Schlacht um Xuzhou

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Schlacht um Xuzhou
Datum Mai 1938
Ort Xuzhou und Umgebung
Ausgang Japanischer Sieg
Konfliktparteien
China Republik 1928Republik China (1912–1949) China Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Japan
Befehlshaber
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Li Zongren
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Han Fuqu
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Pang Bingxun
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Sun Lianzhong
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Sun Zhen
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Tang Enbai
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Wang Mingzhang
China Republik 1928Republik China (1912–1949) Zhang Zizhong
Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Terauchi Hisaichi
Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Hata Shunroku
Truppenstärke
600.000 Mann in 64 Divisionen 240.000 Mann in 8 Divisionen
Verluste
~100.000 ~30.000

Die Schlacht um Xuzhou fand im Verlauf des Mai 1938 statt und war eine Schlacht des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges zwischen Armeen der chinesischen Kuomintang und des Kaiserreichs Japan. Sie bildete den Endpunkt einer mehrmonatigen Kampagne zur Einnahme des wichtigen Verkehrsknotenpunkts Xuzhou.

Hintergrund[Bearbeiten]

Japanische Eroberungen in China bis Ende 1937 (Xuzhou hier als Suchow gekennzeichnet)

Die Aktionen, die zu der Schlacht führten, können bis in den Dezember 1937 zurückdatiert werden. Die Regionalarmee Nordchina hatte nach der Schlacht um Peking-Tianjin im Sommer 1937 die chinesische 29. Marscharmee entlang der nord-südwärts von Tianjin nach Pukou verlaufenden Jinpu-Bahn zurückgedrängt. Im Dezember 1937 hatte die Regionalarmee Zentralchina Nanjing erobert, die verteidigenden chinesischen Truppen hatten sich in Richtung Zentralchina zurückgezogen. Das japanische Oberkommando plante nun, den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Xuzhou in der Provinz Jiangsu, an dem die Jinpu-Bahn die von der Hafenstadt Lianyungang nach Westen verlaufende Longhai-Bahn kreuzt. Von dieser Position aus wäre man in der Lage gewesen, von Xuzhou aus sowohl weiter westlich nach Zhengzhou und Xi’an als auch weiter südlich nach Wuhan vorzudringen.

Verlauf[Bearbeiten]

Durch den Druck, den die japanischen Truppen auf die verteidigenden chinesischen Einheiten ausübten, zog die KMT-Führung 64 Divisionen rund um Xuzhou zusammen. In Xuzhou befand sich zu dieser Zeit das Hauptquartier der 5. Kriegszone der KMT.

Die Japaner entschlossen sich, Xuzhou zu belagern und einzukesseln. Dazu standen im Norden die japanische Regionalarmee Nordchina mit drei Divisionen und im Süden die japanische Zentralchina-Expeditionsarmee mit vier Divisionen zur Verfügung. An der Westflanke der Stadt postierte sich das 1. und 2. japanische Panzerbataillon, um einen Rückzug der Chinesen nach Westen zu verhindern. Das 5. japanische Panzerbataillon stand als Unterstützung der Infanterie zur Verfügung.

Die von Süden auf Xuzhou vordringende Zentralchina-Expeditionsarmee wurde im Januar 1938 in schweren Kämpfen am Huai He aufgehalten, die von Norden kommende Regionalarmee Nordchina kämpfte sich bis März durch das südliche Shandong vor. Ende März und Anfang April 1938 gelang es den Chinesen unter Li Zongren und Bai Chongxi, in der Schlacht um Tai’erzhuang der von Norden auf Xuzhou vorstoßenden Japanern, insbesondere der 5. japanischen Division unter Itagaki Seishirō, eine empfindliche Niederlage beizubringen. Die Japaner waren gezwungen, sich zurückzuziehen und neu zu gruppieren.

Gegen Ende April erreichten Verstärkungen die japanischen Truppen, die sich nun auf den Endkampf um Xuzhou vorbereiten konnten. Die japanische Truppenstärke um Xuzhou wuchs in dieser Zeit auf 400.000 Mann. Die Japaner rückten in der Folge aus drei Richtungen, von Norden, Osten und Süden, auf Xuzhou vor. Am 9. Mai gelang ihnen die Einnahme von Mengcheng, wo sich die von Süden vorrückenden Truppen aufteilten. Ein Teil ging westlich und dann nördlich vor, um die Longhai-Bahn westlich von Xuzhou abzuscheiden. Die von Norden kommenden Japaner sammelten sich im Raum Jining, um wieder vorzurücken. Eine amphibische Landung bei Lianyungang vollendete schließlich den Einschließungsring. Am 17. Mai begann die japanische Artillerie mit der Beschießung der Stadt Xuzhou.

Zu dieser Zeit hatte Li Zongren in Konsultation mit Chiang Kai-shek bereits den Rückzug aus der Stadt beschlossen und die Evakuierung der Zivilbevölkerung hatte begonnen. Die Truppen sollten sich in kleineren Gruppen in südwestlicher Richtung absetzen. Geplant war, sich im Gebirge Dabie Shan erneut zur Verteidigung von Wuhan zu formieren. Den Chinesen kam dabei ein Sandsturm zugute, der ihren Rückzug verdeckte. Zwischen 200.000 und 300.000 Mann konnten sich bis zum 21. Mai erfolgreich absetzen. Zwei Tage zuvor waren die Japaner unter Hata Shunroku in Xuzhou einmarschiert.

Verluste und Folgen[Bearbeiten]

Zwar konnten die Japaner die schwere Schlacht gewinnen, doch die meisten chinesischen Soldaten entkamen dem Kessel und chinesische Einheiten waren nicht aufgerieben worden, dazu war die japanische Truppenstärke zu klein. Die Verluste der Chinesen beliefen sich auf etwa 100.000 Soldaten und die der Japaner lag bei rund 30.000.

Da die allgemeine Kriegssituation sich äußerst schlecht für die Chinesen entwickelt hatte, befahl Chiang Kai-shek die Zerstörung der Deiche des Gelben Flusses, um die vorrückenden Japaner aufzuhalten. Er nahm dabei aber auch hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung und weitreichende Verwüstungen von Städten und Dörfern in Kauf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen R. MacKinnon: Wuhan, 1938: War, Refugees, and the Making of Modern China. University of California Press, 2008, ISBN 978-0-520-25445-9.