Garbsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Garbsen
Garbsen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Garbsen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 25′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 79,32 km2
Einwohner: 60.590 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 764 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 30823, 30826, 30827
Vorwahlen: 05131, 05137, 05031
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 005
Stadtgliederung: 13 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
30823 Garbsen
Webpräsenz: www.garbsen.de
Bürgermeister: Christian Grahl (CDU)
Lage der Stadt Garbsen in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Garbsen ist eine selbständige Gemeinde und mit rund 62.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der Region Hannover in Niedersachsen. Sie befindet sich nordwestlich der Landeshauptstadt Hannover. Der Ortsname Garbsen lässt sich urkundlich seit 1223 nachweisen. Die heutigen 13 Ortsteile haben teils eigenständige Entwicklungen genommen, bis sich im Rahmen der Gebietsreform 1974 die Stadt Garbsen in ihren heutigen Grenzen bildete.

Im Zuge der Industrialisierung und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung Garbsens beziehungsweise der Vorgängerkommunen stark zu. Mit dem heutigen Stadtteil Auf der Horst entstand seit 1965 ein als Wohn- und Arbeiterviertel konzipiertes Quartier für bis zu 10.000 Bewohner. Ursprünglich durch die Landeshauptstadt Hannover geplant, wurde Auf der Horst in den nächsten Jahren ein bedeutender Faktor für die eigenständige städtische Entwicklung Garbsens.

Garbsen war in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit vornehmlich eine klassische „Schlafstadt“ für zahlreiche Arbeiter in den Industriebetrieben Hannovers wie beispielsweise VW Nutzfahrzeuge, Continental oder VARTA, heute Johnson Controls. Seitdem hat Garbsen einen deutlichen Wandel der Wirtschaftsstruktur erlebt. Es haben sich vorwiegend mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen gegründet oder angesiedelt, die Zahl der Arbeitsplätze hat sich mehr als verdoppelt.

Mit dem Produktionstechnischen Zentrum (PZH) und dem Unterwassertechnikum beheimatet Garbsen bedeutende Teile des Bereichs Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover. Bis zum Wintersemester 2019/2020 soll die gesamte Fakultät Maschinenbau auf dem derzeit im Bau befindlichen Campus Garbsen vereinigt werden.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage von Garbsen in der Region Hannover

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbsen gehört zum Naturraum Weser-Aller-Flachland und liegt zwischen der Niederung der Leine und dem Otternhagener Moor. Die Höhenunterschiede betragen wenige Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Böden im Stadtgebiet sind überwiegend sandig beziehungsweise moorig (Moorgeest), ausgenommen sind die lehmig tonigen Böden im Bereich der Leine-Aue. Die sandigen bis kiesigen Ablagerungen sind fluviatile Bildungen der letzten Kaltzeit, der Weichsel-Kaltzeit, z. B. im Bereich Altgarbsen und Havelse, sowie anderorts, wie Frielingen und Meyenfeld, Schmelzwasserablagerungen z. T. mit überlagernder Grundmoräne der Saale-Kaltzeit (Drenthe-Stadium). Weiterhin finden sich fein- bis mittelsandige Dünen im Bereich der Garbsener Schweiz und von Schloß Ricklingen. Auch am „Hexenturm“ im benachbarten Hinüberschen Garten und am Glockenberg im Klosterforst von Marienwerder sind diese Dünen zu finden.

Der Sand wurde in (Alt-)Garbsen in der Zeit beginnend vor dem Ersten Weltkrieg bis 1970 an mehreren Stellen abgebaut und in den Garbsener Hartsteinwerken (Kiebitzmoor, „Garbsen“, „Niedersachsen“, „Hansa“ und „Hannover“) zu Kalksandsteinen gebrannt. So verschwanden Garbsens Anhöhen, und heute erinnern nur noch Straßennamen daran (darunter Osterberg, Mühlenberg, Streitberg, Pottberg). Sand und Kies für Bauzwecke wurden in der Grube des heutigen Blauen Sees gewonnen.

Oberflächennahe Tone und Tonsteine der Unterkreide finden sich im Bereich des Stadtteils Berenbostel. Die z. T. mergeligen Tonsteine marinen Ursprungs gehören im Bereich Berenbostel zur Formation des Barremiums und des Aptiums, weiter nördlich nach Stelingen, Osterwald und Heitlingen zu, gehören die Tonsteine zur Formation des Hauteriviums. Die Tone wurden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ebenfalls abgebaut und zur Ziegelherstellung genutzt (Hannoversche Ziegelei am Kastendamm: heute Schwarzer See und Berenbosteler See, Flemmingsche Ziegelei auf der Flur „Im Kolke“: heute verfüllt (Altlast) und überbaut als Gewerbegebiet Garbsen-Ost).

Auf dem Garbsener Stadtgebiet fanden sich folgende Ziegelei-Betriebe (Quelle: Heimatmuseum Garbsen): 1870–1914 Ziegelei Rosemeier (Havelse), Ziegelei Plass (Garbsen) und Ziegelei Stille (Garbsen), 1895–1919 Ziegelei Schünhoff (Kastendamm), 1891–1914 Ziegelei Windmeier (Kastendamm), 1885–1966 Hannoversche Ziegelei (Kastendamm) und Flemmingsche Ziegelei (Berenbostel), 1908–1914 Hartsteinwerk Kiebitzmoor, 1929–1945 Hartsteinwerk Hansa, 1930–???? Hartsteinwerk Windmeier, 1933–1981 Hartsteinwerk Niedersachsen und 1932–1992 Hartsteinwerk Hannover.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtpark im Winter

Das Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 79,31 Quadratkilometern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbsen grenzt an Langenhagen, Hannover, Seelze, Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und die Wedemark (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den 13 Orten Altgarbsen, Auf der Horst, Berenbostel, Frielingen, Garbsen-Mitte, Havelse, Heitlingen, Horst, Meyenfeld, Osterwald Oberende, Osterwald Unterende, Schloß Ricklingen und Stelingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altgarbsen, ev. Kirche
Barockkirche in Osterwald

Frühe urkundliche Erwähnungen mit Bezug zum Gebiet des heutigen Garbsen sind verbunden mit dem räumlich benachbarten, 1196 gegründeten Kloster Marienwerder sowie der Grafschaft Lauenrode (13. Jahrhundert) mit dem Bereich Schloß Ricklingen. Der Ortsname „Garbsen“, bei dem es sich entweder um eine Ableitung von einem germanischen Personennamen der ersten Ansiedler handelt oder nach anderer Auffassung um eine Verkürzung von „Gerberhausen“ (Gerber hier Berufsbezeichnung) handelt, lässt sich in einer der ältesten Urkunden von 1223 nachweisen.

In ihrer frühen Entwicklung war das Gebiet der heutigen Stadt Garbsen geprägt durch Höhenrücken, Gewässer und Moore. Die Siedlungsentwicklung fand damals im Wesentlichen auf den ehemals bewaldeten, eiszeitlich entstandenen Höhenrücken statt.

Die Ortschaften entwickelten sich zunächst relativ unabhängig voneinander. Schon 1925 waren fast die Hälfte der Bevölkerung dem nicht landwirtschaftlichen Erwerb zuzurechnen, obwohl die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe damals viel höher gelegen hat als heute. Neben der Landwirtschaft entwickelten sich auf Grund vorhandener Rohstoffe Ziegeleien und bestimmten mit die wirtschaftliche Entwicklung.

Durch die Zweigniederlassung der „Continental“-Gummiwerke (1938) und durch die Akkumulatorenfabrik „VARTA“ (1938/39) in dem Garbsen nahegelegenen hannoverschen Stadtteil Stöcken sowie durch die Existenz des chemischen Werks „Riedel-de Haën“ (heute „Honeywell“) in Seelze, begann sich das äußere Bild Garbsens zu ändern. Der ländliche Charakter wurde im Zuge der Entwicklung durch Neubauten verändert bzw. aufgehoben.

Die Gemeinden Garbsen und Havelse, einschließlich des damals neu errichteten Stadtteils Auf der Horst, schlossen sich am 1. Januar 1967 zur neuen Gemeinde Garbsen zusammen, die am 17. Juni 1968 Stadtrechte erhielt. Die Ortschaften gehörten zum Landkreis Neustadt am Rübenberge, der später im Landkreis Hannover aufging. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung (Gebietsreform) am 1. März 1974 kamen die Gemeinden Schloß Ricklingen, Horst, Meyenfeld, Frielingen, Osterwald Oberende und Unterende, Stelingen, Berenbostel und Heitlingen dazu. Am Beginn der 1980er Jahre entstand der neue Stadtteil Garbsen-Mitte, der bis heute durch starken baulichen Zuwachs gekennzeichnet ist. In Garbsen-Mitte befinden sich das Rathaus (seit 1997), zwei Einkaufszentren, ein Kino, Restaurants und Cafés.

Heute (2012) zählt Garbsen als sogenanntes Mittelzentrum mit Wohn- und Arbeitsstätten etwa 62.000 Einwohner. Der Bereich des ehemaligen Garbsen ist heute der Stadtteil Altgarbsen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Garbsen nur ein kleines Dorf mit wenigen dutzend Einwohnern. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1910 erst 757 Menschen in der Gemeinde, so waren es 1966 bereits 11.467. Durch die Eingemeindung von Havelse (11.732 Einwohner 1966) stieg die Bevölkerungszahl am 1. Januar 1967 auf 23.199.

Die Eingliederung zahlreicher Umlandgemeinden am 1. März 1974 brachte einen Zuwachs von 29.043 Personen auf über 56.000 Einwohner. Am 30. September 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Garbsen nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 63.097 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1730 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1730 150
1885 [3] 452
1. Dezember 1910 ¹ 757
1925 [3] 1080
1933 [3] 1080
1939 [3] 1459
31. Dezember 1966 11.467
31. Dezember 1967 24.800
31. Dezember 1968 26.188
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 26.254
31. Dezember 1975 56.337
31. Dezember 1980 57.522
31. Dezember 1985 57.249
25. Mai 1987 ¹ 58.081
31. Dezember 1990 60.776
31. Dezember 1995 62.681
31. Dezember 2000 63.269
30. September 2005 63.097

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelles Wappen ab 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf stammt von dem Heraldiker und Autor Werner Kaemling,[4] der schon die Wappen von Blumenau, Empelde, Wedemark und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 7. April 1975 erteilt.[5]

Wappen von Garbsen
Wappenbeschreibung:

Gespalten von Blau und Rot, vorne ein aufgerichteter, rotbewehrter und rotbezungter, silberner Löwe mit abgeschnittener Hinterpranke am Spalt, hinten drei goldene Balken.“

Wappenbegründung:

Als Grundlage wurde das Wappen des ehemaligen königlich-hannoverschen Amtes Ricklingen gewählt, da sich das Gebiet der Stadt Garbsen (seit dem 1. März 1974) und der Bereich des alten Amtes Ricklingen nahezu decken. Der im alten Amtswappen halbiert schreitend dargestellte Löwe wurde einer stilistischen Verbesserung unterzogen.

Historisches Wappen von 1967[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 22. Dezember 1966 erteilt.[5]

Wappen von Garbsen
Wappenbeschreibung:

„In Blau ein silberner Maueranker, rechts begleitet von einem dreistufigen, silbernen Giebel, überhöht mit einem silbernen Schornstein, links von einem auf kurzem Astteil sitzenden, silbernen Habicht.“

Wappenbegründung:

Aufgrund der Beratungen in den Räten der ehemals selbständigen Gemeinden Garbsen und Havelse wurde vereinbart, die beiden Hauptsymbole aus den Wappen dieser Gemeinden zu übernehmen. Der Schornstein wurde aus dem Wappen der Gemeinde Garbsen übernommen. Er weist auf die in Garbsen aus erheblichen Sandvorkommen entstandene Kalksandsteinindustrie hin. Ein Habicht war schon im Wappen der Gemeinde Havelse dargestellt. Die Herkunft des Namens Havelse wird von („Havekesla“ = Habichtswald) abgeleitet. Der neu hinzugefügte Maueranker versinnbildlicht den festen Zusammenschluss beider Gemeinden.

Historisches Wappen von 1955[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker. Die Verleihung des Wappens wurde am 19. Mai 1955 durch den Niedersächsischen Minister des Innern durchgeführt.[5]

Wappen von Garbsen
Wappenbeschreibung:

„In Blau auf grünem Dreiberg, belegt mit einer goldenen Urne, ein vierstufiger Giebel, überhöht mit einem silbernen Schornstein, begleitet rechts von einer goldenen Ähre und links von einer silbernen Tanne.“

Wappenbegründung:

Die in dem Dreiberg dargestellte Urne weist darauf hin, dass bei dem erheblichen Sandvorkommen in der Gemarkung reiche Urnenfunde gemacht worden sind. Aus diesem Sandvorkommen entstand die Kalksandsteinindustrie, der die Gemeinde Garbsen schließlich den wirtschaftlichen Aufschwung verdankt. Neben dem Schornstein ist links eine Ähre angelehnt, die auf die frühere Landwirtschaft hinweist, und rechts neben dem Schornstein befindet sich eine Tanne, die ebenfalls auf den früher reichen Waldbestand hindeuten soll.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbsen-Mitte, Rathaus

Ergebnis der letzten Gemeindewahl am 11. September 2016

SPD 37,5 Prozent, CDU 30,9 Prozent, AfD 12,8 Prozent, Grüne 9,4 Prozent,
FDP 3,4 Prozent, Die Linke 2,5 Prozent und Die Unabhängigen 2,5 Prozent.

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung:

SPD 16 Sitze, CDU 13 Sitze, AfD 5 Sitze (1 Sitz unbesetzt), Grüne 4 Sitze,
FDP 2 Sitze, Die Linke 1 Sitz, Die Unabhängigen 1 Sitz,
Bürgermeister: Christian Grahl, Gesamt: 43 Sitze.

Ratsvorsitzender ist Hartmut Büttner (CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Garbsen ist seit 1. November 2014 Christian Grahl (CDU). Sein Vorgänger Alexander Heuer (SPD) unterlag in der Stichwahl am 15. Juni 2014 mit 32,8 Prozent der Stimmen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Garbsen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik, Kunst und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Garbsen richtet jeweils zum Sommeranfang in Kooperation mit lokalen Sponsoren die Open-Air-Konzertreihe Blues Matinee aus. Über mehrere Wochen finden in ihrem Rahmen immer sonntags am späten Vormittag kostenlose Blueskonzerte auf dem Rathausvorplatz statt. Die Interpreten sind meist international renommierte deutsche und ausländische Bluesmusiker, die Veranstalter laden aber auch regelmäßig aufstrebende lokale Bands ein. In den Wintermonaten verlagert die Stadt die Konzerte unter dem Namen Blues Evening in die Abendstunden und öffnet für sie die Rathaushalle. Mit Garbsen rockt bietet die Stadt ein weiteres Format am Rathaus mit kostenlosen Konzerten von Coverbands international bekannter Rockbands.

Nationale Beachtung erfährt die Big Band Berenbostel, die im Jahr 2016 zum dritten Mal innerhalb von 13 Jahren im bundesweiten Wettbewerb Jugend jazzt zur besten Schul-Big-Band Deutschlands gekürt wurde. Zu den Siegen auf Bundesebene kommen noch 13 Landestitel.

Der Jazzclub Garbsen organisiert seit Mai 2014 regelmäßig Konzerte in wechselnden Locations, unter anderem einer alten Ziegeleischeune auf dem Gelände des Möbelhauses Möbel Hesse. Die Ziegeleischeune und das umliegende Freigelände dienen mittlerweile als beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, im Sommer auch open air.

Im Jahr 2015 endeten nach mehr als 20 Jahren die meist im zweijährlichen Rhythmus stattfindenden Garbsener Kulturtage. Als Alternative hat der Rat der Stadt die Veranstaltungsreihe „Kultour“ ins Leben gerufen. Das neue Format soll die Besucher an Orte im Stadtgebiet locken, die für gewöhnlich nicht mit Kunst und Kultur in Verbindung gebracht werden. Die Künstler bieten kurze Programme aus den Bereichen Musik, Kleinkunst und Theater, die jeweils rund 30 Minuten dauern und sich über den Tag mehrmals wiederholen. Das Publikum soll dadurch die Möglichkeit haben, unterschiedliche Spielorte an einem Tag zu besuchen.

Garbsen verfügt über kein eigenes Theater, aber in zwei der drei Schulzentren gibt es jeweils einen großen Vorstellungsraum mit professioneller Bühnentechnik und Plätzen für mehrere hundert Besucher. Diese nutzt auch der Garbsener Kulturverein für sein Programm. Im Spieljahr 2015/16 gastierte hier unter anderem Hardy Krüger jr. mit „Das Boot“. Dazu sind in Garbsen mehrere Theatergruppen und Ensembles aktiv, die ihre Stücke ebenfalls auf diesen Bühnen präsentieren.

Im Ortsteil Horst befindet sich der Horster Harlekin, der vornehmlich politisches Kabarett zeigt. Auf dem Gutshof im ländlich geprägten Heitlingen findet seit 1990 jedes Jahr der Heitlinger Herbst statt. Die private Kulturinitiative bietet von September bis November ein Programm aus Kleinkunst, Schauspiel und Musik.

Das ehemalige Rathaus in Havelse wurde mittlerweile umfunktioniert in ein Kulturhaus. Unter dem Namen „Kalle“ (Kultur für alle) sind hier zahlreiche Vereine und Organisationen tätig. Neben einem umfangreichen Programm an Kunstkursen finden im Kulturhaus Kalle auch kleinere Konzerte und andere Vorführungen statt. Koordiniert werden die Angebote von der Musik- und Kunstschule.

Garbsen ist die Domino-Hochburg Deutschlands, die vier Internationale Domino-Meister, den Domino-Weltmeister des Jahres 2004, den Vize-Weltmeister 2005 und die Gewinnerin des Maria-Theresia-Cups 2005 beheimatet. Der Garbsener Jürgen Polley wurde 2014 Weltmeister.[6][7] 2016 stellt Garbsen sowohl den Weltmeister als auch den Vizeweltmeister.

Im Februar 2006 wurde der Förderkreis „Leselust in Garbsen“ e.V. gegründet, der zum Ziel hat, die Stadtbibliothek Garbsen zu unterstützen und das Lesen allgemein zu fördern. Neben der Einrichtung eines „Offenen Bücherschranks“ im Stadtteil Auf der Horst führt Leselust zahlreiche Veranstaltungen für Kinder (z. B. Vorleseangebote) und Erwachsene (z. B. Heinrich-Heine-Abend) durch.

Ein Amateurfunkortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs besteht in Garbsen seit 1975. Er trägt den Distrikts-Ortsverbands-Kenner H42 und hat ca. 55 Mitglieder. Die vereinseigene Clubstation mit dem Rufzeichen DK0AU, befindet sich in den Räumlichkeiten der Grundschule des Ortsteils Osterwald.[8]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leineaue, im Hintergrund das Waldgebiet der Garbsener Schweiz
Berenbosteler See
Schwarzer See im Winter
Blauer See aus der Luft

Das Heimatmuseum in Altgarbsen (Hannoversche Straße 134) ist im Haus der ehemaligen Arbeiterküche (um 1890) eines Ziegeleiwerks untergebracht, geöffnet jeden zweiten Sonntagnachmittag im Monat. Neben technischen und lokalen naturkundlichen Exponaten sowie historischen Fotos aus Garbsen findet sich im Keller des Hauses eine Ausstellung über die Geschichte der Ziegeleiindustrie in Garbsen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind die Barockkirche Schloß Ricklingen, die Barockkirche in Osterwald und der Mittellandkanal mit Leinestrombrücke (Kanalbrücke Nr. 253) und Leineflutbrücke (Kanalbrücke Nr. 252), gebaut 1911 bis 1913, welche dem Kanal, der hier als Dammstrecke ausgeführt ist, die Querung des Leinetals erlauben (1995 bis 1998 durch neue Brücken ergänzt), Hochwassermarken an der Leineflutbrücke erinnern an die extremen Hochwässer der Leine vom 6. Februar 1909, 10. Februar 1946, 13. März 1981 und 3. November 1998.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 25 Hektar große, zentral gelegene Stadtpark entstand in zwei Bauphasen in den Jahren 1984 bis 1988 und 1993 bis 1995 in der Mitte der Stadt und ist ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Er gehört zu einem überregionalen und vernetzten Grünsystem und besteht aus Wald-, Wasser- und Freiflächen sowie einem klassischen Parkbereich.

Den Kern des Stadtparks bildet der Schwarze See, eine ehemalige Tongrube mit benachbarter Ziegelei. Als letztes Element der ehemaligen Industrienutzung liegt ein Ringofen in der überwiegend naturnahen Parkgestaltung. Heute wird das Gewölbe des Ringofens, das sich als ein bedeutsames Biotop für den Artenschutz darstellt, vom NABU betreut und von Fledermäusen als Quartier genutzt.

Eine weitere Besonderheit des Stadtparkes ist der Baumlehrpfad mit 54 heimischen und eingebürgerten Baumarten.

Westlich des Parks führt ein Weg von dem mit Brunnen, Leuchtsäule und Staudenbeeten gestalteten Eingangsbereich durch einen alten Obstgarten und einen Eichenhain. Hier blühen im Frühjahr viele gelbe Wildtulpen und blaue Glockenscilla.

Der Stadtpark dient als Kulisse für kulturelle und künstlerische Veranstaltungen wie beispielsweise das traditionelle ParkPanoptikum, bei dem im gesamten Parkgebiet zahlreiche Künstler und Walk-Acts ihre Darbietungen präsentieren. Auch mehrere Kunstwerke sind im Stadtpark zu finden.

Mit dem Bürgerpark im bevölkerungsreichen Stadtteil Berenbostel existiert ein zweites, aber kleineres Naherholungsgebiet im urban geprägten Bereich der Stadt. Der Bürgerpark ist geprägt von Staudenrabatten und alten Eichen und verfügt über Sport- und Spielgeräte für Menschen jedes Alters. Im Bürgerpark ist eine Begegnungsstätte eingerichtet, die von zahlreichen Vereinen genutzt wird.

Natur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere der Norden und Westen des Stadtgebiets sind weitgehend ländlich geprägt. Rund 42 % der Gesamtfläche sind als Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die Leineauen, das Osterwalder Moor und das Waldgebiet der Garbsener Schweiz eignen sich für Radtouren und Wanderungen. Mit dem Berenbosteler See, dem Schwarzen See im Stadtpark sowie dem Blauen See nahe der Garbsener Schweiz verfügt Garbsen über drei größere Seen in naturnaher Lage. Der Blaue See dient als Badegewässer und hat sich zu einem Anziehungspunkt für Wassersportler entwickelt. Zudem ist hier eine Adventure-Minigolf-Anlage in Betrieb.

Nördlich von Osterwald liegt der Osterwalder Wald. Dieser zieht sich bis zum Neustädter Moorgebiet. Durch diesen Wald zieht sich die Auter, der größte und einzige Fluss von Osterwald. In diesem Wald wird Forstwirtschaft noch traditionell betrieben. Direkt an den Wald grenzen viele Felder, die noch von den alteingesessenen Bauern bestellt werden.

Unweit des Ortes Berenbostel liegt das Köllingsmoor, auch das Gebiet Auf dem Schacht ist ein Ziel bei Wanderung über Stelingen bis nach Engelbostel.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Garbsen existieren 59 Sportvereine, in denen rund 14.000 Mitglieder aktiv sind. Der mitgliederstärkste Verein ist der SV Wacker Osterwald. Die Handball-Damenmannschaft hat bereits bundesweit auf sich aufmerksam gemacht, indem sie in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Derzeit spielt die Mannschaft in der Regionalliga Nord. Im Jugendbereich wurde Wacker 2007 Deutscher Vizemeister.

Bundesweite Bekanntheit erwarb Havelse für sich und die Stadt Garbsen 1990 durch das Gastspiel des TSV Havelse in der 2. Fußball-Bundesliga. Momentan spielen die Havelser in der Regionalliga Nord, der vierthöchsten Spielklasse. Der TSV Havelse hat mehrere Trainer hervorgebracht, die später in höheren Ligen erfolgreich geworden sind. Für den Verein wirkten unter anderem Andre Breitenreiter, Volker Finke, Frank Pagelsdorf und Jens Todt.

Auch internationale Beachtung finden die Tanzformationen des TanzCentrum Kressler. Zahlreiche seiner Vertreter, insbesondere aus den Bereichen Discodance und Hip Hop, erreichen regelmäßig Spitzenplätze in nationalen Wettbewerben. Die Formation Crazy Crocodile Company belegte in der Europa- und der Weltmeisterschaft 2015 jeweils den 2. Platz.

Große Tradition in Garbsen-Osterwald hat der Pferdesport, da der Ort ehemals von Koppelknechten besiedelt wurde. Ausrittmöglichkeiten bieten die nördlich liegenden großen Freiräume mit dem ausgedehnten Waldbereich des Osterwalds und der Auterniederung.

Im Jahre 1948 wurde in Berenbostel ein Schachverein gegründet, der sich viel der Jugendarbeit angenommen hat und vor dem Rathaus in Hannover ein „Lebendes Schachspiel“ aufgeführt hat. In Garbsen stellt der Schachverein Berenbostel e.V. eine Mannschaft, die 2008 in die Landesklasse Niedersachsen aufgestiegen ist und deren Spieler auch im Seniorenbereich durch ihre Spielstärke bekannt geworden ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technologie- und Wirtschaftsstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Technologie- und Wirtschaftsstandort Garbsen hat in den vergangenen 20 Jahren eine starke Dynamik erlebt. Mit 14.160 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ist Garbsen ein wichtiger Teil des Wirtschaftsstandortes Region Hannover. Von 1998 bis 2014 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um mehr rund 40 % von 10.777 auf 14.160 erhöht, die Zahl der Einpendler ist signifikant um mehr als 3.000 Personen gestiegen. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Nähe zu bedeutenden Verkehrswegen wie den Autobahnen A2 (West-Ost) und A7 (Nord-Süd), der Bundesstraße B6 und dem Flughafen Langenhagen. Die Arbeitslosenquote hat sich von 15,6 % im Jahr 2006 auf 7,2 % im Jahr 2015 mehr als halbiert und entspricht damit in etwa dem Bundesdurchschnitt.

Das Produktionstechnische Zentrum (PZH) der Leibniz-Universität Hannover ist eine international renommierte Forschungseinrichtung und erfüllt eine wichtige Funktion für die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Am gleichen Standort ist bereits seit 1997 auch das Unterwassertechnikum der Universität angesiedelt. Hier werden Unterwasserschweißprozesse und Wasserstrahltechniken entwickelt und getestet. Gegenwärtig entstehen der Campus Maschinenbau Garbsen und der Forschungsbau „Dynamik der Energieumwandlung“ in unmittelbarer Nähe zu diesen bestehenden Einrichtungen. Auf dem Campus Garbsen soll zum Wintersemester 2019/20 die gesamte Fakultät Maschinenbau der Leibniz Universität mit mehr als 5000 Studierenden und Wissenschaftlern vereinigt werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei über 140 Mio. Euro.

Bereits heute ist Garbsen geprägt durch seine Nähe zu Universität und dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Wissenschaftspark Marienwerder in Hannover, so ist Garbsen beispielsweise Heimat der international tätigen Hightech-Firmen Laseroptik und LPKF.

Die Wirtschaft in Garbsen ist vornehmlich mittelständisch geprägt. Seit 1972 ist hier mit Möbel Hesse eines der größten Möbelhäuser Norddeutschlands ansässig. Die Apostels Griechische Spezialitäten GmbH, die mediterrane Lebensmittel wie Zaziki und Aioli herstellt und europaweit vertreibt, hat ihren Produktions- und Verwaltungsstandort im Stadtteil Berenbostel. Der Hersteller und Dienstleister für Antriebstechnologien SEW Eurodrive ist in Garbsen mit einem von deutschlandweit vier Drive Technology Centern vertreten, in dem die Unternehmenskompetenzen Vertrieb, Service, Engineering und Systemintegration sowie Schulung gebündelt sind. Ein weiteres Gebäude des Unternehmens befindet sich derzeit in Bau. Garbsen erregte überregional Aufsehen, als Bürgermeister Christian Grahl (CDU) Anfang 2016 bekannt gab, mit einem eigenen Angebot in den Wettbewerb um den geplanten Neubau der Verwaltungszentrale der in Hannover ansässigen Continental AG einzusteigen. Obwohl die Offerte von einigen Kommentatoren zunächst als Marketing-Gag abgetan wurde, kam der mögliche Standort in der noch teilweise unbebauten Mitte Garbsens in die Endauswahl des Conti-Vorstands und unterlag dem Angebot der Landeshauptstadt nur knapp. Elmar Degenhardt, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, bezeichnete beide möglichen Standorte nach Kriterien wie Kosten, Verkehrsanbindung und Verwaltungsunterstützung als nahezu gleichauf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endstation Garbsen der Stadtbahnlinie 4

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbsen ist die größte niedersächsische Stadt ohne Eisenbahnanschluss, ist aber an das Stadtbahnnetz Hannover durch die Linie 4 angeschlossen. Nach 14 Minuten erreicht sie den S-Bahn-Haltepunkt Leinhausen, nach etwa 25 Minuten Hannovers Stadtmitte. Eine Erweiterung der Stadtbahn bis zur Garbsener Stadtmitte ist ab 2020 vorgesehen.

Die Stadtbuslinie 126 verbindet Altgarbsen mit Havelse, Marienwerder und Stöcken. Mehrere Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover stellen Verbindungen innerhalb des Stadtgebietes und zu benachbarten Orten her. Darunter die Buslinie 431, die nach 6 Minuten Havelse und nach weiteren 8 Minuten den S-Bahn-Haltepunkt Seelze erreicht, und die Buslinie 480, diese erreicht nach etwa 21 Minuten Stelingen und nach weiteren 26 Minuten Langenhagen Bahnhof Mitte, an welchem neben einzelnen Fernverkehrszügen zahlreiche innerniedersächsische Bahnlinien und S-Bahnen verkehren (von dort 6 Minuten zum Flughafen Hannover).

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird von der Bundesautobahn A2 (gebaut 1936–1938) und der Bundesstraße 6 („Bremer Heerweg“, angelegt im 18. Jahrhundert) durchquert.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1910er Jahren wurde zwischen Havelse und (heute Alt-)Garbsen der Mittellandkanal (MLK) gebaut. Seit 1915 gab es in Garbsen bei MLK-km 152,8, Nord eine Ladestelle für den gewerblichen Güterumschlag.[9] Diese wurde allerdings nur sehr selten genutzt und es findet dort kein Umschlag mehr statt. Nach Modernisierungsarbeiten dient der Anleger heute der Ausflugs- und Personenschifffahrt, auch eine Bushaltestelle gibt es dort gleich am Mühlenbergsweg.[10] Für die Freizeitschifffahrt gibt es bei MLK-km 151,9, Nord eine Slipstelle mit einem kleinen Anleger (5 x 12 m), an dem ein Kleinfahrzeug festmachen kann.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Garbsen gibt es eine große Anzahl an Schulen. Fast jeder Ortsteil beheimatet eine Grundschule. In Berenbostel findet man das Schulzentrum III bestehend aus Hauptschule, Realschule und Förderschule sowie dem Geschwister-Scholl-Gymnasium; ebenso im Stadtteil Auf der Horst das Schulzentrum I, bestehend aus Förder-, Haupt-, Realschule und dem Johannes-Kepler-Gymnasium. In Garbsen Mitte gibt es die IGS Garbsen, eine integrierte Gesamtschule im Schulzentrum II. Seit der Einrichtung des Produktionstechnischen Zentrums der Leibniz Universität Hannover an der Universität 2 bezeichnet sich Garbsen bisweilen als Universitätsstadt.

Im Juni 2011 geriet die Nikolaus-Kopernikus-Schule in die Schlagzeilen. Albert Seufer, Leiter der Hauptschule, rief in einem Brandbrief nach Schutz durch die Polizei vor der grassierenden Gewalt.[11] Der altersbedingt ausscheidende Rektor wurde bis 2016 durch einen türkischstämmigen Schulleiter ersetzt, der selbst in Garbsen aufgewachsen ist.[12]

Religionen und Weltanschauungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Garbsen gehören zum Stadtkirchenverband Hannover.

Garbsen ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Raphael des Dekanats Hannover, zu ihr gehören die drei katholischen Kirchen in Garbsen, sie befinden sich in den Ortsteilen Auf der Horst, Berenbostel und Havelse. Eine weitere katholische Kirche befand sich in Altgarbsen, sie wurde 2007 profaniert.

In Garbsen befinden sich zwei Moscheen islamischer Gemeinschaften.

Daneben gibt es einen Ortsverband des Humanistischen Verbandes Niedersachsen[13], einer Weltanschauungsgemeinschaft nichtreligiöser Menschen. Der Verband organisiert unter anderem Jugendfeiern sowie andere Lebenswendefeiern zu Geburt, Hochzeit und im Trauerfall.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ekkehard Wagler (1925–2004), Bürgermeister 1968–1969, SPD-Politiker, Bürgermeister der Gemeinde Havelse, Begründer der beiden Garbsener Städtepartnerschaften mit Herouville St. Clair und Rödding
  • Walter Langrehr (1925–2017), Heimatforscher und Chronist, das „Gedächtnis“ des Dorfes Horst, Gründer und langjähriger Leiter der Heimatbundgruppe und des Arbeitskreises Dorfentwicklung, Träger des Bundesverdienstkreuzes (2007)
  • Kim-Valerie Voigt (* 1989), Schönheitskönigin 2008, sie wurde am 3. Februar 2008 im Europapark Rust zur Miss Germany gewählt, die als Miss Norddeutschland angetretene Schülerin setzte sich gegen 21 Konkurrentinnen durch
  • Frank Dammann (1957–2017) war ein Handballspieler, der unter anderem für den VfL Gummersbach spielte. Er bestritt zudem 83 Länderspiele (89 Tore)
  • Klaus Kauroff (* 1941), Single Wrestler von 1967–1994, war nach seiner aktiven Zeit in der Catch Wrestling Association als Manager der US-Heels und Gaststars aus den USA aktiv, gilt außerdem als einer der deutschen Wrestling-Legenden
  • Nazan Gökdemir (* 1980), Moderatorin und Journalistin für den deutsch-französischen Sender Arte
  • Sophie Imelmann (* 1996), Schauspielerin, Model und Miss Niedersachsen 2016
  • Carlotta Truman (* 1999), Sängerin, (Finalrunde bei „The Voice-Kids 2014“)

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Heppner: Garbsen – Neue Mitte am Rand? Die Entstehung einer Stadt im suburbanen Raum 1945–1975. Ecrivir, Hannover 2005, ISBN 3-938769-02-5.
  • Wolfgang Schulze: Rund um Seelze und Garbsen. Historische Streifzüge durch das Land zwischen Deister und Steinhuder Meer, Ellen Harenberg-Labs, 2. Auflage 1987, ISBN 3-89042-024-9
  • Karl-Heinz Grotjahn: Wählbar sind die unbescholtenen Männer... Akteure der kommunalen Selbstverwaltung in den früheren Ortschaften der Stadt Garbsen. StadtArchivVerein Garbsen, Garbsen 2011, ISBN 978-3-87707-818-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Garbsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  3. a b c d verwaltungsgeschichte.de, Landkreis Neustadt am Rübenberge (Neustadt i. Hannover), abgerufen am 14. April 2012.
  4. Werner Kaemling: Verschiedene Buchtitel des Autors. Auf ZVAB, abgerufen am 7. April 2017
  5. a b c Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  6. Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannover, Niedersachsen, Germany: König der Steine kommt aus Garbsen – HAZ – Hannoversche Allgemeine. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 12. Dezember 2016 (de-de).
  7. Fédération Internationale de Domino (FIDO): Weltmeisterschaft. In: www.dominospiel.de. Abgerufen am 12. Dezember 2016.
  8. Webseite des Amateurfunkortsverbands Garbsen – H42. Abgerufen am 25. März 2017.
  9. Hannoversche Geschichten in der Google-Buchsuche
  10. Ausflugsverkehr Garbsen
  11. Garbsener Schuldirektor fordert Polizei-Schutz.
  12. Hauptschule Garbsen bekommt türkischstämmigen Direktor.
  13. Homepage des Humanistischen Verbandes Niedersachsen
  14. Humanisten organisieren alternative Feiern, Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 17. August 2015