Schulsozialarbeit

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Schulsozialarbeit ist professionell durchgeführte Soziale Arbeit in einer Schule und mit den Menschen, die dort lernen und arbeiten. Schulsozialarbeit ist eines der Qualitätsmerkmale moderner Schulen, erweitert ihre Handlungsmöglichkeiten und stimmt viele Maßnahmen von Jugendhilfe und Schule täglich aufeinander ab.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln dieses Arbeitsfeldes liegen in den 1920er und 1930er Jahren, als engagierte Frauen in den USA freiwillig in Schulen mitarbeiteten, um Kinder aus benachteiligten Familien in ihrer Schullaufbahn zu unterstützen. Dieses Angebot beinhaltete die Versorgung mit Essen und die Betreuung bei Hausaufgaben und Spielen außerhalb des Unterrichts. Als Beginn der heutigen professionellen Form der Schulsozialarbeit in der Bundesrepublik Deutschland lässt sich der Beginn der Gesamtschulbewegung Ende der 1960er Jahre nennen – von der Paukschule zur sozialpädagogischen Schule, lautete damals die Zielrichtung. Im Rahmen eines Modellprogramms wurde Schulsozialarbeit erstmals in den 1970er Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert. Die meisten dieser ersten Modelle stellten jedoch ihre Arbeit bald wieder ein.

Anlässe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Zunahme an sozialpädagogisch relevanten Problemlagen im schulischen Kontext waren für eine erneute Auseinandersetzung Ende der 1980er-Jahre vor allem die Projektinitiierung in Ostdeutschland und die Einführung des KJHG 1990 von grundlegender Bedeutung. Im 10. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung wird zudem darauf hingewiesen, dass die historisch gewachsene Abkoppelung der pädagogischen Arbeitsfelder von Schule und Jugendhilfe nicht mehr gerecht wird und dass sowohl Schule als auch die Jugendhilfe zunehmend systematisch aufeinander verwiesen werden müssen. §81 KJHG benennt daher ein Kooperationsgebot.

Seit dem Jahr 2010 wächst das politische und gesellschaftliche Interesse an der Schulsozialarbeit – zahlreiche neue Stellen entstehen. Dabei haben sich viele Formen der Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Jugendhilfe entwickelt: Neben der klassischen Schulsozialarbeit (dominanter Sammelbegriff) gibt es die Schulbezogene Jugendsozialarbeit, Schuljugendarbeit, Schulsozialpädagogik, Jugendarbeit und Schule, Schulkinderhaus. Es gibt viele Begriffe, Projekte und Förderprogramme, sodass eine unübersichtliche Situation im föderalen System zu konstatieren ist. Was die verschiedenen Ansätze eint, ist das Ziel, Heranwachsenden die Chance auf einen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Die Unterstützung von Zugewanderten und Geflüchteten ist seit 2015 ein weiteres Aufgabenfeld auch für Schulen und ihre Schulsozialarbeit.

Aus den Geldern des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) wurden den Ländern von der Bundesregierung im Jahr 2013 für über 4 Mrd. € neue Stellen für sogenannte „Bildungs- und Teilhabe-Berater*innen“ bereitgestellt. Nachdem diese Anschub-Förderung ausgelaufen war, wurden viele dieser Stellen von Kommunen und Ländern in feste Stellen für Schulsozialarbeit vor Ort übernommen und das Aufgabenspektrum auf Schulsozialarbeit erweitert.

Trägerschaft und Stellenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Beginn an gab es unterschiedliche Formen der Trägerschaft. Angestellt sind die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter heute bei Bundesländern, Kommunen oder bei anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe – manchmal in Kooperationsprojekten verschiedenster Art.[1] Zu Beginn des Jahres 2021 arbeiten an Schulen in Deutschland ca. 10.000 Schulsozialarbeiter*innen. Genaue Zahlen sind nicht ermittelbar, da bedingt durch die Vielzahl an Trägermodellen keine zentrale statistische Erfassung existiert.[2]

Rahmenbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitsgebiete und Angebote sind speziell auf die jeweilige Schule ausgelegt. So hat beispielsweise eine Grundschule andere Anforderungen an die Schulsozialarbeit als eine Gesamtschule. Jede Schule setzt unter Berücksichtigung ihrer Rahmenbedingungen eigene Schwerpunkte. Die Rahmenbedingungen beinhalten die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Träger, die finanzielle Ausstattung der Schulsozialarbeit durch die Kommune, den spezifischen Standort der Schule, die räumliche Möglichkeiten im Gebäude und soziokulturellen Hintergründe der Schüler*innen.

Die Rechtsgrundlage für Schulsozialarbeit als Angebot der Jugendhilfe wird im SGB VIII § 13 gesehen: „Jugendsozialarbeit“. In diesem Paragraphen ist die Förderung der schulischen und beruflichen Ausbildung, die Eingliederung in die Arbeitswelt und die soziale Integration als Anspruch junger Menschen beschrieben, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maß auf Unterstützung angewiesen sind. Schulsozialarbeit als solches wird dabei nicht explizit erwähnt.

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren setzt sich die Betrachtungsweise durch, die Schulsozialarbeit als sozialpädagogisches Angebot für alle Kinder und Jugendliche an einer Schule betrachtet, das verschiedene Leistungen aus dem Spektrum von §§ 11–14 SGB VIII (Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz) anbietet. Dies ergibt sich, wenn man in viele Konzepte der Schulsozialarbeit hineinschaut. Schulsozialarbeiter*innen sind dem öffentlichen oder dem freien Träger, bei dem sie angestellt sind, weisungsgebunden. Die Adressaten der Schulsozialarbeit sind die Schülerschaft und der Lehrkörper der Schule sowie die Eltern. Folgende Tätigkeitsbereiche gehören zum Aufgabenspektrum heutiger Schulsozialarbeit:

  • Beratung und Einzelfallhilfe
  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit
  • Projekte und offene Angebote
  • Vernetzung und Gemeinwesenarbeit
  • Elternarbeit
  • Präventionsarbeit
  • Krisenintervention
  • Begleitung im Übergang Schule-Beruf

Erfolgreiche Schulsozialarbeit wird ermöglicht durch

  • personelle Kontinuität,
  • vollzeitbeschäftigte studierte sozialpädagogische Fachkräfte (BA, MA, Dipl.),
  • Kooperation mit den Lehrern auf Augenhöhe,
  • eine angemessene konzeptionelle Verankerung (auch im Schulprogramm),
  • eine eigene und gute räumliche Ausstattung (Besprechungstisch, moderne Büro- und EDV-Ausstattung, Nutzung von Gruppen- und Klassenräumen),
  • kontinuierliche Gruppenarbeit (in Kleingruppen und Klassen),
  • zeitnahe Intervention (zum Beispiel bei Schulmüdigkeit oder kritischen Lebenssituationen),
  • leichte Erreichbarkeit für Eltern, Schüler und Lehrer (in der Schule während der Unterrichtszeit),
  • tragfähige Kooperationstrukturen mit Institutionen (zum Beispiel Jugendämtern, Erziehungsberatungsstellen, Schulpsychologen usw.) und Personen im Schulumfeld,
  • innovative, u. a. auch erlebnispädagogische Projekte, die das Wir-Gefühl von Klassen und der Schulgemeinschaft steigern,
  • Angebote zu Themen wie Suchtprävention und -intervention, Gewaltprävention, Sexualpädagogik, Kommunikationstrainings, Berufsorientierung, Schulsanitätsdienst und Mediation,
  • Freizeitpädagogische Angebote mit unterschiedlichen Zielrichtungen in festen Arbeitsgemeinschaften und offenen Schülerclubs.

Nicht alle diese Aufgaben können und sollen gleichzeitig in jeder Schule angeboten werden. Jede Schule braucht ein passendes Standortkonzept.

Herausforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei erstmaliger Installierung von Schulsozialarbeit an einer Schule treten oft Schwierigkeiten auf, die in ihrer Intensität variieren. Zu Beginn ist die räumliche Unterbringung grundlegend wichtig. Ein Büro mit moderner Ausstattung und einem Besprechungsbereich bilden die Basis für gute Schulsozialarbeit. Zu vermeiden ist, dass Schulsozialarbeiter*innen Aufgaben der Lehrkräfte übernehmen müssen, wie zum Beispiel Hausaufgabenhilfe oder Vertretungsstunden, sodass sie ihre eigentlichen, vielseitigen Tätigkeiten nicht wahrnehmen können. Werden Schulsozialarbeiter erst eingestellt, wenn Probleme – wie Gewalt – bereits aufgetreten sind, besteht zu Beginn hoher Handlungsdruck, der die Erstellung einer Konzeption erst einmal verdrängt.

Werden Schulsozialarbeiter an mehreren Schulen eingesetzt oder arbeiten in Teilzeit, so fehlt Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie intensives Kennenlernen der Kinder und ihrer Lebenswelt, weil bis dahin schon neue Themen aufgetreten sind. Das direkt vorliegende Problem ist zwar behoben, doch den Jugendlichen ist damit nicht geholfen, weil die Ursache für das Verhalten unentdeckt bleibt. Nachteilig wirkt sich auch aus, wenn die Schüler*innen wegen fehlender personellen Kontinuität (befristete Stellen) kein Vertrauen aufbauen können. Es entsteht keine Beziehung, die eine tiefer gehende Analyse der Schwierigkeiten und deren Bearbeitung erst ermöglicht.

Wenn Zuständigkeitsbereiche nicht deutlich sind, dann kann Kompetenzgerangel und Konkurrenz zwischen Lehrkräften und Sozialarbeiter*innen entstehen. Sind Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern nicht ausreichend informiert, welche Aufgaben die Sozialarbeiter*innen übernehmen sollen, dann entstehen Missverständnisse und verhindern eine zielführende Zusammenarbeit.

Die Lösung für solche Schwierigkeiten liegt in der Erstellung eines transparenten Konzeptes. So können sowohl die Verwirrungen in der Zuständigkeit, als auch die Aufgabenverteilung zwischen allen Akteuren in der Schule geklärt werden.

Nutzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als positiv wird gesehen, dass das Angebot niedrigschwellig und direkt erreichbar ist. Die Jugendlichen müssen nicht erst in ein Amt gehen und dort um Hilfe bitten, sondern können in ihrer Schule direkt die Schulsozialarbeit aufsuchen. Die Scheu vor offiziellen Institutionen kann somit umgangen werden. Auch wird von positiver Veränderung bezüglich der Kommunikation und des Klimas in der Schule berichtet. Die Schüler*innen sind nicht mehr nur Lernende, sondern in der Schule lebende Personen mit Bedürfnissen und unterschiedlichen sozialen Bezügen. Die Schule als Institution kann von Schulsozialarbeit profitieren, wenn sie diese Expertise und ihre Sichtweisen in ihre Konzepte aufnimmt.

Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forderung nach einer Ausweitung von Angeboten der Schulsozialarbeit wurde und wird angesichts der zunehmenden Komplexität von Erziehung und Bildung im schulischen Kontext sowohl in den Medien als auch in Fachkreisen immer häufiger geäußert. Die zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Schwierigkeiten von Heranwachsenden und die Pluralisierung der Lebenslagen während der letzten Jahre hat das seit den Anfängen der Schulsozialarbeit in den 1970er-Jahren zurückgegangene Interesse an ihr wieder neu belebt. Inzwischen ist Schulsozialarbeit als intensivste Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule zu einem wichtigen Bestandteil moderner Jugendhilfe geworden.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Etablierung von Schulsozialarbeit in Gesamtschulen in den 1970er-Jahren werden feste Stellen etwa seit dem Jahr 2010 auch in allen anderen Schulformen eingerichtet: So neben Hauptschulen in auch an Realschulen, Gymnasien, Grundschulen und Förder-/Sonderschulen sowie an Berufskollegs. Dieser Aufbauprozess ist allerdings längst noch nicht flächendeckend. Es gibt eine Vielzahl von schulbezogenen, sozialpädagogischen Projekten mit verschiedenen Bezeichnungen, Definitionen, Trägerkonstellationen und inhaltlichen Schwerpunkt- und Zielsetzungen, die vielfach über befristete Finanzmittel, z. T. auch aus Fördermitteln der EU initiiert werden (sog. ESF-Mittel).

Beispiele aus einzelnen Bundesländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Thüringen wird Schulsozialarbeit („schulbezogene Jugendsozialarbeit“) an Regelschulen (Haupt- und Realschulzweig) angeboten. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass ein hoher Bedarf an professioneller sozialpädagogischer Unterstützung besteht.

Erste Projekte der Schulsozialarbeit etablierten sich in Sachsen 1993 als neues Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe, vorrangig an „Brennpunktschulen“. 1995 war Sachsen mit der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Vorreiter bei der Organisation und Vernetzung. Im Jahr 2008 gab es in Sachsen 96 Projekte der Schulsozialarbeit an 59 Mittelschulen, 29 Förderschulen, 5 Grundschulen, zwei Berufsschulen und einem Gymnasium bei ca. 1.500 allgemein bildenden Schulen. Von 2011 bis 2014 wurden vom Land unter dem Titel "Chancengerechte Bildung" zehn zusätzliche Projekte der Schulsozialarbeit gefördert. Zudem wird Schulsozialarbeit über kommunale Mittel finanziert. Parallel dazu existieren über ESF-Mittel geförderte Soziale Projekte an Schulen, die aber nicht als Schulsozialarbeit geführt werden. Die Vielfalt von Trägerschaft und Förderung führt zu einem unübersichtlichen Feld, weshalb aktuelle und genaue Zahlen nicht verfügbar sind. Im Jahr 2015 wird berichtet, dass durch das Auslaufen von EU-Förderprogrammen die Anzahl der Projekte von 224 auf 161 sinken wird.[3]

In Nordrhein-Westfalen ist die Schulsozialarbeit seit den 1970er-Jahren sukzessive in Schulen eingeführt worden. Einen ersten Landes-Erlass gab es bereits in den 1980er Jahren. Das Leistungsspektrum der Schulsozialarbeit reicht von Beratung und Einzelfallhilfe über die Gestaltung des Ganztags, die Netzwerkarbeit im Sozialraum, das soziale Lernen, die Übergangssicherung, die Präventionsarbeit, die Kooperation mit regionalen Bildungsträgern bis hin zu kultureller und medialer Arbeit. Eine Orientierung bietet der aktuell gültige Runderlass[4] des Ministeriums für Schule und Weiterbildung aus dem Jahr 2008.[5] In NRW sind bundesweit die meisten Schulsozialarbeiter*innen beschäftigt. 2017 wurden über 3.000 Stellen in allen Trägermodellen gezählt, was 30 % aller Stellen entspricht, die bundesweit bekannt sind.[6]

Am etabliertesten ist Schulsozialarbeit in NRW in Gesamtschulen, dort hat jede mindestens eine feste Stelle für Schulsozialarbeit. Eine sozialpädagogische Betreuung war wegen der Heterogenität der Schüler die Voraussetzung für die Gründung von Gesamtschulen. Seit 2003 engagiert sich das Land NRW verstärkt an Hauptschulen, zunehmend wird Schulsozialarbeit aber auch an Förderschulen, Realschulen und Gymnasien installiert. Die Schulkonferenzen der einzelnen Schulen haben entschieden Lehrerstellen (A12-Stellen) in eine Sozialarbeiterstelle nach TVÖD SuE S 15[7] umzuwandeln. Ergänzend zum Angebot an Schulsozialarbeit weitet die Landesregierung auch die Stellen für Schulpsychologen aus. Diese werden an der regionalen Schulberatungsstellen eingestellt. Die Schulen können sich hier beraten lassen. Die Beratungsteams der Schulen und die Schulsozialarbeiter*innen können hier Supervision erhalten.

Seit März 2007 besteht in Mecklenburg-Vorpommern eine vom Kirchenkreis Demmin eingerichtete Projektstelle für Schulsozial- und Jugendarbeit. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnete im November 2006 einen Kooperationsvertrag zwischen Schule und Kirche in der Region Altentreptow an der dort neu gegründeten Kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

Seit 2009 ist die Schulsozialarbeit auch im Schleswig-Holsteinischen Schulgesetz verankert. Die Entwicklung in den letzten Jahren ist erfreulich, Schulsozialarbeit hält an immer mehr Schulen Einzug. Standards für die Schulsozialarbeit an Beruflichen Schulen in Schleswig-Holstein hat der Fachkreis der BerufsschulsozialarbeiterInnen in Schleswig-Holstein entwickelt.[8]

In der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz weist das Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit enorme Zuwachsraten auf. Alleine im Kanton Zürich zählte man 2006 77 Vollpensen. Auf der Berechnungsgrundlage von durchschnittlich 750 Volksschüler/innen (inklusive Kindergarten) pro eine 100 %-Stelle Schulsozialarbeit rechnet der Regierungsrat mit einem möglichen weiteren Ausbau auf 140 Vollzeitstellen.[9] Aktuell wird von einer Anzahl von etwa 400 Schulsozialarbeitenden an über 1000 Schulen in der deutschsprachigen Schweiz ausgegangen (vgl. Baier 2008). Mittlerweile hat die Fachgruppe Schulsozialarbeit des Berufsverbandes AvenirSocial erste Qualitätsrichtlinien und Rahmenempfehlungen für die Schulsozialarbeit erarbeitet und im Diskurs um Schulsozialarbeit sind bereits unterschiedliche konzeptionelle Ansätze auszumachen: Gschwind/Gabriel-Schärer/Hafen (2008) konzipieren Schulsozialarbeit als ein Instrument zur Früherkennung, Prävention und Behandlung und Baier (2007; 2008) versteht Schulsozialarbeit mit Bezug auf die UNO-Kinderrechtskonvention als ein Handlungsfeld, in dem es mit unterschiedlichen Handlungsmethoden darauf ankommt, Kinderrechte zu realisieren und ausserunterrichtliche Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern. Eine zentrale Informationsplattform ist die Website schulsozialarbeit.ch.

In Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulsozialarbeit hat in Österreich mittlerweile eine 20-jährige Tradition, ein verstärkter Ausbau und eine intensive Auseinandersetzung mit fachlichen Qualitätsstandards finden seit ca. 10 Jahren statt, da gesellschaftlich ebenso wie in den Bildungslandschaften erkannt wurde, welches Potential professionelle Soziale Arbeit an Schulen einbringen kann. Grundlegende Erfahrungen aus den Entwicklungen der Schulsozialarbeit in Österreich finden im Auftrag von kommunalen Trägern und den österreichischen Bundesländern ihren Niederschlag in unterschiedlichen Organisationsformen: in privaten Trägervereinen der Kinder- und Jugendhilfe bzw. des Bundes, in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe oder im privaten Schulsystem.

Vielfach wird Schulsozialarbeit noch immer als biegbares Hilfeinstrument bei akuten Anlassfällen, als Hoffnungsträger zur Herstellung von Funktionalität der Schüler oder als Auftragnehmer für schulstandortbezogene Dienstleistungen verstanden. Da Schulsozialarbeit regional zunehmend implementiert wird, bedarf es einer Positionierung als eigenständiges fachliches Angebot der Sozialen Arbeit an Schulen. Damit verbunden ist nicht nur die anlassfallbezogene Feuerwehrfunktion bei Gewalt an Schulen oder dem Umgang mit Schulabsentismus bzw. Dropout-Prophylaxe, sondern differenzierte Angebot an alle Schüler für die Begleitung und Bewältigung ihrer Lebenswelten und Bildungsorte. Die Schüler rücken damit als Zielgruppe schulsozialarbeiterischen Handelns in den Mittelpunkt und alle anderen unmittelbaren – (Lehrer, Eltern) oder mittelbaren Schulakteur (Netzwerke eines Schulstandortes für die Problem- und Konfliktintervention) sind als Kooperationspartner zu sehen.

Eine zielführende Verankerung und (Weiter-)Entwicklung von Schulsozialarbeit in Österreich muss auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: der politischen Absicherung, der Pädagogenausbildung, der Schwerpunktsetzung im Studium der Sozialen Arbeit, der Finanzierung von evidenzbasierter Forschung und der fachlichen Präsentation von Schulsozialarbeit auf den webbasierten Auftritten von Bildungsministerium und Bildungsdirektionen. Um den fachlichen Anspruch professioneller Fundierung und Positionierung österreichweit voranzutreiben, wurde 2013 die Arbeitsgemeinschaft AG Schulsozialarbeit unter der Trägerschaft der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (OGSA) gegründet. Die AG versteht sich als Vernetzungsplattform für Leitungspersonen von schulsozialarbeiterischen Trägerorganisationen, Schulsozialarbeitern aus dem Praxisfeld und fachspezifisch Lehrenden an Fachhochschulstudiengängen für Soziale Arbeit in Österreich.[10] Seither ist in diesem Gremium die Schärfung aktueller Themen und die Ausarbeitung von Stellungnahmen eine gemeinsame Schwerpunktsetzung zur fachlichen Weiterentwicklung. Der kontinuierliche Austausch mit den Arbeitsgremien zur Schulsozialarbeit im deutschsprachigen Bildungsraum (DGSA, SGSA) ist dafür förderlich. Als wesentliches Qualitätsmerkmal für dieses Arbeitsfeld feld der Sozialen Arbeit herrscht bei den nationalen Trägerorganisationen Konsens, dass die Angebote ausschließlich von Professionisten dieser Berufsgruppe (Absolventen einer Sozialakademie oder eines FH-Studiengangs Soziale Arbeit/Sozialarbeit) geleistet werden.

Zwischen 2010 und 2017 wurden vom Österreichischen Bildungsministerium Forschungsprojekte für die fachliche Entwicklung von Schulsozialarbeit in Auftrag gegeben. Damit liegen für Österreich wichtige Grundlagen für die Implementierung und Evaluierung, für fachliche Standards und zur Professionalisierung des Arbeitsfeldes vor (u. a. vgl. LBI 2013, FHCW/BMBWF 2017). Eine vollständige und übersichtliche Auflistung der Forschungsberichte steht allerdings aus, was den Zugang zur evidenzbasierten Weiterentwicklung erschwert. Parallel dazu wurde von der obersten Bildungsbehörde eine Webseite eingerichtet (www.schul-sozialarbeit.at), ein wichtiges Unterfangen für den fachlichen Austausch, das allerdings einer kontinuierlichen Weiterentwicklung bedürfte. Einen wesentlichen Betrag für den Ausbau und die zunehmende Professionalisierung leisten seit ungefähr 10 Jahren die regionalen Trägerorganisationen in den Bundesländern. So wurden differenzierte Leistungsvereinbarungen mit den Schulen und schulführenden Gemeinden erarbeitet, Dokumentationssysteme und Evaluationsinstrumente zum Ausweisen des Leistungsprofils entwickelt, fachliche Standards auf dieses Arbeitsfeld hin differenziert und die Wirkungswahrnehmung in der Öffentlichkeit erhöht.

Der konzeptionelle Rahmen der österreichischen Schulsozialarbeit baut auf folgendem fachlichen Selbstverständnis auf:

  • Soziale Arbeit versteht sich als Profession, die zur Erhöhung von Chancengerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und Gleichberechtigung beiträgt. Im Mittelpunkt schulsozialarbeiterischer Angebote stehen das Kindeswohl und die Kinderrechte (u. a. Recht auf Bildung, Partizipation, Nicht-Diskriminierung).
  • Schulsozialarbeit ist ein unabhängiges und eigenständiges Handlungsfeld der Profession Soziale Arbeit und definiert ihr Selbstverständnis als „connecting link“ auf mehreren Ebenen: zu bestehenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten inkl. Helfersystemen in der jeweiligen Bildungsregion/im Sozialraum, zu bewährten Angeboten und/oder sozialen Ressourcen im Schulsystem sowie Familiensystem, zu den Jugendlichen bzw. ihren „Jugendräumen“ wie jene der Peers oder der virtuellen Lebenswelt.
  • Kinder und Jugendliche, die selbst mit der Schulsozialarbeit in Kontakt treten wollen, können dies eigenständig tun – ohne vorherige Abklärung oder Zuweisung durch Erwachsene.
  • Schulsozialarbeit leistet Unterstützung in Krisensituationen und versteht sich dabei als generelle Entwicklungs- und Sozialisationshilfe zur Förderung aller Kinder und Jugendlichen. Sie ist jedoch weder ausschließlich als Kriseninstrument zu sehen noch für eine bestimmte soziale bzw. benachteiligte Gruppe einzusetzen, da damit eine unmittelbare Stigmatisierung der Nutzer erfolgen könnte.

Schulsozialarbeit in Österreich orientiert sich an folgenden Zielsetzungen:

  • Förderung einer gelingenden möglichst ganzheitlichen Bewältigung sozialer und schulischer Herausforderungen durch präventive, früherkennende und intervenierende Angebote auch im Bereich Gesundheitsförderung, vor allem mittels konstruktiver Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Eltern / Erziehungsberechtigten sowie unter Einbezug des Sozialraums
  • Stärkung der Teilhabemöglichkeiten (Partizipation) und Erhöhung der Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen
  • Anerkennung von Diversität und Abbau von Benachteiligungen
  • Früherkennung sozialer Problemlagen durch den regelmäßigen Kontakt zu Schüler, Lehrer, Erziehungsberechtigten und anderen inner- und außerschulischen Personen
  • Verbesserung des sozialen Klimas in der Schule als Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen durch die Stärkung des sozialen Miteinanders – auch im Sinne der Konfliktbewältigung
  • Unterstützung der Kinder und Jugendlichen bei der Erschließung und Gestaltung von Bildungsräumen und -möglichkeiten und
  • Unterstützung der Schule bei der Umsetzung eines erweiterten Bildungsauftrages u. a. in der Förderung von Autonomie und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen.

Um eine nachhaltige Qualitätsentwicklung und -sicherung der Schulsozialarbeit in Österreich zu gewährleisten, stehen aktuell folgende Forderungen zur Diskussion:

  • Regelmäßige (auch interdisziplinäre) Teambesprechungen am Schulstandort, Supervision, Evaluierung, standardisierte Weiterbildung, Vernetzung und Intervision mit Kollegen aus dem Berufsfeld
  • Regionaler und überregionaler Austausch für Reflexion, Selbstevaluation und Verbreiterung der Expertise sowie Schärfung der fachlichen und ethischen Standards
  • Eine aussagekräftige Dokumentation und transparente Evaluation zur kontinuierlichen Ergebnissicherung
  • Die Finanzierung von Grundlagenforschung, welche über punktuelle Auftragsforschung hinausgeht
  • Die Sicherstellung fachlicher Standards: Als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit wird sie von qualifizierten Fachkräften der Sozialen Arbeit (BA/Mag.a (FH)/DSA) durchgeführt und baut auf fachlich adäquaten Rahmenbedingungen auf, was vor allem den Betreuungsschlüssel (350 Schüler auf 1 VZÄ), eigenes Büro, angemessene Infrastruktur betrifft.
  • Orientierung an einem fachlichen Rahmenkonzept: Grundlage der standortspezifischen Arbeit bildet ein Rahmenkonzept professioneller Schulsozialarbeit, das auf spezifische Bedarfslagen jeweiliger Schulstandorte adaptiert wird.
  • Definition des Arbeitsortes: Der Arbeitsort liegt direkt an der Schule. Darüber hinaus kann Schulsozialarbeit auch im sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen, vor allem im jeweiligen Sozialraum, agieren, wodurch sie eine Schnittstellenfunktion zu den außerschulischen Lebenswelten einnimmt.

Studium, Fort- und Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Üblicherweise haben Schulsozialarbeiter die Studiengänge Sozialarbeit/Sozialpädagogik an Fachhochschulen oder Erziehungswissenschaft an Universitäten studiert. Eine direkte Spezialisierung zur Schulsozialarbeit ist nur selten möglich, weil es nur einzelne Studiengänge an einzelnen Hochschulen gibt, die entsprechende Lehrangebote und Studiengänge bieten. Dies wird zunehmend kritisiert, weil die derzeitige Ausbildung dem sehr hohen beruflichen Anforderungsprofil nicht gerecht wird. Vor diesem Hintergrund und der Einsicht, dass Schule und Jugendhilfe zunehmend zusammenarbeiten müssen, werden für Schulsozialarbeiter entsprechende Studienmöglichkeiten entwickelt. Hierbei sind v. a. Masterstudiengänge sinnvoll.

Studienmöglichkeiten (Auswahl):

  • Hochschule Coburg (FH), Begleitstudium Frühpädagogik und Schulsozialarbeit, im Rahmen des BA-Studiums Soziale Arbeit, ab dem 5. Semester
  • Universität Siegen, BA-Studiengang „Pädagogik: Entwicklung und Inklusion“
  • Technische Hochschule Regensburg, Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit – Soziale Dienste an Schulen“.

Es ist zu erwarten, dass die Universitäten und Fachhochschulen weitere Studiengänge entwickeln.

Neben den Studienmöglichkeiten gibt es mittlerweile auch eine große Zahl verschiedener Fort- und Weiterbildungen zur Schulsozialarbeit.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilma Aden-Grossmann: Geschichte der sozialpädagogischen Arbeit an Schulen. Entwicklung und Perspektiven von Schulsozialarbeit. Wiesbaden. Springer VS, 2016, ISBN 978-3-658-10042-1.
  • Wilma Aden-Grossmann: Schulsozialarbeit: Aschenputtel im Schulalltag – Geschichte und Konzepte. 2013 [Kindle Edition]
  • Heinz Abels: Schulsozialarbeit. Ein Beitrag zum Ausgleich von Sozialisationsdefiziten. In: Soziale Welt. 21/22, 1971, ISSN 0038-6073, S. 347–359.
  • Josef Bakic, Johanna Coulin-Kuglitsch (Hrsg.) (2012) Blickpunkt: Schulsozialarbeit in Österreich. Wien: Löcker
  • Florian Baier, Ulrich Deinet (Hrsg.): Praxisbuch Schulsozialarbeit. Methoden, Haltungen und Handlungsorientierungen für eine professionelle Praxis. 2. erweiterte Auflage. Budrich, Opladen u. a. 2011, ISBN 978-3-86649-396-4.
  • Florian Baier, Rahel Heeg: Praxis und Evaluation von Schulsozialarbeit. Sekundäranalysen von Forschungsdaten aus der Schweiz. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17323-8.
  • Herbert Bassarak (Hrsg.): Lexikon der Schulsozialarbeit. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8487-1594-7.
  • Sigmund Gastiger, Benjamin Lachat (Hrsg.): Schulsozialarbeit. Soziale Arbeit am Lebensort Schule. Lambertus-Verlag, Freiburg 2012, ISBN 978-3-7841-2095-9.
  • Erich Hollenstein, Frank Nieslony (Hrsg.): Handlungsfeld Schulsozialarbeit. Profession und Qualität. Schneider Verlag Hohengehren, Badmannsweiler 2012, ISBN 978-3-8340-1109-1.
  • Michaela Marterer (Hrsg.): Schulsozialarbeit in Österreich. Dokumentation der bundesweiten Fachtagung am 9. Mai. 2017. Wien: STVG, FHCW
  • Barbara Schörner, Christine, Würfl (2017): Schulsozialarbeit als Profession. International vergleichende Länderanalyse zur Schulsozialarbeit: BMB, FHCW
  • Barbara Schörner, Christine, Würfl (2011): Aufgaben- und Kompetenzprofil von Schulsozialarbeit: Abgrenzung und Synergie mit schulischen Unterstützungssystemen. Wien: BMUKK
  • Barbara Schörner, Christine, Würfl (2013): Zum Aufgaben- und Kompetenzprofil von Schulsozialarbeit in Österreich. In: Soziales Kapital – wissenschaftliches Journal österreichischer Fachhochschul-Studiengänge Soziale Arbeit 10, unter: http://soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/view/288
  • Karsten Speck (Hrsg.): Schulsozialarbeit. Eine Einführung Reinhardt-Verlag, München 2012, ISBN 978-3-8252-2929-0.
  • Karsten Speck, Thomas Olk (Hrsg.): Forschung zur Schulsozialarbeit. Stand und Perspektiven. Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-2238-4.
  • Anke Spies, Nicole Pötter: Soziale Arbeit an Schulen. Einführung in das Handlungsfeld Schulsozialarbeit. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16346-8 (Beiträge zur sozialen Arbeit an Schulen 1).
  • STVG, BMBF (Hrsg.): Wissenschaftliche Positionen zur „Schulsozialarbeit in Österreich“. Graz, Wien, unter: http://schul-sozialarbeit.at/wp-content/uploads/2015/05/Wissenschaftliche-Positionen-Vol.1_FINAL1.pdf
  • Monika Vyslouzil, Markus Weißensteiner (Hrsg.) (o. J.): Schulsozialarbeit in Österreich – Projekte mit Zukunft. Wien. Verlag des ÖGB.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schulsozialarbeit - die Trägermodelle in Deutschland. Abgerufen am 11. Januar 2021.
  2. Schulsozialarbeit - auch eine Wissenschaft mit vielen Ausprägungen. In: sozialarbeit.schule. Abgerufen am 11. Januar 2021.
  3. Leipziger Volkszeitung. 14. Juli 2015.
  4. Runderlass BASS 21-13 Nr.6
  5. Schulentwicklung NRW - Erziehung und Prävention - Schulsozialarbeit. In: schulentwicklung.nrw.de. Abgerufen am 11. Januar 2021.
  6. Wissenschaftliche Dienste: Dt. Bundestag, 2017. (PDF) In: Bundestag (Website). 10. März 2017, abgerufen am 11. Januar 2021.
  7. TVÖD SuE S 15
  8. Link zu den Standards des BSA-SH
  9. K. Gschwind, P. Gabriel-Schärer, M. Hafen: Eine Disziplin – viele Aufgaben. Schulsozialarbeit zwischen Prävention, Früherkennung und Behandlung. In: SozialAktuell 1, S. 46, 2008.
  10. AG Schulsozialarbeit auf ogsa.at