Schulenburg (Langenhagen)

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Schulenburg
Wappen von Schulenburg
Koordinaten: 52° 26′ 31″ N, 9° 40′ 24″ O
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 3,93 km²[1]
Einwohner: 2356 (31. Jan. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 599 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30855
Vorwahl: 0511
Schulenburg (Niedersachsen)
Schulenburg

Lage von Schulenburg in Niedersachsen

Blick von Schulenburg-Nord auf den Flughafen-Tower
Blick von Schulenburg-Nord auf den Flughafen-Tower

Schulenburg ist ein Ortsteil der Stadt Langenhagen in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulenburg liegt südwestlich des Flughafens Hannover-Langenhagen in Teilen direkt an der Landebahn; die nördliche Landebahn verläuft über die Gemarkung. Östlicher Nachbarort ist Godshorn, im Süden der hannoversche Stadtteil Nordhafen und westlich Engelbostel.

Der Ort teilt sich die zwischen dem Naturschutzgebiet Kananohe im Norden und dem Gewerbegebiet Schulenburg im Süden des Gemeindegebiets in Schulenburg-Nord, Schulenburg-Mitte und, durch die Bundesautobahn A 352 getrennt, Schulenburg-Süd auf. Die Verbindung zwischen Schulenburg und Schulenburg-Nord wurde in den 1950er Jahren durch den Bau der südlichen Start- und Landebahn des Flughafens Hannover-Langenhagen unterbrochen; seitdem erfolgt die Anbindung von Schulenburg-Nord über Engelbostel. Durch die Entwicklung eines großen Neubaugebiets an der Dorfstraße schließt sich die Landschaftsfuge zur westlich gelegenen Ortschaft Engelbostel. Damit wachsen Schulenburg-Mitte und Engelbostel faktisch zusammen.

Ungewiss ist die Zukunft von Schulenburg-Nord. Dieser kleinste Teil der Ortschaft mit nur 50 Einwohnern liegt zwischen den Start- und Landebahnen. Der Flughafen kauft einzelne Grundstücke auf; der Abriss von Häusern hat begonnen. Es wird erwartet, dass Schulenburg-Nord mittelfristig den Ausbauplänen des Flughafens weichen muss. Westlich des Flughafens entsteht auf den Schulenburger Ackerflächen ein neun Hektar großes Industriegebiet Airport-West, das durch einen Tunnel unter dem Flughafengelände hindurch von Osten und somit nicht über Schulenburg erschlossen wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Schulenburg entwickelte sich von „Schulenborch“, was bei der Besiedelung durch Waldrodung um 1200 eine Bedeutung im Sinne von „zum Bergeort (Versteck)“ hatte.

Erste urkundliche Erwähnung fand Schulenburg im Jahr 1308. Die 700-Jahr-Feier des Ortes wurde 2008 u. a. mit einem Ritterfest gewürdigt. Der Lüneburgische Erbfolgekrieg brachte Schulenburg 1371 in die Verwaltung der Vogtei Lauenrode. Eine Steuerliste von 1585 weist acht Bauern aus, die in Schulenburg wohnten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde Schulenburg am 1. März 1974 in die Stadt Langenhagen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 300 [4]
1925 417 [5]
1933 383 [5]
1939 454 [5]
1950 917 [6]
1956 788 [6]
1973 16030 [1]
2016 19850 [7]
2020 23560 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Schulenburg setzt sich aus einer Ratsfrau und sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Schulenburg ist Dietmar Grundey (CDU). Sein Stellvertreter ist Friedhelm Grote (SPD).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Schulenburg stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 15. Februar 1962 durch den Regierungspräsidenten in Hannover erteilt.[9]

Wappen von Schulenburg
Blasonierung:Rot : Gold geteilt, oben ein schreitender, herschauender, blau-bewehrter, goldener Löwe (Leopard), unten aus dem Schildfuß wachsend ein ausgehöhlter, grüner Stamm mit je einem abgestorbenen Astauswuchs rechts und links, begleitet von je einer grünen Eichel.“[9]
Wappenbegründung: Mit dem goldenen Löwen (Leoparden) auf rotem Grund wird die jahrhundertelange Oberherrschaft der Welfenfürsten seit der Frühzeit symbolisiert; der hohle Stamm soll von dem Ortsnamen „Versteck“ und zugleich den hier gerodeten Wald versinnbildlichen. Allein die Ortsgeschichte und der gedeutete Ortsname boten der Gestaltung des Gemeindewappens somit wesentlichen Anhalt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schulenburg-Nord befindet sich direkt an der Nordlandebahn einer der bekannten Langenhagener Planespotter-Plätze, an denen landende Flugzeuge in unmittelbarer Nähe vorbeifahren.

In Schulenburg-Süd befindet sich das Naherholungsgebiet Südsee, das 1986 in den Besitz der Stadt Langenhagen kam.

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schulenburg-Mitte befinden sich eine Kindertagesstätte, das Dorfgemeinschaftshaus sowie das Schützenhaus, Heimat des SSV Schulenburg, und ein Angelsee.

Das gemeinsame Feuerwehrhaus der Feuerwehren von Engelbostel und Schulenburg am Stadtweg in Engelbostel wurde 2019 feierlich eingeweiht.

Schulenburg-Süd ist durch eine intensive Gewerbeansiedlung geprägt und hier befindet sich an der Durchgangsstraße auch der einzige Supermarkt des Ortes.

Schulenburg wird von drei Buslinien des GVH versorgt (460, 461, 480). Sie bieten sowohl Binnenverbindungen als auch Fahrmöglichkeiten von und nach Hannover, Langenhagen, Garbsen, Resse und Mandelsloh bzw. Stöckendrebber.

Der Ortsteil hat keine eigene Kirchengemeinde und keine Grundschule. Die Schulenburger Kinder gehen zur Grundschule Engelbostel und der evangelische Teil der Bevölkerung gehört zur Martinsgemeinde Engelbostel. Die katholische Bevölkerung gehört zur St.-Hedwig-Gemeinde in Hannover-Vinnhorst.


Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Klug (1908–1943), Buchhalter, Widerstandskämpfer und politisch Verfolgter des NS-Regimes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Röder, Fritz-Otto Grebowicz, Lisa Lehmann: Schulenburg, Geschichte und Geschichten. Langenhagen 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schulenburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 24, Landkreis Hannover (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 14. Februar 2020]).
  2. a b Zahlen, Daten, Fakten – Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. In: Webseite Stadt Langenhagen. 31. Januar 2020, abgerufen am 14. Februar 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hannover. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 14. Februar 2020.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Hannover (Siehe unter: Nr. 64). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 160 (Digitalisat).
  7. Zahlen, Daten, Fakten – Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. In: Webseite Stadt Langenhagen. 31. Januar 2020, archiviert vom Original am 22. August 2017; abgerufen am 14. Februar 2020.
  8. a b Ortsrat von Schulenburg. In: Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen. Abgerufen am 23. August 2017.
  9. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 236–239.