOSITÀ DI ROMA, Newton & Compton, Rom 1985, ISBN 88-541-0010-2.
  • Claudio Rendina: Le Chiese di Roma, Newton & Compton, Rom 2007, ISBN 978-88-541-0931-5.
  • Nicole Riegel: San Pietro in Montorio - Die Votivkirche der katholischen Könige Isabella und Ferdinand von Spanien, in Römisches Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana 32.1997/98, S. 271–320, Hirmer, München 1998.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5.
  • Guida d’Italia - Roma, Touring Club Italiano, Milano 2007, ISBN 88-365-4134-8.
  • LA GRANDE GUIDA DEI RIONI DI ROMA, Newton & Compton, Rom 2001, ISBN 88-8289-388-X.
  • Giorgio Vasari: Künstler der Renaissance - Bramante von Urbino , Kap. 27, 1550, Transmare Verlag, Berlin 1948.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: San Pietro in Montorio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien