Schmilka

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Schmilka ist ein Ortsteil des staatlich anerkannten Kneippkur- und Erholungsorts Bad Schandau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Schmilka zählt 75 Einwohner (1999: 169 Einwohner). Kleine Fachwerkhäuser beherrschen das Stadtbild. 23 der 69 Häuser besitzt der Unternehmer Sven-Erik Hitzer. Kleine Fachwerkhäuser am Elbufer und den Mühlenberg hinauf Richtung Großer Winterberg prägen das Bild. 2017 wurde Schmilka von der Interessensgemeinschaft Sachsens Schönste Dörfer ausgezeichnet.

Die jährliche Besucherzahl beträgt ca. 500.000.

Schmilka an der Elbe

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmilka liegt rechts der Elbe direkt am Nationalpark Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Östlich des Orts befindet sich der Große Winterberg, westlich die Schrammsteine und der Rauschenstein. Der Ort befindet sich auf 117 m Höhe.

In Grenznähe entspringt die Ilmenquelle, die mit einer Schüttung von 6 l/s die stärkste in der Sächsischen Schweiz ist und einst die Hauptversorgung des Ortes mit Trinkwasser gewährleistete.[1] Von Schmilka aus können auf verschiedenen Wegen und Stiegen wie bspw. die Heilige Stiege oder die Rübezahlstiege die Schrammsteine und der Große Winterberg erreicht werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmilksche Mühle

1582 wurde der Ort Schmilka erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 17. Jh. siedelten sich insbesondere Elbschiffer, Flößer, Steinmetze, Köhler, Pechsieder und Waldarbeiter an, die zwischen Elbe und Elbsandstein entsprechende Ressourcen und gute Verdienstmöglichkeiten fanden.

Als sich im 19. Jh. der Tourismus in der Sächsischen Schweiz entwickelte, war Schmilka ein beliebter Ausgangspunkt. Zahlreiche Künstler und Maler, darunter Casper David Friedrich und Carl Gustav Carus machten hier auf ihren Naturerkundungen halt und zogen Inspiration aus der umgebenden schroffen Felslandschaft. Später entwickelte sich aus den von den Malern begangenen Wegen der Malerweg.[2]

Als in den 1930er Jahren die Straße im Elbtal ausgebaut wurde und in Verlängerung nach den nahen böhmischen Ortschaften führte, wurde Schmilka Grenzort. Auf tschechischer Seite liegt der Ort Hrensko. Schmilka gehört seit dem 1. Januar 1973 zu Bad Schandau. Nach der Wende wurden noch bis Anfang der 1990er Jahre viele Gebäude durch Zoll und Grenzkontrolle genutzt.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ilmenbach treibt die nur wenige Meter unterhalb der Quelle liegende Schmilksche Mühle an. Im Jahr 1665 erbaut, zählt sie zu den ersten Gebäuden von Schmilka. Der Betrieb wurde im 19. Jahrhundert eingestellt. Im Jahr 2007 jedoch konnte die Mühle wieder funktionstüchtig gemacht werden. Als Vorbild dienten historische Ansichten, darunter ein Kupferstich von Adrian Ludwig Richter. Richter war einer der Künstler, die vor ca. 200 Jahren auf dem sogenannten Malerweg in die Sächsische Schweiz wanderten. Der Malerweg führt direkt an der Mühle vorbei. Die Schmilksche Mühle wird traditionell zum Mühlenfest, das jedes Jahr zu Pfingsten stattfindet, in Betrieb genommen. In der Mühle befindet sich auch ein Ferienhaus, das „Mühlchen“, welches als Urlaubsquartier genutzt werden kann.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Schmilka-Hirschmühle liegt an der Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt. Hier halten unter anderem Züge der S-Bahn Dresden. Die ehemals in Dresden, nach teilweiser Herabstufung zur S172 nun in Pirna beginnende Bundesstraße 172 endet am Grenzübergang Schmilka/Hřensko. Fähren verkehren zwischen dem Schandauer Ortskern und Krippen sowie zwischen dem Ortsteil Schmilka und dem zu Reinhardtsdorf-Schöna gehörenden Haltepunkt Schmilka-Hirschmühle. Am linken Elbufer verläuft der Elberadweg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Glootz: Die Schandauer Chronik. Bad Schandau 1917

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schmilka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Rußner (Hrsg.): Sächsische Schweiz. Reihe Sächsische Wanderbücher, v. Kommerstädt & Schobloch, Dresden-Wachwitz 1925, S. 127
  2. a b IG Sachsens Schönste Dörfer im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V.: Schmilka . auf www.sachsens-schoenste-doerfer.de
  3. Schmilksche Mühle (Memento des Originals vom 3. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wandern-saechsische-schweiz.de auf wandern-saechsische-schweiz.de, abgerufen am 17. März 2011

Koordinaten: 50° 54′ N, 14° 14′ O