Schattenbank

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Schattenbanken sind Finanzunternehmen, die außerhalb des regulären Bankensystems im Rahmen der Finanzintermediation tätig sind. Dem Schattenbankenwesen (englisch shadow banking, parallel banking, market-based finance) werden neben den Unternehmen auch Aktivitäten wie Verbriefungstransaktionen und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte zugerechnet.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kompositum Schattenbanken suggeriert mit dem - meist negativ konnotierten - Begriff „Schatten“ (wie in Schattenwirtschaft oder Schattenverschuldung) eine oft illegale Tätigkeit, die sich jedenfalls staatlicher Regulierung oder statistischer Erfassung weitgehend entzieht. Schattenbanken indes betreiben meist weder illegale Geschäfte noch sind sie gänzlich unreguliert, weshalb Andreas Dombret den Begriff für unglücklich gewählt hält.[1] Der Grund hierfür ist insbesondere, dass auch die seriösen Investmentfonds zu den Schattenbanken gerechnet werden. Der ehemalige Präsident des Federal Reserve Board Ben Bernanke hat Schattenbanken im April 2014 neutral definiert: „Schattenbanken bestehen aus einem vielfältigen Anteil von Institutionen und Märkten, die insgesamt traditionelle Bankfunktionen übernehmen.“[2]

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Schattenbanken gehören der Deutschen Bundesbank zufolge die folgenden Unternehmensarten:[3]

Der Investmentfonds-Sektor ist mit etwa zwei Dritteln der Finanzaktiva der größte Schattenbanksektor in Deutschland, den kleinsten Sektor bilden mit etwa 0,15 % Marktanteil die Geldmarktfonds.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schattenbanken entstanden in den USA, wo sie außerhalb der Aufsicht Securities and Exchange Commission und des Securities Act operierten, ohne dass staatliche Stellen dagegen einschritten.[4] Eine der ersten Schattenbanken war der im Oktober 1928 gegründete - und heute noch existierende - Pioneer Fund, der in keine Unternehmen investierte, die Waffen, Alkohol oder Tabak herstellten. Die Hypothekenbank Fannie Mae entstand 1938, als Wettbewerber folgte im Jahre 1970 Freddie Mac. Zu jener Zeit gab es auch die ersten Geldmarktfonds. Im September 1998 geriet der amerikanische Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) als Folge von Verlusten in Milliardenhöhe in eine bedrohliche Krise. Weil LTCM sich bei Banken hohe Summen geliehen hatte, deren Rückzahlung fraglich wurde, organisierte die New Yorker National Federal Reserve Bank eine Rettungsaktion.[5]

Seit der Subprime-Krise hat sich „shadow banking“ in den USA zu einem bedeutenden Finanzkonzept entwickelt, das eine Möglichkeit zur Ausweitung von Krediten außerhalb des Bankensystems bot.[6] Der von Paul McCulley (Pimco) zu Beginn der Finanzkrise ab 2007 im August 2007 geprägte Begriff verdeutlicht einerseits den Bankencharakter, andererseits die durchaus problematischen Aspekte eines nicht integrierten Systems, das abseits der staatlichen Aufsicht operiert.[7] Oft wird die Zunahme des Schattenbankwesens als Folge der strengeren Regulierung der Kreditinstitute angesehen,[8] die weltweit ab 2007 verstärkt begann.

Nach dem Auftrag des G 20-Gipfels vom November 2010 in Seoul legte der Financial Stability Board (FSB) (englisch für Finanzstabilitätsaufsicht) am 27. Oktober 2011 einen Bericht über die Verstärkung und Regulierung des Schattenbanksektors vor.[9][10] In diesem Bericht definiert der FSB das Schattenbanksystem als ein „System der Kreditvermittlung, an dem Unternehmen und Aktivitäten außerhalb des regulären Bankensystems beteiligt sind.“ Für 2010 hat der FSB das Volumen des globalen Schattenbanksystems grob auf etwa 46 Billionen Euro geschätzt, während es 2002 noch 21 Billionen Euro betragen hatte. Dies entspricht 25-30 % des gesamten Finanzsystems und der Hälfte aller Bankaktiva. In den Vereinigten Staaten ist dieser Anteil höher und liegt schätzungsweise zwischen 35 % und 40 %. Der Bericht stellte systemische Risiken und eine Neigung zur Verschiebung von Risiken in Volkswirtschaften mit geringeren Auflagen (Regulierungsarbitrage) fest. Daraus leitete er Empfehlungen zur Regulierung des Systems an. Seit 2012 wird jährlich über die Entwicklung berichtet.[10] Bis 2011 wurde ein weiterer Anstieg auf 67 Billionen US-Dollar registriert, was einem Viertel der Gesamtumsätze auf dem globalen Kapitalmarkt entspricht.[11] Den Schätzungen des FSB zufolge ist der prozentuale Anteil der Vermögenswerte von Finanzintermediären mit Sitz in Europa, bei denen es sich nicht um Banken handelt, am weltweiten Volumen des Schattenbanksystems zwischen 2005 und 2010 stark gestiegen, während der Anteil der in den USA belegenen Vermögenswerte abgenommen hat.[12] Die Kommission veranstaltete am 27. April 2012 in Brüssel eine Konferenz zum Thema Schattenbankwesen. Nach der Konsultation zum vorlegislativen Grünbuch im März 2012 hat die Kommission am 4. September 2013 eine Mitteilung angenommen, in der sie ihren Fahrplan vorlegte, Risiken zu begrenzen, insbesondere Risiken systemischer Art, im ungeregelten oder weniger regulierten Bereichen des Finanzsystems. Im November 2012 folgte das Europäische Parlament mit einer Resolution, welche die Kommission zum Handeln aufforderte.[13] Ende Januar 2014 legte die EU-Kommission in Zusammenhang mit der Regulierung von Finanzrisiken einen Vorschlag bezüglich der Schattenbanken vor.[14] Darin schlägt sie eine Registrierungspflicht für Wertpapierleih-Geschäfte vor, um Transparenz an dieser Schnittstelle zwischen dem „normalen“ Bankensystem und den Schattenbanken zu schaffen. Dies würde die Risikobewertung der Papiere erleichtern und den Kunden Zugang zu wesentlichen Informationen über die Geschäfte der involvierten Investmentfonds ermöglichen.

In Deutschland registrierte im Januar 2016 der wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem Bericht über Schattenbankensystem in Deutschland [15] eine Zunahme des Volumens zwischen Anfang 1999 und dem zweiten Quartal 2015 von nominal mehr als dem Dreifachen auf rund 2,6 Billionen Euro. Er führte dies sowohl auf gestiegene Aktivitäten der Schattenbanken als auch auf einen Rückgang der Vermögenswerte im Bankensektor („Deleveraging“) zurück.

Aktivitäten und Instrumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schattenbanken nehmen im Finanzsystem wichtige Funktionen wahr. So stellen sie beispielsweise eine zusätzliche Finanzierungsquelle dar und bieten den Anlegern Alternativen zu Bankeinlagen. Für die langfristige Finanzstabilität können sie allerdings auch mit Risiken verbunden sein.[16] Der Ansatz der Kommission im Hinblick auf das Schattenbankensystem besteht in der Ermöglichung einer transparenten und widerstandsfähigen marktbasierten Kredittätigkeit und zeitgleicher Adressierung wesentlicher Finanzrisiken. Es soll sichergestellt werden, dass der Nutzen, der durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit bestimmter Akteure und Märkte erreicht wird, nicht durch die Verlagerung finanzieller Risiken in weniger regulierte Sektoren verringert wird. Möglichkeiten zur Aufsichtsarbitrage würden die Wirkung der Reformen stark untergraben.

Das Finanzmanagement von Schattenbanken nutzt dieselben Strategien, Finanzierungsinstrumente und Finanzprodukte wie Geschäftsbanken. Deshalb besteht die Strategie der Schattenbanken je nach Marktlage aus Spekulation, Arbitrage oder Hedging. Sie sind Marktteilnehmer auf dem Geld- und Kapitalmarkt und dort und außerhalb durch Interaktion mit Geschäftsbanken verbunden. Typische Akteure im Schattenbankensystem sind Geldmarkt- und Hedgefonds sowie Private Equity Fonds;[17] sie sind formal keine Kreditinstitute, auch wenn sie funktional viele Gemeinsamkeiten mit den Investmentbanken aufweisen. Diese Nichtbanken können bankähnliche Geschäfte betreiben, also zum Beispiel Kredit gewähren. So kann ein Geldmarktfonds in kurzfristige Schuldverschreibungen von Unternehmen investieren. Verkauft ein Unternehmen Wertpapiere aus seinem Bestand und kauft sie Zug um Zug mit einem Termingeschäft zurück, erhält es für die Laufzeit dieses Repogeschäfts faktisch einen besicherten Kredit. Solche Transaktionen erweitern die Finanzierungsmöglichkeiten und stellen somit ebenfalls einen Weg dar, die Abhängigkeit der Unternehmen von Banken zu reduzieren.[18]

In ihrem Monatsbericht vom März 2014 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank eine umfassende Untersuchung über das Schattenbankensystem und befasst sich darin zunächst mit den Unterschieden zu den Geschäftsbanken.[19] So können sie im Gegensatz zu Geschäftsbanken keine Giralgeldschöpfung betreiben und haben auch keinen direkten Zugang zur Zentralbankliquidität. Hieraus folgt, dass sie grundsätzlich in stärkerem Maße der Gefahr kurzfristiger Liquiditätsschwankungen ausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass die Passiva der Schattenbanken - im Gegensatz zu den Einlagen der Geschäftsbanken - nicht im gleichen Ausmaß durch staatliche Einlagensicherung geschützt sind. Zudem ist die Regulierung der Schattenbanken insgesamt weit weniger ausgeprägt als die der Geschäftsbanken, auch wenn es für einzelne Akteure und Aktivitäten bereits einschlägige länderspezifische und supranationale Vorgaben gibt und diese stetig weiterentwickelt werden.[20] Die Bundesbank stellt weiter fest, dass das Schattenbankensystem eng mit dem Geschäftsbankensektor verflochten ist. So kaufen beispielsweise Geschäftsbanken von Zweckgesellschaften emittierte Schuldverschreibungen an, gewahren Kreditlinien an Akteure des Schattenbankensystems oder sind über die eigene Refinanzierung mit Akteuren des Schattenbankensystems verbunden, insbesondere mit Geldmarktfonds und anderen institutionellen Anlegern.[21]

Eine Analyse des Office of Financial Research im US-Finanzministerium kam 2014 zu dem Schluss,[22] dass in der durch Liquidität getriebenen Finanzsituation sehr wenige, sehr große institutionelle Marktteilnehmer mit hervorragenden Informationsstrukturen gezwungen sind, große Mengen an sehr liquiden Mitteln risikolos anzulegen. Zum Jahresende 2013 hielten sie zusammen rund 6 Billionen USD. Aus strukturellen Gründen haben diese Akteure keinen Zugriff auf Zentralbankgeld der Typen M0, M1, M2, sondern sind gezwungen, die Mittel in Form von Repos im Schattenbanksektor anzulegen. Sie begeben sich in einen Markt, auf dem ihnen immer ein risikogetriebener Anleger gegenübersteht. Das wird von den Autoren als wesentlicher Grund der Finanzmarktinstabilitäten angesehen.

Im Juni 2014 stellte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Elke König fest, dass in der jüngeren Zeit Banken große Bestände an Risikopapieren an Schattenbanken verkauft oder ausgelagert hätten. Das würde eine stärkere Regulierung der Schattenbanken erfordern, „weil das Risiko ja nicht einfach verschwindet, sondern nur woanders ist, und zwar dort, wo wir als Aufsicht nichts ausrichten können.“[23]

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte zu einem Bericht des IWF im Herbst 2014 vor der Gefahr, die von dem immer weiter wachsenden, weitgehend unregulierten Schattenbanksektor auf die Weltwirtschaft ausgehe. Vermutlich würden dort mittlerweile Anlagen und Verbindlichkeiten im Wert von über 70 Billionen US-Dollar (als Vergleich dazu über 55 Billionen Euro) verwaltet. In den USA sei der Bereich mittlerweile doppelt so groß wie der ganze Rest des Bankenbereichs und in Europa mache er gut die Hälfte aus. In China entspreche die Bilanzsumme der Schattenbanken vermutlich mehr als einem Drittel der chinesischen Wirtschaftsleistung. Damit stellten Schattenbanken eine undurchsichtige Blackbox von riesigem Ausmaß dar. Nach einer Meldung der Zeit von Anfang Februar 2015 kamen in den USA mittlerweile die Hälfte aller Kredite von Schattenbanken.[24]

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzkrise ab 2007 hat gezeigt, dass auch außerhalb des Bankensystems Risiken für die Stabilität des gesamten Finanzsystems entstehen können. Zur Finanzkrise hatten einerseits Probleme bei Schattenbankenaktivitäten wie die Verbriefung von Krediten beigetragen. Andererseits gab es Schieflagen der dem Schattenbankensystem zuzurechnenden Akteure, wie beispielsweise Geldmarktfonds.[25] Zudem ist ihre Verbindung zu systemrelevanten Banken ein großer Risikofaktor für das weltweite Finanzsystem. Generell können durch Verflechtungen zwischen dem Bankensystem und Institutionen außerhalb des bankenaufsichtlichen Regulierungsrahmens Risiken übertragen werden. Dies kann direkt geschehen (etwa über Kredit- und Refinanzierungsbeziehungen oder Haftungsmechanismen und Garantiegewährungen) oder indirekt durch gemeinsame Gegenparteien oder Investitionen in Vermögenswerte derselben Art. Dabei ist die wachsende Bedeutung des Schattenbanksektors in Deutschland zu berücksichtigen. Der Anteil des Schattenbankensektors an den Aktiva des gesamten Finanzsektors ist zwischen Januar 1999 und dem zweiten Quartal 2015 von 9 % auf 18 % gestiegen.[26]

Die EU-Kommission hat die Risiken des Schattenbankwesens im März 2012 wie folgt kategorisiert:[27]

  • Bei einlagenähnlichen Finanzierungsstrukturen kann es zu einem massiven Mittelabzug (im Bankwesen Bank Run genannt) kommen: Die Tätigkeiten von Schattenbanken sind ähnlichen finanziellen Risiken ausgesetzt wie Banken, ohne dabei aber vergleichbaren, durch Bankenregulierung und -aufsicht bedingten Zwängen und Gesetzen zu unterliegen.
  • Akkumulierung eines hohen versteckten Fremdkapitalanteils: Die Tätigkeiten von Schattenbanken können in hohem Maße fremdfinanziert sein (Leverage Ratio), wobei Kreditsicherheiten mehrfach umgewälzt werden, ohne den von Regulierung und Aufsicht verhängten Limits zu unterliegen.
  • Umgehung von Vorschriften und Regulierungsarbitrage: Schattenbankgeschäfte können dazu genutzt werden, die Regulierung oder Aufsicht, denen reguläre Banken unterliegen, zu umgehen, indem der traditionelle Kreditvermittlungsprozess in rechtlich voneinander unabhängige, miteinander in Beziehung stehende rechtliche Strukturen aufgebrochen wird.
  • Ungeordnete Insolvenzen mit Auswirkungen auf das Bankensystem: Jede Insolvenz einer Schattenbank kann erhebliche Ansteckungs- und Spillover-Effekte nach sich ziehen. In Krisensituationen oder bei äußerst unsicheren Rahmenbedingungen können die von Schattenbanken eingegangenen Risiken leicht auf den Bankensektor übertragen werden.

Die Heterogenität des Schattenbanksystems erschwert seine statistische Erfassung, macht sie aber nicht unmöglich. Die Bundesbank fokussiert sich bei Schattenbanken auf das Aggregat der sonstigen Finanzintermediäre einschließlich Geldmarktfonds (SFI) und ermittelte, dass - gemessen an der Bilanzsumme - im 3. Quartal 2013 insgesamt 32 % der SFI in Luxemburg und 18 % in den Niederlanden ihren Sitz hatten, in Deutschland waren 10 % beheimatet.[28] Den größten Anteil machen in Luxemburg die Investmentfonds (35 %) aus, fast das gesamte Geldmarktfondsvermögen liegt in Frankreich (39 %), Irland (33 %) und Luxemburg (24 %).

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um bankähnliches Geschäft, das keiner kompletten Bankenregulierung unterliegt. In den USA werden auch die öffentlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae sowie Freddie Mac dem Schattenbankbereich zugeordnet.[29] Auch dadurch ist das Schattenbankensystem fast doppelt so groß wie das reguläre Bankensystem. Die Aktiva des Schattenbankensystems belaufen sich dort auf rund 175 %, in Deutschland hingegen nur auf rund 25 % derjenigen des regulären Bankensystems. Diese Ausmaße sind von großer Bedeutung, da eine Krise im amerikanischen Schattenbanksystem wegen der starken Verflechtungen zum Geschäftsbankensystem sehr wahrscheinlich zu Ansteckungseffekten im Geschäftsbanksystem führen kann. 2015 betrug das Kreditvolumen der chinesischen Schattenbanken laut dem McKinsey Global Institute (MGI) 6,5 Billionen Dollar. Sie stehen für rund 30 % aller chinesischen Schulden.[30]

Weil von Schattenbanken sehr leicht systemische Risiken ausgehen können, ist es durchaus nachvollziehbar, wenn sie durch Aufsichtsbehörden überwacht werden sollen. Die Arbeiten des FSB haben ergeben, dass die ungeordnete Insolvenz einer Schattenbank sowohl direkt als auch indirekt über ihre Verknüpfung mit dem regulären Bankensystem mit Systemrisiken verbunden sein kann. Der FSB hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass - solange derartige Geschäfte und Unternehmen einer geringeren Regulierung und Aufsicht unterliegen als der restliche Finanzsektor - eine verstärkte Bankenregulierung einen erheblichen Teil der Bankgeschäfte vom traditionellen Bankensystem in das Schattenbanksystem treiben könnte.[31] Dabei gilt zu bedenken, dass die Finanzwirtschaft inzwischen die Realwirtschaft dominiert. War noch um 1980 die weltweite Realwirtschaft der Finanzwirtschaft quantitativ mit 2:1 überlegen, so ist sie heute mit 1:3,5 deutlich unterlegen. Da das Schattenbankwesen zur Finanzwirtschaft gehört, stärkt es deren Dominanz, so dass die Gefahr einer Übertragung von etwaigen Turbulenzen im Finanzsystem auf die Realwirtschaft weiter zunehmen kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung vom 16. September 2013, Andreas Dombret: Gipfel-Nachlese: Schattenbanken und mehr
  2. Ben Bernanke: „Shadow banking, as usually defined, comprises a diverse set of institutions and markets that, collectively, carry out traditional banking functions…“, April 2014
  3. Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2015, November 2015, Schaubild 1.4.1, S. 59
  4. Florian Pressler, Die erste Weltwirtschaftskrise, 2013, o. S.
  5. Bankregulierung lässt Schattenbanken im Dunkeln, in: FAZ vom 13. Dezember 2013, S. 23
  6. Qingmin Yan/Jianhua Li, Regulating China's Shadow Banks, 2016, S. 1
  7. Jochen Felsenheimer, Kreditmärkte im Wandel, 2011, S. 388
  8. Manfred Weber, So funktioniert der Geldmarkt, 2013, S. 28
  9. FSB: Shadow Banking: Scoping the Issues (PDF-Datei; 186 kB)
  10. a b BaFin: G20: Bessere Überwachung von Schattenbanken, in: BaFin-Journal, Ausgabe 11/12 2011, S. 16–20
  11. Spiegel Online: Schattenbanken breiten sich im Finanzsystem aus, 19. November 2012
  12. Grünbuch EU-Kommission, Schattenbankwesen, März 2012, S. 5
  13. europarl.europa.eu: Entschließung des Europäischen Parlaments zu Schattenbanken, 20. November 2012
  14. European Commission, europa.eu: Reporting and transparency of securities financing transactions – frequently asked questions - MEMO/14/64 29/01/2014
  15. Wissenschaftliche Dienst des Bundestages: WD 4 - 006/16 Schattenbankenaktivitäten in Deutschland, 21. Januar 2016
  16. Grünbuch EU-Kommission, a.a.O., S. 2
  17. Internationaler Währungsfonds, Laura E. Kodres, What Is Shadow Banking? Many financial institutions that act like banks are not supervised like banks, Hauspostille, Ausgabe Juni 2013
  18. Süddeutsche Zeitung vom 16. September 2013, Andreas Dombret, a.a.O.
  19. Deutsche Bundesbank, Das Schattenbankensystem im Euro-Raum: Darstellung und geldpolitische Implikationen, Monatsbericht März 2014, S. 17
  20. Deutsche Bundesbank, a.a.O., S. 17
  21. Deutsche Bundesbank, a.a.O., S. 20
  22. Zoltan Poznar, Shadow Banking: The Money View, in: OFR Working Paper, 2. Juli 2014
  23. spiegel.de: Milliarden-Risiken: BaFin-Chefin fordert mehr Kontrolle der Schattenbanken. 2. Juni 2014
  24. Konrad Putzier, zeit.de: Der rasante Aufstieg der Schattenbanken, 5. Februar 2015
  25. Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2015, November 2015, S. 58
  26. Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2015, a.a.O., S. 59
  27. Grünbuch EU-Kommission, a.a.O., S. 5 ff.
  28. Deutsche Bundesbank, a.a.O., S. 22
  29. Gerhard Merk, Finanzlexikon, Universität Siegen, 1995, S. 1605 (10 MB; PDF)
  30. Krisenstimmung im Reich der Mitte
  31. Grünbuch EU-Kommission, a.a.O., S. 2