Schulsystem in Spanien

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Das Schulsystem in Spanien gliedert sich in drei Blöcke. Die „Educación Primaria“ dauert sechs Jahre, der zweite Block mit der „Educación Secundaria Obligatoria (ESO)“ dauert vier Jahre. Diese schließen spanische Schüler meistens mit 16 Jahren ab. Die allgemeine Schulpflicht besteht bis zu einem Alter von 16 Jahren.

Das Schulsystem in Spanien unterscheidet sich von dem Bildungswesen in Deutschland in vielen Punkten.

Das derzeit in Spanien gültige Gesetz zur Ordnung des Bildungswesens „Ley Orgánica de Ordenación del Sistema Educativo (LOGSE)“ stammt aus dem Jahr 1990. Es bildet die Grundlage für die Dualität von öffentlichen und privaten Bildungsträgern und regelt die Mitbestimmung an den Instituten. Politisch gesehen verteilt sich die Zuständigkeit für das Bildungswesen, ähnlich wie in Deutschland, auf die Zentralregierung – hier ist das Ministerium für Bildung, Kultur und Sport zuständig – und die jeweiligen Autonomen Regionen in Spanien.

Gemäß dem spanischen Gesetz besteht eine zehnjährige, allgemeine Schulpflicht für das Alter von 6 bis 16 Jahren. Trotz der kostenlosen staatlichen Schulen besuchen rund dreißig Prozent der Kinder eine Privatschule, meist eine Einrichtung der katholischen Kirche. Im spanischen Schulsystem, das sich stark am französischen Vorbild orientiert, ist eine generelle gymnasiale Ausbildung bis zum „Bachillerato“, das dem deutschen Abitur entspricht, vorgesehen.

Noch vor der gesetzlich verpflichtenden Einschulung wird Kindern im Alter zwischen null und sechs Jahren eine „Educación Prescolar“ angeboten. Diese freiwillige Vorschulerziehung unterteilt sich in zwei Zyklen: von null bis drei Jahre und drei bis sechs Jahre.

Educación Primaria – Grundschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem sechsten Lebensjahr beginnt in Spanien die Schulpflicht. Während der ersten sechs Jahre durchlaufen die Kinder eine Art Hauptschule, die „Educación Primaria“. Insgesamt unterteilt sich diese Schulzeit in drei Zyklen, wobei immer zwei Zyklen zusammengefasst werden. Für die Schüler bedeutet dies, dass sie jeweils im ersten Jahr eines Zyklus nicht sitzen bleiben können. Erst wenn nach dem zweiten Schuljahr innerhalb eines Zyklus die Leistungen ungenügend sind, erfolgt eine Wiederholung des letzten Schuljahres. Zeugnisse werden allerdings nach jedem Jahr vergeben. Zu beachten ist hierbei, dass die Benotung von null bis zehn erfolgt, wobei zehn für die beste, null für die schlechteste Leistung steht. In der Primaria erlernen die Schüler bereits eine erste Fremdsprache.

Educación Secundaria Obligatoria (ESO) – Mittelschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 12 bis 16 Jahren besuchen die Schüler in Spanien die Sekundarstufe, die als Grundlage für die Berufs- und Oberschulen dient. In diesen vier Jahren können die Jugendlichen freiwillig Unterricht in einer zweiten Fremdsprache wählen. Nach Abschluss der ESO und damit der allgemeinen Schulpflicht bieten sich zwei Möglichkeiten. Entweder man besucht die zweijährige Oberstufe, die zum „Bachillerato“ und damit zur Hochschulreife führt. Oder man wählt den „Ciclo Formativo“, den Berufsbildungszweig.

Die am Ende des „Bachillerato“ abzulegende Abschlussprüfung, nennt sich im Volksmund "Selectividad" (EBAU, Evaluación de Bachillerato de Acceso a la Universidad). Ein Bestehen dieser ist Grundvoraussetzung, um die Hochschulreife zu erlangen. Im Gegensatz zum Abitur in Deutschland werden bis auf 2 Wahlpflichtfächer sämtliche unterrichtete Fächer geprüft (8 bis 9 Klausuren). Der Numerus clausus setzt sich anteilig aus der Note vom Selectivo und den beiden Jahreszeugnissen des Bachillerato zusammen.

Bei Nichtbestehen der ESO kann der Schüler im Rahmen des „Programa de Garantia Social“ zunächst eine weiterführende Berufsschule besuchen, in der Grundkenntnisse vermittelt werden. Im Anschluss daran erhält er die Berechtigung, den Berufsbildungszweig zu besuchen.

Ciclo Formativo – Berufsausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berufsbildungszweig dient zur Ausbildung für alle typischen Lehrberufe und findet in speziellen Ausbildungszentren statt. Die Ausbildung ist zu sechzig Prozent landesweit vorgeschrieben, der Rest liegt in der Entscheidung der jeweiligen Autonomen Region. Nach einer theoretischen Schulausbildung werden die praktischen Erfahrungen in der Regel im Anschluss in einem Praktikum von durchschnittlich 200 Stunden erworben. Die entsprechenden Verträge werden zwischen den Ausbildungszentren und den Firmen abgeschlossen.

Für den Berufsausbildungszweig gibt es zwei unterschiedliche Stufen: der „Ciclo Formativo de Grado Medio (CFGM)“, die Basis der Berufsausbildung, und der „Ciclo Formativo de Grado Superior (CFGS)“, die Höhere Berufsausbildung. Bei erfolgreichem Abschluss erreicht man den Titel „Técnico“ oder „Técnico Auxiliar“. Darauf kann man weiter aufbauen, um dann den Titel „Técnico Superior“ zu erzielen, der die Möglichkeit zu einem Studium im gleichen Fachgebiet bietet. In Spanien sind dreißig Prozent der Studienplätze für Berufsbildende Zweige reserviert.

Educación Superior – Hochschulwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine akademische Ausbildung kann in Spanien sowohl an den „Universidades“, den Universitäten, den „Escuelas Técnicas Superiores“, den technischen Hochschulen, als auch an den „Escuelas Universitarias“, die in etwa den deutschen Fachhochschulen entsprechen, vorgenommen werden. Auch an den spanischen Universitäten gibt es Zulassungsbeschränkungen. Zudem sind seit 1975 Aufnahmeprüfungen Pflicht. Eine Studieneinteilung in Semestern ist in Spanien unbekannt, das Studium wird in Studienjahre eingeteilt. Das akademische Jahr beginnt im Oktober und endet Mitte Juni.

Die akademische Ausbildung erfolgt in drei Stufen. Nach drei Jahren erreicht man den Grad „diplomatura“. Weitere fünf Jahre braucht man für die nächste Stufe, die zur „licenciatura“ führt. Erst nach weiteren zwei Jahren in der dritten Stufe und der Verfassung einer Dissertation erreicht man das „doctorado“.

Natürlich kann diese Aufstellung kein absolut vollständiges Bild vermitteln. Im Einzelfall muss man sich an Ort und Stelle, je nach Lage der Dinge, selbst entscheiden, ob man sein Kind auf eine öffentliche oder private Schule schicken will.

Im Nachtrag ist noch zu bemerken, dass in Spanien, wie in Frankreich, der Unterricht auch während der Nachmittagsstunden erteilt wird. Das bedeutet, dass den Kindern innerhalb des Schulgebäudes ein Mittagessen angeboten wird. Dies ist meist nicht allzu kostspielig. Zudem können finanzschwächere Eltern einen Zuschuss beantragen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]