Saalach

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Saalach
Saalach bei Bad Reichenhall

Saalach bei Bad Reichenhall

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1866
Lage Länder Tirol und Salzburg sowie Land Bayern; Österreich und Deutschland
Flusssystem Donau
Abfluss über Salzach → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Torsee, Kitzbüheler Alpen
47° 21′ 40″ N, 12° 28′ 18″ O
Quellhöhe 1998 m ü. A.[1]
Mündung am Saalachspitz bei Salzburg/Freilassing in die SalzachKoordinaten: 47° 51′ 12″ N, 13° 0′ 6″ O
47° 51′ 12″ N, 13° 0′ 6″ O
Mündungshöhe 408 m ü. A.
Höhenunterschied 1590 m
Länge 105,5 km[2]
Einzugsgebiet 1161,4 km²[2]
Abfluss am Pegel Siezenheim[3][4]
AEo: 1139,1 km²
Lage: 5,53 km oberhalb der Mündung
NNQ (18.12.1999)
MNQ 1976–2011
MQ 1976–2011
Mq 1976–2011
MHQ 1976–2011
HHQ (02.06.2013)
920 l/s
7,3 m³/s
38,9 m³/s
34,1 l/(s km²)
424 m³/s
1100 m³/s
Durchflossene Stauseen Saalachsee
Großstädte Salzburg
Kleinstädte Saalfelden am Steinernen Meer, Bad Reichenhall, Freilassing
Gemeinden Saalbach-Hinterglemm, Viehhofen, Maishofen, Weißbach bei Lofer, St. Martin bei Lofer, Lofer, Unken, Schneizlreuth, Piding, Ainring, Wals-Siezenheim
Oberlauf Glemmtal, dann Saalachtal

Die Saalach, früher auch Spielbach[5] oder Salzburgische Saale,[6] ist ein 105,5 km[2] langer Zufluss der Salzach in den österreichischen Ländern Tirol und Salzburg und im deutschen Freistaat Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saalach entspringt in Tirol in den Kitzbüheler Alpen. Sie entfließt dem Torsee unterhalb des 2178 m hohen Gamshag im Gemeindegebiet von Jochberg, knapp 1 km westlich der Grenze zum Land Salzburg. Von dort fließt sie anfangs in östlicher Richtung durch das Glemmtal zuerst durch Hinterglemm, dann durch Saalbach nach Maishofen.

Bei Maishofen knickt die Saalach nur 2 km nördlich des Zeller Sees nach Norden ab, bildet eine charakteristische Talwasserscheide, die das Zeller Becken von ihrem weiteren Talungsabschnitt, dem Saalfeldener Becken trennt. Ab hier, bis in das Alpenvorland, wird ihr Tal Saalachtal genannt, wobei Oberes Saalachtal den Pinzgauer, und Unteres Saalachtal den deutschen Anteil meint. Nun verläuft der Fluss, vom Hundstein (Salzburger Schieferalpen) im Osten und von der Pinzgauer Straße (B 311) begleitet, nach Saalfelden, wo die von Westen kommende Leoganger Ache sowie die von Osten kommende Urslau einmünden.

Nach Saalfelden tritt die Saalach in ein enges Durchbruchstal, zwischen Berchtesgadener Alpen im Osten und Leoganger und Loferer Steinbergen und den südöstlichen Massiven der Chiemgauer Alpen in Westen, ein. Der tief eingeschnittene Durchbruch bildet teils ebene Talungen und Talkessel, teils enge Talpässe. Der Fluss passiert hier Weißbach bei Lofer und Sankt Martin bei Lofer, wird ab Lofer von der B 178 begleitet und verläuft nach Unken. Unterhalb dieser Ortschaft bzw. nur wenige hundert Meter unterhalb des Steinpasses übertritt das Fließgewässer bei Melleck, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schneizlreuth, die Grenze nach Deutschland.

Fortan bildet die Saalach auf knapp drei Kilometer Länge erstmals ein Stück der deutsch-österreichischen Grenze, damit die Grenze zum bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land und danach entlang der B 21 die nordwestliche Grenze des Biosphärenreservats Berchtesgaden. Diese im Vergleich zur dem Verlauf der Salzach folgenden innerösterreichischen Verbindung zwischen Pinzgau und Flachgau wesentlich kürzere Strecke wird als Kleines deutsches Eck bezeichnet. Dabei durchfließt sie Schneizlreuth, wo der Schwarzbach einmündet, und den recht langgestreckten aufgestauten Saalachsee. Mit dem Seewasser wird sowohl das Saalachkraftwerk als auch das 2005 direkt an der Staumauer angebaute Restwasserkraftwerk betrieben.

Nordwestlich der Berchtesgadener Alpen, bei Bad Reichenhall, öffnet sich das Tal zum Reichenhaller Becken zwischen Lattengebirge im Süden und Hochstaufen im Norden. Im Bereich der Kretabrücke vereinen sich der Ablaufkanal des Saalachkraftwerkes und das Flussbett wieder und der Fluss fließt durch die Nonnerau und Saalachau weiter in Richtung Nordosten.

Etwas weiter nördlich in Piding geht das Reichenhaller Becken in das Salzburg-Freilassinger Becken und das Alpenvorland über. Hier überquert die deutsche Bundesautobahn 8 die Saalach. Etwas flussabwärts davon bildet die Saalach entlang der deutschen B 20 erneut ein etwa 11 km langes Stück (bis zur Mündung) die deutsch-österreichischen Grenze, wobei sie nordostwärts durch Wals-Siezenheim nach Freilassing fließt. Die Saalach bildet auf den letzten 3 km zugleich die Grenze zwischen der Stadtgemeinde Salzburg am rechten Ufer und Freilassing (D) am linken. In diesem Bereich stellt die Überquerung der deutsche B 304 bzw. österreichischen B 155 (Münchener Straße) eine größere und zugleich die letzte Brücke über den Fluss dar. Als autobahn- und damit (Autobahnvignette)-freie Verbindung nach Österreich kommt ihr große Verkehrsbedeutung zu. Am Saalachspitz in Salzburg-Liefering mündet sie in die Salzach. Die Einmündung befindet sich direkt an der Staatsgrenze auf 408 m.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Saalach ist 1161,4 km²[2] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören (l = linksseitig, r = rechtsseitig):

Am Unterlauf begleitet auf der österreichischen Seite der Mühlbach (Walser Bach), eine Ausleitung von Käferheim über Wals, Siezenheim, Kleßheim, und Rott, die Saalach; auf der linken (bayerischen) Seite der Hammerauer Mühlbach, eine Ausleitung ab dem Hammerauer Werkswehr, welcher verzweigt als Hammerbach in Ainring und als Freilassinger Mühlbach in Freilassing wieder in die Saalach mündet.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Salzerzeugung in der Saline Bad Reichenhall spielte die Saalach über tausend Jahre eine wichtige Rolle. Aus den Wäldern im Einzugsgebiet der Saalach im heutigen Österreich, hauptsächlich dem Pinzgau und Tirol (Saalforste) bezog die Saline seit der Zeit zwischen 790 und 800 das Holz für die Befeuerung der Siedeöfen. Die Wasser der Saalach wurden dabei für die Holztrift des Materials aus den Saalforsten genutzt. Im Bereich des Luitpoldwehrs und der Luitpoldbrücke in der oberen Stadt von Bad Reichenhall wurde das Holz auf große Triftplätze im Bereich der heutigen Neuen Saline geleitet. Die Straßennamen Fürschlachtweg, Im Hammergrund, Im Spitzgrund und Im Großen Grund erinnern noch heute an die Triftwege und Lagerplätze aus dieser Zeit. Die Trift wurde erst 1911 aufgegeben, als die Siedeöfen in der Saline mit Kohle befeuert wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch mit dem Bau der Staumauer bei Kibling für das Saalachkraftwerk begonnen.

Der kurz vor der Mündung über das Saalachwehr von Österreich nach Deutschland führende kleinere Weg wurde am 30. September 2015 von hunderten Flüchtlingen zu Fuß am Weg von Syrien und anderen Ländern nach Deutschland genutzt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saalach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TIRIS – Tiroler Rauminformationssystem, Amt der Tiroler Landesregierung, auf tirol.gv.at
  2. a b c d Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn, Seite 68 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 2,8 MB)
  3. Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011, in: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich, 2011, 119. Band, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.), Wien 2013, S. OG 139 (PDF; 12,9 MB)
  4. Pegel im Donaugebiet: Siezenheim / Saalach (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.is), abgerufen am 21. Februar 2013, auf hnd.bayern.de
  5. Franz Schned, L. Hohenwartner, Claudia Birndorfer: Die Saalach: Vom Ursprung bis zur Mündung – Ein Kulturraum, Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, Regionalmanagement Pinzgau, auf saalacherlebniswelt.com
  6. Stichwort: Saalach – Artikel in Meyers Konversationslexikon, zitiert nach retrobibliothek.de
  7. a b c zu Saalfelden: In der Schotterebene zwischen Viehhofen und Saalfelden münden auf fast 10 km Strecke keinerlei nennenswerte Gewässer. Der Urslaubach mündet nach einer größeren Umleitung direkt bei der Leoganger Ache, der Harhamer Bach wenige dutzend Meter oberhalb.
  8. Franz Schned, L. Hohenwartner, Claudia Birndorfer: Lebensgeschichte eines Flusses (Beschreibung der Ausleitungen im Bereich Hammerau/Käferheim), Seite 2, in: Die Saalach: Vom Ursprung bis zur Mündung – Ein Kulturraum, Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, Regionalmanagement Pinzgau, auf saalacherlebniswelt.com
  9. Asylkrise spitzt sich zu, vom 30. September 2015, abgerufen 30. September 2015, auf orf.at