Kaltenweide

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Koordinaten: 52° 28′ 32″ N, 9° 43′ 58″ O

Kaltenweide
Wappen von Kaltenweide
Höhe: 48 m
Einwohner: 8040 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30855
Vorwahl: 0511

Kaltenweide ist ein Ortsteil der Stadt Langenhagen in der Region Hannover. Der Ort grenzt im Norden und Nordwesten an die Ortschaften Bissendorf-Wietze und Resse der Gemeinde Wedemark und im Osten an Isernhagen. Südlich liegen der Langenhagener Ortsteil Krähenwinkel und westlich der Ortsteil Engelbostel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherenhorster Höhe

Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort im Jahr 1255 mit der Siedlung Wagenzelle, die im 15. Jahrhundert Kaltenweide zugeordnet wird. Zwischen 1830 und 1833 entsteht durch Zusammenschluss mit den Siedlungen von Wagenzelle, Hainhaus, Maspe, Twenge und Altenhorst die Gemeinde Kaltenweide. Durch die niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde Kaltenweide 1974 ein Ortsteil der Stadt Langenhagen. Heute schließt der Ortsteil die dörflichen Ortslagen Altenhorst, Hainhaus, Maspe, Twenge, Twenge-Siedlung und Kiebitzkrug ein.

Zur Gemarkung Kaltenweide gehört das gesamte westliche Gemeindegebiet bis zur Ortschaft Resse mit dem Kaltenweider Moor, dem südlichen Teil des Naturschutzgebietes Bissendorfer Moor mit dem Muswillensee und das Landschaftsschutzgebiet Ellernbruch. Dadurch ist Kaltenweide mit 22,4 km² die flächenmäßig größte Ortschaft der Stadt Langenhagen. Am 1. März 1974 wurde Kaltenweide in die Stadt Langenhagen eingegliedert.[1]

Im Norden von Kaltenweide entstand an den dörflichen Teil anschließend ab 1994 das Neubaugebiet Weiherfeld mit Geschosswohnungen, Reihenhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern sowie einem Ladenzentrum mit dazugehörigen sozialen Einrichtungen. Durch das größte Neubaugebiet in der Region Hannover hat sich die Einwohnerzahl von Kaltenweide mehr als verdoppelt. Ein Blockheizkraftwerk der Energie-Projekt-Gesellschaft (EPL) versorgt das Gebiet in einem Nahwärmenetz. 2008 entstand nördlich des Weiherfeldes die erste Biogasanlage Langenhagens. Im Sommer 2009 wurde das neu geschaffene Naherholungsgebiet Scherenhorster Berg im Norden des Ortsteils freigegeben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Reinhard Grabowsky (CDU), stellvertretender Ortsbürgermeister ist Domenic Veltrup (BBL), 2. stv. Ortsbürgermeister ist Andreas Eilers (WG-AfL).

Wappen

Das Ortswappen zeigt fünf große Ähren auf schwarzen Grund, sie symbolisieren die fünf bäuerlichen Ortsteile. Die als „K“ ausgelegten Mühlenflügel weisen auf die Mühlentradition hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hof an der Wagenzeller Straße
  • Im Ortsteil Wagenzelle steht eine funktionsfähige Bockwindmühle, die ursprünglich 1602 zwischen Bissendorf und Wennebostel errichtet wurde. Sie gilt als die älteste Windmühle in Norddeutschland. Im 19. Jahrhundert erfuhr die Mühle einige Modernisierungen bei Verschleißteilen, die nicht mehr in Holz, sondern in Eisen ausgeführt wurden. 1878 wurde sie im Zuge einer Verheiratung des Eigentümers nach Wagenzelle an ihren heutigen Standort umgesetzt. Nach einem Wechsel des Müllers 1920 erhöhte der neue Müller die Mühle mit einem Sockelgebäude, das für Bockwindmühlen ungewöhnlich ist. 1963 wurde der gewerbliche Betrieb eingestellt, der zu dieser Zeit bereits nicht mehr mit Windkraft erfolgte. 1972 erfolgten erste Restaurierungsarbeiten an der Mühle, bei denen das Mühlenhaus neue Bretter erhielt. Seit 1983 steht die Mühle, die sich in Privatbesitz befindet, der Öffentlichkeit zum Besichtigen offen.[2]
  • An der Kananoher Straße in der Ortsmitte liegt ein Granitfindling, der Ortsstein, mit ca. 2,8 Meter Länge, 2,1 Meter Breite und 1,6 Meter Höhe sowie einem Gewicht von etwa 12 Tonnen. Er wurde bei Erdarbeiten zur Verlängerung des Flughafens im Juni 1990 gefunden und an diese Stelle verbracht. Die sonst übliche Einordnung als Naturdenkmal unterbleibt, weil der Stein mit einer Inschrift versehen wurde.[3]
  • Ebenfalls an der Kananoher Straße im Ortszentrum findet sich der Ortglockenturm, ein Baudenkmal aus dem Jahr 1900. Der Turm war der an einem Nebengebäude der Dorfschule angebrachter Glockenträger für die Ortglocke.[4]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Kaltenweide.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof Kaltenweide

Anlässlich der Expo 2000 wurde die S-Bahn vom Hauptbahnhof Hannover in Richtung Flughafen Hannover-Langenhagen und in das nördliche Siedlungsgebiet nach Kaltenweide bis in die Wedemark gebaut. Dadurch erhielt Kaltenweide einen eigenen S-Bahn-Haltepunkt und ist gut an Langenhagen und Hannover angeschlossen. Die Ortsentwicklung erfolgt im Weiherfeld um den S-Bahn-Haltepunkt herum. Mittelpunkt des Ortsteils ist der Kaltenweider Platz mit der leuchtend-roten Skulptur Augenhand von Ren Rong.

In Kaltenweide befinden sich eine Grundschule sowie vier Kindertagesstätten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Münkel, Christa Mayer-Höhne: Vom Leben in einem hannoverschen Dorf: die Geschichte des Dorfes Kaltenweide in Bildern. Selbstverlag, Langenhagen 1986 (vergriffen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaltenweide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  2. Wagenzeller Bockwindmühle
  3. Granitfindling aus der Eiszeit
  4. Ortglocke Kaltenweide